Engl. Metal-Songtext: "Wolverine Through And Through" - bitte kritisch begutachten!

hrawth
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Guten Tag, liebe MitmusikantInnen und TexterInnen!

Nachdem ich in diesem Sub-Forum schon so viele lehrreiche und bei aller Kritik stets höfliche, wohlwollende Lyric-Reviews gelesen habe, würde ich gern ein Experiment wagen, indem ich Euch einen meiner fast fertigen Texte für einen unserer neuen Songs zum Kritisieren vorstelle.

Im großen und ganzen bin ich schon recht zufrieden, es gibt nur ein paar Stellen, wo ich mich frage: "Das geht doch bestimmt noch besser - wieso komm' ich nicht drauf?!" Ich sag' jetzt nicht, welche Stellen das genau sind, denn falls Ihr noch weitere findet, wäre mir das ebenfalls ein sehr sachdienlicher Hinweis. ;)

Vorab: Mit dem Aufbau und Metrum ist alles in Ordnung, das ist mit der Songstruktur sowie den einzelnen Riffs abgeglichen, so dass sich Musik und Vocals schön gegenseitig ergänzen. Unser Sänger muss die doch recht unterschiedlichen Zeilenlängen auch nicht extrem hecheln oder strecken, sondern lediglich die kurzen Zeilen etwas später und leicht gedehnt singen, klingt super. Das Tempo und die Taktart sind denen unseres Songs "Poisoned Blood" recht ähnlich, die Riffs und Melodien sind natürlich ganz anders... :D

Nach all dem Vorgesülze nun also der Text:

Wolverine Through And Through

Verse I
I’m a savage not to be tamed​
Angel feathers dress my head​
The one to leave you trampled and maimed​
The invisible brute that you dread​

Bridge

I’m a wolverine​
Through and through​

Verse II
Your favourite rogue to be blamed​
A force that sows fear in your head​
A terror that cannot be named​
Immune to the cross on your bed​

Chorus
You do not see me running​
Suddenly I’m stuck inside​
You cannot hear me coming​
Gone before you get the chance to fight​
You cannot stop my feeding​
On this feeble thing you call a soul​
Can’t stop my violent breeding​
With your hopes and ideals in my moral’s black hole​

Verse III
I’m a vibrant menace to your will
Combatant to my barbarous core​
I’m the tip of the devil’s sweet drill
Never cared, no one spared, none adored

Bridge

Chorus


Was gefällt Euch daran (nicht)? Unklarheiten? Inhaltliche Schwachstellen? Alternativen?


Dank und Gruß
André (El Camino - Drums)
 
x-Riff
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Hi hrawth,

anbei ein paar Anmerkungen zu Deinem Text, zunächst sprachlich:

Wolverine Through And Through

Verse I
I'm a savage not to be tamed
Angel feathers dress my head
The one to leave you trampled and maimed
The invisible brute that you dread

Bridge
I'm a wolverine
Through and through

Verse II
Your favourite rogue to be blamed
mein Wörterbuch sagt: rogue = Spitzbube, Schurke - und das paßt imho nicht zur Figur oder Bedrohung wie sie ein wolverine darstellt, es ist eher verharmlosend, imho
http://dict.tu-chemnitz.de/dings.cg...ptpro=0&query=rogue&iservice=&comment=&email=

A force that sows fear in your head
a force sowing fear into your mind - head bezeichnet im Englischen (anders als im Deutschen) wirklich nur den physischen Schädel, nicht sowas wie Verstand oder Hirn ...
A terror that cannot be named
Immune to the cross on your bed
above your bed ...

Chorus
You do not see me running
Suddenly I'm stuck inside
inside of what?
You cannot hear me coming
Gone before you get the chance to fight
You cannot stop my feeding
was willst Du damit sagen? - das scheint mir grammatikalisch etwas verdreht ...
On this feeble thing you call a soul
that weg - you´re calling soul
Can't stop my violent breeding
breeding erscheint mir ziemlich zwangsgereimt ...
With your hopes and ideals in my moral's black hole
und das steht imho ziemlich zusammenhangslos im Raum ...


Verse III
I'm a vibrant menace to your will
Combatant to my barbarous core
I'm the tip of the devil's sweet drill
Never cared, no one spared, none adored
was soll das heißen? da fehlen imho die subjekte und die grammatikalischen konstruktionen sind völlig unterschiedlich ...

Bridge

Chorus


Insgesamt in meinen Augen ein stimmiger Text, dessen Wirkung aber im Laufe des Textes abnimmt.

Die einführende Strophe finde ich klasse: Etwas Bedrohliches meldet sich und löst Angst aus.

Die zweite Strophe ist eigentlich nur noch eine Verlängerung der ersten, ist sprachlich imho schwacher und bringt weder einen Perspektivwechsel noch inhaltlich wirklich etwas, das man für den Fortgang des Textes brauchte. Im Grunde schwächt es sogar ab: etwas, das dauern in Aussagesätzen sein Bedrohungspotenzial hinausposaunen muss, wirkt irgendwann wie ein Hund, der bellt, aber nicht beißt. Warum kein Perspektivwechsel? Zeige in der zweiten Strophe eine konkrete Situation, in die sich der Höreer hineinversetzen kann: Nacht, Vollmond (braucht der sowas?), alleine im Haus, Dunkel, bedrohliche Geräusche, Einsamkeit ... im Grunde die klassische "Horror-Geschichten"-Situation. Beschreibe es wie einen Film:

Erster Akt: das Monster in der Ich-Perspektive. Zweiter Akt: die Situation - der Hörer identifiziert sich mit der gezeigten Person, fühlt sich in die Situation ein. Dann wirkt der Chorus als Steigerung und konkrete Bedrohung - und es passiert etwas: Angriff des Monsters !
Für den dritten Vers musst Du Dir dann was überlegen: vielleicht das Opfer zeigen, zurückgelassen, grausam zugerichtet, tot - dann muss eine Überleitung zu den "Überlebenden" erfolgen, damit die Bedrohung aufrecht erhalten wird. Warum nicht als Zeitungsmeldung oder Radionachricht? "Eine grausame Tat ereignete sich am ... um ... Nachforschungen werden angestellt ..." Vielleicht wieder aus Sicht des wolverine - der aber nun zu den anderen, den Überlebenden, den Hörern spricht: "Seid Euch niemals sicher ... ich lebe und werde Euch holen ..." Oder, oder ... oder ...

Ein guter, genre-typischer Text, dessen Wirkung und Bedrohungspotenzial sowohl sprachlich als auch vom Aufbau her noch gesteigert werden könnte ...
Versuch einmal, Dir die Situation und den Ablauf als Film vorzustellen, mit verschiedenen Kameraperspektiven ... und beschreib das dann in Worten ...

Wären meine Anregungen.
Weitermachen!

x-Riff
 
hrawth
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Hallo, x-riff!

Danke für die konstruktiven und hilfreichen Hinweise!
Was mir auf jeden Fall sehr weitergeholfen hat, war der Tipp bzgl. "sowing" statt "that sows", dann flutscht's mit dem vorhergehenden "force" viel besser. Außerdem hat mich Dein Hinweis auf "breeding" darauf aufmerksam gemacht, dass es doch ausschließlich mit Aufzucht und Brut assoziiert ist, nicht einmal in freierer Übersetzung könnte es das bedeuten, was ich dabei im Sinn hatte...
Insgesamt habe ich aus Deiner Kritik und vor allem aus Deinem "Film"-Vorschlag geschlossen, dass der Text noch nicht das Gewünschte 'rüberbringt - was eine gute Erkenntnis ist, denn so konnte ich gezielt dran feilen, m.E. ohne ihn zu offensichtlich zu machen.

Anstatt zu Deinen Anmerkungen wiederum Anmerkungen zu schreiben, poste ich hier die überarbeitete Fassung und hoffe, dass a) der Inhalt nicht mehr so verklausuliert wirkt und b) alle anderen Fehlerquellen (RS, GR usw.) ausgemerzt wurden.
Vorab nur noch zwei Dinge:
1. Please don't put ideas into his head. = Setz ihm bitte keinen Floh ins Ohr. Hier hat "head" durchaus die Bedeutung des Gedankenspeichers/Verstandes, oder nicht? ;)
2. Ich benutze abgeschlossene Zeilen und Enjambements gleichermaßen und ohne System (form follows function :D), d.h. dort, wo ein Satz unvermittelt abzubrechen scheint, ist meist die nächste Zeile die Fortsetzung/der Abschluss.

Nu' aber:

Wolverine Through And Through

I
I’m a savage not to be tamed​
Angel feathers dress my head​
The one to leave you trampled and maimed​
The invisible brute that you dread

Bridge
I’m a wolverine​
Through and through

II
I’m a vibrant menace to your will
Combatant to my barbarous core​
With the tip of the devil’s sweet drill
I’ll tap your desire for more

Bridge
I’m a wolverine​
Through and through

Chorus

You do not see me running
Suddenly I’m stuck inside
You cannot hear me coming
Gone before you get the chance to fight
You cannot stop my feeding
On your morale, I swallow whole
You cannot stop my breeding
Despiteful intents within your feeble soul

III
I’m your tempting twin to be blamed​
A force sowing fear in your head​
The one to set your conscience aflame​
I will come when you’re tucked in your bed

Bridge

Chorus


Danke nochmal!

Gruß
André​
 
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A force sowing fear in your head
ich glaube ja immer noch into ... wobei Du glaube ich recht hast mit dem head ... :cool:

Finde ich wesentlich geschlossener und hat mehr flow bekommen - die Umstellung zur zweiten Strophe hat dem Ganzen imho auch gut getan ...
Das mit dem Film ist mir beim Lesen so durch´s Hirn geschossen und da war ich nicht mehr zu halten - aber das ist natürlich nur als Anregung zu verstehen und es gibt mehr als dreiundfünfzig Wege nach Rom ...

Zusammen mit einer treibenden, harten und drückend-bedrohlichen Musik und wolverine-alike-vocals sollte da schon ganz schön Stimmung und Atmosphäre entstehen ...

Beim chorus könnte ich mir am Ende noch eine Steigerung vorstellen, statt:
You do not see me running ... etc.
kann ich mir ein: you never see me running oder sowas wie you still don´t see me running vorstellen ...

Na dann haut mal rein!

x-Riff
 
hrawth
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Danke sehr, ich finde den Text jetzt selbst deutlich besser. Tja, manchmal braucht's halt Rückmeldung von nicht Betriebsblinden ;-)

A force sowing fear in your head
ich glaube ja immer noch into ...

Ich mein' ja, dass er/es schon im Kopf drinsteckt und darin seine Saat ausstreut; "into" würde ja "von außen" implizieren... Ist also bewusst gewählt.

Das mit der Steigerung ist so'n Ding à la "Warum bin ich darauf nicht selbst gekommen?!?" - gehört doch eigentlich zum Metal wie Blut, Bier und Pommesgabel :D

Die Musik wird übrigens nicht soooo finster und bedrohlich, nur mit unheimlich viel Drive und spannenden Riffs, deswegen kam ich drauf, diesen Text auf den Song zuzuschneiden.

Vielen Dank nochmal, hast mir sehr geholfen!
 
x-Riff
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ah - ich verstehe - und sage in dem Fall: inside ...

Aber wenn´s von der Länge her nicht so hinkommt ... in würde schon gehen ...

und: bitte, bitte - gern geschehen!
 

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