Ein paar theoretische Fragen...

von moel, 21.07.07.

  1. moel

    moel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.07.07   #1
    Hallo zusammen!

    Hab jetzt seit einem halben Jahr Klavierunterricht und übe (zumindest meistens :o) eine halbe Stunde täglich meine Fingerübungen usw. Es macht mir sehr viel Spass und ich glaube ich komme jetzt langsam zum Punkt, wo mir ein paar Lichtlein aufgehen. Neben meinen Sachen, die ich von der Musikschule her bekomme, studiere ich für mich selber auch noch die Rock-Piano Bücher von Moser (zumindest mal das Beginner Teil) und das sehr umfangreiche (jedoch nervend geschriebene) 1001 Tipps für Keyboards. Ich hoffe natürlich, dass ich neben Telemann und Händel auch eines Tages in 'ner Band oder so spielen könnte... Jedoch: Von der ganzen höheren Musiktheorie wie Harmonielehre und so weiter bin ich ziemlich verwirrt. Im Unterricht lerne ich natürlich momentan hauptsächlich ab Blatt spielen und meine Finger unabhängiger zu kriegen, aber trotzdem würde ich mich gerne damit befassen. Wisst ihr, die es schon könnt, denn bei jedem Dreiklang welchen Akkord ihr gerade drückt? Und die vierklänge erst puuuh... Werden Quinten und Terzen denn auch mit Buchstaben à la Cm7 usw. beschrieben?

    Dann noch die ganze Dominanten, Subdominanten Geschichte, Mannomann... WAS IST DAS ÜBERHAUPT? ;) Habt ihr vielleicht irgendwelche Tipps? Wie habt ihr euch den ganzen Kram beigebracht? Braucht man überhaupt so viel, wie in einem solchen Lehrbuch (vor allem im 1001 Tipps für Keyboards) steht? Oder spielt man da eher nach Gefühl...

    Also ich will nicht nerven und das ist auch keiner dieser "Wie lerne ich möglichst schnell und ohne viel Aufwand wie Jon Lord zu spielen?" Aber ich bin momentan sehr motiviert und nach anfänglichen Schwierigkeiten komm ich immer mehr rein ins Klavier spielen und habe auch sehr viel Freude daran! DAher möchte ich auch so viel dazu lernen wie nur möglich.

    Dann vielleicht noch eine stilistische Frage: Kann man Blues bereits zu Jazz zuordnen oder ist das immernoch im Rock Bereich angesiedelt? Was denkt ihr ist komplizierter für die jeweiligen Pianisten: Blues oder sehr klassisches Rock 'N' Roll wie Jerry Lee Lewis?

    So jetzt hab ich mir alles vom Herzen geschrieben, denke ich. Vielen Dank schon im Voraus für jegliche Antworten!
     
  2. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 21.07.07   #2
    Da muß ich dir sagen, neben den beiden wirst du nicht in einer Band spielen können, die sind nämlich schon tot. ;)

    Das dauert alles seine Zeit.

    An meiner ehemaligen Musikschule habe ich in den ersten vier Jahren neben dem Klavierunterricht auch Theorieunterricht gehabt. Zwei Stunden in der Woche. Das war damals einfach so und wurde bis heute an dieser Musikschule beibehalten. Der einzige Unterschied zu damals ist, daß es heute nicht mehr Pflicht ist, es wird aber empfohlen und kostet nichts extra.

    Gerade beim freien Spiel ist die Theorie sehr nützlich. Das Gute an der Theorie ist, daß alles logisch ist und man es deshalb auch verstehen kann.

    Es kann nicht schaden, Klavier und Theorie - zumindest die Grundlagen - parallel zu lernen.

    Gruß
     
  3. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 21.07.07   #3
    VErgiss diese Schubladen. Es gibt Blues als Stil im Swingjazz genauso wie "einfachen" traditionellen Blues mit 3 Akkorden, was wiederum Grundlage des R+R ist. Man kann Blues rockig spielen, bluesig-traditionell oder recht komplex mit Akkordfolgen, die wiederum aus dem Jazz entstanden. Es gab und gibt immer zwar immer Wurzeln in der Musik, aber die vermengen, vermischen und verzweigen sich mit der Zeit zwangsläufig wie ein Stammbaum mit 2 Eltern, 10 Kindern, 30 Enkeln und 100 Urenkeln und so weiter.

    Ob etwas einfacher oder schwerer ist, kann man nicht generell an Stilschubladen festmachen. Es gibt in allen Musikstilen Stücke, die leichter und schwerer sind. Du würdest ja auch nicht pauschal annehmen, dass am Klavier BArockmusik generell schwieriger oder leichter als ist Romantik.
     
  4. Guendola

    Guendola Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.07.07   #4
    Vergiß garnichts, aber mach Dir auch keinen Kopf. Harmonielehre ist - genau wie Mathematik - ein Werkzeug um Modelle zu erstellen, die das erklären was man hört bzw. sieht. Umgekehrt kann man natürlich auch ein Modell nehmen und daraus etwas Neues schaffen. Der praktische Nutzen im täglichen Bandleben ist, daß man sich schnell verständigen kann. Wenn über dem Songtext z.B. die Akkorde als "a6 B7 B7 C9/13" steht ist das enorm viel Information, um dazu seinen Part zu spielen. Auch das Komponieren ist leichter, wenn man die Theorie beherrscht.

    Achso, das Vergessen bezog sich auf Schubladen. Hier gilt das gleiche - nicht zu ernst nehmen, aber es hilft ungemein, wenn man über Musik sprechen will.

    Mir ist übrigens gerade aufgegangen, daß ein lyrisches Solo wohl nichts mit Poesie zu tun hat ^^
     
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