der neue Soldano SLO30 vs Hot Rod 50+ vs Cornford MK50HII vs Victory V100

von Seppo666, 14.09.20.

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  1. Seppo666

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    Erstellt: 14.09.20   #1
    Hi Leute,

    bin ja erstaunt, dass es hier keinen Hot Thread zu den neuen Soldanos gibt. Der Rest des Internets brennt ja förmlich nach den Dingern.

    Auch ich bin der durchaus gelungenen Marketing-Breitseite des neuen Vertriebs für Soldano Amps ins Netz gegangen.

    Wer es noch nicht mitbekommen hat: Mike Soldano hat sein Business an Boutique Amps Distribution veräußert und ist dort noch als Berater und Werbegesicht tätig. B.A.D. ist außerdem noch für Morgan Amps, Friedman, Wampler Pedals uvm verantwortlich. Die haben aber nicht nur die Markenrechte gekauft, sondern haben eine sehr potente Infrastruktur aufgebaut, um all diese Geräte auch auf sehr effizienten Fertigungsstraßen selbst zu bauen. Und das ganze Made in USA. Das ist doch erstmal sehr vorbildlich.

    Aber nun zum Soldano.

    Der SLO 100 ist seit über 30 Jahren eine absolute Ikone. Bis heute gehören die alten 2-Kanaler zu dem Teuersten, was der Gebrauchtmarkt so hergibt. In der Preisklasse gibt es eigentlich sonst nur noch Larry Amps und ein paar sehr erlesene Spezialitäten. Der SLO100 ist schon immer auf Platine gebaut und das war jenseits der 3000 Euro Marke eigentlich schon ein NoGo. Das darf nur Soldano.
    In den letzten Jahren ist es aber ziemlich ruhig geworden. Neu gab es seit einiger Zeit nur noch alte Lagerbestände, aber einen Hot Rod 100+ kauft einfach niemand für 4000 Euro neu, wenn ein gebrauchter SLO100 um 3500 Euro zu bekommen ist. Sondermodell hin oder her. Der Ruf des SLO macht alles platt.

    Innerhalb der Soldano Palette führt der SLO100 das Ranking mit großem Abstand an. Wenn man manche Forenbeiträge liest, müsste man glauben, dass ein Hot Rod oder Decatone kaum besser als ein Harley Benton Amp wäre. Wer sich auskennt, weiß, dass diese Leute sich den enormen Kaufpreis des SLO nur schönreden wollten. Aber zum Vergleich kommen wir gleich.

    Mike Soldano sagt selbst, dass er keine Lust mehr auf die ganz große Verantwortung eines Firmenchefs hat. Buchhaltung, Personalgespräche, Steuerprüfung, Materialeinkauf...all das hat nichts direkt mit gutem Sound zu tun. Indirekt natürlich schon. Also war es nach einigen Jahren des "Runterfahrens" soweit, dass B.A.D. offenbar günstig genug einsteigen konnte. Von irgendwas muss Mike ja schließlich noch leben und wenn die Firma zu lange auf Notbetrieb gefahren wird, bekommt er am Ende gar nichts mehr dafür. Und Hand auf's Herz: Ohne den SLO100 hätte er auch schon vor 10 Jahren nichts mehr für die Marke bekommen. Aber so ist das eben mit den One-Hit-Wondern. Die laufen halt immer und fast von alleine. Der SLO100 ist Mikes Altersversorgung und nichts gönne ich ihm mehr.

    BAD konnte aber nicht einfach nur den gleichen SLO unter neuem Vertrieb rausbringen. Ein "MK2" sollte es aber auch nicht werden. Also hat man einen echten Kunstgriff gemacht: die Mods, die Mike sowieso bei jedem zweiten SLO nachrüsten musste, sind nun Standard. Depth-Regler und FX-Loop-Fix waren eh Pflicht. Auch das ist eine Besonderheit bei Soldanos. Wo andere Amps unter Modifikationen eher Werteinbußen erleiden, heben diese Mods den Wert eines SLO100. Dann wurde noch ein manueller Channel-Switch hinzugefügt, der sowieso Pflicht ist und es wurden DC Heater eingebaut, die den Rauschpegel reduzieren sollen. Alles in allem ist es der identische Amp geblieben, aber mit kleinen marginalen Verbesserungen. Und dank der effizienten Vermarktungs- und Fertigungsmaschine MAD sogar noch etwas günstiger, als ein ebenso ausgestatteter SLO100 aus Mikes Manufaktur.

    Das Konzept ging voll auf. Trotz Corona und Video-Musikmessen schlug das Ding ein wie eine Bombe. Klar, die Endorser waren hochkarätig. Es wurde voll auf YouTube-Vermarktung gesetzt und das funktioniert. Die wegen Corona verminderten Produktionszahlen führen dazu, dass Lagerbestände trotz des hohen Kaufpreises rasch ausverkauft sind. Die erste Badge ist bei Thomann, Session, MP und Co schon einmal komplett abgeräumt worden. Und auch das ist ein Phänomen: Eigentlich halten die Leute, insbesondere aus der Unterhaltungsbranche, ihre Kröten zusammen. Das neue Auto wird verschoben, die alte Glotze muss noch länger durchhalten und man wundert sich, dass die Dinger ja doch länger halten als 1 Jahr. Aber 2700 bzw. 4200 Euro für einen Luxus-Amp haben die Leute offenbar fest eingeplant. Das ist absolut irre.

    Wer sich jetzt fragt, ob das alles verrückte Leute sind oder ob das noch ansatzweise vernünftig ist, den kann ich beruhigen: Die neuen Soldanos sind eine absolute Wucht!

    Meine Erfahrungen mit Soldano können auf einen Astroverb, einen Decatone und einen HotRod50+ zurückblicken, wobei der HR50+ als einziger Amp von denen noch da ist. Der Deca war absolut großartig und deutlich flexibler als der HR50+, aber für einen 2x12 Combo muss auch den Platz haben. Da hat das HR50+-Head etwas bessere Überlebenschancen bei mir.
    Der Astroverb Combo war ein kurzes Vergnügen. Das Ding hat mich konstruktionsbedingt absolut nicht gepackt. Als Head an einer großen Box wäre da vermutlich mehr draus geworden, aber so war's quick in- quick out.

    Der HR50+ ist bei mir aber auch nicht heiß gelaufen, denn einerseits hab ich für mein Hobby inzwischen sehr wenig Zeit und andererseits besitze ich weitere Amps, die im gleichen Gewässer fischen, wie der Soldano. Meinem langjährigen und treuen Begleiter Cornford MK50H-II wird ja schon lange eine enorme Ähnlichkeit zum Soldano-Vibe nachgesagt. Der hat vor einiger Zeit seinen jüngeren Cousin, den Victory V100, an die Seite gestellt bekommen. Der V100 ist aber nicht mehr im Serienzustand. Meiner war der letzte V100, der das Victory Werk verlassen hat. Ich habe ihn persönlich über den Victory Shop in England bestellt. Als er hier ankam, war ich echt enttäuscht, aber die Leute von Victory, allen voran martin Kidd persönlich, waren sehr freundlich und haben mir den V100 nach meinem Geschmack customized. Auf dem eigens dafür ausgestellten Zertfikat hat mir Martin bestätigt, dass er den V100 deutlich in Richtung MK50HII modifiziert hat und nun hab ich einen V100, der ein MK50H mit Reverb und 100W ist. Ein paar kleinere Unterschiede gibt es schon noch, aber im Wesen ist es ein Cornford MK50H II. Und somit stehen gleich zwei harte Konkurrenten neben dem Soldano HR50+. An der gleichen Dose hängt auch noch ein Ampete One, der auch einen Link zum neuen SLO100 hat, denn Peter Arends, der Mann hinter Ampete, ist seit einiger Zeit bei BAD angestellt und zeichnet sich im Wesentlichen verantwortlich für die neuen Features am SLO100. Und so schließt sich der Kreis.

    An meinem Ampete 444 Amp Switcher und an der Tube Thomsen 4x12 Box ist es verdammt schwer, die Amps auseinander zu halten. Klar, haben die ihre kleinen Unterschiede, aber die Charaktere sind so ähnlich, dass man sich am Ende nur zwischen etwas mehr oder weniger Hochmitten oder Bässen entscheiden muss. Je nach Tagesform hat jeder dieser Amps seinen Platz in meinem Herzen bzw am Ende meines Gitarrenkabels verdient. (Und ich hatte immer gehofft, ich könnte doch mal auf den einen oder anderen Amp verzichten...weit gefehlt)

    Nun bin ich also nach zigfachem Videokonsum von Rabea Massaad, Fluff oder dem Typen von Wampler doch auf die Suche nach einem der neuen SLO gegangen. Die gebrauchten SLO100, die jüngst vermehrt auftauchen, scheinen ihrer Zeit etwas hinterher zu laufen, denn es gibt niemand 3500 oder gar 4500 Euro für einen alten SLO100 aus, wenn er für das gleiche Geld einen neuen, verbesserten bekommen kann. Diese Märchen mit den DeYoung-Trafos hat Mike Soldano ja persönlich für Spuk erklärt. Da schlägt der miese FX-Loop oder der fehlende Depth-Regler zumeist viel tiefer ins Kontor.

    Und wenn ich mir so eine Anschaffung in den Kopf gesetzt habe, dann geb ich keine Ruhe, bis ich die für mich richtige Entscheidung treffen konnte. Eine ganze Woche habe ich mir das Hirn zermartert, um rauszufinden, ob für mich der SLO30 oder der SLO100 der Richtige wäre. Bei Session hab ich einen SLO30 mit Custom Snake Skin entdeckt und wenn mich etwas anpikst, dann ein Soldano in SnakeSkin. Also der musste es dann sein. (die haben wohl noch einen davon auf Lager)
    Die 4170 Euro für den SLO100 lagen dann aber doch über meiner Schallmauer für vernunftorientiere Konsumentscheidungen, sofern das auf einen SLO100 überhaupt je zutreffen darf. Beim großen T gab es aber eine Retour als B-Ware für ein paar Euro unter der Schallmauer. Also hab ich den eben auch noch geordert.
    Der SLO30 ist heute angekommen und der SLO100 wird laut Sendungsverfolgung morgen eintreffen.

    Mein Feedback und meine Vergleichsmöglichkeiten beziehen sich also zunächst auf den SLO30.

    Und was soll ich nach all dem Gelaber sagen? Der SLO30 ist eine absolute Wucht. Neben all den oben aufgezählten Boliden hat er seinen eigenen Platz gefunden.

    Oft wird ja gesagt, dass die Hot Rods abgespeckte SLOs wären und das kann ich überhaupt nicht bestätigen. Der HR50+ ist im Grunde ein SLO30 mit fest verdrahtetem Bright Switch im Normal Channel und fest eingestelltem Crunch-Mode. Der Leadsound ist von der gleichen Güte, wie der SLO. Aber insgesamt klingt der HR50+ doch etwas vintagemäßiger als der SLO. Eher wie ein heißer Plexi. Etwas luftiger in den Bässen und vermutlich hört man ihn besser aus dem Mix raus, als den SLO. Dafür ist der SLO im ein vielfaches lauter. Bei etwa gleichen EQ-Settings muss ich den HR50+ bei beiden Outputs auf 5 drehen, wo der SLO30 knapp über 3 steht. Und die Reserven vom SLO30 sind enorm. Lebensgefährlich. Insofern ist der HR50+ für jene die bessere Wahl, die eher mal bei gemäßigteren Lautstärken spielen.
    Mir graut es schon vor dem SLO100...

    Wie oben schon beschrieben ist der SLO30 super dicht an dem Cornford, dem Victory und dem HR50+. Da sind nur Nuancen dazwischen, die vermutlich spätestens beim PA-Mann gleichgemacht werden. Das soll nicht heißen, dass der SLO30 sein Geld nicht wert ist. Ganz im Gegenteil. Das was die anderen Amps erst mit etwas Reglergeknödel und Feinjustierung (vor allem bei den Channel Gains und Master Volumes!) hinbekommen, spuckt der SLO sofort mit dem ersten Anschlag aus. Alles auf 12 Uhr und vorsichtig die Lautstärke hochfahren. Kleinste Anpassungen beim EQ nach Geschmack und Gitarre. Fertig. Der dichte Soundsaft, der auf dem SLO kommt, ist so bei keinem der anderen Amps zu bekommen. Ein zierliches Geknister mit einer geballten Faust hinterher. Direkte und schnelle Ansprache und trotzdem dick und fett ist eine Kombi, die meisterliche Abstimmung erfordert. Da geht man bei den anderen schon mal hier und da einen kleinen Kompromiss ein. Aber wirklich auf "Graswachsenhören"-Niveau! Der SLO geht sofort voll in die Magengrube. Aber das geht zu Lasten der Ohren. Der SLO will einen Ticken lauter gespielt werden als die anderen. Das wäre dann schon gehobene Zimmerlautstärke und sicher nicht jedermanns Sache. Selbst für einen 30 Watt Amp ist das schon verdammt laut.

    Soll ich jetzt den Kauf des SLO30 empfehlen? Das kommt drauf an.

    Wer die Knete aufbringen kann, dem gilt ein klares JAJAJAJAJA!!! Der Amp ist delikat und das feinste Besteck, was man sich aktuell für Geld kaufen kann.
    Wer sich verbiegen müsste, um die Kohle aufzubringen, der darf sich gern auch einen HotRod50+, einen Cornford MK50HII oder einen V100 kaufen. Letzteren gibt es in der Werkkonfiguration gebraucht schon recht günstig (um 1000-1200 Euro). Einen Cornford bekommt man nur noch sehr selten und die Preise schwanken inzwischen. Einen Ampete One bekommt man sogar noch neu für 2500 Euro. Gebraucht eher selten und dann auch ca. 1900 Euro. Gute Amps haben einen verhältnismäßig geringen Wertverlust. Das ist der Vorteil bei guten teuren Amps. Eher durchschnittlich gute, teure Amps, fallen teilweise deutlich unter die üblichen 50% (Mastertone Orange, THC Speedster etc), aber das ist ein anderes Thema.

    Ob die neuen SLO überhaupt signifikant unter den Neupreis fallen, wird sich zeigen. Ich glaube, dass die einen sehr guten Werterhalt haben werden. So wie die Ur-SLO auch schon.

    Und nun bin ich gespannt, wie sich der SLO100 im Vergleich schlägt. Ich halte euch auf dem Laufenden.
     
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  2. VS73

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    Erstellt: 14.09.20   #2
    Viel Info und unterhaltsam geschrieben!:great:
     
  3. Seppo666

    Seppo666 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.20   #3
    Herzlichen Dank! Freut mich, wenn es gefällt. Es macht mehr Spaß einen guten Amp zu beschreiben, als einen mittelmäßigen Amp schönzureden ;-)
    Beim SLO30 gilt ersteres.

    Ich vergaß oben zu erwähnen, dass ich ihn beim ersten Testlauf mit einer 0815 Gibson LP Std von 2001 und einer 96er Gibson The Paul II (Drop C Tuning) gespielt habe. Gerade die The Paul II ist eine der unscheinbarsten Abrissbirnen, die ich je gespielt habe. Absoluter Geheimtipp!!

    Gerade hab ich den SLO noch mit meiner 82er Fender 57 AVRI Strat gespielt. Das hat war in der Einstellung dann doch ein bisschen wenig Input und die Vintage PU neigten zu Feedback. Mit meiner 79er Fender USA Strat mit irgendwelchen Nachrüst-PU hat es dann aber richtig viel Spaß gemacht. Das süßliche Geschmatze ist einfach nur herrlich. Ich bin aus dem Normal Channel im Crunch-Mode gar nicht mehr rausgekommen. Der lässt sich wunderbar mit dem Volume-Poti bedienen und so der Zerrgrad nach Belieben anpassen.

    Also, Lektion 1: ein SLO will vernünftig gefüttert werden. Strats mit feedbackanfälligen Vintage-PUs sind nicht so sein Ding. Aber der Amp steht auch direkt auf Gitarrenhöhe auf der Box in meinem recht vollgestellten Raum. Sicher nicht der beste Platz für Referenzeindrücke.
     
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  4. Medronio

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    Erstellt: 15.09.20   #4
    Super Beitrag, danke.

    Dein Vergleich zum großen Bruder würde mich noch interessieren.
     
  5. BirdGuy

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    Erstellt: 15.09.20   #5
    Toller Beitrag !!! Danke dafür :great:
    Mich interessiert der Vergleich zum 100er ebenfalls.
     
  6. Seppo666

    Seppo666 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.09.20   #6
    Wow, danke für das tolle Feedback. Wenn ich schon nicht Gitarre spielen kann, so scheint mir zumindest das Labern ja zu liegen ;-)

    So, nun aber mal ernsthaft. Der SLO100 ist heute wohlbehalten angekommen und nach einer mittelschweren Umräumaktion hab ich nun alle 3 Soldanos über den Ampete 444 an derselben Tube Thomsen 4x12 mit Vintage 30 Speakern angeschlossen. Einzig die Kabel sind nicht überall exakt die gleichen, aber ich bilde mir ein, den Vergleich auch so einigermaßen objektiv hinzubekommen.

    Eins möchte ich gleich mal vorwegnehmen: Der Vergleich hat eine echte Überraschung hervorgebracht!

    Aber langsam und von vorn.

    Der erste Schlag in die Saiten galt natürlich dem Neuankömmling. Schon allein, um dessen Unversehrtheit festzustellen. So aus dem Kalten eines Arbeitstages bei 30 Grad haut einen die Wucht eines SLO100 einfach nur um. Man könnte den Test auch gleich abbrechen und alle anderen Amps in den Postausgang stellen. DAS ist ein Amp der alles hat. Runden, voluminösen Cleansound, frechen aber kernigen Crunchsound (dagegen ist mein originaler 68er Plexi ein von Flatulenz geplagter Dünnbrettbohrer) und DEN Soldano Signature Zerrsound. Ich hab wirklich viele gute und sehr gute HighGain-Amps besessen und besitze sie teilweise noch. Der SLO100 bringt eine Sounddichte und gleichzeitig flotte Ansprache mit, die, so wie im Eingangsbeitrag beschrieben, in Kombination unerreicht sind. Entweder furzen einem die Bassfundamente weg, aber der Amp klingt zu glatt oder zu schrill. Man muss sich auch bei den richtig guten Amps auf eine Richtung festlegen. Das ist beim SLO100 nicht nötig.

    Erstes Fazit des Tages: Amp ist heile angekommen und beeindruckt auf den ersten Meter, wie sein kleiner Bruder gestern.

    Nach ein paar weiteren Stunden Home Office und Familienbetrieb später hab ich dann wie gesagt das Setup für den A/B/C-Vergleich vorbereitet. Die anderen Amps, die ich oben erwähnt habe, sind teilweise nicht mehr an dem Ampete 444 und hängen daher inzwischen an einer anderen Box. Die alternative Earforce 4x12 ist zwar auch mit Vintage 30 bestückt, aber eine ganz andere Baustelle im Vergleich zur Tube Thomsen. Die TT Box ist flexibler. Die EF Box ganz klar auf HardRock und Metal getrimmt. Da kommen gleich 2 Fäuste für ein Halleluja aus dem Frontgitter, wenn man da mit einem Highgain Amp und ner Dropped C Klampfe reinballert. Da kannst du dich mit frisch gewaschenen Haaren ne halbe Stunde davor setzen und hast dann eine flotte Fönwelle mit 90 Grad-Kanten. Und nen Tinitus. Genug zur Box, um die es hier nicht geht.

    Wir reden also von einem HR50x (letzte Version mit Depth Regler; Röhren sind natürlich auch schon ein Weilchen gelaufen), einem brandneuen SLO30 und einem brandneuen SLO100.

    Erster Direktvergleich: SLO100 und SLO30 auf gleichen EQ-Settings.
    Was sofort auffällt: Der SLO30 ist bei gleichen Volumeneinstellungen lauter als der SLO100. Und was auf den zweiten Akkord auffällt: Der SLO30 hat eine Mittennase, die man nie ganz wegbekommt. Der SLO100 wirkt gegen den 30er nahezu unangestrengt und gelassen. Er schiebt den Ton wie eine Kellnerin mit 30 Jahre Berufserfahrung aus der Box und macht nebenbei noch nen Reifenwechsel. Ohne ins Schwitzen zu kommen. Der SLO30 ist dageben frecher, spritziger. Das Mitten-Plus sorgt für eine quirlige Präsenz, die alles andere als langweilig ist. Aus der Puste kommt der SLO30 aber auch nicht. Da ist noch seeeehr viel Luft nach oben. Ich spiele beide Amps etwa auf Preamp 4-5 und Master 2-3. Und das ist verdammt klar über Zimmerlautstärke. Da hältst du locker mit dem Drummer mit. Wenn der richtig loslegt, muss man eben auf 3,5 hochdrehen ;-) Alle darüber ist Körperverletzung.

    Beide Amps sind bei grundsätzlich gleicher Charakteristik in Bezug auf Zerrverhalten, Gainlevel und Features doch sehr deutlich voneinander zu unterscheiden. Wenn ich mich entscheiden müsste, wäre der SLO30 wahrscheinlich meine erste Wahl. Er ist kompatibler mit den Sounds, die ich mag (knisternde Semi-Crunch Sounds und bollernde Riffs mit einem Hauch Schweden-Death). Der SLO100 ist die klare Wahl für den Schwermetaller im mehrsaitigen Milieu. Klare, vergleichsweise aufgeräumte Soundstrukturen, Headroom ohne Ende und super stabile, aber keineswegs zu wuchtige Tiefmitten und Bässe. Der will auch weiter ausgefahren werden. Ich vermute ich hab bei Zimmerlautsärke noch nicht annähernd den wahren Charakter des SLO100 herauskitzeln können. Das fällt dem SLO30 bei diesen Lautstärken viel leichter. Der ist sofort voll da und will spielen bzw. gespielt werden.
    Noch ein Argument für den SLO30: das Format ist super kompakt. Die Abmessungen entsprechen etwa dem meines Two Rock Custom Reverb V1 wo bei der SLO30 nicht ganz so tief ist. Der SLO30 ist sehr dicht am LunchBox-Format.

    So, und nun die angekündigte Überraschung: Gestern hab ich ja schon den HR50+ gegen den SLO30 antreten lassen und einen deutlichen Unterschied vernommen. Und soll ich euch verraten was ich heute rausgefunden habe? Das ist der gleiche Unterschied wie zwischen dem SLO100 und dem SLO30. Der HR50+ ist so verdammt dicht am SLO100 dran, dass mir vollkommen schleierhaft ist, wie manche Experten auf die Idee kommen, der HR50+ wäre minderwertig und ein billiger Abklatsch. Nagut, mit ganz spitzen Ohren hört man einen Unterschied in der Dichte im Zerrverhalten im Bereich der Tiefmitten. Der HR50+ ist einen Tick vintagemäßiger abgestimmt und bollert nicht ganz so derbe rum. Aber die Zerrcharakteristik ist absolut identisch. Nicht ähnlich, sondern wirklich 100% identisch! Mit etwas Feintuning würde ich die beiden Amps noch dichter aneinander annähern können, aber ich finde es auch gut, wenn sie sich ihre kleinen Unterschiede bewahren. So hab ich ne gute Ausrede, warum sie alle drei behalten muss.

    Und natürlich gilt zum Anschluss anzumerken: Dieser A/B/C-Vergleich hat keinen Gewinner oder Verlierer gekürt. Alle drei Soldanos sind waschechte Soldanos und man geht mit keinem der Amps irgendwelche Kompromisse ein. Die Unterschiede, die ich hier unter Nicht-Bühnen-Bedingungen hören konnte, spielen auf der Bühne nachher vermutlich absolut keine Rolle mehr. Da macht die Wahl und Positionierung des Mikros vor der Box oder die Box selbst einen viel größeren Unterschied aus.

    Ursprünglich dachte ich, ich würde mich nach dem direkten Vergleich für die Rücksendung eines der beiden Neuwerbungen entscheiden. Haben ja doch reichlich Kohle gekostet und man muss ja nicht alles horten nur um es zu haben. Da ich aber ziemlich sicher nicht noch mal für einen Amp so tief in die Tasche greifen möchte, ich den Verkauf eines der beiden Amps sicher bereuen würde, behalte ich sie einfach (und ärgere mich dann wenn ich die Kohle für ne Autoreparatur besser gebrauchen könnte, dass ich nicht vom Rückgaberecht gebraucht gemacht habe)

    Ich hoffe ich konnte euch einen einigermaßen objektiven Vergleich der drei Amps liefern. Spaß machen sie alle 3. Ich kann nach wie vor sehr gut erklären, warum diese teueren Nobel-Heizstrahler auch in diesen eher schwierigen Zeit weggehen wie geschnitten Brot. Der SLO100 ist durchweg ausverkauft und auch vom SLO30 sind nur noch wenige Exemplare vorhanden. Wer noch grübelt: ein Snakeskin SLO30 ist bei Session noch zu haben. Mein SLO30 ist genau so einer und die Optik ist hammermäßig. Kann ich nur empfehlen.

    Achso: Bitte fragt nicht nach Soundsamples oder so. Die Aufnahmen zu machen schaffe ich zeitlich kaum und durch die Mikro-Komprimierung wird der Sound so arg verändert, dass ich kaum glaube, dass ihr den gleichen Unterschied hören werdet, den ich hier live mit meinen Ohren höre und in meiner Magengrube spüre. Spielt die Amps lieber persönlich an.
     
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  7. maxl03

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    Erstellt: 16.09.20   #7
    Wow, toller Bericht und schön zu lesen.
    Das mit dem Hot Rod 50 Plus wundert mich eigentlich gar nicht. Ich habe den vor langer Zeit schon nebeneinander mit dem SLO100 verglichen. Der Hot Rod ist für mich etwas straffer und somit besser geeignet.
    Habe einige Zeit später den HR25, also eigentlich auch ein kleiner SLO, mit dem HR50+ verglichen. Da hat für mich auch der HR50+ besser abgeschnitten.
    Zu den Preisen : Ja ich finde auch, dass alle jetzigen Soldano Verkäufer glauben, dass die teils extrem überzogenen Preise gerechtfertigt sind, nur weil die in Seattle gefertigt wurden.
    Ich wollte mir kürzlich den HR 100+ bei Station Music kaufen. Ich habe dann höflich angefragt, ob der aufgerufene Preis von 3.990,- € ein Tippfehler ist.
    Die Antwort war, nein Preis ist korrekt, weil aus alter Seattle Produktion. Ich habe dann nicht mehr darauf geantwortet. Das ist ein Vorführmodell, das seit Jahren dort angeboten wird.
    Vor 2 oder 3 Jahren war der, wenn ich mich nicht täusche, für 2.990,- zu haben. Über die Station Music Preispolitik wundere ich mich seit längerem, auch wenn sie ein tolles Sortiment haben.
    Egal, Deine beiden SLO’s würden mich auch sehr reizen, aber glaube auch, dass ich mit dem Hot Rod genauso glücklich wäre. Gut, ich bin mit meinem neuen Friedman BE100 Deluxe im Moment
    ohnehin extrem glücklich. Aber schau mer mal ...... :)

    Viel Spaß mit den Soldano‘s und halte uns auf dem Laufenden !

    LG
    Markus
     
  8. Seppo666

    Seppo666 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Hi Markus, danke für dein Feedback. Ja, den HR100+ bei Station hatte ich im Hinterkopf. Den Herstellungsort oder bestimmte Fertigungsphasen als Argument für höhere Preise heranzuziehen, kennen wir ja auch von Friedman. Auch da gab es mal eine pre-B.A.D.-Zeit. Auch bei Matchless gibt es mit der Sampson-Ära einen spekulativen Wertzugewinn. Und das obwohl Phil Jamison nachweislich seit 1993 jeden einzelnen Matchless Amp gefertigt oder zumindest qualitätsgeprüft hat. Und das die verwendeten Bauteile absolut identisch sind, kann ich selbst an meinen Matchless Amps nachvollziehen.

    Das Geunke bei Friedman mit "alte Platine = besser" ist alles Humbug. Das sehe ich als vergeblichen Versuch, den Wert eines gebrauchten Amps möglichst hoch zu reden, damit die Neuanschaffung bestmöglich gegenfinanziert ist. Schließlich kennen wir solche Beschreibungen ja in der Regel aus Verkaufsinseraten und die haben nunmal die Aufgabe, den Verkaufsgegenstand so gut wie möglich darzustellen. Der Verkäufer wird es wohl kaum zugeben, dass er sich vom Erlös dann das aktuellere Modell kaufen möchte. Es wird ja auch bei den alten Soldanos seine Gründe geben, warum ausgerechnet jetzt, wo die verbesserten Neuauflagen auf dem Markt sind, vermehrt alte SLOs angeboten werden. Hätte ich einen alten SLO würde ich vermutlich auch versuchen, den so gut wie möglich gegen einen Neuen zu tauschen.

    Ich gehe stark davon aus, dass man den Beschäftigten in Seattle auch Jobs bei B.A.D. angeboten hat. Es gäbe wohl keine bessere Möglichkeit langjährige Erfahrung weiter zu nutzen. Wo die Menschen wohnen, die einen Amp zusammenfrickeln, ist mir eigentlich ziemlich Wurscht. Und mir sind von keiner der Marken, die B.A.D. im Programm hat, signifikante Ausfälle wegen eklatanter Qualitätsmängel bekannt. Ich denke das spricht dann wohl auch für sich. Bei manchen Geräten, werden die Kunden vermutlich noch nicht einmal mitbekommen haben, dass der Vertriebspartner gewechselt hat.

    Station Music wird noch andere Ziele mit der Preispolitik verfolgen. Bei dem raschen Abverkauf von Soldano Amps ist es gut, ein konkurrenzloses Angebot gelistet zu haben (Sondermodelle einer ausgelaufenen Serie werden ja nirgendwo neu gelistet). Im besten Fall kauft irgendwer den überteuerten Vorführer, aber in jedem Fall landet der Interessent erstmal auf deren Webseite, weil es nur wenige andere Seiten gibt, die überhaupt verfügbare Soldanos anbieten. Und der Kunde, der erstmal auf der Seite ist, der schaut sich dort vermutlich auch weiter um. Kann also gut sein, dass Station gar nicht will, dass der HR100+ gekauft wird. Das Konzept geht ja auch seit Jahren auf ;-)
     
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    Erstellt: 16.09.20   #9
    Ich bin ja selbst sowas wie ein Soldano-Fan. Ich habe in meinem Bericht zum Hotrod 100+ auch den HR mit dem SLO und Deca verglichen.

    https://www.musiker-board.de/threads/amp-soldano-hot-rod-100-plus.317052/


    Ich hätte meinen 100er nie abgeben sollen, aber dadurch bin ich -über Umwege beim HR50+ gelandet und dieser Amp ist immer noch meine Nummer ein (sehr dicht gefolgt von meinem JMP 2204). Ich spiele seit einigen Jahren zwar nur noch digital, aber mein HR50 begleitet mich immer noch in Form des Kemperprofils.

    Ich habe die Diskussionen zu BAD über diverse soziale Medien gespannt verfolgt, aber bisher hat mich noch kein GAS nach dem SLO30 oder einem "Mk2-SLO" gepackt.
    Trotzdem, lese ich auch hier gerne mit und besten Dank für den Bericht. Allerdings wäre auch eine Aktualisierung nach der Honeymoon-Phase schön :-)


    Zu Station möchte ich mich nicht weiter äußern. Ich war einmal da und werde die 3 Std. Anfahrt nicht mehr auf mich nehmen.
     
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  10. Markusaldrich

    Markusaldrich Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.09.20   #10
    Als ehemaliger HR50+, Decatone und SL60 Besitzer habe ich deinen Bericht gerne gelesen und wenn ich mal einen SLO30 und die Finger bekommen sollte, werde ich den bestimmt anspielen. Am meisten trauere ich dem HR50+ nach, das war ein toller Amp.
    By the way, deine Ampsammlung gefällt mir :great:
     
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  11. Zak McKracken

    Zak McKracken Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.09.20   #11
    Jetzt weiß ich also, wer bei Session Music bzw. Station Musik den SLO30 weggeschnappt hat !
    ;)
    Ich hatte mal ganz kurz nen HR 25, der klang mir damals irgendwie.... zu modern... zu analytisch... in Ermangelung besserer Worte.

    Brian Wampler ( der Pedal Hersteller aus USA) singt ja wahre Lobpreishymnen auf den neuen 30ern... das hat mich neugierig gemacht, auch wenn ich jetzt schon weiß, dass ich wahrscheinlich nicht mal halb so viel Gain brauche als wie der Amp unter der Haube hat...
    Anyway....
    Danke für dein ausführliches, engagiertes Review ! :great:
     
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  12. Seppo666

    Seppo666 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.09.20   #12
    Hi, danke. Bei Brian Wampler muss man natürlich ein bisschen vorsichtig sein, denn Wampler gehört auch zu BAD. Aber er ist ein gutes Beispiel dafür, dass man einen SLO auch für Low Gain Sachen sehr gut gebrauchen kann.
    Wenn du etwas weniger Gain magst, dann nimm lieber den SLO100. Das klingt erstmal unlogisch, aber durch das etwas aufgeräumtere Mittenspektrum fühlt sich das nicht nach soviel Gain an. Der SLO30 ist schon sehr viel Sound auf einmal.
    Nur, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Das Gainlevel und Zerrverhalten der beiden Amps sind absolut identisch. Die etwas prägnateren Mitten beim SLO30 sorgen aber für einen "gainigeren" und voluminöseren Soundeindruck. Ist schwer zu beschreiben. Das muss man einfach selbst erleben und vergleichen.
     
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  13. frama78

    frama78 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.09.20   #13
    bei mir ist es so: je älter ich werde, desto weniger Gain fahre ich. Ich bevorzuge inzwischen eher den Normal-Kanal meines HR50, was ja in etwa dem Crunchmode des SLO entspricht (alte Schule, wie es Gary auch gemacht hat:D)

    Ich finde auch, dass diese Zerre dynamischer ist als die des Overdrive-Kanals.
     
  14. Watt83

    Watt83 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.09.20   #14
    Sehr Schöner Bericht. Der slo100 ist mein Traumamp leider in preisregionen die ich mir auch gebraucht in absehbarer Zeit nicht leisten kann genau wie den kleinen Bruder slo30.
     
  15. Zak McKracken

    Zak McKracken Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.09.20   #15
    Danke, Seppo !

    Gut dass du das mit Wampler sagst, diese " Vernetzung" war mir nicht bekannt... das rückt seine Lobeshymnen für mich nun doch etwas zurecht!

    Hat der 100er auch straffere Bässe als der "Kleine"?

    Ich hab nen sehr eigenartigen Geschmack:
    wo viele Leute die Bässe aufdrehen, wenn sie alleine ( ohne Band) spielen, geh ich den umgekehrten Weg und dreh den Bassregler bei Bedarf auch mal komplett runter... je mehr Gain, desto weniger Bass lautet meine Faustformel...
    gibt aber Amps, die blähen und matschen von Natur aus, da kann man die Regler drehen, wie man will...
    geht mit jedenfalls so...
     
  16. Seppo666

    Seppo666 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.09.20   #16
    Man muss auch erwähnen,dass der Normal Channel im Crunch Mode hervorragend mit Cleanboostern oder Klon-like Pedalen funktioniert


    Ich würde den Bassgrad gar nicht so unterschiedlich bewerten. Für mich macht das unterschiedliche Mittenspektrum den Unterschied. Sound ist am Ende ja die Summe aller Frequenzen.
    Dass man den Bass bei höheren Lautstärken reduziert, ist normal, denke ich. Durch die härtere Arbeit der Röhren und Bauteile (v.a Elkos) ergibt sich ein anderes Bassfundament. Auch der Speaker arbeitet bei hohen Lautstärken anders als bei leiseren.

    Je lauter man ist, desto weniger muss man durch zugemischte Bässe den Sound auffüllen, denn die Lautstärke und das Gainlevel selbst sorgen ja schon für ein volleres Klangbild.

    Wenn ich einen Amp justiere, spielt sich das meiste im Mittenbereich ab.
     
  17. Rock n Rolf

    Rock n Rolf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.09.20   #17
    Hi!
    Beim SLO 30 fehlt mir ein Cleankanal mit kompletter Klangregelung und er hat vor allem im 2. Kanal einfach zuviel Gain!
    Der Clean sollte auch bei voll aufgedrehtem Volumenpoti an der Gitarre clean bleiben und genügend Headroom haben!
    Dann wäre es ein guter Amp! Auch beim Effektloop fehlt mir dass der nicht auch zumischbar ist.
    In der Praxis bevorzuge ich 3 Kanäle (clean,crunch,solo) damit ich nur die Sounds mit einem Tritt auf den Fußschalter zur Verfügung habe.
    Das Volumenpoti nutze ich ich natürlich auch bin aber nicht darauf angewiesen.
    Ich finde Amps in den Preisregionen sollten das bieten.
    Es geht nicht allein um Sound sondern auch um Ausstattung und Alllroundeigenschaften!
    Rockige Grüße
     
  18. Zak McKracken

    Zak McKracken Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.09.20   #18
    Danke für deine Einschätzung.

    Im Internet schreiben ja manche, der SLO sei wie kein anderer Amp "tight" und definiert in den Bässen...

    Nur versteht natürlich jeder was anderes unter "tight" bzw. "definiert"...

    Wenn ich nen alten Super Lead maximal aufdrehe, dann matscht der naturgemäß schon etwas, auch wenn ich den Bass und Mitten-Regler runter drehe... (weil dann auch das Bright Cap im Amp wirkungslos ist)
    da würde mich einfach interessieren, ob der SLO bei vergleichsweise gleichem Gain weniger "bläht" untenrum...

    Vermutlich gelangt der SLO bereits unter 12 Uhr seines Gainreglers auf das Maximalniveau eines alten Marshall Super Leads...

    Beim Super Lead hole ich mir die Definition dadurch zurück, indem ich den Volume- Regler an der Gitarre zurück drehe... (hab dafür auch ein Bright Cap in der Gitarre)
    Modernere Amps (z.B. der Diezel, den ich mal kurz hatte) reagieren häufig nicht so toll auf diesen "Move" und werden dann recht glanzlos & spröde bzw. bleiben eigenartig "pappig" im Sound, wenn du verstehst...:rolleyes:

    PS:
    Bezogen auf den direkten Vorpost von Rock n Rolf:
    Mir würden wahrscheinlich schon der Clean- Kanal mit seinem Crunch- Modus reichen...
    den Gain- Kanal bräuchte ich vermutlich gar nicht mehr....
    (in den Videos klingt der Gain- Kanal auch viel mittiger und fokussierter ( "enger") als der "crunchende" Clean- Kanal... da fehlen mir persönlich diese glitzernden Höhen im direkten Vergleich zwischen den beiden Kanälen... aber gut, in der Band hat das bestimmt seine Berechtigung, wenn man fürs Solo einen eigenen "Frequenz- Korridor" hat !)
     
  19. Seppo666

    Seppo666 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.09.20   #19
    Hallo ihr beiden,
    da sind wir natürlich mitten in der Abwägung von persönlichen Vorlieben.

    Auch mir ist Ergonomie sehr wichtig. Ist eine wichtige Funktionalität nicht fernschaltbar,dann wäre das für mich ggf. ein NoGo. Ich war auch skeptisch, ob mich die geteilte Charakteristik des Normal-Channels stören würde. Ich spiele sehr gern auch mal einen kristallklaren Cleansound und mag die weitere Abstufung nach oben (slight crunch -> higain). Deswegen ist der Cornford MK50H II ja so perfekt also Universalwerkzeug geeignet.

    Beim SLO ist es allerdings so, dass der Normalchannel im Crunch-Mode nahezu alle möglichen Sounds abdeckt. Den Leadsound, der im Übrigen ausreichend TopEnd hat und wunderbar in die Obertöne kippt, wenn man es denn will, ist insgesamt dichter und "wall of sound"-mäßig. Ich würde sogar fast sagen, dass man den Leadkanal für Rhythmussachen und den Crunchkanal für Sologeschichten am besten einsetzen kann.

    Auch im Leadsound matcht nichts. Bei mir sind alle EQs auf 12 Uhr (+/- 0,5-1). Der Grundsound vom SLO ist einfach schon perfekt. Die Lösung ist viel mehr, den Gain runterzudrehen. Den braucht man nämlich nicht. Bei 12 Uhr ist bei mir in beiden Kanälen Schluss. Darüber fährt er nur mehr in die Sättigung und das könnte dann auch als "Matsch" missverstanden werden. Gain runter, Channel Master rauf. EQ auf 12 Uhr, leicht nachjustieren und dann erst Presence und Depth feinjustieren.
     
  20. Schnabelrock

    Schnabelrock Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.09.20   #20

    Das ist auch mein Gedanke, vor allem, weil er eben richtig teuer ist und da denke ich schon darüber nach, ob ich da 1.000 Euro für Gain bezahlt, das ich eben null brauche.
    Alternative ist für mich der Revv Dynamis 40.
     
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