Folgendes konnte ich zu diesem Thema bei Gitarrenschülern feststellen:
1. Diejenigen die immer die gleiche Gitarrenhälse/Gitarren spielen, haben Probleme wenn sie eine andere Gitarre in die Hand nehmen (Gewöhnungsprozess)
2. Diejenigen die grundverschiedene Gitarrenhälse/Gitarren haben, tuen sich deutlich leichter bzw. registrieren das gar nicht groß
Also scheint es schon ein Vorteil zu sein, wenn man einfach unterschiedliche Gitarren hat.
Im Gitarrenunterricht halte ich es so, dass die Gitarrenschüler nicht ihre Gitarren mitbringen müssen, im Gegenteil, sie sollen sich bei mir irgendeine Gitarre aussuchen auf der sie dann die Gitarrenstunde verbringen. Somit müssen sie sich immer wieder neu anpassen.
Kleine Geschichte eines Gitarrenschülers, die sich doch immer wieder ähnlich wiederholt:
- Er hat zum Start vor ca. 4 Jahren eine Gitarre bekommen, eine Stratocaster
- Nach ca. 1 Jahr hatte er mit einer Band seine ersten Auftritte, Rockmusik, Blues
- er spielt ca. 2 Jahre nur auf dieser Gitarre und ist zufrieden
- dann kauft er sich eine Schecter mit sehr, sehr schmalem Hals
- auf dieser spielt er dann nur noch und beginnt mit Shredding und härterem Metal
- vor ein paar Monaten kommt er auf mich zu und meint seine Strato wäre Mist, der Hals ist einfach Müll
- Dann Frage ich was er darauf spiel: Ja das gleiche wie auf der Schecter
- Er bekommt den Tipp, spiel doch auf Deine Schecter Dein Metal und auf Deiner Strat wieder Pentatonic und Blues
- Zusätzlich habe ich ihm in seinen Übungsplan die unterschiedlichen Gitarren eingebunden
- Nach ein paar Wochen hat er gesagt: Die Strat ist richtig geil, die Bendings gehen viel leichter von der Hand als bei der Schecter (klar hat ja auch einen anderen Radius)

- Inzwischen hat er 4 Gitarren (Strat, Superstrat, 7-Saiter, Schecter Metal Brett) und als nächstes steht eine Paula auf der Liste
Man sieht also, wie schnell wir uns an Dinge gewöhnen, zuerst war die Strat gut, dann war sie Müll und jetzt findet er sie wieder klasse
