E-Violine selber bauen Carbon

von newbie71, 12.02.18.

  1. newbie71

    newbie71 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.18   #1
    Hallo zusammen,

    ich habe mich hier angemeldet, weil ich mir in den Kopf gesetzt habe eine e-Violine selber zu bauen. Ich werde die E-Violine nicht selber spielen weil ich es nicht kann, sondern weil es eine Überraschung für meine Tochter werden soll.
    Klar könnte ich eine E-Violine fertig kaufen, diese wäre auch wahrscheinlich billiger, als das was ich zusammen bauen werde.

    Ich bin von Beruf kein Schreiner oder Instumentenbauer, sondern mein Betätigungsfeld ist in der IT-verankert. Aber das Projekt ist schon ein bißchen vorangeschritten, d.h. es ist mehr als nur eine Idee.

    Eckpunkte die ich für meine E-Violine zu Grunde gelegt habe, sind, es soll eine 4/4 E-Violine werden, Material Carbondruck aus dem 3D Drucker. ich habe diesbezüglich etwas länger herum recherchiert, es gibt auf dem Markt mitllerweile
    namhafte Hersteller von E-Violinen die Polycarbonat und ähnliche Kunstoffe für den Korpus verwenden. Ich habe jedoch vom aussehen her so etwas wie eine Mischung aus Stradivari und Steampunkt im Kopf gehabt, also nichts was man
    als solches fertig kaufen könnte.

    Ich habe mich darauf konzentriert den Korpus so zu designen bzw. zu zerlegen das er in einem gängigen 3D Drucker gedruckt werden kann. Das Ergebnis sind 7 Teile die man drucken muss. Unterschied zu den im I-Net auffindabren Anleitungen
    das meine E-Violine nicht geklebt sondern komplett Titan-Schrauben zusammengeschraubt ist. Die Teile wurden aus dem Material ColorFabb XT-CF20 hergestellt, ansonsten habe ich noch Onyx’s micro-carbon, kevlar-CFF und Carbon-Fiber Nylon Composite 12CF in Betracht gezogen.

    Durch den Violinenhals geht eine 8mm und 320mm Carbon-Rundstange um genügend Steiffigleit bei geringem Gewicht zu geben.

    Der ganze Korpus wiegt zusammengeschraubt an die 520 gr. es gibt noch Optimierungspotenzial da ich mit 50% Infill gedruckt habe, würde ich den Infill beim drucken auf 35% reduzieren dürfte ich schätzungsweise bei 420-450gr. landen. Mit
    Onyx’s micro-carbon wären nochmals 10-15% Gewichtsersparnis möglich. Da mir das Thema Wirbel etc. zu Aufwendig, und mit Funktionproblemen, Beinträchtigungen behaftet schien, habe ich einen stillbruch gemacht, hier kommt der Steampunk zum tragen es kommen jeweils 2 linke und 2 rechte Gittarren Pegs von "Gibson USA SG Fusion" zum Einsatz.

    Der Korpus muss nach dem Druck klassich nachbearbeitet werden: schleifen, füllern, etc.

    Da die Carbonteile sehr saughfähig sind, habe ich folgendes gemacht. Ich habe alle Teile mit 400,600,800 Körnung bearbeitet danach mit 2k epoxy Resin L ge-primert nachdem trocknen, wieder geschlieffen und mit epoxy geprimert das alles so 3x
    den letzten Schliff habe ich dann mit 1200 und 2000 Körnung im Nasschlief gemacht. Momentan sind die Teile nicht grundiert oder lackiert, meine Überlegung ist es die E-Violine mit schwarzen und weißen Klavierlack zu lackieren, und dann noch einmal mit einem
    Keramik-Klarlack zu versiegeln


    Der Rest der Teile sehen wie folgt aus:

    - Pirastro Passione 4/4 violin Saiten
    - Aubert Violin bridge de Luxe 4/4 bzw. violin bridge 4/4-Violine, Josef Teller 1891 * klassich und ein piezoabnehmer unter der Brücke
    oder eineL.R.Baggs Violin Pickup
    - preaamp -> BQLZR Electric Violin Silent EQ Pickup Piezo identisch mit DN Electric Violin Silent EQ Pickup Piezo



    Über Ideen und Anregungen würde ich mich sehr freuen. Gibt es vielleicht noch Sachen die ich gänzlich vergessen habe
     

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  2. Garfield1978

    Garfield1978 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.18   #2
    Geil. :great: Abonniert.
     
  3. peter55

    peter55 A-Gitarren, Off- & On-Topic Moderator HFU

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    Erstellt: 12.02.18   #3
    Willkommen im Forum!

    Sehr interessantes Projekt :great:
     
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  4. robbert

    robbert HCA-Geige HCA

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    Erstellt: 12.02.18   #4
    Hallo @newbie71 und herzlich willkommen.

    Tolles Projekt, Respekt. :hail: So etwas würde ich mir nicht zutrauen.

    Wenn das Instrument auf die Bühne gehen soll, würde ich evtl. noch die Möglichkeit einplanen, dass ein Funksender unauffällig im/am Instrument befestigt werden kann. @GeiGit hat damit auch gute Erfahrungen gemacht.

    Halte uns mal auf dem Laufenden und weiterhin gutes Gelingen.
     
  5. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

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    Erstellt: 13.02.18   #5
    :cool:es Projekt, muss ich mir mal in Ruhe antun :)

    Schon jetzt @newbie71 vielen Dank für`s Teilen!

    Spontan fällt mir ein, dass es von Fishman doch den in den Steg eingelassenen Piezo gibt:
    [​IMG]
     
  6. newbie71

    newbie71 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.18   #6
    Danke,

    für den positiven Feedback, ich habe daran gearbeitet die Führungen für die Saiten frei zu bekommen, da diese bei Druck nicht durchgangägig gedruckt werden konnten, die Crux die Führungen machen eine Bogen im Hals so zu sagen einen Halbkreis. Jetzt sollte man Zahnarzt sein und diese Bohrer zur Wurzelbehandlung haben :-). Ich habe mir mit einem Edelstahldraht 0,5mm beholfen . Zuerst geschaut das die Führung durchstossen, freigänging gemacht wurde, danach zwei Drähte verflochten, 4 Drähte verflochten, um die Führungen zu säubern, aufzuweiten.

    im letzten Bild ist die Carbonstrebe die als Versteifung des Fingerbretts/ Geigehalses dienst zu sehen
     

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  7. robbert

    robbert HCA-Geige HCA

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    Erstellt: 13.02.18   #7
    So einen habe ich auch noch von meiner „Versuchsreihe“.
    Dieser Abnehmer ist speziell für die akustische Violine gedacht. Durch seine Platzieruung nimmt sowohl die Schwingungen der Saiten als auch den Körperschall des Korpus auf.
    Ich glaube, man kann nur ausstesten, wie er sich als reiner E-Violinen-Pickup macht.
     
  8. newbie71

    newbie71 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.18   #8
    Hallo,

    ich hatte ja schon geschrieben das ich diverse Überlegungen wegen der Brücke bzw. dem Pickup gemacht habe, Aubert Violin bridge de Luxe 4/4 bzw. violin bridge 4/4-Violine, Josef Teller 1891 * klassisch.
    Ich habe hierfür den kompletten Josef Teller Brücken Katalog studiert. Hilfreich waren hierbei auch Zeichnungen und auch Vorlagen für Brücken, aus diesem Grund habe ich mich entschieden zuerst eine selbstgebaute
    Brücke anzufertigen. Wobei ich dann bei folgenden Skizzen gelandet bin. Daraus habe ich dann ein 3D Model erstellt und im 3 Drucker hergestellt. Wenn alles passt so wie ich es mir Vorstelle kann ich auf die beiden Brücken von Aubert oder Josef Teller zurückgreifen. Ich muss noch herausfinden was die optimale Höhe der Brücke für die Violine ist deswegen treibe ich diesen Aufwand.

    Die letzten beiden Bilder zeigen meine gedruckte Brücke und das Piezo-Element.
    --- Beiträge zusammengefasst, 13.02.18, Datum Originalbeitrag: 13.02.18 ---

    Die hatte ich auch schon im Auge. Zudem gefiel mir auch der L.R. Baggs Pickup für Violine

    L.R.Baggs Violin Pickup.jpg

    was jedoch erst in Fragen kommt wenn ich die korrekten Höhen ermittelt habe die benötige
     

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  9. newbie71

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    Erstellt: 13.02.18   #9
    Hallo,

    so ein paar Bilder den die sagen mehr als tausend Worte.

    Einmal der eingelassene Piezo Pickup,

    20180213_102201.jpg

    die Kabelführung durch den Korpus,

    20180213_102218.jpg

    die aufgesetzte Brücke auf dem Piezo-Pickup

    20180213_102407.jpg

    und die Saitenspanner aka Wirbel-Ersatz
    20180213_103956.jpg
     
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  10. robbert

    robbert HCA-Geige HCA

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    Erstellt: 13.02.18   #10
    @cello und bass
    Sorry, ich habs im Wartezimmer (und ohne Brille) verwechselt: Ich hab den LR Baggs; und mich dann für den Barcus Berry entschieden.
    Den Fishman hatte ich nur auf dem Plan B.
    Meine Bedenken sind bei diesen Stegabnehmern auf einer reinen E-Violine, dass eine wichtige Komponente fehlt: Der Körperschall.

    Was ist das für ein Teil? Kannst du ihn näher beschreiben? Wo gibts den denn?

    Ist es dein Plan, PiezoPickup UND Stegabnehmer zu verwenden? Oder probierst du zuerst nur deinen PiezoPickup aus?
    (wenn beide verwendet werden, hätte ich die Befürchtung, dass es zu "Ausslöschungen" kommen könnte)
    @GeiGit hat doch auch schon mal mit 2 Piezos experimentiert, wenn ich mich recht entsinne....
     
  11. newbie71

    newbie71 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.18   #11
    Nein ich werde nicht beides verwenden. Mein erster Gedanke ist das Piezo-Pickup unter der Brücke, ich bin jedoch noch am testen welche Brücke am besten passt, final soll es dann eine Josef Teller wahrscheinlich werden,
    ich habe meine Violine ohne Vorlage konstruiert weshalb ich nun die Brückenhöhe ermittlen muss.

    Die Piezo-Abnehmer gibt es bei Chinesen Groshandel im 10er Pack wenn man es nicht eilig hat ansonsten auch bei einschlägigen Versandhäusern, bei amazon ist das Teil für knapp 10-15 € erhältlich
     
  12. Stollenfiddler

    Stollenfiddler Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.18   #12
    Der Steg (Brücke) wird ganz am Ende an das Instrument angepasst, einerseits müssen die Stegfüße Plan auf der (üblicherweise gerundeten) Decke stehen, andererseits ist über die Oberseite die Saitenlage zu justieren. Je höher die Saitenlage ist, desto mehr Druck kommt auf den Steg, was bei Piezos oft gut ist. Wird die Saitenlage zu flach, schlagen die Saiten bei lautem Spiel am Griffbrett an. Flache Saiten spielen sich viel angenehmer. Ist die Saitenlage zu hoch, wird das Instrument in den höheren Lagen unspielbar. Dazu kommt, dass Instrumente unter dem Saitenzug auch noch ein wenig nachgeben können, dieses bei der Carbongeige zu berechnen braucht das 3D-Plugin "Glaskugel_Deluxe4.2" :-)

    Mit anderen Worten: heb dir den Steg für den Schluss auf und freu dich auf ein paar Stunden mit Feile und Schleifpapier.
     
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  13. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.18   #13
    Welche Abnehmer meinst du denn?
    Kannst Du mal ein Bild hier reinstellen?
    Letzten Endes werden E-Geigen oft mit einem flachen, durchgehenden Abnehmer (der nur ein Piezoelement enthält) abgenommen. Er liegt in einer Kunstoffwanne, deren Wände so hoch sind, dass sie auch die Stegfüße noch positionieren. Die Wanne selbst ist auf der Unterseite ebenfalls flach und liegt in einer Nut in der Geigendecke.
    Deshalb brauch man einen Steg, dessen Füße dick genug sind um an eine plane Aufstellfläche angepasst zu werden.
    Hier mein selbst gebauter Steg meiner E-Geige:

    Im Gegensatz dazu benötigt man einen Piezo für eine Geige mit normaler Deckenwölbung:
    Ein Piezo unter jedem Fuß, also zwei Piezos, ergeben leider Auslöschungen. Das hatte ich jahrelang:

    Gründe und Erfahrungen kannst Du in meinen Reviews und Workshops zu diesen Themen nachlesen:
    E-Geige mit Funk-Einbau, Twin Spot & Big Shot Geigentonabnehmer, Krawattenmikro, Saitenhalter
     
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