Eine Frage zum Kopfplattenshaping

von lax_flow, 09.12.07.

  1. lax_flow

    lax_flow Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.07   #1
    Hi,
    ich habe vor mir in nächster Zeit auch mal einen Bausatz von Thomann oder Konsorten zu leisten. Ich habe noch keine Tele, hätte gerne eine, mag aber die Form der Kopfplatte nicht (und die von den Nachbauten noch weniger). Nun habe ich mich gefragt ob es (statisch) machbar wäre eine Parker Kopfplatte als Vorbild zu nehmen, also einfach ne Menge Holz wegzuschneiden, oder ob ich Statikprobleme bekommen könnte.
    Das ganze würde etwa in diese Richtung gehen:

    [​IMG]

    Natürlich ohne den typischen Parkerkorpus. Parker hat keine Statikprobleme. Bei den teureren Modellen wird ja auch Carbon im Hals verwendet. Bei meiner Korea Parker gibts jedoch auch "nur" Holz, und die hält mit dem gleichen Shaping. Muss ich mir jetzt also Sorgen machen, dass mir die Kopfplatte unter dem Saitenzug abbrechen könnte, oder ist das eher kein Problem?

    Gruß,
    Florian
     
  2. Hi-Ha-Hammett

    Hi-Ha-Hammett Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.07   #2
    [statisch her, machts sicherlich probleme, so nen headstock zu machen...
    der headstock von parker gitarren besteht nämlich auch "carbon-glass-epoxy reinforcement"
    oder einfach aus carbon-verbundmaterial, des den zug der saiten aushält. mit nem vollholzheadstock würd ichs nich versuchen...]
    hab deinen text unterm bild übherlesen^^
    also, du würdest dir sicher das layla kit vom thomann holen, und ich meine nich, dass das holz stark genug wäre, es zu halten, es kann zwar gut gehn, muss es aber nich
     
  3. LoneLobo

    LoneLobo Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 09.12.07   #3
    Ich habs grad mal ganz(!) grob durchgerechnet...

    Mit Kopfplattenmaterial Ahorn (Druckfestigkeit ca. 55 N/mm²), Kopfplattenstärke von 10mm, Saitenzug pro Saite von ca. 10kg, und nem Sicherheitsfaktor von 3, bekommt man als Ergebnis, dass die nötige Fläche mindestens 32.10 mm² sein sollte.
    Daraus resultiert eine Mindestbreite der Kopfplatte von ~3,21 mm.

    Unschärfen bei der ganzen Sache:
    - Holz ist ein Naturprodukt, die Druck/Zug/Biegefestigkeiten können extrem variieren.
    - Es wird nicht die gesamte Kraft in Druck umgewandelt. Dadurch dass die Saiten schräg an der Kopfplatte angreifen wird ein Drehmoment aufgeprägt. Man müsste also hier noch die Biegung in die Berechnung mit einfließen lassen, die die nötige Fläche definitiv noch erhöhen werden. Und damit auch die Breite.
    - Saitenzug hängt von verwendeter Saitenstärke usw ab. Wenn da ein FR hinsoll, erhöht sich der Zug nochmal kräftig wenn man damit n Bending nach oben macht.
    - Hier wird mit der Druckfestigkeit gerechnet, das ist der Wert, bei dem das Material BRICHT.
    Schöner wärs, wenn man die Streckgrenze verwenden könnte, also den Grenzwert für elastische Verformung.
    Die find ich aber nirgendwo.
    - ...
    Gibt sicher noch mehr, aber mir fällt grad nichtmehr allzuviel ein ;o

    Grundsätzlich sollte man den Kern aber erkennen:
    Die Mindestfläche von 32 mm² erreicht man sehr schnell. Wenn man sich überlegt, dass man sich locker auf nen Ahornstäbchen draufstellen kann, erscheint das auch sinnig.
    Die 3,2mm als Konstruktionsmaß anzusetzen wäre allerdings vermessen ;)

    Ich behaupte aber nach dieser kurzen Rechnung, dass das die Kopfplatte aushalten sollte.
    Du musst sie eh relativ breit machen, damit die Mchanik da schön Platz drauf hat, also müsste das hinhauen...

    Mahagoni hat bei Zug/Druck/Biegefestigkeit übrigens ähnliche Werte wie Ahorn. Würd also n ähnliches Ergebnis ergeben.

    [e] Und übrigens find ich das Forum zur Zeit einigermaßen ausbaufähig...nerv.
     
  4. NightflY

    NightflY Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.12.07   #4
    Eine sache soll man noch dabei beobachten, trotz alle rechnungen... auch wenn die berechnungen richtig sind, und die gitarre kippt mal um... dan kommt noch was extra kraft dazu, wie werd man sowas jemals noch reparieren?
    Ich würde ein zwischenform wählen, also nicht so extrem, und was stabiler, sowieso hat die kopfplatte kein einflüss auf der ton oder die bespielbarkeit...
    LG
    NightflY
     
  5. LoneLobo

    LoneLobo Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 09.12.07   #5
    Vorsicht! ^^

    Viele sind z.B. der Meinung, dass 12saiter unter anderem wegen der extremen Masse der Kopfplatte so schön voll klingen.
     
  6. lax_flow

    lax_flow Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.12.07   #6
    Vielen Dank, finde ich super, dass somit etwas Wissenschaft und nicht bloß pure Raterei ins Spiel kommt. Bewertung ist abgegeben :-) Zudem beruhigt und bestärkt mich deine Hypothese natürlich ungemein..


    Stell dir mal vor ne Gibson fällt um. Sowas von idiotisch verleimte Hälse zu verwenden *g* Ne, mal im Ernst: Ich gehe einfach davon aus, dass die Gitarre nicht umfällt, sonst müsste man ja ganz anders überlegen.

    Für Vorschläge bin ich immer offen. Sehr gerne hätte ich eine Reversed Fly Kopfplatte, aber das dürfte mit den vorgesägten Thomann Kopfplatten wohl nicht machbar sein. Und extra was dranleimen etc. wäre mir zu viel Aufwand.


    Gruß,
    Florian
     
  7. Miles Smiles

    Miles Smiles Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 10.12.07   #7
    Und ich dachte immer, es wäre wegen der 6 zusätzlichen Saiten.
    Wie dünn mag da wohl eine kopflose Steinberger klingen? ;)
     
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