Der Jackson / Charvel User-Thread

Das ist mal ein krasses Relic/Refin, oder was meint Ihr? Ich höre Kollege @BirdGuy schon schwerer atmen und spüre seinen Blutdruck in die Höhe schnellen. :cool:

Anhang anzeigen 1015850

Quelle / weitere Bilder: https://www.relicartguitares.fr/753

Die Firma macht zum Teil echt ganz geile Sachen, aber diesem Fall ist mir das echt zu heftig und ich finde die Klampfe vorher viel schöner😉

Erinnert mich ein bisschen an meine Superstrat mit Luxxtone Neck und Musikraft Body 🤘
Wobei ich meine schon schöner finde und das Setup ist auch top 😉

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Zwei Gedanken die ich mit euch teilen kann:

1. Am Wochenende war ein Freund mit einer American Series Soloist da. Ich muss sagen, da muss ich mal vom hohen Ross steigen und zugeben: Ich bin positiv überrascht. Viel Gitarre für‘s Geld und ja, sie darf sich „made“ in USA schimpfen. Im direkten Vergleich zu meiner weißen CS-production Soloist gibts da nichts großes zu meckern. Vorallem vom Halsprofil und dem Hals-Feeling kriegt man 100% Soloist. Freut mich, Jackson kann also wieder fürs Middle-Budget abliefern.

2. Auch davon beflügelt habe ich mal total ins Blaue diese Pro Baritone bestellt und bin gespannt, wie groß der Sprung zu dieser Serie ist. Auf dem Spec-Zettel reizt sie mich sehr, hoffen wir mal die liefert auch ab.

 
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American Series Soloist [...] und ja, sie darf sich „made“ in USA schimpfen.
Wär ja schlimm, wenn nicht - immerhin steht "American" im Namen. Oder meintest Du die Unterscheidung "made" vs. "assembled"?
 
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Die Pro Origins haben dazu noch "Crafted in Mexico" auf der Halsplatte stehen. Weiß jemand zufällig, was das genau bedeutet? Werden die komplett in Ensenada gefertigt (Hardware etc. natürlich nicht...).
 
Wär ja schlimm, wenn nicht - immerhin steht "American" im Namen. Oder meintest Du die Unterscheidung "made" vs. "assembled"?
Ich hätte das jetzt auf die Reputation bezogen verstanden. Die Usa Select waren, angefangen in 1990, Gitarren, die im Grunde dieselben Hände und Arbeitsschritte durchlaufen sind, wie alle Custom Shop Bestellungen bei Jackson.

Der neue Unterschied war, dass weniger Optionen zur Auswahl waren und damit Margen aus sechs gleichzeitig bearbeitet wurden, statt einer, bis sie fertig war. So zumidest der historische Anfang der Usa select Serie, wieiviel Gemeinsamkeiten heute mit den Anfängen dieser Serie und damit Unterschiede zur American Series vorhanden sein mögen ist mir nicht bekannt, aber man kann spekulieren, dass inzwischen beide Serienfertigungen kaum noch was mit diesen Anfängen zu tun haben.

Möglicherweise gibt es nüchtern betrachtet sogar Vorteile, neben den Nachteilen. Ich persönlich glaube das nicht und um etwas kritischer zu sein gebe ich zu, dass ich das gar nicht glauben will. ;-)
Und so denke ich, dass die American Series vermutlich eine eindeutige Massenproduktionsgitarre darstellt, wobei sich die USA Select Serie wohl im Graubereich findet. Und das ist halt ein absolutes Novum, bzw eine Zäsur.
Um aber nicht mit dem Mythos, der Glorifizierung usw zu brechen, ist sie halt nicht "made in usa", sondern "nur" american made! :rolleyes::ROFLMAO:

Genau genommen führt sich diese Firma selber, aber auch besessene (nein, natürlich nicht ich) sich selbst vor, meine Meinung. :)
 
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"The American Series is a new production line that’s been built up right next to the custom shop team build area (where the Selects are made) with training and oversight from the master builders. Some aspects are shared however like paint and final setup departments. They’ve shown this in videos."

"Same factory, yes. Same people, no. The USA Select are "pre configured custom shop" if you will. The American Series are production models made on a separate line."
 
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Hier mal ein kurzer Bericht von Music Zoo über den Jackson/Charvel Stand:


View: https://www.youtube.com/watch?v=eZCSHtoOxuU

Wenn ich das richtig sehe, dann ist die rote Danhage ein Modell aus dem Custom-Shop? Schade, denn die hatte ich insgeheim schon auf meiner Einkaufsliste stehen seitdem sie zum ersten Mal in Videos von Henrik Danhage zu sehen war.
 
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Wenn die Dealer stapelweise ihre Visitenkarten an die Gitarren klemmen, dann vermute ich mal, dass es sich nicht wie bei Luthier-Messeständen um Einzelstücke handelt, sondern dass es Kleinserien-Vorschläge sind und die entsprechenden Händler damit signalisieren, dass sie sich ein Exemplar in den Laden stellen werden - sehe ich das richtig? Was sagt der NAMM-Stammgast @hack_meck dazu?
 
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sehe ich das richtig? Was sagt der NAMM-Stammgast

Im Fender Universum werden die gerne verlost. Dann sind auch an Einzelstücken mehrere Karten dran.

Es gibt aber auch welche, wo nicht nur eine verlost wird …

Gruß
Martin
 
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Aus der Videobeschreibung

„Kicking off NAMM 2026, the MIC Dealer Event always starts it off. Wednesday, January 21st 2026 - it was a Battle Royale between dealers worldwide to see who would win some of the coolest guitars from FMICs specialty companies with Custom Shop divisions; Charvel, Jackson, and EVH. The Music Zoo's Jordan Usatch is here on site to fight through the crowd and show off our favorite pieces. Enjoy!“
 
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@gitarrero! - war "on the Run" ... hier dann noch mal in "more detail" ...

Wenn Thomann an 300 CU Gitarren ihre Karten hängen, dann wollen sie natürlich nicht alle 300 und natürlich haben sie auch noch NIE alle 300 bekommen. Geschmack ist ihnen dabei aber leidlich egal - also nicht nur ihnen, sondern allen "Großen" die da, gefühlt überall, Karten dran hängen! Und das können sie sich auch erlauben, denn im Thomann, Sweetwater und Co. Universum, sind ja aus allen Genre Kunden am Start. Der kleine lokale Händler - der in den letzten 30 Jahren nur Relic Burst (2 oder 3 tone) verkauft hat - wird da natürlich deutlich selektiver dran gehen.

Ich hätte von der NAMM auch schon gerne eine bei mir gesehen. Leider hat Thomann sie nicht bekommen und auf Import aus Asien hatte ich keine Lust.

P.S. Ob das ein kleiner Run, oder eine One-Off ist - kann dir leider in der Regel nur jemand sagen, der vor Ort war und sich zufällig dran erinnert.

P.S.S. früher als Fender auch noch einen öffentlichen Stand hatte (im letzten Jahr nicht), war ein Großteil der Gitarren zur Eröffnung der NAMM bereits wieder abgeräumt. Die Händler treffen sich in der Regel am Mittwoch Abend zur Verlosung ...

Gruß
Martin
 
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First impressions - Jackson Excl ProPlus Warrior WR HT7 "Thomann-Exklusivmodell"

Hallo Freunde, hier ein kleiner Erfahrungsbericht über meinen neuesten oben genannten Zugang, der in allen Belangen für mich doch eher unüblich ist. Wieso, weshalb, warum und wie isse denn nun...sofern ich das jetzt schon beurteilen kann,... schreibe ich hier.

Wie kam es genau zu dieser Gitarre?

1.) Grundsätzlich war ich in 2025 immer wieder auf der Suche nach einer Rhoads oder ähnlich ausladenden Gitarre, weil solche mir sowohl im Sitzen als auch im Stehen recht gut in der Hand bzw. am Körper liegen. Ich bin recht groß und habe immer schon Probleme mit der richtigen "Hänge-Höhe". Ich muss grundsätzlich zwar nicht das Griffbrett sehen - mir reichen Side-Dots, auch auf der Bühne - aber der Hals darf doch "pointy" an mir und damit nah an der Greifhand hängen. Zwar bin ich durchaus (Super-)Strat-Typ, aber durch das Hals-Korpus-Verhältnis liegen mir Jazzmaster, Vs, Rhoads eben auch recht gut (im Stehen).

2.) ...hängt damit direkt zusammen: Gewicht und Komposition. Ich habe eine Ironbird, die wirklich grausam am Gurt hängt, weil sie einfach verdammt kopflastig ist. Daher lag bewusst meine erste Wahrnehmung, wie und wie ausgeglichen hängt die Zukünftige am Gurt und wie schwer ist die Gitarre insgesamt. Daher klangen die Specs der Warrior HT7 erstmal gut, denn ich verbuche Nyatoh als recht leichtes Holz, was mir zusagt.

3.) Overall Specs: Ok, lassen wir es raus: Eher ein ungewöhnliches Preis-Segment für mich. Ursprünglich war ich auf der Suche nach einer Ergänzung meiner CS King V, aber ich habe schlichtweg nichts gefunden - vorallem nichts mit längerer Mensur bzw. 7-Saiten (die mir neben erstgenannter Mensur tatsächlich eher egal sind). Ihr kennt das, irgendwann forstet man durch alle gängigen Neu- und Gebrauchtmärkte und kommt öfter mal an absurden Preisen vorbei. Weil ich fast ausschließlich nach Baritones gesucht habe, ist die Auswahl erstens überschaubar und zweitens mit dem Sprung in die upper class wie Mayones, Skervesen etc. dann auch recht deutlich an die 3-4K€ Unter-Grenze. So flog ich an der Jackson dann öfter virtuell vorbei und habe bewusst mal das Preisschild ignoriert. Und ganz ehrlich, da auch in meiner Sammlung einige teure Gitarren sind - es muss jawohl auch möglich sein, hier etwas Spielbares zu bekommen. Und die Specs lesen sich verdammt gut. Was soll an einer fixed-Bridge Gitarre schon falsch zusammengedübel sein? Mein Wunsch war, das sich meine Vorurteile in Luft auflösen. Bekräftigt übrigens dadurch, dass ich jüngst einige 2025er Jackson (Pro/USA-Production) in der Hand hatte und dachte "ja, sie könnens irgendwie doch (noch)".

3.) Ich gebe zu, etwas schön geredet: Sammler(?)-Status. Ich bin selbst nicht ganz schlau daraus geworden, weil die Jackson Homepage nicht (nie) aktuell ist, was die Baritone-Sektion angeht. Man findet vereinzelt mal unter "HT(->Hardtail)-Series" Baritones, tatsächlich auch coole Kellys und eben Warrior (sogar mit 6 Saiten, auch geil!) - aber so richtig nachvollziehbar ist es nicht, da auch die Mensuren zwischen 26.5" und 27" schwanken. Lieferbar ist quasi garnichts, gebraucht findet man ebenso nichts. In ein paar Rig-Rundowns der üblichen verdächtigen Krawallmacher sieht man hier und da ein paar HT-Baritones. Also war ich angefixt. Erst beiläufig habe ich auch den Zusatz in den Specs "Thoman Exklusivmodell" gelesen - ich habe übrigens knapp 6 Wochen gewartet. Ein Kumpel hat sich gestern das gleiche Modell bestellt, nun ist sie bei Thomann erst wieder in ca. 3Monaten lieferbar. Ich wüsste also gerne, wieviele es denn nun davon gibt/geben wird.

Hier seht ihr passenderweise zwar die HT- bzw. Baritone-Abteilung von Jackson, aber lustigerweise auch nur 6Saiter. Auch die Warrior nur als HT6

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Ich warte also zwar vorfreudig aber auch nüchtern auf die Warrior HT7, in der Hoffnung einen soliden Keeper zu bekommen. Hat sie zuviele Baustellen, geht sie emotionslos zurück. Und heute vor ein paar Stunden kam sie an, nachdem sie noch eine Extra-DHL-Runde aufgrund des Winter-Wetters gedreht hat. Kurzer Spoiler: Vielleicht ein gutes Omen, den out of the Box kam die Warrior mit einem sehr guten Setup an. Da haben die Minus X Grad auf der Woche Lieferweg anscheinend nichts aus der Bahn geworfen. Ich konnte also gut testen, werde sie aber nach ein paar Tagen Aklimatisierung nochmal feinjustieren.

Also, was kommt da für knapp 1.300€ aus Indonesien?

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Nach meinen bescheidenen ersten Eindrücken, ein solides Arbeitsgerät! Was für mich ja besonders wichtig war, sie hängt wirklich sehr gut am Gurt - und das sogar getestet ohne meinen Leder-Richter-Gurt oder meinen breiten Clip-Strap. Gewicht: 3391gr.

Ein paar Punkte, die ich nun hier runterschreibe:

  • Grundsätzliche Verarbeitung ist wirklich gut. Alle Fräsungen und montierten Teile sind wirklich sauber ver- und eingearbeitet. Manchmal liest man Horror-Stories über die Bridge, aber hier sitzt wirklich alles.
  • Ich finde die Edelstahlbünde sind wirklich sehr gut verarbeitet und auch angenehm abgerundet. Das hat mich wirklich positiv überrrascht. Abgerichtet sind die Bünde ebenfalls gut, da geht sicherlich noch was am Setting, aber eine ab Werk "Standard-Saitenlage" ist total in Ordnung abgeliefert worden. Da geht aber noch was.
  • Gängige Schlampereien, auf die ich achte - die sich hier absolut nicht zeigen:
    • Hals/Korpus-Übergang ist sehr sauber verarbeitet und vA lackiert
    • Für mich tatsächlich Königsdisziplin - das hat mich sehr interessiert, weil ich da schon einiges gesehen habe: Die üblichen Sharkfin-Inlays. Und die können sich sehen lassen. Passgenaue Einsätze, gleichmäßiger Füller. Das sieht wirklich gut aus und da gab es schon USA-Gitarren, die schlampiger waren. Ein Inlay hat ein kleines Füller-Loch, das ist aber die einzige Stelle eines Makellosen-Griffbretts.
    • Sidedots sind alle sauber verarbeitet. Da springt nichts, keine überflüssigen Füller etc.
    • Blick unter die Motorhaube in´s E-Fach: Vernünftige Lackierung und Verarbeitung.
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Ich bin echt positiv überrascht!

Wie gehts nun weiter? Die Gute muss sich nun im Fuhrpark beweisen und ganz konkret schaue ich die Tage, was am Setup noch geht. Ich muss aber gestehen, das ist schon auf einem annehmbaren Stand. Ich halte euch auf dem Laufenden. Die Tage treffe ich meinen Kumpel mit der zweiten HT7, dann kann ich auch sagen ob ich Glück hatte oder die Reihe wirklich durchweg was taugt
 

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@Death-Eule
Glückwunsch - schöne Warrior, das.

Hatte die "Standard-ProPlus" und die ProPlus Pure Metal - Rhoads letzthin in der Hand; die waren hinsichtlich Verarbeitungsqualität auch rundum in Ordnung, nix zu mosern.
Die Pure Metal war wohl auch out of the Box einwandfrei eingestellt - da scheint sich in letzter Zeit bei Jackson durchaus wohl wieder was in die richtige Richtung entwickelt zu haben.
 
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Hat sie zuviele Baustellen, geht sie emotionslos zurück

...und das wird heute passieren.

Nach wie vor eine solide Gitarre, aber für mich persönlich passt sie aus einem deutlichen, aber eher subjektiven, und darüber hinaus einem objektiven Grund nicht - die beide vielleicht auch zusammenhängen.

Fangen wir mit dem objektiven Grund an:

Ich habe das Setup der Saitenlage schon recht gut in meine Präferenzen bekommen. Das bedeutet, Hals nahezu gerade durch recht tightem Trussrod und "tiefe" Saitenlage der Diskantsaiten irgendwo bei 2.5mm über das gesamte Griffbrett. Das finde ich "okay"-tief, wobei viele meiner Gitarren noch mehr zulassen. Die Saiten schnarren akustisch annehmbar wenig, sodass sich verstärkt davon nichts bemerkbar macht.

Eine Hand voll gegriffener Töne auf den Diskantsaiten, zwischen bund 10-24, plärren dabei jedoch. Das ist aber keine Sache der Saitenlage, wie ich dann mit dem Fretrocker festgestellt habe. Denn zwar kippeln die Bünde 1-10 bzw. 12 in einem tolerierbaren Bereich, ab dem 12. und vorallem dem 20. wirds jedoch abenteuerlich. Das 22. Bundstäbchen ist dabei ein tatsächlicher Showstopper, da hier bei den drei Diskantsaiten die Töne klirren und absterben. Mit dem Fretrocker merkt man darüber hinaus, dass die Bünde hin zu den Diskantsaiten eher ausgetrieben sind und es nicht an einem Levelling liegt. Um es einfacher zu beschreiben, die gesamte Bundregion "über dem Halsübergang" ist da echt einfach hügellig. Wie gesagt, das sind insgesamt eine Handvoll Bünde, aber zwei davon sind dann halt wirklich nicht mehr im Toleranzbereich.

Übergang zum subjektiven Grund:

Okay - das ist bis jetzt kein Weltuntergang. In der Hoffnung da arbeitet nicht noch viel mehr und treibt Bünde raus, könnte man das überarbeiten lassen bzw. vom Hersteller nachbessern lassen. Ist bei Edelstahlbünden sicherlich aufwendig und für die Zukunft eher lästig, aber das wäre für mich kein langfristiger Scheidungsgrund. Warum also dann aber doch?

Und die Specs lesen sich verdammt gut.

Ihr könnt mich gerne steinigen, aber ich denke mir oft bei Spec-Sheets in diesem Preisbereich, "zu schön um wahr zu sein". Jede Gitarre wird heutzutage eh 99,9999% akurat CNC-gefräst und das vermutlich auch noch in der selben oder benachbarten Maschine. Alle haben das, wonach man von Highclass-Gitarren geiert: Edelstahlbünde, top aktuelle und angesagte Marken-Tonabnehmer, meist noch "well-known"-Hardware oder inhouse Zeug, wobei es dann immer Lockingtuner oder Nachbauten von Schaller, Hipshot etc. sind. Throwback als die Harley Benton Box mit Vintage30 Speakern günstiger war, als die Speaker einzeln zu kaufen. Was kann da schon schiefgehen?

Für mich stimmt die Gesamt-Komposition dieser Gitarre(n) leider nicht. Meine Vermutung, und die basiert ausdrücklich nicht auf einem fundierten Fachwissen:

1. Die Gitarre verträgt sich mit all seinen Specs und schlussendlich dem recht leichten Korpus-Holz nicht mit den Edelstahlbünden. Ich habe einige Gitarren mit solchen neben verschiedensten Bundmaterialien und auch wenn es Nuancen sind, sie klingen schon anders. Das schwingt sich bestimmt mit der Zeit ein, aber hier gefällt mir die Warrior tatsächlich sogar akustisch nicht wirklich. Die Gitarre klingt schon recht hell, aber keine resonante, durchsetzungsfähige Helligkeit, sondern das driftet schon in schrill ab. Liegt das auch am Setup und den schwingenden Saiten? Bestimmt ein wenig. Aber ich habe den Besen jetzt nicht in die Enge getrieben, das sollte schon verkraftbar sein. Es wird sicherlich auch an der Resonanz der vereinzelt zu nahen Bundstäbchen liegen, aber erstens hatte auch die höhere Saitenlage diesen Charakter und zweitens ist diese semi-tiefe Saitenlage schon ein Must-Have (für mich).

2. Dieser schrille Grundcharakter wird leider durch die Tonabnehmer, vor allem den SD Nazgul am Steg zusätzlich befeuert. Ich habe zwar wenig Langzeiterfahrung mit dem SD Nazgul, aber habe durch den SD Winter und das SD Sentinent/Pegasus einen ganz guten Überblick über das aktuelle SD-Angebot. Auch der SD Black Winter hat meiner Meinung nach diesen Push zuviel in Verbindung mit Edelstahlbünden, was mir in meiner Unicut und auch zwei meiner Warmoth-Strats bereits aufgefallen ist. Da kriegt man das aber doch recht gut eingefangen.

3.) Hängt dann damit direkt zusammen, verstärkt klingt das Ganze echt wie ´ne Säge. Ich dachte ich hab was am Ohr, aber die Warrior klingt so schrill undifferenziert, dass ich gestern über eine Stunde Gitarren durchrotiert habe, bis ich mir damit (für mich) sicher war. Ich kann es kaum beschreiben, aber für mich klang sie, als hätte sie ein aktive Boss HM2 an Board. Ich habe auch mit der PU-Höhe gespielt, aber ich kriegs nicht rausgedreht. Das geht soweit, dass die Gitarre fast out-of-tune klingt, weil der verzerrte Ton sich dermaßen einschreit und sich in eine Feedback-Spirale einschwingt.

...ihr merkt´s. Das ist kein Todesurteil. Ich könnte jetzt mit erst mit verschiedenen Saiten, dann mit Saitenstärken, sehr wahrscheinlich mit anderen Pickups experimentieren - wobei erst das kleine Bundproblem behoben werden müsste. Aber da hab ich keinen Nerv drauf. Und das bringt mich wieder zu den Basisc zurück. Fette Specs und am Holz gespart? Keine Ahnung, aber entweder passt für mich und meine Ohren einfach die Komposition der Gitarre nicht, oder das Holz als die absolute Grundlage der Gitarre ist einfach unpassend und/oder noch nicht reif genug.

Schlussendlich ist es aber mein Bauchgefühl, dass mir da in den Flitterwochen jetzt schon die Lust auf mehr nimmt. Es gibt, und das sind witzigerweise immer 20-30Jahre alte Baustellen, da zerlege und zerpflücke ich die gesamte Harfe, der Hals sitzt noch keine 10Minuten wieder fest am Korpus - aber da sagt mir der erste Ton: Ich bin eine Gitarre. Und es gibt Holz, auf das teure Hardware und Electronics geschraubt sind, die mir sagen wollen sie seien eine Gitarre. Da machts aber einfach nicht Klick und mir fehlt die Vision, wie sie am Ende meinen Fuhrpark bereichert. Leider ist die Warrior eine davon.
 
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Selbst, wenn Du die genannten Modifikation vornimmst und es mit ihr mehr in Deine Richtung gehen sollte, wird sich Eure Beziehung nicht soweit verbessern, dass Du glücklich mit ihr wirst. So zumindest meine gesammelten Erfahrungen. In einem bestimmten Rahmen kann man den Tone einer Gitarre seinen eigenen Bedürfnissen anpassen. Ist die Grundauslegung zu weit davon entfernt, wird es schwierig.

Du schreibst ja, dass Dir dafür der Nerv fehlt, also wirst Du Dich auch nicht so ernsthaft damit befassen. Behältst Du sie am Ende, wird sie wohl die meiste Zeit nur in der Ecke stehen. Und das ist um die Gitarre, für Dich und das aufgebrachte Geld zu schade.
 
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@Death-Eule
Also ich habe keine Gitarre ohne Floyd und von daher keine Erfahrungen mit den "normalen" Sätteln, aber könnte es sein, dass dieser noch für das Schnarren verantwortlich sein könnte? Passt für deine Saitenstärke der Saitenabstand im ersten Bund? Habe ich mal gehört und macht ja auch Sinn, dass in der Fabrik genügend Luft bei den normalen Sätteln gelassen wird und viele Gitarren mit höherer Saitenlage daher kommen, da ab Werk ja keiner weiß, in welchem Tuning und welcher Saitenstärke die Gitarre letztendlich eingestellt werden soll.

Zu dem Punkt, dass eine Gitarre furchtbar helI oder einfach so klingt, als hätte man den Tonabnehmer falsch verdrahtet und dieser würde einfach nicht in bzw mit dieser Gitarre connecten - das kenne ich auch. Aber ehrlich, wenn es die so vorgesehene und ab Werk verarbeitete Kombination ist, du die Gitarre an verschiedenen Tagen, auf verschiedene Weise getestet hast und das Instrument klingt halt einfach nicht, dann lieber schnell zurück damit. Meine Erfahrung ist auch, dass ich damit nicht glücklich werden kann.

Hier erklärt John Suhr das Setup für Gitarren mit Sattel ziemlich gut:

View: https://youtu.be/93oPzQ0t99s?si=ZhNDS12dNGyvInB6
 
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Hi,
Passt für deine Saitenstärke der Saitenabstand im ersten Bund
Das hatte ich auch erst im Sinn und daher untersucht. Die WR7 kommt jedoch nicht nur mit einem hochwertigen Graph Tech TUSQ Sattel ab Werk, auch war dieser gut ein- und bearbeitet. Die Saitenstärke habe ich auch nicht verändert, die „Probleme“ traten dazu auch schon bei den Werkssaiten auf (ein üblicher 10-62 Satz)… die Region Bund 1-10 war aber generell nicht problematisch, abenteuerlich wurde es ja erst in den höheren Lagen, was sich mit dem Fretrocker dann auch bestätigte. Die „tiefen“ Bünde waren alle top.

Die WR7 ist auch schon, dank schneller Moneyback-Abwicklung, am Tage des Beitrages zurückgegangen.
 
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Ich bin ja ein großer Fan der alten Charvel Danhage und hatte gehofft, dass das neue (rote) Modell zeitnah und ebenfalls als Mexico-Modell auf den Markt kommt. Scheint mir jetzt nach der NAMM eher unwahrscheinlich, ist wohl eher Charvel Custom Shop/Charvel USA.

Ich finde den Look mit dem Body in Candy Apple Red und der Kopfplatte in "Wagenfarbe" trotzdem phantastisch und ohne das ich gesucht habe, spült mir Youtube bzw. Session letzte Woche dieses Video in die Timeline:


View: https://youtu.be/VJ4Iwm5nLjE?t=7

Eigentlich geht es da ja um den Amp, aber mich hat da vielmehr die Gitarre interessiert. Ich dachte dann, wenn es der Oli spielt, dann ist das bestimmt auch eher oben aus dem Regal wo das feine Zeug steht. Da war ich dann positiv überrascht, dass das eine normale Mexico Charvel in der üblichen Preisrange ist (knapp unter 1.200 EUR). Die Gitarre stammt wohl aus dem 25er Lineup, keine Ahnung warum ich die vorher nicht entdeckt habe.

Und eigentlich wollte ich mich beim Gitarrenkauf zurückhalten, aber da konnte ich nicht widerstehen. Deswegen habe ich heute einen kleinen Urlaubstag für eine kurze Exkursion nach Frankfurt in der Angelegenheit genutzt. 10 Uhr war ich da, 11 Uhr war ich wieder raus. :)

Immerhin kommen in der Gitarre ein paar Sachen zusammen, die sie für mich interessant gemacht haben:
  • Positive Erfahrungen mit Mexico Charvels in der letzten Zeit
  • Hammer Farbkombination (das Auge isst mit)
  • Anlehnung an die klassische Optik einer Strat mit modernerem Bodyshape
  • Floyd Rose
  • TB6b / SH6n wollte ich schon immer mal probieren
 
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