...Wollte eigentlich nur mal fragen, was es eigentlich bedeutet wenn man sagt ich modeliere ... ??
Hi,
ich bin sicher Du hast Dich verschrieben und meintest nicht mod
elieren sondern mod
ulieren, richtig?
Nun, um es kurz auf den Nenner zu bringen, in der tonalen Musik bedeutet Modulation das Wechseln mittels Umdeutung von Akkorden/Tönen von einer Tonart in eine andere. Dabei erhält ein anderer Klang als die Tonika vorübergehend Tonikabedeutung.
Modulationen sind oft als formaler Bestandteil in die Komposition eingefügt, das heißt, um z.B. von einem Formteil in den nächsten überzuleiten, kann man sich der Modulation bedienen.
In der Frühklassik modulierte man vorzugsweise nur zu den dem tonalen Zentrum nahe liegenden Tonarten. Dies sind die Tonarten, deren Geschlecht und Grundton die Stammtonleiter hergibt. Im Beispiel C Dur wären dies die Tonarten D Moll, E Moll, F Dur, G Dur und A Moll.
Auf der Quintenleiter dargestellt sind dies alles Tonarten, die von der Grundtonart eine Quintdistanz entfernt liegen. Diese Tonarten können allesamt durch einfache diatonische Modulation erreicht werden.
Will man zu weiter entfernten Tonarten modulieren, bedient man sich der diatonisch-variantischen, der enharmonischen, der chromitischen oder der Modulation durch Sequenz. Ich habe darüber an anderer Stelle schon geschrieben.
Es gibt auch Modulationen bei denen die Verweildauer auf der neuen Tonika sehr kurz ist. Man spricht dann von einer Ausweichung. Die Stelle Eb-7 Ab7 Dbma7 in Blue Bossa ist dafür ein gutes Beispiel.
Zwischendominanten sind allerdings tonika-abhängige Akkorde und werden somit nicht als Modulation angesehen. Der Auflösungsakkord einer Zwischendominante ist nämlich in der Regel wieder diatonisch zur Grundtonart.
Es gibt auch eine Weise ohne Modulation in eine neue Tonika zu gelangen in dem man nach einem Ganzschluß im neuen Formteil einfach mit der neuen Tonart anfängt. So etwas nennt man eine Rückung und ist eigentlich keine Modulation, weil eben nicht moduliert, sondern gerückt wird.
Um Modulieren zu erlernen sollte man Übungen machen wie z.B. welche Bedeutung kann der Akkord X in welcher Tonart haben. Ein Mollseptakkord kann z.B. sein:
I-7, II-7, III-7, IV-7, V-7 und VI-7. Setze ich für den Mollseptakkord z.B. A-7 ein, wäre die Aufgabe festzustellen in welchen Tonarten A-7 in den verschiedenen Funktionen vorkommen kann.
Das gleiche kann man auch mit den anderen gebräuchlichen Akkordtypen üben.
Danach versuche man in der Ausgangstonart zur entsprechenden Stufe hin zu kadenzieren, deute diese nach belieben um, und kadenziert anschließend in die gewünschte Zieltonart.
Das hört sich nun so einfach an, ist aber in der Praxis aus dem Stehgreif doch schon recht anspruchsvoll.
CIAO
CUDO