Der Lichtbogen

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(Strophe 1 – Der Vorlauf)
6 Uhr morgens. Das Licht geht an, die Schicht beginnt.
Der Helm sitzt schwer auf dem Kopf, den Schweißbrenner fest in der Hand.
Ein letzten, eiskalten Blick – check noch einmal alles ab, bevor es dunkel wird.
Ein kleiner Nick. Das Visier rutscht über das Gesicht.
Die Zuluft wirbelt kühl unter dem Helm.
Jetzt geht es los.
(Chorus – Die Zündung)
Das Argon strömt mit zwölf Litern durch den engen Schlauch.
Einhundertfünfzig Ampere. Der Funke zündet auf dem blanken Aluminium.
Ein gleißend helles Licht erhellt schlagartig den Raum.
Das tiefe Summen klingt vertraut.
Die Funken fliegen, der graue Rauch zieht hoch,
und das verbrannte Stirnband riecht nach Schweiß.
(Strophe 2 – Das Schmelzbad)
Millimeter für Millimeter zieht die Hand das flüssige Silber entlang.
Die Augen fixiert auf die Schweißnaht, kein Raum für den kleinsten Fehler.
Die Halle dröhnt, die Maschinen hämmern den Takt des Alltags,
während ich die Hitze bändige und das Metall zum Atmen zwinge.
Das Aluminium glänzt unter dem Lichtbogen, heiß und unerbittlich,
bis das Werkstück die perfekte Symmetrie erreicht.
(Chorus – Die Zündung)
Das Argon strömt mit zwölf Litern durch den engen Schlauch.
Einhundertfünfzig Ampere. Der Funke zündet auf dem blanken Aluminium.
Ein gleißend helles Licht erhellt schlagartig den Raum.
Das tiefe Summen klingt vertraut.
Die Funken fliegen, der graue Rauch zieht hoch,
und das verbrannte Stirnband riecht nach Schweiß.
(Outro – Der Shutdown)
Der Schalter klackt. Der Strom bricht ab.
Das grelle Licht erlischt, die Dunkelheit kehrt zurück.
Ich schiebe das Visier hoch, atme die schwere Hallenluft tief ein.
Die Schweißnaht steht felsenfest, kalt und perfekt im Beton.
Die Schicht ist vorbei. Das Werkstor schließt sich.
Feierabend.
 
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..gibt es eine Vertonung?
 
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  • #3
Nein gibt es noch nicht ich hatte mir etwas in d oder e moll fortgestellt 95 bpm aber kann sich jeder Tran versuchen
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Bisher gibt es nur das rohe Textblatt und die feste Vision im Kopf: Ein schwerer, stampfender Cinematic Rock / Industrial Metal im Mid-Tempo (ca. 95 BPM), Tonart D-Moll. Ausgelegt für eine kraftvolle, raue Männer-Baritonstimme. Wenn du eine Idee für ein Riff oder ein Soundbett hast – lass uns das Metall gerne zusammenheften.“ [in was für singende würdest du denlichtbogen ein ordnen und welche Geschwindigkeit
 
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aber kann sich jeder Tran versuchen
..das ist eine witzige Formulierung:-) Vielleicht hätte man der Rechtschreib-Korrektur nicht so viel Macht überlassen sollen;-)
Ein schwerer, stampfender Cinematic Rock / Industrial Metal im Mid-Tempo (ca. 95 BPM), Tonart D-Moll. Ausgelegt für eine kraftvolle, raue Männer-Baritonstimme. Wenn du eine Idee für ein Riff oder ein Soundbett hast – lass uns das Metall gerne zusammenheften.
..so denk ich nicht..
[in was für singende würdest du denlichtbogen ein ordnen und welche Geschwindigkeit
..Sinn der Vertonung ist ja den Rhythmus von Text und Musik zu synchronisieren..

..ich denke, ein guter Ansetzpunkt wäre der Refrain..
Das Argon strömt mit zwölf Litern durch den engen Schlauch.
Einhundertfünfzig Ampere. Der Funke zündet auf dem blanken Aluminium.
Ein gleißend helles Licht erhellt schlagartig den Raum.
Das tiefe Summen klingt vertraut.
Die Funken fliegen, der graue Rauch zieht hoch,
und das verbrannte Stirnband riecht nach Schweiß.
..das verbreitet vom Wortklang her schon eine eigene Stimmung..die Zeilen enden eigentlich alle, bis auf die letzte mit dunklen Vokalen, oft "au"..in der Mitte der Zeilen ist häufig eine "i"-Insel "Liter", "Licht", "klingt", "fliegen", "Stirnband"..wenn man die Zeilen untereinander liest stehen diese Worte fast untereinander..insgesamt wirkt das ein wenig mystisch..

..inhaltlich ist das schon plastisch und die Reihenfolge der Zeilen erscheint auch schlüssig..

..hier würde ich ansetzen und einen Sprach-/Melodie-Rhythmus, später nach Melodien suchen..

..noch ne kleine Idee..in der letzten Refrain-Zeile könntest du die Eigenschaft vom Stirnband in den Schweiß umziehen lassen..also..
"und das verbrannte Stirnband riecht nach verbranntem Schweiß"..
 
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Ich finde das ziemlich gut beschrieben und mit der Stimmung des Schweißers poetisch verwoben. Gefällt mir sehr. :great:
Ich reibe mich einzig daran, dass nach einer Schweißnaht (so liest sich der Text für mich) der Arbeitstag beendet sein soll.
 
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Ich persönlich kann dem Text keinen inneren Spannungsbogen abgewinnen.

Allerdings: mit industrial-Musik umgesetzt kann das sehr reizvoll werden - als Umsetzung eines Aspekts des Menschen in einer Produktion, die ihn einerseits zum (lebendigen) Glied einer Kette von Arbeitsprozessen macht, andererseits aber auch genau die Seite des Lebendigen beleuchtet: Schweiß, acht Stunden Anstrengung, Energie, Konzentration und Verausgabung - inklusive des Mühlrads einer fortwährend Wiederholung als Arbeits- und Lebensalltag.

Einer musikalisch-gesanglichen (oder gesprochenen) Umsetzung sehe ich daher mit Spannung entgegen.

x-Riff
 
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Ich persönlich kann dem Text keinen inneren Spannungsbogen abgewinnen.
Ich habe seit ich 16 war über Jahre immer wieder in einer Schlosserei gearbeitet und da auch geschweißt - insofern habe ich da eine lebendige Verbindung.

Ich habe mir bei der Umsetzung auch eher eine gesprochene Variante vorgestellt.
Ein schwerer, stampfender Cinematic Rock / Industrial Metal im Mid-Tempo (ca. 95 BPM)
Sowas läßt sich ja auch jenseits von Industrial oder Metal realisieren... Tom Waits hat`s vorgemacht.
 
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Ein Lied über MIG-Schweißen - dass ich das noch erleben darf! :D Der Klugscheißer in mir will anmerken: 150A ist ganz schön wenig für so viel industrielles Drama. Ich erwarte hier dicke Bleche mit MEHR STROOOOM!

Spaß beiseite, als Textgrundlage für ein Industrial Metal Genre ist das sehr cool. Ich rieche förmlich wieder meinen Ausbildungsbetrieb und hoffe auf eine angemessen krasse Vertonung.

Beste Grüße
Markus
 
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hi @widesky,

..magst du vielleicht noch ein paar Hintergrund-Informationen zu der Songstory und deinem Songwriting-Prozess geben? Bist du interessiert an möglichen Alternativen im Satzbau und auch einzelnen Begriffen?

..ich hab ein wenig probiert den Text zu vertonen, komm auch an einigen Stellen voran, aber scheitere daran, die Strophen rhythmisch synchron zu bekommen..

Gruß, Micha
 
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  • Ersteller
  • #10
Ich arbeite als Schweißer und baue supersportwagen
 
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  • #11
..Danke, dass du ein Experte bist merkt man in jeder Zeile:-)

..ich hab ein wenig probiert den Text zu vertonen, komm auch an einigen Stellen voran, aber scheitere daran, die Strophen rhythmisch synchron zu bekommen..
..wenn man z.B. auf die jeweils erste Zeilen der Strophen schaut..
6 Uhr morgens. Das Licht geht an, die Schicht beginnt.
[...]
Millimeter für Millimeter zieht die Hand das flüssige Silber entlang.
[...]
Der Schalter klackt. Der Strom bricht ab.
..stößt man auf unterschiedliche Zeilenlängen, Betonungen..da ist es nicht trivial ein gemeinsames Rhythmus-Muster darüber zu legen und wenn man das zurechtbiegt sind wohl die Hörer irritiert..

..daher die Frage nach deiner Herangehensweise..
 
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  • #13
Ah, das erklärt die etwas feineren Bleche. :cool: Sehr cool.
 
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  • #14
Damit die Band oder der Sänger beim Übergang von Strophe 1 zu Strophe 2 nicht stolpert, sollte man die erste Zeile von Strophe 2 musikalisch dehnen.
Während Zeile 1 in Strophe 1 im Marschtakt gesprochen/gesungen werden kann, muss Zeile 1 in Strophe 2 über die doppelte Länge gestreckt werden, um das „Ziehen“ des flüssigen Silbers auch im Gesang hörbar zu machen.
 
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  • #15
Ich habe beim Schreiben an eine raue, kraftvolle Stimmung gedacht (z. B. hämmernde Beats, schwere Gitarren oder rhythmischen Sprechgesang) – aber ihr habt völlig freie Hand, eure eigene musikalische Vision darin umzusetzen. Ich bin extrem gespannt, was ihr daraus macht!“
Beitrag automatisch zusammengefügt:

..Danke, dass du ein Experte bist merkt man in jeder Zeile:-)


..wenn man z.B. auf die jeweils erste Zeilen der Strophen schaut..

..stößt man auf unterschiedliche Zeilenlängen, Betonungen..da ist es nicht trivial ein gemeinsames Rhythmus-Muster darüber zu legen und wenn man das zurechtbiegt sind wohl die Hörer irritiert..

..daher die Frage nach deiner Herangehensweise..

Ich habe beim Schreiben an eine raue, kraftvolle Stimmung gedacht (z. B. hämmernde Beats, schwere Gitarren oder rhythmischen Sprechgesang) – aber ihr habt völlig freie Hand, eure eigene musikalische Vision darin umzusetzen. Ich bin extrem gespannt, was ihr daraus macht!“
 
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  • #16
Ein Lied über MIG-Schweißen - dass ich das noch erleben darf! :D
War auch mein erster Gedanke. Ein definitiv unterrepräsentiertes Thema =)

Aber ich teile auch die Kritik, die bislang erwähnt wurde:
- Wirkt als wäre nach einer Schweißnaht Feierabend. Das kommt zwar auf die Naht an, aber in der Supersportwagenschmiede wird das wohl nicht der Fall sein.
- "Rhythmik" könnte besser sein. Der Text liest sich etwas holprig.

Hinzu kommt noch, dass der Text ein fachspezifisches Thema behandelt, aber bis auf paar Ausnahmen, auf die damit verbundenen Fachbegriffe verzichtet, weswegen er sprachlich eher einfach rüberkommt und nicht unbedingt den Eindruck erweckt, dass ein Fachmann am werkeln ist, aber gut, Schweißer sind nicht unbedingt dafür bekannt mit Fachbegriffen um sich zu werfen.

Zudem störe ich mich an der Aussage, dass der Funke zündet. Das funktioniert zwar metaphorisch, aber sonst klingt es eher nach Autogenschweißen.
 
  • #17
Also ich "alter EBM-ler" bin da natürlich sofort bei einem electro industrial Projekt. Der Text wäre mehr shouting als Gesang und das Ganze mit passenden Samples / Soundeffekten garniert. Das Thema wäre jedenfalls perfekt für dieses Genre geeignet.

Zu dem Text hätte ich aber noch ein paar Fragen / Anmerkungen:

"Der Helm sitzt schwer auf dem Kopf, den Schweißbrenner fest in der Hand."
Das passt mMn nicht zusammen, besser wäre "... der Schweißbrenner (oder nur Brenner?) liegt fest in der Hand"

"Ein letzten, eiskalten Blick – check noch einmal alles ab, bevor es dunkel wird."

"Jetzt geht es los."
Würde ich weglassen.

"Das Argon strömt mit zwölf Litern durch den engen Schlauch."
Das verstehe ich nicht? 12 Liter pro Minute?

"während ich die Hitze bändige und das Metall zum Atmen zwinge."
Hoppla, hier wird plötzlich die Perspektive / Ansprache gewechselt.
Bzw. ist in der ersten Strophe nicht ganz klar, ob aus der Ich-Perspektive erzählt wird.
Generell würde ich das auf "Du" umschreiben.

"Das Aluminium glänzt unter dem Lichtbogen, heiß und unerbittlich,
bis das Werkstück die perfekte Symmetrie erreicht."
Eigentlich wäre das der Refrain und es ist ja auch der Titel des Songs.
Von daher würde ich diesen Satz irgendwie mehr / anders betonen und herausstellen,
insbesondere das Wort "Lichtbogen"

"Die Schicht ist vorbei. Das Werkstor schließt sich.
Feierabend."
Finde ich als Ende etwas schwach / langweilig.
 
  • #18
Die grundsätzliche Idee finde ich klasse, überlege aber ob mir das nicht als Blues besser gefallen würde.
An ein paar Details im Text kann man dann sicher noch feilen....das mit der Symmetrie kommt etwas ungeschickt rüber.

Ich hoffe du nimmst mir die Klugscheißerei nicht übel.
Statt jetzt 10 Stellen zu zitieren, fasse ich einfach mal ein paar Dinge zusammen.

Fachlich:
Aluminium schweißen, 150A mögen bei einem Sportwagencahassis reichen. 12l/min Argon ist für MIG sehr wenig, für WIG zu viel.
Wenn Funken fliegen ist der Impulslichtbogen nicht kurzschlussfrei eingestellt.
Keine Schweißnaht ist nach dem Ausschalten kalt.
Und da hier einíge drauf hinweisen:
gelernter Schmelzschweißer, Maschinenbau- und Metallbautechniker, Schweißfachmann und Ausbilder mit 46 Jahren Berufserfahrung.
Ich war unter anderem in der Prototypenphase von Audi A2 und A6 ( waren die ersten Serien-PKW damals mit Alu-Chassis ) beteiligt.

Sachlich:
Warum werden eure Sportwagen in Beton gegossen?

So, wenn du jetzt noch nicht denks: "Was fürn Arsch!" wäre es mir eine große Freude, gerade wegen meines Hintergrundes, an dem Ding weiterzuarbeiten.
Wenn du nicht zu weit weg bist, gerne gemeinssam aufnehmen.

Gruß
Tom
 
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  • #19
  • #20
In gewissen Bereichen ist das die gängige Praxis. Bei beiden Verfahren.
Ich weiß, sehe das immer wieder. Macht es nicht unbedingt richtiger, auch wenn es noch funktioniert.
Aber lasst uns das Thema nicht weiter vertiefen. Das ist ja kein Schweißerlehrgang hier.

Zurück zum Threadthema:
Der Text gefällt mir und ich bin gespannt wie es damit weitergeht
 
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