E-Gitarren Panning bei mehreren Mics (Impulses)

von JerryWestside, 24.11.16.

  1. JerryWestside

    JerryWestside Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.16   #1
    Hallo Leute,

    Ich hoffe ihr könnt mir bei einem Problem helfen:
    Normalerweise spiele ich E-Gitarren immee doppelt ein und lege die jeweilige Spur ganz nach links bzw rechts im Stereobild (wie vermutlich 99% der Leute hier)!
    Jetzt nutze ich derzeit Scuffham S-Gear und dort gibt es einige (sehr gut klingende) Presets bei denen im Impulseloader zwei verschiedene Impulses (Mics + amdere Box) verwendet werden und diese im Impulseloader hart nach rechts und links gepanned sind.
    Beim einfachen spielen (1 Spur) klingt das ganze natürliche sehr gut, beim Gitarre doppeln habe ich aber ein Problem mit dem Panning.
    Lasse ich die Einstellung im Impulseloader so und lass das Panning in der DAW auf Center stehen und doppel die Gitarre (hier mit entgegen gesetzten Panning im Impulseloader), klingem die Gitarren irgendwie nicht so breit und es entsteht keine derartige Gitarrenwand.
    Wenn ich im Impulseloader aber beide Impulses zentriere und die beiden Gitarren in der DAW hart links / rechts panne, habe ich zwar eine breite Gitarrenwand, der Gitarrensound jeder Spur lässt jedoch zu wünschen übrig...

    Wie macht ihr das Ganze? Kann man nachvollziehen, was ich meine?
    Habe irgendwo mal gelesen, dass man bei mehrfacher Mikrofonierung einer Box die entsprechenden Signale jeweils nach rechts/ links im Stereopanorame legen soll und bei der zweiten Spur dann umgekehrt machen (wie im ersten Beispiel). Aber wie gesagt ist es dann nicht so breit irgendwie...

    Vielen Dank schonmal!
     
  2. Rubbl

    Rubbl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.16   #2
    an der Stelle würde ich mal checken, wie es um die Phasenlage bestellt ist. Kann sein da gibt es Probleme, die beim Panning auf L/R nicht auffallen.
     
  3. Navar

    Navar Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.16   #3
    Mach ich zum Beispiel nicht, weil ich damit noch nie zu einem guten Ergebnis gekommen bin, jedenfalls nicht bei direkter Mehrfachmikrofonie. Wenn ich mehrere Mikrofone im Raum aufstelle um einen Raum Sound zu bekommen, dann ziehe ich die natürlich auf. Im Falle eines direkt abgenommenen Gitarrenamps behandel ich die Summe der Mikrofone als ein einziges Signal und das wird dann entsprechend gepannt. Wenn diese Summe nicht gut klingt, dann ist es einfach die falsche Kombination an Mikrofonen, die falsche Position, die falsche Phasenlage, der falsche Signalmix oder eine Kombination von allem ;) Aber wie Rubbl schon geschrieben hat würde ich auch erstmal checken, ob die Mikrofone einigermaßen in Phase sind (da kann man erstmal schauen was passiert wenn man sie dreht).
     
  4. Zelo01

    Zelo01 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.16   #4
    Hi:hat:

    Meiner Meinung macht das kein Sinn. Wie schon Navar geschrieben hat, handhabe ich Mehrfachmikrofonierungen (mit Ausnamhe von Stereomikrofonierung) im Panning auch immer identisch. Beide Signale nach links oder beide nach rechts.

    Den Unterschied zwischen Mehrfachmikrofonierung und Doppeln scheinst du zu kennen, das ist gut, denn das werfen viele in den selben Topf.

    Wenn du dir nun mal vor Augen hälst, was passiert, wenn du eine Mehrfachmikrofonierung nach links und rechts legst: Im Grunde sind die beiden Signale ja fast gleich. Der Frequenzgang wird nicht ganz gleich sein, aber es ist der selbe Take. Das bedeutet dass die Gitarre als Beispiel vielleicht rechts etwas mehr Bass hat, und links klingts etwas höhenreicher. Wenn man jedoch die Gitarre orten will, weiss man gar nicht ob man nach links oder nach rechts hören soll. Die Mischung aus beiden Signalen erklingt hauptsächlich aus der Mitte des Panoramas. Was man rechts/links zuordnen kann, sind nur die feinen Unterschiede der Mikrofone/Cabinets. Man hätte in diesen Beispiel also eine Gitarre, die im Panorama mittig klingt, links etwas mehr Höhen hat, und rechts ist es etwas basslastiger ist. Sehr breit kann das nicht klingen.

    Wenn nun die Gitarre gedoppelt wird, und hier genau das selbe gemacht wird, nur R/L vertauscht, hast wieder ne Gitarre die hauptsächlich aus der Mitte klingt. Hast eigentlich nur den Höhen/Bassanteil rechts/links vertauscht, weiter nichts. Damit machst nun das bisschen "Breite" von Gitarre 1 noch ganz hinfällig. Vorher war rechts/links wenigstens etwas unterschiedlich, aber beim hinzumischen der zweiten Gitarre wird auch das noch beinahe ausgeglichen.

    Ich finde eine Gitarre muss man orten können. Daher setze ich das Panning bei einer Mehrfachmikrofonierung immer identisch. Dabei gehts ja überhaupt nicht darum, das Signal breiter hin zu bekommen, sondern die Klangfarbe beider Mikrofone zu mischen, und es miteinander zu verschmelzen zu lassen, ohne dass jemand merkt, dass da mehrere Mikrofone benutzt wurden...

    Um breite im Mix zu erzielen ist die Dopplung das Richtige, aber nicht die Mehrfachmikrofonierung. Je unterschiedlicher R/L ist, je breiter klingts. Die Dopplungen haben echte Unterschiede in der Spielweise, Timing und Anschlagdynamik, nicht nur bloss in der Klangfarbe. Wenn du ein echt breiten Mix willst, darfst auch das Arangement nicht ausser acht lassen. (Es wäre zB möglich, dass die beiden Gitarren etwas komplett unterschiedliches spielen. Als extrem Beispiel: Eine spielt nur Onbeats die andere nur Offbeats. Das klingt dann richtig breit:D (aber fraglich ob sowas zum Song passt^^)
    Oder für die Dopplung kann man rechts/links komplett unterschiedliche Verstärkereinstellungen vornehmen. Es steht nirgendwo geschrieben, dass man immer die selben Einstellungen R/L haben muss;)
    Das ist halt alles auch eine Frage des persönlichen Geschmacks.
    Dabei lohnt es sich echt, mal selber bisschen zu experimentieren.

    Ich könnte mir vorstellen, dass die Presets von denen du sprichst, die die beiden Mikrofonsignale automatisch nach links/rechts pannt, dass das eigentlich nicht als "Stereosignal" gedacht ist, aber nach links/rechts gepannt wurde, damit man die Signale einfacher auf zwei Monospuren splitten kann, damit man sie unabhängig voneinander EQen und komprimieren kann. Eigentlich wäre aber angedacht, dass man die Spuren anschliessend wieder zusammenlegt... (vermute ich mal)
     
  5. JerryWestside

    JerryWestside Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.11.16   #5
    Vielen Dank für die vielen hilfreichen Antworten!

    Ihr habt mir auf jeden Fall deutlich weitergeholfen. Das einzige, wo ich noch bisschen ratlos bin, ist die Geschichte mit den Phasen. Aber da werde ich mich nochmal einlesen

    Danke auf jeden Fall!
     
  6. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.11.16   #6
    Hallo,
    bin zwar etwas spät dran, aber dennoch mein Senf dazu :)
    In der ersten Variante werden die Gitarren in der Mtte "kleben" und in der zweiten sich in Teilen gegenseitig auslöschen.
    Die erste Variante könntest Du vermutlich elegant durch eine M/S-Matrix auflösen (ist etas Aufwand und dennoch würden die Gitarre mittig bleiben es sei denn, du bringst händisch eine Verzögerung von max. 30Ms rein) und in der zweiten Variante könnte das Drehen der Phase vermutlich in Teilen das Problem lösen.
    Im Grunde beschreibst Du ja ein Problem, das auch bei realer Mehrfachmikrofonierung auftreten kann, nur halt in Deinem Fall eben virtuell.
    Grüße
    Markus
     
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