DIY Mastering EQ - DR MQ5

von noetsch, 28.03.19.

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  1. noetsch

    noetsch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.03.19   #1
    Erstmal Hallo an alle hier im Forum,

    ich erstelle eher selten einen neuen Thread und begnüge mich meistens damit mir Themen durchzulesen und vielleicht mal einen Tipp oder ein Kommentar abzugeben - sollte ich also die falsche Kategorie erwischt haben, bitte ich einen Mod dazu dies in die richtige Kategorie zu verschieben.

    Ich habe vor Kurzem beschlossen wieder ein neues DIY - Hardware Projekt zu beginnen und den Bau und die Planung hier zu dokumentieren.

    Erst etwas zu meinen Vorkenntnissen mit DIY und Elektronik:

    Bisher habe ich einige Gitarrenpedale zusammengebaut und modifiziert, das letzte DIY PRojekt war ein Bus Kompressor im SSL Stil im 500er Format (Soundskulptor CP4500) - da ich bereits eine HTL für Elektronik absolviert habe und derzeit Elektrotechnik mit Spezialisierung auf Audiotechnik studiere hatte ich dabei auch keine Probleme, Fehler die ich gemacht hatte konnte ich schnell identifizieren und beheben.
    Der EQ bietet im Gegensatz zu meinen bisherigen Projekten zwar etwas mehr Freiheiten in der Planung und erfordert daher auch etwas mehr Hintergrundwissen, dies sollte jedoch nicht zu einem Problem werden.

    Warum habe ich mich für dieses Projekt entschieden?

    Da ich mir früher dieses Jahr bereits einen gut klingenden Bus Kompressor gebaut habe und im Studio ziemlich gute Preamps integriert habe (UA 4-710d) habe ich beschlossen, als nächstes Projekt einen Equalizer umzusetzen.
    Es sollte ein parametrischer EQ werden mit mindestens 4-5 Frequenzbändern. Weiters sollte es ein Stereo EQ sein, M/S-Processing ist zwar ein nettes Feature, jedoch kein Muss, da ich dies auch später noch einfach nachrüsten könnte. Er soll vom Klang eher transparent sein, darf aber schon auch ein bisschen Charakter haben, solange er trotzdem noch musikalisch bleibt. Alle Einstellmöglichkeiten sollen mit Schaltern ausgeführt sein, sodass der EQ gut fürs Mastering einsetzbar ist.

    Von den EQ's auf die diese Kriterien zugetroffen haben, fiel meine Wahl auf den DIY Racked DR MQ5. Hauptgrund war, dass die Platinen zu diesem Projekt gut verfügbar sind, bei den meisten anderen hätte ich hier länger suchen müssen oder mir selbst Platinen zeichnen und/oder anfertigen. Da ich dies jedoch vermeiden wollte, war schnell klar, dass der MQ5 die beste Wahl für mein EQ Projekt ist.

    Mehr Infos zum DR MQ5

    Der MQ5 ist ein Kit von DIY Racked, bestehend aus den Platinen, dem Gehäuse und dem Ringkerntrafo für die Stromversorgung.
    Alle restlichen Teile muss man sich noch selbst besorgen, es gibt BOM, Schaltplan, Bestückungsplan,... zum Download auf der DIY Racked Website. Man kann also einfach die restlichen Teile laut BOM kaufen oder durch Variieren der Bauteile die einstellbaren Frequenzen, Güte und Gain Stufen verändern. Schalter und Knöpfe sind ebenfalls selbst zu besorgen und auch hier kann man in verschiedene Richtungen und Preisklassen gehen.
    Die Schaltung selbst basiert auf den in DIY-Kreisen als 'Igor-Sontec' bekannt gewordenen Schaltkreis. Dieser basiert wiederum auf der Schaltung des Sontec 250 EQ. Es ist also ein Sontec/GML Style EQ, jedoch (laut Reviews) mit etwas anderem Soundcharakter, aufgrund der unterschiedlichen OP Amps. Er soll auch sehr transparent und musikalisch eingreifen, dürfte also meinen Klangvorstellungen entsprechen.

    Realisierung meines DR MQ5 - Teil 1

    Nun kommen wir zur eigentlichen Dokumentation de Projekts. Ich werde hier alle Dinge dokumentieren die ich für den Bau, Einstellen und Prüfen des Geräts als wichtig erachte. Jegiche Fehler die mir unterkommen sollten und auch deren Lösungen werde ich vermerken, genauso wie die Planung der Umsetzung oder auch der Ablauf von Bestellung und Versand.

    Begonnen habe ich mit dem Bestellen des Kits von DIY Racked. Ich habe dieses am 19.03 bestellt. Ein paar Tage später erhielt ich eine Mail mit den Infos zur Abwicklung der Bezahlung. Habe das Geld umgehend mit Paypal Friends gesendet, um so die Paypal Gebühr zu sparen. Nach der Bezahlung habe ich eine Mail geschrieben um mich über den weiteren Ablauf der Bestellung zu informieren. Eine Antwort darauf habe ich schnell erhalten, bereits mit der Tracking Nummer für die Platinen (werden von seinem Techniker direkt versendet) und der Info, dass er derzeit noch auf eine Lieferung Ringkerntrafos wartet und Gehäuse+Trafo sofort verschickt wenn diese ankommen

    Laut Sendungsverfolgung sollten die Platinen diese Woche oder Anfang nächste bei mir eintreffen. Sobald diese da sind berichte ich über die Qualität der Platinen, das Einbauen der ersten paar Bauteile (die ich auf Lager habe und nicht bestellen muss) und die Auswahl/Planung der restlichen Bauteile und dem Bestellen dieser.


    Ich hoffe ihr habt Spaß beim Lesen meines Bauberichts solltet ihr Fragen oder Anmerkungen zu meinem Projekt haben, stehe ich euch jederzeit gern zur Verfügung

    MfG Nötsch
     
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  2. noetsch

    noetsch Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.04.19   #2
    Hallo allerseits, etwas später als geplant gibt es heute das erste Update zu meinem Projekt:

    Die Platine - erster Eindruck

    Die Platine wurde heute vor einer Woche am 29.03 geliefert - also 10 Tage nach der Bestellung und nur ca 1 Woche nach Zahlungsabwicklung - wurde also meiner Meinung nach rasch erledigt.
    Verpackt war die Platine zwischen zwei ca 1,5 - 2 cm dicken Styroporplatten, das ganze eingewickelt in Folie und anschließend in Klebeband. Zusätzlich war die Platine auch noch selbst in Folie eingeschweißt. Sie war also ausreichend verpackt und weder die Verpackung noch die Platine wiesen Transportschäden auf, trotzdem hätte man meiner Meinung nach das Ganze noch etwas besser einpacken können - aber das ist schon Kritik auf sehr hohem Niveau und kein Grund der mich in Zukunft davon abhalten wird ein weiteres DIY Racked Projekt umzusetzen.
    Die Platine selbst macht einen sehr guten Eindruck, die Qualität scheint sehr gut zu sein und das Farbschema sieht einfach nur genial aus (schwarzer Druck auf weißem Untergrund - eine schöne Abwechslung zu dem üblichen Grün).

    Bauteilauswahl & Umsetzung - Teil 1

    Nach dem Erhalt der Platine, habe ich sofort damit begonnen diese mit Komponenten die ich lagernd hatte zu bestücken. Auch beim Löten hat sich gezeigt, dass die Qualität der Platine sehr gut ist. Das Löten geht schnell und leicht von der Hand, das Lötzinn verläuft sehr schön auf den Pads - und der Lötstopplack wurde sehr gründlich aufgetragen, was den Rest der Platine vor ungewünschtem Lötzinn schützt.

    Die Bauteile die ich schon lagernd hatte waren großteils Widerstände - hier verwende ich meist Metallschichtwiderstände von Xicon und/oder Yageo, diese haben bei den von mir geforderten Qualitätsmerkmalen (1% Genauigkeit, 50ppm Temparaturdrift,...) einen sehr guten Preis beim Kauf von 100 Stück (wenn man nur wenige Einzelwiderstände kauft unterscheidet sich der Preis aber leider auch nicht wirklich von KOA oder Vishay Widerständen, qualitativ gibt es bei den Widerständen in dieser Preiskategorie meiner Meinung nach keine gravierenden Unterschiede). Auch ein paar IC Sockel von Mill Max, mit vergoldeten Kontakten, hatte ich lagernd und diese bereits auf der Platine befestigt.

    Ein paar Kondensatoren hatte ich auch schon in den richtigen Werten und Abmessungen auf Lager, diese habe ich bisher jedoch nur aussortiert und noch nicht bestückt - da ich sonst später Probleme beim Einlöten der restlichen niedrigen Bauteilen hätte. Auf meine Mindestanforderungen und üblich verwendeten Marken von Kondensatoren gehe ich beim Bestellen der restlichen Kondensatoren ein.

    Beim Aussortieren der Widerstände habe ich diese mit 2 verschiedenen Multimetern gemessen. Wenn 2 Widerstände auf beiden DMM den selben Wert angezeigt haben, habe ich diese an der selben Position im linken und rechten Kanal positioniert. So kann ich eine maximale Übereinstimmung zwischen linkem und rechten Kanal erreichen.

    Kondensatoren habe ich nur mit einem DMM gemessen (da das andere nicht über diese Funktion verfügt). Hier habe ich mir die gemessenen Werte notiert und sie so in Paare mit möglichst gleichen Werten aufgeteilt (die mit dem DMM gemessenen Werte konnte ich hier auf <=0,1% matchen). Auch dies dient wieder dazu L und R Kanal möglichst ident zu realisieren.

    Widerstände und Kondesatoren die nicht im Signalweg liegen, habe ich nicht so aufwendig sortiert, für diese Bauteile sind mir die Toleranzen mit denenich die Bauteile kaufe genau genug.

    Das Gehäuse - erster Eindruck

    Das Gehäuse wurde gestern, also am 04.04. geliefert. Also ca. 2 Wochen nach Zahlungseingang - auch diese Lieferzeit ist völlig in Ordnung. Vor Allem wenn man bedenkt, dass sich der Versand verzögert hat, da er noch auf Ringkerntransformatoren warten musste. Da Gehäuse war gut verpackt, in der Schachtel konnte nichts herumfallen und es war gut durch den Karton geschützt.

    Ich hatte mich gefragt in welchem Design die Frontplatte wohl geliefert werden würde, da man auf der DIY Racked Website zwei verschiedene sehen kann. Es ist die Version auf der die einzelnen Frequenzbänder NICHT umrahmt sind.

    Außerdem steht nun auf der Frontplatte nicht mehr DIY Racked (Hätte ich wahrscheinlich sowieso durch ein eigenes Logo ersetzt) und anstatt DR-MQ5 heißt es jetzt MEP-250EX. Da die Schaltung ursprünglich auf den Sontec MEP-250A basiert, ergibt diese Bezeichnung natürlich Sinn, jedoch war ich verwundert da die Bezeichnung auf der Website und auf der Frontplatte nun voneinander abweichen.
    Diese Abweichung sieht man jedoch auch auf Ihrer Website (bei den Bildern von fertig montierten Geräten mit dem neuen, rahmenlosen Frontplatten Design steht immer MEP-250EX und nicht DR-MQ5), dort war sie mir jedoch noch nicht aufgefallen.
    Diese Designänderungen sind Geschmackssache, mir gefällt die neue Frontplatte jedoch besser als die alte und die abweichende Gerätebezeichnung ist mir auch egal.

    Die Verarbeitung und Qualität des Gehäuses macht, wie auch schon die Platine, einen sehr guten und wertigen Eindruck, alles wirkt stabil und gut verarbeitet. Zusätzlich waren beim Gehäuse noch alle benötigten Schrauben (auch zum Befestigen des PCB und Power Trafo), die Jumper die bei dem PSU Teil der Platine installiert werden und der Ringkerntrafo für die Stromversorgung enthalten.

    DIY Racked - bisheriger Gesamteindruck

    Bisher bin ich sowohl mit der Qualität des Kits als auch mit dem Service von DIY Racked überaus zufrieden. Meine Mails wurden schnell und freundlich beantwortet und ich wurde über alle Neuigkeiten zu meiner Bestellung umgehend informiert. Ich kann die Kits jedem empfehlen, jedoch sollte man sich bewusst sein, dass diese nur aus Gehäuse, Platine und Trafo bestehen und die restlichen Teile selbst besorgt werden müssen.

    Weiteres Vorgehen

    Die ersten Fotos werde ich im Laufe des Wochenendes noch hinzufügen

    Die restlichen Widerstandswerte (wieder von Xicon/Yageo) die ich für die Platine benötige, weitere IC Sockel (wieder Mill Max mit vergoldeten Kontakten), die Sockel für die DOA (von Harwin ebenfalls vergoldet) und 100nF Keramikkondensatoren von Vishay habe ich diese Woche bei Mouser bestellt, sobald diese geliefert werden, bestücke ich die Platine weiter.

    Sobald ich wieder etwas Geld übrig habe werde ich die nächsten Bestellung bei Mouser aufgeben (vermutlich bestehend aus MICA/Glimmer Kondensatoren und Stecker).


    MfG Nötsch
     
  3. noetsch

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    Erstellt: 20.04.19   #3
    Schon wieder etwas später als geplant gibt es jetzt endlich die ersten Fotos :D

    Übrigens sind mir beim Foto machen doch noch ein paar minimale Transportschäden am Gehäuse aufgefallen, die mir beim Auspacken entgangen sind (sieht man auch auf den Fotos). Von diesen wäre jedoch nur eine sichtbar gewesen wenn man das Gehäuse zusammenbaut und auch dieser wäre nicht mehr sichtbar sobald das Gerät im Rack eingebaut ist. Diese Transportschäden sollten jedoch mit einem Gummihammer leicht zu beheben sein. Meine Meinung zu DIY-Racked hat sich jedoch von diesen kleinen Makeln. nicht beeinflussen lassen und ich bin immer noch zufrieden mit der generellen Qualität des Kits.

    Ich habe auch eine Antwort von Tat Purusha (Betreiber von DIY Racked) auf meine Frage bezüglich der neuen Frontplatte und der neuen/abweichenden Bezeichnung darauf erhalten - diese Änderungen wurden aufgrund starker Kundennachfrage durchgeführt um eine Optik zu erhalten die stärker an die Sontec Geräte erinnern soll - was auch definitiv gelungen ist.
     

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