Ich staune was hier teilweise als Konzept verkauft wird: rumdaddeln bis man aus versehen mal ein gutes Riff oder eine brauchbare Meldodie hat. Erstaunlicherweise habe ich hier noch nichts davon gelesen, das sich jemand mit einem Songtext und dem Autor desselben hinsetzt und sich davon inspirieren lässt um die Idee des Songs umzusetzen. Reiht ihr alle nur mehr oder weniger zufällig entstandene Riffs und Melodien aneinander und der Sänger klatscht dann einen beliebigen Text drauf?
Das ist wohl bei jedem anders, aber ich würde schon sagen, dass im Metal das so nicht ganz unüblich ist. Liest man auch immer in Interviews mit Bands, Studio-Reports etc. , wo das genauso abläuft. Zumindest bezüglich der Trennung von Musik und Text, Metal ist nunmal sehr Instrumentental, und der Gesang oft nur Beiwerk oder ein weiteres Instrument.
Ich selbst spiele nicht speziell Metal bzw. habe das zumindest mit meiner Band kaum gemacht. Aber auch dort habe ich immer "Musik komponiert". Dazu dann auch eine Gesangmelodie indem ich zunächst mal "lalalala" dazu mit singe. Anschleßend muss dann irgendwie ein Text her. Wir haben es aber auch schon mehrfach geschafft, dass ein Bandmitglied einen Text geschieben hat, ein anderer (zunächst unabhängig davon) Riffs mehr oder weniger zu einem Song zusammengefügt hat. Und dann haben wir gemerkt, dass das zusammen passt - natürlich auch inhaltlich, ist jetzt nicht so,d ass das egal wäre.
Ich selbst bn einfach zu sehr Musik-fixiert, sowohl beim hören und noch mehr beim machen. Ich schreibe eben gerne einen geilen Song, aber der kann sogar Instrumental sein (was ja im Metal nicht abwegig ist). Wenn es dann noch einen passenden, guten Text gibt, dann ist das natürlich die Krönung. Ich selbst schreibe auch Texte und Musik, aber selten gezielt zusammen. Ich finde das von der Vorgehensweise jetzt aber nicht besser oder schlechter. Als Singer/Songwriter ist es klar, dass der Songtext im Mittelpunkt steht, und ich dann darum Musik mache. Aber Pflicht ist das ja nicht, und wie gesagt steht gerasde bei Metal oer proggigen Sachen eher die Musik im Vordergrund, oder zumindest kann sie auch für sich selbst stehen. Der Text dazu ist dann teilweise eher etwas aufgesetzt, weil den brauch man ja... Obwohl nicht zwingend. Sigur Ros hat ein Album in eienr Phantasiesprache, und Pelican haben erst gar keinen Gesang. Ich denke mir auch manchmal "hmm, geiler Song, jetzt musst ich da leider noch einen Text zu schreiben..." Ich fände es toll, wenn es dann noch einen richtige geilen Text zu gibt, keine Frage! Aber den muss man erstmal haben, in gewisser Weise habe ich da durchazus einen Anspruch und will den Song nicht durch peinliche Lyrics versauen. Da habe ich dann schonmal gedacht "Die Idee mit der Phantasiesprache ist eigentlich ziemlich cool".
Was anderes zum Thema: Ich denke, dass ein Großteil der Musikentwicklung durch mangelnde Fähigkeiten entstanden ist. Das merke ich an mir selber: Man hat irgendwie einen gewissen Sound im Kopf ("ich schreibe jetzt einen typischen Death Metal Song")und will auch "so etwas" spielen, aber das bekommt man dann nicht direkt hin. Aber gerade das führt dann dazu, dass man einen eigenen Stil entwickelt.