[Effekt] DIY - MEK Zehndrive-Clone

von Stratspieler, 16.12.18.

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  1. Stratspieler

    Stratspieler Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.12.18   #1
    Hallo zusammen,

    Winterzeit ist Bastelzeit.

    Und in Anlehnung an diesen Link, den ich jetzt nicht ausbuddeln wollte, habe mir nun auch mal den Bausatz geleistet. Ich habe ihn "on stock", also ohne nachträgliche Modifikationen aufgebaut.

    Für alle, die es noch nicht wissen: hergestellt und geliefert wird dieser Bausatz von UK-electronic.


    Ansichten

    Der Aufbau ist problemlos, das Löten geht bei mir allerdings nur noch mit Augenlupe. Ein temperaturgeregelter Feinlötkolben ist sinnvoll. Hat man keinen, so wie ich, dann geht es auch mit einem hundsordinären ungeregelten 25-Watt-Weller. Allerdings habe ich dem Lötkolben eine extra Feinlötspitze zurechtgeschliffen. Vielleicht brauche ich sie ja nochmal irgendwann.

    Ich war zu faul zum Lesen der Stückliste (dort steht's "wie" nämlich genau drin) und habe den mit einem Pfeil markierten Elko fälschlicherweise stehend statt liegend eingebaut...

    DSC05509.JPG

    ...mit dem Ergebnis, dass der aufgeschraubte Gehäuseboden nun ziemlich heftig auf die Platine drückt. Steht ja sogar auch auf der Platine... :embarrassed:

    OK, der neue Elko ist da und ich habe ihn ausgetauscht. So schaut's aus:

    DSC05515.JPG

    Da ich weiterhin faul bin, habe ich einfach die in der Anleitung stehende Bohrschablone als Frontplatte genommen. Verwendet man das vorgebohrte Gehäuse, so passt das Kreuz nicht, denn die blaue LED liegt etwa 11 Millimeter tiefer. Mich stört's nicht, dass man das Kreuz sieht: Du meine Güte, wenn man denn irgendwann wirklich unbedingt will, kann man sich ja was Feines dazu ausdenken und anfertigen (lassen).

    Reglerknöpfe lagen in der Gruschdelkiste. So sieht der Zehndrive aus:

    DSC05505.JPG


    Links

    Über diesen Bausatz, dessen Regler und seine Wirkungen und schlußendlich seinem Sound ist schon viel und auch Gegensätzliches geschrieben worden. Hier beispielhaft nur ein paar Links dazu:

    Guitartest bei Diet

    oder hier:

    Musiker-Board

    oder hier:

    Aussensaiter

    oder selbstverständlich auch hier:

    Youtube der Testlink, wo UK-electronic das Pedal vorführt.


    Warum

    Warum habe ich mir den Bausatz gekauft? Angefixt war ich aufgrund dieser Site.

    Der Sound der Strat an einem Blues Junior und dann das ganze mit dem Original Zendrive??? Hm, klingt lecker! Jaaa, ich weiß - Ein Bausatz wird in der Regel nie so klingen wie das Original, aber Leute, bitte! Vergleicht einfach doch mal die Preise...

    Auf die Funktion der Regler im Sinne einer Bedienungsanleitung möchte ich nicht weiter eingehen. Die Links oben beschreiben alles zur Genüge.
    Hier nur ein paar zusätzlichen Anmerkungen.


    Anwendung

    Auch wenn es banal ist, aber zunächst einmal sollte man sich gedanklich davon lossagen, dieses Pedal mit dem Original klanglich vergleichen zu wollen. Man hat hier ein Overdrive-Pedal vor sich, welches gewisse Namensähnlichkeiten mit einem bekannten Original hat. Mehr nicht.

    Vor einem nur feingeistig clean vor sich hin köchelnden Amp bringt das Pedal meiner Meinung nach wenig bis nichts. Klar, man kann mit den Reglern spielen, aber schnell ist der Overdrive kratzig oder man kommt in einen Bereich, wo das Pedal letztendlich beginnt, stark zu rauschen (was es eben auch kann...). Insbesondere dann, wenn Gain und Level zu weit aufgerissen werden. Warum? Einfach weil der Amp noch nicht von sich aus sättigt und man versucht krampfhaft, den Zerrgrad nur aus dem Pedal zu generieren. Wofür es aber meiner Meinung nach nicht da ist, auch wenn es sehr hohe Level-Reserven hat. Hier taugt es gut als cleaner Booster, aber nur dann, wenn der Amp nicht allzu dünn voreingestellt ist.

    Wenn man aber das Pedal an einen Amp hängt, der bereits schon kurz vor der eigenen Sättigung steht (idealerweise Röhre kurz vor der Übersteuerung), dann geht damit richtig die Post ab. Dann fettet das Pedal den Ton an, dann kann man Sustain generieren und erst dann greifen bzw. wirken die Regler richtig gut bei vergleichsweise klasse Zerre. Man muss nicht in den Rauschbereich des Pedales zu gehen - einfach weil das gar nicht notwendig ist, wenn der Amp bereits gut sättigend voreingestellt ist. Von schönem Anzerren bis heftiger Dreck oder "Bratsound" ist jetzt alles dabei.

    Überflüssig, es zu erwähnen: Bei Humbuckern "kommt" das Pedal schneller, als es bei klassischen Singlecoils der Fall ist...


    Fazit

    Ein eigenständiges und flexibles Overdrive-Pedal. Feines Ding für das Geld. Nachbau empfohlen! :great:
     
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  2. Marschjus

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    Erstellt: 18.12.18   #2
    Ich habe auch schon ein paar Bausätze von UK gemacht und kann finde die auch wirklich gut gemacht.
    Hast du den direkten Vergleich oder ist es eher eine Vermutung? Gerade bei dem Thema scheiden sich ja die Geister.
    Manch einer meint es klingt fast der gar genau so andere empfinden das anders.

    Gruß Marcus
     
  3. Stratspieler

    Stratspieler Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.12.18   #3
    Hallo Marcus,

    einen Vergleich kann ich mangels Original nicht machen. Leider, denn das täte mich schon sehr interessieren. Daher

    a) bin ich auf's Schriftliche angewiesen.

    Hier traue ich zum Beispiel Diet (Link oben) einen objektiven Vergleich zu, den er auch enttsprechend formuliert niederschreiben kann. ABER: Wenn Uwe zum Beispiel in seinem Bausatz Bauelemente ändert (Potiwert, andere Kondensatorentypen), dann denke ich, dass man hier mit bereits getätigten, älteren Vergleichen (also mit anderen Bauelementen aufgebauten Zehndrives) und dessen klanglichen Resultaten vorsichtig sein sollte. Wie heißt es so schön: Änderungen im Sinne des technischen Fortschrittes vorbehalten. Und die subjektive Wahrnehmung kommt ja eh' immer mit dazu.

    b) gehe ich grundsätzlich erst eimal auf "Los" und schreibe, dass man sich lieber hüten sollte, per se mit dem Original zu vergleichen.

    Solche individuellen gedanklichen "Voreinstellungen" können nämlich so ein Bastelprojekt von vornherein scheitern lassen: Eh, klingt nicht wie das Original, ist ja n' Scheißbausatz... Diese Richtung vom Original hin zum Bausatz wäre meiner Meinung nach falsch, da die Unvoreingenommenheit weg ist. Wenn überhaupt, dann ist eine Richtung andersherum besser, nämlich vom Bausatz hin zum Original: Ich habe mir einen Bausatz aufgebaut uns getestet, aha, der klingt erst mal klasse. Und nun schaun' mer doch mal, ob überhaupt oder wie nahe er dem propagierten Original kommt...
     
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  4. mix4munich

    mix4munich Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.12.18   #4
    Vor ein paar Jahren habe ich mir von Uwe einen ZehnDrive anfertigen lassen, den Umgang mit ihm kann ich nur empfehlen, sehr freundlich, nett und schnell - einen direkten Vergleich zum "Oginol" habe ich hier nicht, aber ein Mitmusiker einer früheren Band hatte damals das Original, um damit einen Boogie, der kurz vor dem Crunchen eingestellt war, noch etwas härter anzublasen. Das klang damals sehr gut, soft, weich und elegant, und mein Modell klingt jetzt nicht großartig anders, obwohl ich es zuerst vor einem Transistor-Amp einsetzte.
     
  5. bluesfreak

    bluesfreak Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 18.12.18   #5
    Das Zendrive hab ich auch schon gebaut und ich finde es kommt mit SCs besser zurecht als mit HBs: Ich hab meines damals in der Pedalboardgruppe verwichtelt, sollte also mal eines in einem Sparkle White lackiertem Gehäuse mit Rainbow LED irgendwo auftauchen...das war meines ;)
     
  6. Stratspieler

    Stratspieler Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.12.18   #6
    Jo, geht mir zurzeit ganz genau so. Mit Humbuckern - ok, da investiere ich weniger Zeit mangels Interesse - die bringen mir mit dem Pedal eben den (man wird mich hoffentlich nicht gleich steinigen) typischen, alles erschlagenden "Einheits-Bratsound". Am Steg kommt da ein Epiphone genauso bratend rüber, wie ein Gibson 57' Classic.

    Bei den Singlekeulen gefällt mir hingegen, dass das Pedal nicht nur den unterschiedlichen Charakter der Pickups so lässt, sondern dazu eben auch den Sound des jeweiligen Amps mit einbezieht.
     
  7. lmkv15

    lmkv15 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.12.18   #7
    --- Beiträge zusammengefasst, 21.12.18, Datum Originalbeitrag: 21.12.18 ---
    Hi,
    danke für das ausführliche Review. Aufgrund deines Threads werde ich jetzt wirklich mal bei dem Template das Kreuz für die LED oberhalb wegnehmen.

    LG Uwe
    --- Beiträge zusammengefasst, 21.12.18 ---
    bitte schön. Wünsche allen eine Frohe Weihnacht und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr.

    LG Uwe
     

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  8. Stratspieler

    Stratspieler Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 21.12.18   #8
    Hallo Uwe,

    ich bedanke mich! Habe das Pedal inzwischen auch am Blues Deluxe getestet und ich bin begeistert. Gefällt mir noch besser als am Blues Junior: mehr Klangvariationen, feinere Einstellbarkeit. Der Blues Junior spielt hier offenbar mehr seine klanglichen Eigenheiten in den Vordergrund, während "Dein" ( :) ) Pedal am Blues Deluxe sich selbst besser darstellen kann: Der BD reagiert hier einfach zurückhaltender, da er weniger spezifisch klingt. Passt wie n' Arsch auf 'n Eimer (und ich habe schon so einige Overdrive- bzw. Zerrpedale durch)! :great:

    Ähm - bist Du Dir sicher mit dem Kreuz? ;)

    Mit besten Grüßen
    Michael

    Und falls wir nichts mehr voneinander hören: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch (meine Güte, ist es denn tatsächlich schon wieder soweit...)!
     
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