Die verbalen Fallstricke der "Effektschleife"

von InTune, 06.03.16.

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  1. InTune

    InTune Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 06.03.16   #1
    ...ja, vielleicht wird man mit zunehmenden Alter sowohl kleinkariert, als auch zum Klugshicer, aber ich glaube hier besteht tatsächlich Aufklärungsbedarf, denn selbst Vertreter der schreibende Zunft der Gitarren-Fachmagazine machen sich (wie ich gerade wieder gelesen habe) scheinbar wenig Gedanken über die buchstäbliche Bedeutung dieses Wortes. ...aber vielleicht liest ja jemand von denen hier zufällig mit...

    Zunächst einmal ist der Begriff "Schleife" hier IMO schon unglücklich gewählt. Zusammen mit dem Englischen ist es sogar eigentlich noch schlimmer, wo es ja "Loop" heißt. Das ist so ein klassisches deutsch/englisches Teekesselchen (was wohl gar nicht so häufig vorkommt). Einmal kennt man die Scheife aus den Bereich der Knoten, aber auch bei den Programmierern im Sinne von einem sich wiederholenden Ablauf, was bildlich dann aber auch wieder zur Schleife bei den Knoten führt.
    Dabei sind die Seeleute bei diesem Thema genauer, denn die benutzen den Begriff der Scheife eher selten, und sprechen lieber exakter von einer "Bucht" oder einem "Auge", je nach dem, ob sich die Enden der "Schleife" überkreuzen oder nicht.
    Also wäre es vielleicht weniger missverständlich gewesen, von einem "Einbucht-Weg" statt dem "Einschleif-Weg" zu sprechen? ... aber egal, das wird jetzt niemand mehr ändern....
    Da die englischen Seefahrer beim "Loop" jedoch nicht zwischen "Auge" und "Bucht" unterscheiden, stehen wir Gitarristen eh vor dem Dilemma immer genau erklären zu müssen, von was wir eigentlich reden, wenn es um einen "Looper" geht...

    ...aber ich schweife ab...

    Womit dies alles jedoch rein gar nichts zu tun hat, ist "Schleifen" in Sinne vom Arbeiten mit Schmirgelpapier oder dem Schärfen von Werkzeugen!

    Darum werden Effektgeräte auch nicht eingeschliffen, sondern eingeschleift! Die Vorstellung, dass sich jemand mit Schmirgelpapier oder gar einer Flex den kleinen Bodentretern nähert, um die optimale Signalkette zu erreichen, finde ich immer befremdlich...

    Disclamer: Dieser Text wurde in der Rubrik "Biergarten" zur Unterhaltung der Forenleser erstellt.
    Ich habe dafür etwas Freizeit geopfert, die ich gerade hatte, ohne Anspruch auf allgemeine Relevanz und Gültigkeit. Das Geschriebene kann Spuren von Witz enthalten. Mögliche Risiken und Nebenwirkungen lassen sich nie ausschließen.
     
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  2. nasi_goreng

    nasi_goreng Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.03.16   #2
    bei "eingeschliffen" krieg ich auch immer die Krätze. Aber pass auf, die nächste Rechtschreibreform wird's wieder richten :evil:
    Gruß
     
  3. Bass_Zicke

    Bass_Zicke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.03.16   #3
    Wenn ich dann mein Effektgerät richtig eingeschleiftet hab , kann der Looper dann auch Loopings ? :confused:

    ... brauch ich für ein Wet / Dry System eine Trockenhaube , 10" oder 12 " ?
     
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  4. hairmetal81

    hairmetal81 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.03.16   #4
    Ich bin der Ansicht, dass sich Boss (mit dem RC-2 ...oder wer auch immer der erste war), bzw. eigentlich die Community, mit dem Begriff "Looper" keinen Gefallen getan hat.

    Der grössere RC-20 hörte ja auf den Beinamen "Phrase Recorder", was - in Abgrenzung zu Sample-Loops abfeuern (à la Akai MPC)oder einem Effektpedal-Looper/Switcher (à la Harley Benton FXL) - der deutlich bessere und mMn. unmissverständlichere Terminus wäre...

    Ich finde, wir sollten "Phrase Recorder" ab sofort in unseren täglichen, musikalischen Sprachgebrauch integrieren! ;)



    "Phrase Recorder FTW!"

    [​IMG]
     
  5. Reinhardt

    Reinhardt Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 06.03.16   #5
    Ich bin auch sehr eingeschleift, äh 'eingefleischt'...:D

    :prost:
     
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  6. Bass_Zicke

    Bass_Zicke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.03.16   #6
    Spass beiseite ...

    ... solange man versteht , was gemeint ist ( egal ob eingeschliffen oder eingeschleift ) ist es ja noch gut .

    Schlimmer sind Beschreibungen des Sounds ... brizzeln , tight , clean , wummern , Headroom .... alles Begriffe , die nie genau definiert wurden .
     
  7. Reinhardt

    Reinhardt Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 06.03.16   #7
    Worüber ich immer noch regelmäßig stolpere, ist bei dem Wort 'aufwendig', oder 'aufwändig', muß da immer googlen (Duden), da ich es für mich nicht logisch ableiten kann...

    Kommt das jetzt von 'Aufwand', oder 'aufwenden'...?

    Google weiß mehr...http://www.duden.de/rechtschreibung/aufwendig
    --- Beiträge zusammengefasst, 06.03.16 ---
    Feine Sache ist auch, wenn Du Dir nen kleinen Döner 'auf die Hand' beim Türken bestellst, kuckt der dich doof an...:weird: :D

    Logisch wäre ja 'in die Hand' !
    --- Beiträge zusammengefasst, 06.03.16 ---
    Looper und Phrasen-Sampler sind auch so Mistverständnisse, um beim Thema zu bleiben...;) :rolleyes:
    --- Beiträge zusammengefasst, 06.03.16 ---
    Wir hier in NRW sagen auch gern mal 'dat Dingen(s)'...:D
     
  8. Honeyspiders

    Honeyspiders Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.16   #8
    Ob eingeschliffen oder eingeschleift ist mir ziemlich wurscht! :)

    Was mich stört, dass sowohl Looper als auch Looper beide als Looper bezeichnet werden! :twisted:
     
  9. Pie-314

    Pie-314 Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.03.16   #9
    Ja, das geht mir auch immer so. Ganz oft im Effektgeräte Unterforum schaue ich in Threads, die zum Thema Looper aufgemacht wurden, und möchte einen Rat abgeben. Und dann geht's gar nicht über Looper, sondern über Looper. Doof.
    Aber an dieser Bezeichnung werden wir nichts mehr ändern können.:er_what:
     
  10. Honeyspiders

    Honeyspiders Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.16   #10
    Genau so geht's mir auch immer!
    Auch wenn der Vergleich vielleicht etwas hinkt, aber stellt euch vor es geht um Verzerrer und man sagt immer Delay... :ugly:
     
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  11. Ich79

    Ich79 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.16   #11
    Looper ist doch ein Film!?!?!?! ;)
    Und warum erinnert mich das jetzt an SchraubenZIEHER? :D
     
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  12. micharockz

    micharockz Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.03.16   #12
    Ein schönes Gegenbeispiel zum Looper/Looper. Den Schraubenzieher gibt's garnicht und trotzdem weiß jeder, was gemeint ist. Looper gibt es und die Verwirrung ist trotzdem da.:D
     
  13. InTune

    InTune Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.03.16   #13
    ..klar ist das keine große Sache und natürlich versteht auch jeder, was gemeint ist.
    Doch wenn ich Reviews in Fachzeitschriften lese, erwarte ich schon, dass die Autor eine ausgesprochene Fachkompetenz besitzen. Wenn ich dann aber etwas von eingeschliffenen Effekten lese, frage ich mich, ob der Schreiber sich wirklich in Tiefe mit der Technik auseinandergesetzt hat oder das Zeug halt zusammenstöpselt, wie man das eben so macht und das nennt sich dann wohl "eingeschliffen"...

    Ansonsten ist die Gitarrenwelt schon gut versorgt mit sprachlichen Wirrungen... Der gute Leo war halt kein Musiker und da kann man Vibrato und Tremolo schon mal durcheinander werfen....
     
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  14. Honeyspiders

    Honeyspiders Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.16   #14
    Sehe ich ja genauso, daher auch der Smiley hinter meinem Satz (und der darauffolgende was mir persönlich wichtiger wäre) ;)
     
  15. stoffl.s

    stoffl.s Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.03.16   #15
    :confused: Und womit dreh ich dann immer die Schrauben rein und wieder raus? Zumindest bei uns ist das der gängige und korrekte Ausdruck.
    Gerade weil es Looper gibt, ist die Verwirrung gross. Mir geht's da so wie den anderen hier: man muss den Zusammenhang sehen, damit man weiss was für ein Looper jetzt gemeint ist.
    Fachkompetenz wollen wir doch hoffen, aber ob sie auch die Sprachkompetenz haben? Um genau den Unterschied zwischen eingeschliffen und eingeschleift zu erkennen, oder nehmen die Schreiberlinge an es handelt sich einfach um 2 Varianten des gleichen Wortes. Was ich ja annehme...
     
  16. Reinhardt

    Reinhardt Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.16   #16
    Der Schraubenzieher heißt so, weil der ungeübte Heimwerker gerne mal die Schrauben damit vernudelt, sodaß die nur noch mit Gewalt heraus gehen...:D ;)

    P.S.: Es gibt ja auch Plomben-Zieher, das Kaubonbon, was gerne mal die Füllungen heraus zieht..:confused:
     
  17. Gast 2356

    Gast 2356 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.16   #17
    Der soll angeblich auch lose Bretter zusammengeschraubt und dann Gitarre genannt haben.
    Sachen gibts.
     
  18. Brazolino

    Brazolino Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.16   #18
    Nach wie vor ist die Benennung Schraubenzieher gebräuchlich. Dieser Begriff hatte das Einziehen bzw. Festziehen einer Holzschraube im Holz zum Ursprung. Mitte des 20. Jahrhunderts kam dafür auch die Bezeichnung Schraubendreher auf. Sie konnte sich bis heute nicht im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen, während in der Handwerksausbildung auf den vermeintlich korrekteren Begriff großer Wert gelegt wird.

    Wikipedia, kursive Hervorhebungen von mir. ;)
     
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  19. GeorgeB

    GeorgeB Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.03.16   #19
    ja ja, und dann hätten wir auch noch die Schublehre und den Spiralbohrer sowie den legendären Nussenkasten....
    nicht zu vergessen den Franzosen, dieser nicht zu verwechseln mit dem Engländer, der wiederum bei den Engländern 'German Wrench' heißt, aber ursprünglich als Schwede bekannt war...
     
  20. stoffl.s

    stoffl.s Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.03.16   #20
    Mit Werkzeug kenn ich mich nicht so gut aus - kann halt Schraubenzieher, Hammer und Zange auseinander halten. Für viel mehr reichts nicht, da hab ich 2 linke Hände.
    Aber ich seh schon, nicht nur wir Gitarristen haben ein begriffliches Durcheinander. :D
     
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