Edelstahlbünde: Pro und Contra

von Plektomanic, 17.03.19.

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  1. Plektomanic

    Plektomanic Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #1
    Dachte mir , das könnte man doch mal diskutieren :
    Warum sind in den meisten Gitarren /Bässen Nickelbünde verbaut und nicht von Anfang an Edelstahl , btw eine legierung (Nickelstahl)

    Ich hab vor zwei Jahren meine Alte durchgespielte Roadworn Pleken lassen und dann gleich nach rücksprache mit Edelstahlbünden Ausstatten lassen.
    Das Ergebnis gefällt mir Sehr . Vor allem muss man nicht alle paar wochen schauen wie tief die Rillen geworden sind ..für Vielspieler sind Nickelbünde doch geradezu Suboptimal , da man bei Neubundierungen ständig Material verliert (Muss ja abgeschliffen werden das Griffbrett etc.)
    Genau bei den Akustischen ...ich meine ich Drücke nur soviel wie nötig ist und spiel wirklich nicht wie eine Schraubzwinge , Trotzdem , die relativ schmalen Bünde sind bei Vielspielerei relativ schnell durch ..ich mag einfach das Gefühl von neuen Glatten , Perfekten Bünden .

    Gross einen Klang , oder Sustainverlust /Charakter hab ich bei der Roadworn nicht gemerkt ..gut Trocken gespielt "scheppert" es weniger . alles klingt sauberer , was doch eigentl. ein Vorteil ist ..
    Also WARUM machen die nicht von Anfang an solche Wiederstandsfähigen Bünde ins Griffbrett ? Btw. Warum gibt es da keine Entwicklung zu neuen Materialien (Titan Bünde müssten doch ROCKEN !)
     
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  2. stahlsaiter

    stahlsaiter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #2
    Guten Morgen,

    ganz einfach;
    ...die Historie gibt dies vor. Die damaligen Maschinen konnten die weichen Legierungen besser umformen. Edelstahl benötigt solide Werkezeuge, der Umformprozess benötigt mehr Energie. Nickel, Messing , bzw. Rotguss Zinn/Kupfer Legierungen sind einfach weich, bieten ein tolles Fliessverhalten, die Bauweise eines Bunddrahts (eher) abstrakt. -> denken wir mal 50-100 Jahre zurück. Edelstähle reagieren beim Bearbeiten stark auf thermische Beanspruchung, Umformen, Reibwärme, usw... Außerdem war es einfach nicht so üblich mit modernen Legierungen zu arbeiten und daher hat sich dieser Werdegang des Bundstäbchens so ethabliert.

    Mittlerweile ist die Maschinentechnik etwas weiter, darum erscheint Edelstahl öfters. Edelstähle sind ebenso moderne Materialien. Diese Legierungen gab es auch damals schon in ähnlicher Weise, wurden nur sehr viel seltener verwendet. Suche dich mal einen Edelstahlhandlauf in einem Altbau... Quasi nicht vorhanden.

    Vorteile sind wohl der Oxidationsschutz, Langlebigkeit und die gute Zugfestigkeit. Nachteile sehe ich persönlich gar keine. Auf klangliche Vorstellungen möchte ich nicht eingehen, das sind für mich eher Glaubensangelegenheiten ;]

    VG BEN
     
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  3. Captain Knaggs

    Captain Knaggs Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #3
    Auf meiner Knaggs sind "vintage" Style Bünde darauf. In einem Interview gab Joe Knaggs an, dass er diese wegen des Tons verbaut und bewusst auf Edelstahl verzichtet.
    Meine Bünde sind inzwischen sehr stark heruntergespielt und müssen dringend abgerichtet werden, da ich schon starkes Saitenschnarren habe.
    Sobald mal eine Neubundierung ansteht, werde ich definitiv auf Edelstahl wechseln, da mich der Verschleiß nervt;)
     
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  4. Markusaldrich

    Markusaldrich Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #4
    Ich bin auch ein Freund von Edelstahlbünden. Das habe ich jetzt bei zwei Gitarren machen lassen und für mich ist auch das Spielgefühl besser geworden. Von der Haltbarkeit ganz abzusehen. Ich denke, es wird in der industriellen Produktion nicht gemacht, da die Werkzeuge dann schneller verschleißen und dadurch die Kosten in die Höhe getrieben werden.
     
  5. TE335

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    Erstellt: 17.03.19   #5
    Ich glaube ich hatte das schon mal geschrieben: es sind keine Nickelbünde, sondern Neusilber, eine Legierung, die Nickel enthält, bis max 25%. So kann aber auch Edelstahl eine 2stellige Prozentzahl Nickel enthalten. Das mal zur Erläuterung, es sind keine Nickelbünde.

    Eher müsste man von Kupferbünden sprechen bei über 50% Anteil.
     
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  6. stahlsaiter

    stahlsaiter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #6
    Kannst du dazu technische Daten zeigen? Interessiert mich. Kennst du die Werte bei Sanko Bunddraht 6105 zufälliger Weise und ist dieser baugleich mit Dunlop? Soweit ich weis ein japanischer Draht.

    VG und Danke
    Ben
     
  7. TE335

    TE335 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #7
    Neusilber kannst du googeln.
    Reines Nickel wird nur in Laboren verwendet oder bei Katalysatoren, es wäre zu weich für Bünde und hätte in reiner Form zu starke allergene Eigenschaften.
     
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  8. Plektomanic

    Plektomanic Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #8
    Stimmt , ich wusste dass es andere Werkzeugköpfebraucht , die mit dem härteren Material umgehen können ,das erklärte mir damals auch der nette und Kompetente Thomann Mitarbeiter
    So auch bei mir , und Vester , ein Mod hier macht sich sogar selbst Edelstahlbünde in seine Instrumente (was ich mich nicht trauen würde )
    --- Beiträge zusammengefasst, 17.03.19, Datum Originalbeitrag: 17.03.19 ---
    Eben , Meine Roadworn klingt immer noch wie eine Strat ..
     
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  9. DirkS

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    Erstellt: 17.03.19   #9
    Spannendes Thema! Ich bin ja etwas Superstrat-lastig unterwegs, auf vielen von denen sind Jumbos von Dunlop (6100 o.ä.) montiert. Die sind schon nicht schlecht, aber wer täglich 1 Stunde spielt, muss etwa nach 5-10 Jahren wechseln. Da wäre Edelstahl von vornherein, zumindest als Option beim Neukauf, besser.

    Aber auch die einzelnen Hersteller unterscheiden sich stark. PRS verwendet für die teuren Cores (die USA-Modelle Custom, McCarty, Studio, 513 etc.) zwar keinen Edelstahl, aber eine viel härtere Legierung als üblich, die Bünde halten ungleich länger als bei Fender, Gibson und Co. Selbst bei z.B. 1985er Customs wird man da kaum jemals auf abgenudelte Bünde stoßen. Vielleicht ein guter Kompromiss, aber leider auch teuer bezahlt.

    Gegen Edelstahl spricht wahrscheinlich nur, dass dieses Material extrem schwer zu verarbeiten ist. Der Gitarrenbauer meines Vertrauens flucht jedesmal wie ein Rohrspatz, wenn ein Kunde diese Option möchte...^^
     
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  10. TE335

    TE335 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #10
    Thomann verlangt auch etwas mehr Geld bei Edelstahlbünden, am Materialpreis kann das aber nicht liegen - wird die Bearbeitung sein.
     
  11. Meik1970

    Meik1970 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #11
    Also besser möglichst viele Instrumente besitzen, und die dann täglich tauschen :evil:
    Dann mache ich schon mal alles richtig :D

    Spaß bei Seite...
    Edelstahlbünde klingen anders und sind deutlich teurer.
    Ist Geschmackssache ..

    Gruß
    Meik
     
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  12. stahlsaiter

    stahlsaiter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #12
    Ich habe nie die genauen Legierungsbestandteile bei Bünden erforscht, das mache ich im Job und zu Bundstäbchen habe ich kein Tabellenbuch... grins...Mit den Herstellerangaben kann man wenig anfangen, Nummern und Namen,,, da interessieren mich eher technische Daten. Gibt es diese denn irgendwo? Damit meine ich jetzt keine Kommentare aus US Foren.

    Bisher ging nie eine meiner Gitarre zur Neubundierung. Wie auch? Als Hobby- und Nichtbandmitglied sowieso schwierig, gerade wenn man mehrere Gitarren besitzt und sich auch mal von einer trennt im Laufe der Jahre.

    Meine Fender Stratocaster spielt sich mit Sanko 6105 hervorragend, die Finger gewöhnen sich aber doch an fast alles, Zumindest bei mir, sofern der Hals angenehm liegt. Sehr weich empfand ich den Bunddraht bei einer Japan Strat aus den 90ern.
     
  13. Plektomanic

    Plektomanic Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #13
    Danke für die Erklärung ! :great:
     
  14. MightyZarg

    MightyZarg Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #14
    Für mich hat Edelstahl keine Nachteile. Nur den Vorteil, dass es viel länger hält und man nicht so oft nachpolieren muss. Da lohnt sich ein erhöhter Anschaffungspreis auf jeden Fall.
     
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  15. DH-42

    DH-42 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #15
    Sehe ich auch so: Wenn ich die Wahl habe, nehme ich Edelstahl. Den leicht anderen Ton kann man wenn nötig problemlos an anderer Stelle ausgleichen. Dafür halten die Bünde ewig und spielen sich angenehm.
     
  16. Talentfrei

    Talentfrei Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #16
    Rein betriebswirtschaftlich betrachtet würde das Instrument dadurch teurer werden ohne das die große Mehrzahl der Käufer einen Vorteil dadurch erkennen würde. Wenn man sieht wieviele zum Teil sehr alte Instrumente auf dem Gebrauchtmarkt sind, die noch die Orginal Bunddrähte haben aber quasi keine nennenswerten Abnutzungsspuren zeigen, scheint das ja die richtige Taktik der Hersteller zu sein.

    Das ich persönlich es auch wie Du besser fände, ist ein anderes Thema.
     
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  17. OldRocker

    OldRocker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #17
    Hi,

    dazu muss man aber auch bemerken, dass viele dieser alten Instrumente dann wohl nicht viel gespielt wurden-teilweise auch aus dem selben Grund warum sie verkauft werden-weil sie wohl doch nicht so gut sind...

    Meine Strats wurden je schon mindestens 2mal bundiert die Western schon 3 mal....und sind eigentlich alle schon wieder fällig.Trotzdem hab ich mich nie getraut Edelstahl draufzuschnallen...naja.

    Also ich könnte keine meiner Gitarren gebraucht mit guten Bünden verkaufen...

    Gruss,
    Bernie
     
  18. BigKahuna

    BigKahuna Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #18
    Hm,
    wer schon mal Titan bearbeitet hat würde den Auftragsgeber wohl nicht nur verfluchen sondern eventuell auch körperliche Gewalt anwenden. :D

    Mindestens doppelte Werkzeugabnutzung gegenüber Edelstahl!
     
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  19. Plektomanic

    Plektomanic Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.03.19   #19
    ..guter Punkt
    Da ist es auch oft die Frage ob es schmalere Bünde sind , oder Jumbo , die breiteren Bünde sind da robuster , meine olle ESP /Ltd lässt sich imer noch super bespielen .
    Ja , Titan ist da eben eine Ansage , aber Saitenreiter für die Strat aus dem MAterial hatte ich mal überlegt zu verbauen
    Kann mir auch vorstellen dass das eben dann auch zu hart für das Griffbrett wäre ..
     
  20. hack_meck

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    Erstellt: 17.03.19   #20
    Ja, ca. Faktor 5 bei der benötigten Zeit und dem benötigten Kraftaufwand + Werkzeugabnutzung. Im Long Run ist es aber definitiv billiger, als 3-4 Neubundierungen in der Lebensdauer des Instrumentes.

    Mach ruhig mal ... meine Tom Anderson mit Edelstahlbünden ist die Gitarre die am meisten nach Strat (Ideal - mein Ideal) klingt ... Die Bünde verhindern dies also nicht ;). Ich habe auch noch eine Ibanez AZ und eine weitere Tom Anderson Superstrat. Bei beiden fühlt sich das völlig ok an. Der einzige Nachteil wäre wohl, dass ich mit den 3 Instrumenten eigentlich genug Gitarren für meine "Restlaufzeit" hätte - aber viel zu gerne kaufe um nicht auch andere Gitarren zu probieren. Das jedoch ein Fall für einen anderen Thread.

    Ibanez ist mit der AZ Serie jetzt grade den Weg gegangen und macht ab Werk bei einem Produkt in der 1300 & 2000 EUR Klasse Edelstahl drauf. Bei der Entwicklung der Serie haben sie ja viel mit den "Playern" zusammen gearbeitet und von denen war die Ansage eindeutig.

    Für mich - muss nicht nicht drauf sein, wenn ich mal eine runter spiele, lasse ich sie machen .... darf aber ruhig, weil klingt gut .. und fühlt sich gut an.

    Gruß
    Martin
     
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