[Effekt] - Vox Cooltron Bulldog Distortion

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Schon seit langer Zeit habe ich immer mal vorgehabt, mir mal ein ordentliches Overdrive/Distortion Pedal zu holen - einerseits um meinen Fender Champion 600 eine wenigstens halbwegs ordentliche Zerre (m.M.n. ist der Overdrive des Amps eher bescheiden) zu liefern und zum Anderen (eigentlich auch hauptsächlich deshalb) um meinem Vox AC15 CC1 um einen zweiten Kanal zu erweitern. Als Selbstbelohnung für meine bestandene Gesellenprüfung habe ich mir nach langer Zeit des Wartens und des Zögerns (und durch Forenmitglieder beraten lassens^^) dann letztendlich mehr auf Verdacht die Bulldog Distortion aus der Cooltron-Serie von Vox bestellt. Als das Paket dann nach einigen Tagen bei mir in der Firma ankam, war grad Frühstückspause. Eigentlich hätte ich wahrscheinlich mit dem ausprobieren gewartet bis ich Zuhause bin, allerdings überredete „mein“ Schlagzeuger (der auch gleichzeitig Arbeitskollege von mir ist) mich, das doch mal eben auszuprobieren – lustigerweise ist unser Gesellschaftsraum in der Firma auch gleichzeitig unser Proberaum (es hat schon Vorteile der Sohn des Besitzers zu sein ;)). Also los ging es, Kabel vom Amp (Ac 15) zur Bulldog Distortion, ein grad zur Hand „gehabtes“ 9V-Netzteil eingesteckt und dann wiederrum das Ganze mit der Gitarre (eine dort geparkte Ersatz Jack und Danny Les Paul aus dem Guitar-Abo) verbunden. Als ich den Amp anschaltete, kam erstmal nichts. Erster Schock. Dann gemerkt, dass der Standby noch an war – naja manchmal ist man ja auch ein wenig blöde^^. Also Standby ausgeschaltet und es folgte der zweite Schock. Es brummte (bei eingeschalteten Effekt) und kein Gitarrenton war zu hören. Wahrscheinlich benötigt man (ähnlich wie bei manchen Boss-Geräten) unbedingt das separat zu einem wahrscheinlich nicht allzugünstigen Preis erhältliche Netzteil. Naja, Batterien eingelegt und diesmal ging es dann wirklich los. Leider hatte ich nur wenige Minuten Zeit und eine eher weniger wirklich gute Gitarre zur Hand, allerdings muss ich sagen dass der Ersteindruck schon mal ein sehr guter war. Keine Nebengeräusche, ein geräuschloses Kanalumschalten und ein guter Klang. Das war im Prinzip schon mal auf den ersten Metern das, was ich mir gewünscht und - bei dem Preis - auch erwartet hatte. Trotzdem der Ersteindruck war gut.

Zuhause habe ich das Pedal dann an meinem Fender Champion in Kombination mit meiner Yamaha Pacifica 812V ausprobiert.

Nun will ich das Pedal erstmal beschreiben: Es gibt zwei Kanäle. Einen für (so sagt die Beschreibung) Vintage-Sounds, sprich geringerer, eher rotzige Sounds und einen für moderne Highgain-Sounds. Für die Aktivierung gibt es zwei Schalter. Einer schaltet die Distortion an und aus und der Andere Schaltet zwischen „Gain 1“ und „Gain 2“ hin und her. Für beide Kanäle gibt es jeweils einen Volume und einen Gain Regler. Zudem teilen sie sich einen Bass und einen Treble Regler – Gain 2 hat zusätzlich noch Gain2-Voice-Regler, der laut Bedienungsanleitung die Mitten regelt. Angeschlossen leuchtet die eingebaute Röhre in schickem blau hell auf, die beiden LEDs für die Kanalumschaltung sind eingeschaltet rot. Außerdem ziert das silberne Pedal ein Bulldoge.

Also nun meine Bewertung:

1. Benutzerfreundlichkeit(8/10):

Im Prinzip ist es sehr einfach zu handhaben, die Regler und Taster sind in ihrer Funktion klar zugewiesen. Die Potis für Treble, Bass und Gain2-Voice sind etwas schwergängiger als die für Gain und Volume, allerdings sind sie allesamt gut zu bedienen und erfüllen ihre Zwecke.
Schön wäre gewesen, wenn man für beide Kanäle eine getrennte Klangregelung gehabt hätte – deshalb nur acht von zehn Punkten.

2. Sound(10/10)

Es fehlen leider noch der Test im Bandkontext und auch noch die Probe an meinem Crate-Tranistor Amp, allerdings ist der Sound an meinem Champion exzellent. Kanal 1 kommt mit einem guten, rotzigen Crunch-Sound daher, mit dem man von warmen, angecrunchtem Blues bis ein bisschen mehr als ACDC gut zu Recht kommt. Mit Treble und Bass kann man dabei die Klangfarbe so zu Recht biegen, wie man es gerne hat. Mit der Gitarre im Steg-Humbucker-Modus und bei zurück gedrehten Treble Regler (etwa bis drei Uhr) kommt der Sound eher warm und rund daher, danach wird er logischerweise schärfer, allerdings nie unangenehm schneidend – selbst nicht, wenn der Humbucker gesplittet wird. Mit dem Halstonabnehmer lassen sich hier ein paar hübsche Riffs alá Jimi Hendrix zaubern. Kanal zwei kommt wohl eher den Metalfans entgegen. Bei etwas zurück gedrehtem Gain läd das Pedal zu Black Sabbath ein, bei mehr Gain geht es wohl eher in Richtung Metallica etc. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht der große Metall-Fan und vor allem Metall-Kenner bin, allerdings denke ich, dass dieser Kanal einen solchen doch durchaus zufrieden stellen würde. Zudem eignet sich dieser Kanal ausgezeichnet für singende Solos. Spielt man etwas mit den drei Ton Reglern, so erhält man eine Menge verschiedener Sounds. Aufgefallen ist mir auch, dass (bei geringerer Verzerrung) in beiden Kanälen trotz vieler verschiedener Klangeinstellungen, die Grundcharakteristik des Verstärkers erhalten bleibt. Also aufgrund der Vielfalt und der Dynamik gibt’s von mir 10 Punkte. Allerdings ist das natürlich einer sehr subjektive einschätzunge, vlt. auch ein bisschen geprägt von der Einstellung „Wow, endlich was neues“.

3. Verarbeitung (7/10)

Insgesamt eine auf den ersten Blick recht gute Verarbeitung, allerdings sind die Seitenwände des Gehäuses nur unzureichend befestigt und etwas lose. Dass bei einem knapp Zweihundert Euro Pedal finde ich irgendwie bedenklich. Allerdings wirkt das Pedal Tritten gegenüber trotzdem sehr stabil. Langzeiterfahrungen gibt es natürlich noch keine.

4. Preis/Leistung (9/10)

Ohne Frage, hier bekommt man ein sehr vielseitiges und dazu gut klingendes Pedal. Wer seinen Amp um einen bzw. zwei Kanäle erweitern will, erhält hier was er sucht. Ich bin zuerst einmal begeistert, allerdings fehlen natürlich noch der Langzeit-, sowie der Praxis-Test. Anspielen empfohlen!
(Hier ein Link zum Gerät: http://www.musicstore.de/de_DE/EUR/...analiger-Roehren-Verzerrer/art-GIT0007233-000)
P.s: Das war mein erstes Review, also bitte habt Nachsicht mit mir^^ (Ach ja, Wer Rechtschreibfehler findet, der… und so weiter^^)
 
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Recht aufwendiges Review und keiner hat es bisher kommentiert?!:eek:

Ich kann mit etwas mehr Langzeiterfahrung die oben beschriebenen Ergebnisse bestätigen. Auch wenn man es heutzutage nur noch gebraucht findet, liefert es ohne großes Einstellen und ohne lange Beschäftigung sehr gute und brauchbare Sounds an Verstärkern, bei dem einem der passende Crunch bis HiGain Sound noch fehlt.

Ich benutze es momentan vor einem AC30 und besagtem Chamption 600, die somit beide etwas geboostet werden können oder ggf auch direkt einen schönen Overdrive Sound verpasst bekommen können. :)

Danke für das schöne Review.
 
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