Die Ideen sind da, aber wie mach ich weiter...?

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JimmyStone
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Hallo,

nachdem ich mir jetzt schon lange den Kopf darüber zerbrochen habe ob ich das eigene Songwriting vielleicht an den Nagel hängel soll und ob ich vielleicht einfach am Ende meiner Kreativität angelangt bin, dachte ich ich frag einfach mal in die Runde. Vielleicht hat ja der ein oder andere "Kollege" einen Tipp für mich.

Erstmal möchte ich etwas erzählen von dem ich glaube, dass es zu meinem extremem Kreativitätsloch beigetragen hat.
Bis vor zwei Jahren habe ich in einer Rock-Band gespielt - natürlich mit eigenen Songs. Wir wahren Regional auch relativ bekannt und man könnte uns - obwohl unsere Musik recht einfach gestrickt war - als ganz gut bezeichnen.
Unser "Erfolgrezept" war das unheimlich Gute zusammenspiel zwischen unserem Bassisten und mir (in Sachen Songwriting/komponieren). Wir waren sehr gute Freunde und haben uns was die Musik angeht unheimlich gut ergänzt.
Wenn ich eine Idee hatte haben wir Sie zusammen zu einem Song gemacht und anders herum auch. Soviel dazu...

Wie schon gesagt, bin ich jetzt seit zwei Jahren raus bzw. die Band hat sich damals aufgrund persönlicher Differenzen aufgelöst. Seitdem sachreibe ich natürlich noch Songs aber.... naja sagen wir eher ich habe Songideen, immer noch tolle Melodien die ich auf der Gitarre auch umsetzen kann und dann kommt der Text.
Ich habe immer eine Idee und auch immer ein Thema (größtenteils) aber dann komm ich nicht weiter.
Ich habe auchs chon versucht den Sachen auf Deutsch durch zu gehen (ich schreibe auf Englisch) um zu schauen ob und was ich noch so dazu schreiben könnte. Auch habe ich versucht alles was mir zum Thema einfällt aufzuschreiben aber irgendwie reicht es dann nur für Maximal zwei Strophen. Ich schreibe schon keine außergewöhnlichen Texte, sodass es an mangelnden Englischkenntnissen liegen könnte (es ist einfach genug um fehlende Dinge aus Reimlexika oder Wörterbüchern einzubringen). Das Thema will ich auch nicht wechseln, denn ich schreibe Melodie und Text eingentlich immer im einklang, sprich selten erst das eine, dann das andere. Ich komm einfach nicht weiter und versteh es nicht.... ich habe doch Thema und auch nen Ansatz.... woran hapert es?

Ich meine, klar, ich bin nach der Trennung von der Band in ein emotionales Loch gefallen, was eine Zeit lang auch eine kreative leere mit sich brachte aber das müsste doch so eigentlich mal vorbei sein. Emotional bin ich ja - zumindest was das angeht - eigentlich wieder oben auf und möchte gern wieder was neues machen. Es ist als hätte ich Unmengen an Lust auf Musik und wäre gleichzeitig nicht motiviert. Ist schwer zu erklären.

Wisst ihr vielleicht was ich meine? Und hat vielleicht jemand nen Tipp. Ich versuch mit immer zu sagen: okay dann ist halt Schluss mit Kreativität aber andererseits fängt es langsam wirklich an an mir zu nagen.
 
Eigenschaft
 
Klingt so, als würde dir der kreative Gegenpart in Form deines ehemailgen Bassisten fehlen. Spricht was dagegen, ihn mit konkretem Material für 3-4 Songs anzurufen und diese als zeitlich befristetes Duoprojekt mal aufzunehmen? Dann kannst du immer noch sehen, was du mit den Aufnahmen machst. Immerhin hättest du dann die Songideen durch die Aufnahmen dann ausgearbeitet und konkretisiert.

Harald
 
Hallo Harald,

danke für die Antwort.
Ja, ich habe da schon einmal drüber nachgedacht und wir machen im Moment auch ein wenig was zusammen aber eher in anderer Richtung. Das Problem ist, dass ich die oben beschribenen persönlichen Differenzen mit ihm hatte... das führt leider auch dazu, dass dieses (kitschig ausgedrückt) kreative Band nicht mehr ganz soo ist. Aber ein versuch ist es denk ich mal schon wert. Es geht ja auch eigentlich nur um den Text.... arrangieren klappt eigentlich sehr gut.... vielleicht wird es auch wieder besser wenn ich meine neue Band zum laufen bekommen hab. Mit einem Ziel vor Augen ist sowas denke ich mal noch ein wenig leichter.

Hat vielleicht noch jemand Ideen wie man dieses kreative Loch wieder etwas füllen kann. ICh meine - wie gesagt - ein Thema ist ja eigentlich immer da. Ein Textansatz auch... nur dann geht es halt nicht weiter.
 
mir ergeht es ähnlich. habe viele songideen, die ich dann auch textlich umsetzen kann, aber die vertonung klappt meistens nicht. teils sind es einfache reime, die aber zu unterschiedlichen musikrichtungen passen müssen.
da immer den anfang zu finden fällt mir schwer...z.b erstmal ein Intro oder eine melodie zu finden
 
Es gibt im Grunde zwei Möglichkeiten: Entweder du bist ein "relativer Mensch", dessen Motivation und Energie immer erst dann so richtig ansteigt, wenn du mit bestimmten anderen Musikern zusammenarbeitest. Für diesen Fall bleibt dir nichts anderes übrig, als nach entsprechenden anderen Musikern zu suchen. Allein wirst du es dann nicht gebacken kriegen. Dennoch heisst es: Weitermachen! Wenn du viele Ideen gesammelt hast und vielleicht erst in einigen Jahren die richtigen Leute findst, hast du immerhin eine ganze Menge Material, das du einbringen kannst.

Oder du hast das Potential zum eigenständigen Songwriter, aber noch nicht die richtige Arbeitsweise gefunden. Wenn man gewohnt ist, jahrelang mit anderen zusammenzuspielen und dann alleine herumwurstelt, gibt es natürlich Probleme. Da heisst es flexibel und geduldig! sein, alte Gewohnheiten brechen, Neues ausprobieren. Ich selbst habe seit mehreren Jahren auch hunderte von Musikideen aufgenommen und noch keinen einzigen Song fertig geschrieben, weil mir immer der letzte Kick/Energie gefehlt hat. Nach mehreren Wechseln der Arbeitsweise kommt bei mir die Kiste aber mächtig ins Rollen....
 
dein kreatives Tief könnte zwei Ursachen haben: Die erste: In einem Team Songs zu schreiben (das noch dazu gut eingespielt ist) beflügelt einen regelrecht. Um es mathematisch auszudrücken: Eine Aufgabeteilung ist ökonomischer. D.h. du kannst dein kreatives Potential besser und effizienter einbringen, da nicht die ganze "Last" des Songschreibens auf dir liegt. Damit hast du mehr Kapazitäten frei, die du nutzen kannst für Text, Arrangement usw. Schreibst du jetzt nicht mehr mit einem Partner zusammen, scheint diese "Last" viel mühsamer, zeitlich und kreativ.
Zum anderen: Was ich bei dir rauslese, scheint das Problem eher in den textlichen Komponenten des Songs zu liegen. Dadurch, dass du in einer anderen Sprache dich ausdrückst, musst du immer um "zwei Ecken" denken. Denn das was du sagen willst musst du auf ein weiters Medium (nennen wir es ruhig "Fremdsprache") zuschneidern. Das kostet immens Energie, weil du eben nicht alles nur mit englischen Wörtern einfach austauschen kannst, sondern du musst auf Idioms, Redewendungen und dgl. achten, um das zu fixieren, was du eigentlich in deiner Muttersprache - ohne riesig darüber nachzudenken - ausdrücken möchtest. Naja, dann kommen auch noch die Reimprobleme, die man eh schon genug in der eigenen Sprache hat, dazu. Das alles ist zusätzlich sehr aufwändig und bringt einen oft dazu, alles zu verdrängen und auf die lange Bank zu schieben. Der Feind jeder Kreativität ist die Zeit! Was nicht sofort NACH dem Geistesblitz unternommen wird, wird wässrig und abgestanden. Auch und vor allem Songs. Shakespeare sagte einmal "he who hesitates is lost". Das ist wirklich ein wahres Wort. Bei mir ist das immer so, wenn ich eine Idee habe und diese nicht sofort konsequent ausarbeite, ist das nur noch Abklatsch. Ich konnte glücklicherweise bei sog. "namhaften" Songwritern, wie z.B. Ray Davies Songschreiberkurse mitmachen. Ray sagte immer: "Songwriting ist Arbeit". Du gehst 8 Stunden zur Arbeit, also zum "Songwriten" und da kriegst du eine Menge hin. Ich hab`s bei Ray mehrmals ausprobiert. Ferner sagte mir Ray gleich nach dem ersten Kurstag: "Write in German otherwise the spirit of the song will escape!" Ich möchte dich nicht dazu bringen deutsch zu schreiben, aber ich habe gemerkt, dass der Transfer in die - was die Emotionen betrifft - fremde Sprache viele Hindernisse in den kreativen Weg räumt. Wenn du englisch textest, dann lass dich eben nicht zu sehr auf die Perfektion der Sprache ein. Die meisten verstehn`s eh nicht und einen absolut korrekte, sprachlich astrein und unanfechtbar, englische lyrics kriegst du niemals hin (wenn du nicht nativespeaker bist). Wenn du ferner nicht gerade Liedermacher bist, wie R.Mey, der richtige gereimte Botschaften erzählen will, dann sollte Musik eher ein akustisches Ereignis sein als in erster Linie ein literarisches! Also achte mehr auf die Musik, als auf den (englischen) Text. Der, glaube ich, ist deine Hemmschwelle.
Rede dir ein, Musik ist eher eine akustische Angelegenheit. Wenn du aber doch Priorität auf die Lyrics legst, dann wäre es bei uns hierzulande sowieso vernünftiger deutsch zu singen. Ok, dennoch gutes Gelingen!!!
 

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