[Effekt] Line 6 Helix Stadium (non-XL)

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Review: Line 6 Helix Stadium (Non-XL / „kleine“ Version)​

Ich gehöre zu den ersten, die das Line 6 Helix Stadium in der „kleinen“ Variante erhalten haben, und möchte hier meine bisherigen Erfahrungen teilen.


Ausgangssituation – 10 Jahre Kemper​

Ich habe rund 10 Jahre mit dem Kemper Profiling Amplifier gespielt – zuletzt auch wieder röhrenamp mit klassischen Pedalboard in anderen Bands. Klanglich war ich absolut zufrieden, mit beiden Varianten ;)
Den Kemper habe ich vor allem mit meinen eigenen Profiles in verschiedenen Gain-Stufen genutzt.
Mein Setup war dabei einfach gehalten:
  • Unten auf den Remotetastern: verschiedene Gain-Stufen des gleichen Amp Modells
  • Oben: immer die gleichen Effekte (Tremolo, Zerre, Boost, Delay)
Features wie Morphing habe ich nicht genutzt – nicht weil sie schlecht sind, sondern weil sich für mich persönlich die Bedienung zu wenig intuitiv erschlossen hat.


Der eigentliche Wechselgrund war am Ende der Formfaktor: Head + Remote war für mich einfach nicht optimal. Naheliegend wäre die Stage-Version gewesen, aber das MK2-Update hat mich nicht überzeugt – vor allem in Sachen Workflow und Bediengeschwindigkeit hat sich Kemper in meinen Augen nicht an "die Moderne" angepasst - „Mal eben“ einen Effekt einbauen oder etwas umbauen ist alles möglich, aber über die Drehregler nicht schnell und es fühlt sich dort für mich einfach nicht mehr zeitgemäß an.

Warum das Helix Stadium non XL?​

Die neue Stadium-Reihe von Line 6 wirkte auf mich so, als würde sie viele dieser Punkte richtig angehen. Besonders gereizt hat mich:
  • Modernes Bedienkonzept
  • Modelling: ich habe Kollegen, die auf dem alten Helix geile Sounds haben und super spielen... OBWOHL das alte ja angeblich "schlecht ist", "fizzt" und undynamisch sei. Agoura und die neuen Wandler sollten das alte verbessern - wenn das alte schon so gut ist, habe ich gedacht, dass das neue für mich ausreichend sein wird ;)
  • Zusätzlich angekündigte Proxy-Klon-Engine: hier habe ich dann das beste aus beiden Welten: Einfach zugängliche und verständliche Verstärkermodelle mit bekannten Parametern, und meinen eigenen Amp kann ich trotzdem wieder Klonen :). Ich bin mir sicher, dass das Kloning mindestens so gut wird wie Kemper MK1 (Line 6 hatte lange genug Zeit, sich das anzuschauen und die KI hat krasse Fortschritte gemacht in der Zeit)- da ich mit Kemper MK1 ausgekommen bin, wird das bei dem neuen auch so sein...
  • Kompakter Floor-Formfaktor
  • Angekündigtes "STEM-Feature": das soll mich in Zukunft einen Song in seine Spuren zerlegen lassen, und diese einzeln ausblenden können. Ich kann dann den zu übenden Part für mich ausblenden... da freue ich mich drauf.
Die XL-Version war mir schlicht zu groß. Scribble Strips, integriertes Expression-Pedal und mehr I/O sind nice to have – aber nicht zwingend nötig für meinen Anwendungsfall. Deshalb habe ich bewusst auf die kleinere Variante gewartet, auch wenn die Foren voll davon sind, dass sie Scribble Scripts "unverzichtbar" sind.


Erster Eindruck & Hardware​

Das kleine Stadium ist etwas schmaler, dafür tiefer und etwas höher als die Kemper Remote. Also eine gute Größe, wie ich finde...
Im Gegensatz zur großen Variante fehlen
  • Scribble Strips
  • integriertes Expression-Pedal
  • einige Ein-/Ausgänge
Aber nichts, was mir wahnsinnig wichtig wäre. Die Größe hat bei mir einfach eine höhere Prio...
Im Netz schwören viele auf die Scribble Strips – das hat mich kurz zweifeln lassen. Nach den ersten Tagen kann ich aber sagen: Ich vermisse sie nicht. Die visuelle Darstellung auf dem Display kompensiert das.

Beim Auspacken muss ich aber sagen, dass ich vom Ersteindruck NICHT beeindruckt war. Die Oberfläche fühlt sich und sieht erstmal nicht besonders wertig aus... Habe mich aber dran gewöhnt ;)

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Bedienung​

Kurz: Die Bedienung ist der Hammer.

Ich habe mir vor dem Kauf das Online- Manual angeschaut – danach praktisch nicht mehr. Ein, zwei Videos helfen Umsteigern, die Line-6-Denkweise zu verstehen, aber danach läuft fast alles intuitiv.
Das Konzept unterscheidet sich vom Kemper – die Denkweise ist eine andere, aber es hat nicht lange gedauert, bis sich alles schneller und direkter umsetzen lässt.

Die größte Umgewöhnung ist das, was Line 6 "Snapshots" nennt. Hier habe ich mich langsam herangetastet (und bin noch nicht ganz da) - und um es einfach zu erklären: Snapshots sind Kemper-Morphing auf Steroid... und dies sogar mehrfach. Morphing hat (soweit ich da durchgestiegen bin) nur zwei Parameter Zustände. Dies lässt sich mit dem Stadium super schnell, auch ohne Snapshots, umsetzen - und das gleich mehhrfach:
Ich klicke auf einen Parameterwert, klocke "Controller zuweisen" und einen freien Fusstaster. Jetzt passe ich die beiden Zusatdnswerte an und bin fertig. Das ganze kannich nun ganz einfach mit einem anderen Parameter aber den gleichen Schalter wiederholen und dies so oft ich will.. dann schaltet der eine Schalter gleichzeitig die Zustände von z.B: Amp-Gain, Master Volume, Bass-/Mitten/Tone-Regler, Amp Kanal... Fertig... mega einfach, schnell, intuitiv.
Tippe ich auf den Schalter, wird mir angezeigt, was dieser ändert und in welchen Bereichen.

Ich habe jetzt noch nicht versucht, mit einem zweiten Schalter die gleichen Parameter zu ändern - auf andere Werte... und ich kann mir vorstellen, dass es dann auch unübersichtlich wird... Aber dies wäre dann ein Fall für die ominösen "Snapshots". Diese erlauben, in einem Preset beliebig viele Paramter zu ändern - Parameter sind dabei übrigens auch die An/Aus-Zustände von Effekten.
Kurz: „Morphing“ beim Kemper war für mich nie wirklich greifbar und unübersichtlich. Beim Helix ist das Thema deutlich sowas von logisch :)

Klang​

Ich finds super... schaut euch am besten selber um, aber da ich viel schneller die richtigen Einstellungen finde als beim Kemper, klingt es für mich auch besser... Zudem habe ich mehr spielfreude beim nutzen von Effekten bekommen, da dies so einfach geht. Es geht aber auch wirklich so einfach, dass es nicht von spielen abhält ;)

Ob Proxy die gleiche Rolle für mich spielen wird wie meine Kemper-Profiles, muss sich noch zeigen. Aber allein das Modelling überzeugt bereits.

Das ziemlich gehypte Features"Focus view"... ist nett und nimmt auch tatsächlich Arbeit ab, wenn man sich mit bestimmten Effekten nicht so auskennt. Hat für mch aber nicht den Stellenwert, wie bei den ersten Youtubern, die da voll drauf abgefahren sind... Gerade bei neuen Effekten, ist es für mich aber auch hilfreich gewesen schnell einen brauchbaren Grundsound einzustellen.




Zwischenfazit nach wenigen Tagen​

Was mich besonders überzeugt:
  • Extrem intuitiver Workflow
  • Sound - auch durch Spielfreude beim ausprobieren
Ich freue mich auf die kommenden Features, aber auch ohne diese bin ich sehr angetan von dem Ding :)
Nochmal zum Workflow/Soundsuche... Ich glaube, ich bin tatsächlich eher der Typ für Modelling oder eben für die Profile von MEINEM Amp. Denn: bevor ich meine Profiles selber gemacht habe, habe ich im Kemper deutlich mehr Zeit mit der Soundsuche verbracht als jetzt im Helix: Suche ich einen bestimmten Amp in Rig manager (unter x verschiedenen Namen, weil der echte Amp-Name ja angeblich nicht genutzt werden darf), wird man erschlagen von den Treffern der oder ähnlicher Modelle:
- in verschiedenen Gain-Stufen,
- von verschiedenen Leuten,
- mit verschiedenen Cabs
- für Single/coil oder Humbucker eingestellt
- und von mehr oder weniger begabten Leuten mikrofoniert.
Die wollen dann alle durchprobiert werden, wobei das Ohr immer wieder komisch beeinflusst wird - einfach nur probieren reicht nicht, weil man ja doch immer wieder auf seine Gitarre/Abhöre etc einstellen muss, Reberb an /aus, Effekte checken, etc... (Kann man alles konstant halten, dann hat man aber doch wieder was anderes, als der Ersteller eigentlich wollte)... Das kostet Zeit und ist dennoch nicht zwangsläufig erfolgsversprechend.
Klar gibt es da echte Perlen... aber die finden sich nicht so leicht... Im Helix suche ich das Modell und stelle mitr den Rest schnell selbst zusammen. Das ist FÜR MICH, einfacher und intuitiver...
 
Grund: Bild für Review-Avatar eingebunden
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