Drum bearbeiten?

von E-Morpheus, 21.03.07.

  1. E-Morpheus

    E-Morpheus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.07   #1
    Hallo.

    Wollte mal wissen wie ihr ein recordetes Schlagzeug bearbeitet?
    Arbeitet ihr mit Noisgates oder was macht ihr.
    Damit man einen fetten Sound rausbekommt.
    Sollte so HC sound sein, also Bass knackig und snear auch knackig.

    Habt ihr da ein paar Tricks?

    Aso ich arbeite mit Cubas. :)

    Lg Matthias
     
  2. Sculder

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    Erstellt: 21.03.07   #2
    Kommt jetzt auch ganz drauf an, wie das Schlagzeug aufgenommen worden ist. Hast du jede einzelne Trommel auf einer eigenen Spur oder das gesamte Schlagzeug auf einer? Letzteres wäre nämlich eher schlecht, um dann danach noch mit Effekten drüberzugehen, weil diese ja dann immer auf das GESAMTE Schlagzeug kämen und sich beispielsweise Hall auf den Becken nicht so gut macht, auf der Snare hingegen schon.

    Ich geh jetzt aber mal einfach davon aus, dass du alles einzeln hast und somit auch einzeln bearbeiten kannst.
    Dann ist das Noisegate, das du ja schon erwähnt hast, auf jeden Fall wichtig, um die Spuren sauber zu machen. Das heißt: Du hast ja immer leichte Übersprechungen auf den einzelnen Spuren, beispielsweise auf der Snarespur immer auch ein bisschen Bassdrum. Diese Übersprechungen sollten soweit möglich aus den Spuren entfernt werden. Erstens würden sie wenn du nachher mit nem dicken Kompressor drüber gehst, fast so laut werden wie das eigentliche Signal, das du auf der Spur hast und somit das ganze Schlagzeug verfälschen (Panorama geht kaputt, wenn die Bassdrum plötzlich von überall her kommt; Bassdrum klingt unberechenbar/schlecht wenn die unterschiedlichen Signale aus mehreren Mikros zusammengemischt werden, usw) und zweitens sollen ja bestimmte Effekte eben nur eine bestimmt Trommel o.ä. betreffen, sonst wirds ganz schnell verwaschen.
    Aber ein Noisegate kann noch mehr, als nur die Spuren sauber machen: Du kannst damit auch teilweise den Klang deiner Trommeln bestimmen. Sagen wir mal, die Snare hallt dir zu lang nach (was dann ja durch den Kompressor+Hall auch noch verstärkt wird), du hast sie aber lieber knackig, wie du schreibst. Mit einem Noisegate kannst du eben genau das machen, das Nachhallen wegscheiden und die Snare knackiger machen. Dafür einfach ein bisschen mit den Reglern HOLD (gibt an, wie lang das Gate geöffnet bleibt, nachdem das Signal den Schwellenwert überschritten hat) und RELEASE (gibt an, wie lang das Gate nach der Hold-Phase zum Schließen benötigt ... also, mal locker gesagt "das Ausfaden") rumprobieren. Mit etwas Übung kannst du das Gate dann quasi so einstellen, dass nur noch der Schlag auf die Snare aber kein Nachhallen mehr zu hören ist, wenn du das denn möchtest. Vorsicht ist allerdings geboten, dass du nicht zuviel des Guten tust, hört sich dann nämlich sehr schnell sehr holprig an und vor allem auch bei Trommelwirbeln musst du aufpassen, die sind sehr große Störfaktoren, wenn es um sehr enges Gaten geht. Stell einfach mal zum Probieren Hold und Release auf den niedrigsten Wert, dann weißt du schon, was ich meine. Hier ist also Ausprobieren und Rumsuchen nach den richtigen Einstellungen gefragt.

    Nachdem nun alles sauber gegatet ist, kannst du ohne Gefahr auf die Trommeln einen Kompressor anwenden, wobei auch hier wieder Ausprobieren, um die richtigen Einstellungen zu finden, angesagt ist. Hier gibt es eine kleine Orientierungshilfe, damit du nicht völlig im Wald stehst und dich ungefähr orientieren kannst. Ansonsten wieder Ausprobieren.
    Ach, noch was: Kompressor auf die Becken hört sich meiner Meinung nach nicht gut an und muss auch gar nicht sein. Liegt in der Natur der Becken, dass sie eigentlich nicht komprimiert werden sollten.

    Was ich lange unterschätzt habe, ist der Hall auf den Trommeln. Ich dachte immer, dadurch wird das ganze nicht mehr so richtig tight und außerdem hört sich so ein Hall auf einer Trommel ganz schön kitschig nach 80ern an. Was ich damals aber auch nicht getan habe, war, mir mal den Gesamtmix mit verhallter Trommel anzuhören. Da fällt dieser Hall nämlich fast gar nicht direkt auf, die Trommel hört sich nur besser, realistischer und auch druchaus druckvoller an. Natürlich auch hier wieder eine Frage, wie man den Hall denn einstellt. Zuviel sollte es natürlich auch nicht sein. Aber ein leichter Hall kann schon einiges reissen und fällt, wie gesagt, im Gesamtmix auch gar nicht so sehr direkt auf, wie das im ersten Moment beim Soloabhören erscheinen mag.
    Auch hier wieder: Hall auf Becken ist nicht so gut, meiner Meinung nach.

    So, dann noch das letzte, der Equalizer. Im Anhang diesmal wieder eine kleine Orientierung.
    Für Hardcore zB wird charakteristisch der Kick der Bassdrum deutlich betont. Auch die HiHat sollte nicht untergehen.
    Und was auch noch Druck macht: Das Schlagzeug schön im Panorama verteilen.

    So, glaub, das wars. Dann hab ich hier noch ein bisschen Lesestoff für dich und hoffe, ich konnte helfen!
     

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  3. E-Morpheus

    E-Morpheus Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.07   #3
    Wow, das ist mal eine Antwort.
    Danke, du hast mir sehr geholfen.

    Aso ja ich nehme jede Trommel einzel auf. :)

    Master du alles selber?
    Wenn ja was für Monitorboxen verwendest du da?
    Oder kann mann das auch mit Kopfhörer machen.
    Oder soll ich das Matrial lieber von jemanden mit
    Efahrung mastern lassen?

    Matthias
     
  4. Sculder

    Sculder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.07   #4
    Jetzt ist natürlich erstmal die Frage: Wenn du von "jemandem mit Erfahrung" sprichst, meinst du dann, dass ihr eure Mixe in ein professionelles Studio gebt und die euch die dann mastern oder kennst du jemanden privat, der sich recht gut auskennst und dem würdest du dann die Mixe zum Mastern (für umsonst oder zumindest preiswert) geben? Wenn nämlich letzteres der Fall wäre, würde ich auf jeden Fall dazu raten oder noch besser, dass ihr euch mal zusammen hinsetzt, du ihm über die Schulter schaust und ihr das dann zusammen macht und du eine Ahnung vom Mastern bekommst und dann beim nächsten mal schon alleine was machen kannst. Das wäre eigentlich die Ideallösung

    Das mit dem Masternlassen im Studio ist so eine Sache. Es kommt eben ganz darauf an, was du für Ansprüche an die Aufnahmen stellst, also insgesamt, wie ihr an die ganze Sache rangegangen seid.
    Ich zB mastere unsere Sachen selbst, ganz einfach aus dem Grund: Als wir damals angefangen haben, haben wir gesagt: "Wir brauchen ne Demo, haben aber kein Geld, nehmen wir selber auf." Dementsprechend war die Qualität nicht super, inzwischen durch die Erfahrung ist sie schon besser, aber Geld ist eben noch immer keins da. Deswegen wird auch weiterhin noch selber aufgenommen und gemastert und ich bin mit der Qualität soweit auch ganz zufrieden, zumal sie ja von mal zu mal besser wird (red ich mir zumindest ein ;) ) Unser Motto war also "Möglichst wenig Geld ausgeben müssen, aber bestmögliche Qualität damit erzielen."
    Jetzt kann es natürlich sein, dass ihr sagt: "Hey, ne, mit der CD wollen wir doch dies und das machen und auf nen City-Sampler und außerdem erste CD und so, das können wir uns schon leisten."
    Ist halt eine Geld- und Anspruchfrage. Ich weiß jetzt nicht, wie ihr da eben an die Sache rangeht. Ich kenn zB auch genug Bands, die nie so eine eigene "Kellerproduktion" gemacht haben, sondern gleich gesagt haben: "Wenn wir was aufnehmen, dann gescheit, mit schlechter Qualität fangen wir erst gar nicht an, das ist uns dann auch die 2000€ wert." Die 2000€ muss man dann aber eben auch erstmal haben.

    Klar ist die Qualität im Studio wahrscheinlich eine bessere, die Frage ist, ob ihr dafür das Geld ausgeben wollt und könnt.

    Dann noch zu deinen anderen Fragen: Kopfhörer sollte man nicht zum Mastern verwenden. Man kann sie manchmal hernehmen und quasi wie mit einer Lupe manche Stellen genauer untersuchen, aber für das tatsächliche Mastern an sich nimmt man keine Kopfhörer her.
    Und ich master nicht mit Monitor- sondern mit guten PC-Boxen. Ohje ohje, jetzt ist es raus und meine Credibilität hier in diesem Forum damit quasi den Bach runter ;) :p Ne, aber mal ernsthaft: Das kommt eben auch von dem oben genannten Motto: "Bestmögliche Qualität, möglichst preiswert." Natürlich stehen auch gute Monitorboxen auf meiner "Kaufen, wenn genug Geld da ist"-Liste, aber da eben Alternativen da waren (wenn auch natürlich keine professionellen) hatten eben erstmal Dinge Vorrang gekauft zu werden, zu denen es keine Alternativen und Notlösungen gab (Soundkarte mit mehreren Inputs, Software, die damit auch arbeiten kann, ...). Und mit Aufnahmen warten und nichts aufnehmen, nur weil keine professionelle Abhöre da ist, obwohl es ja auch anders ginge. wäre ja Quatsch.
     
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