Entlackten, gewachsten Hals (US-Strat) wieder glatter bekommen?

von tschortschii, 29.03.20.

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  1. tschortschii

    tschortschii Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.20   #1
    Servus miteinander,


    Hab bei meiner Fender USA Strat den Hals entlacken lassen und wurde danach nur gewachst. Aber mittlerweile gefällt es mir überhaupt nicht mehr, fühlt sich viel zu rau an und hab nicht mehr so Lust sie zu spielen.

    wie könnte ich den Hals wieder schön geschmeidig bekommen?


    Gruß und danke schonmal


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  2. murle1

    murle1 RBC-Guitars HCA

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    Erstellt: 30.03.20   #2
    Frage: Wer hat, und wie und womit, den Hals bearbeitet? Weil ich die Hälse meiner Gitarren nur mit Hartöl/ Wachs bearbeite. Es kommt auf das Material und die Technik an.
    Und ein solcher Hals muss ab und zu nachbehandelt werden, je nach dem wie aggressiv der Handschweiss ist. Das ist der einzige Nachteil.
     
  3. OliverT

    OliverT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.20   #3
    @tschortschii
    Da ich durch die Corona Krise etwas Zeit habe, baue ich gerade mal wieder eine Gitarre und kann Dir da sicherlich helfen ;)

    Habe heute gerade den Gitarrenhals fertig ;)

    Zu meinem Gitarrenbestand gehören lackierte sowie satinierte Gitarrenhälse.

    So bekommst Du einen Gitarrenhals der glatt wird und nicht klebt.


    Materialliste:
    - 220er Schleifpapier
    - 320er Schleifpapier
    - 400er Schleifpapier / Standard Feeling
    - 600er Schleifpapier / für richtig glatt

    - Einmal Gummiehandschuhe für jeden Vorgang
    - Fusselfreier Baumwolllappen / T-Shit in weiß

    - Hartwachsöl Firma Clou farblos

    Wichtig: Für gute Beleuchtung sorgen damit man die Schicht des Öls sieht

    Ablauf:

    Vorgang 1
    1. Alles was nicht behandelt wird mit Kreppband abkleben
    2. Mit 220er Schleifpapier leicht anschleifen (ein paar mal OHNE Schleifklotz und ohne hohen Druck drüber fahren)
    3. Mit trockenem Baumwolllappen gut entstauben
    4. Mit weiterem, kleinen Baumwolllappen (ca. 5 x 5 cm) schön auftragen, nicht zuviel dass es runterläuft und nicht zu wenig das man nichts sieht
    5. Ruhig mehrmals drüber gehen bis alles bedeckt ist
    6. 20 Minuten warten
    7. Mit einem trockenen Baumwolllappen den Gitarrenhals ohne irgendeinen Zusatz reinigen und leicht polieren
    8. 12-24 Stunden Warten

    Diesen Vorgang dann mit Vorgang 2=320, und Vorgang 3=400 er Schleifpapier wiederholen -ä Jetzt hast Du neinen angenehmen Gitarrenhals

    Wenn Du noch Vorgang 4 durchführst mit 600er Schleifpapier, ist der Gitarrenhals glatter als bei meiner Jackson und somit SPIEGELGLATT ;)
     
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  4. frama78

    frama78 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.20   #4
    Ich hab meinen Strathals neulich auch wieder versiegelt, weil ich mit der lacklosen Variante nicht zufrieden war.
    Also erstmal von Hand sauber schleifen wie schon erwähnt wurde.

    Falls du (wie ich) nicht auf geölte Hälste stehst würde ich Streichschellack empfehlen. Nachdem saubergeschliffen wurde (300 reicht dicke!) einfach erst ein paar Schichten dick aufpinseln. Dazwischen immer mal wieder kurz drüberschleifen nachdem der Lack trocken ist. Danach kann man sich einen Ballen bauen und mit einem tropfen Öl langsam mit dem eigentlichen Polieren anfangen. Bei einem Hals sollte das Thema in einer Woche erledigt sein.

    Steichschellack gibt's im Baumarkt und als Öl nehme ich gewöhnliches Ikea-Scheidbretter-Öl (SKYDD = Mineralöl/ irgendwas vergleichbares tuts auch; anfangs habe ich Sonnenblumenöl genommen). Für solche Fälle muss es kein spezielles Polieröl sein.

    Schön am Naturschellack (ungebleichter Schellack) ist, dass er mit dem bernsteinfarbenen Farbton schön zu bereits gealterten Ahornhälsen wie deinem passt!
     
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  5. bluesfreak

    bluesfreak Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 30.03.20   #5
    Sowohl der Hals meiner Supercharger (<= zu sehen) als der meiner am meisten genutzten Strat haben einen entlackten Hals und ich bin so vorgegangen wie @OliverT bereits beschrieb mit dem einzigen Unterschied dass ich
    1. Osmo Hartwachsöl Schwarz zum einölen genommen habe. Das ergibt dann optisch eine schon "dreckige" Oberfläche wie man sie von abgespielten Hälsen her sieht und es sieht nicht so sehr frisch abgeschliffen aus
    2. den letzten Abzug mit grauem Scotchbrite gemacht habe statt 600er Leinen weil das nicht so schnell zusetzt
     
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  6. tschortschii

    tschortschii Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.20   #6

    Hatte die Gitarre zum neubundieren vor 2 Jahren beim Gitarrenbauer.



    Super Dankeschön, dann versuche ich das mal mit deiner Anleitung
     
  7. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.20   #7
    Drei kleine Anmerkungen:

    - Ich verwende zum ölen schon lange nur noch Leinölfirnis, was praktisch Hartwachsöl ohne Wachs und sonstige Additive ist. Wachse reagieren oft mit Handschweiß und bilden mit Schmutz eine klebrige Oberfläche. Das schlimmste sind Produkte mit Bienenwachs wie das von Warwick vertriebene in der Schuhcremedose.

    - Ahorn benötigt keine Oberflächenbehandlung. Bei Streichinstrumenten wird der Teil des Halses der berührt wird bewußt nicht mit Schellack lackiert. Er ergraut mit den Jahren, behält aber - saubere Finger vorausgesetzt - für immer seine Seidige oberfläche und wird nie klebrig, weil die Oberfläche noch in der Lage ist Hautfeuchtigkeit aufzunehmen. Ein Billard-Queue wird aus gleichem Grund im vorderen Bereich nicht lackiert.

    - Und die dritte habe ich jetzt beim schreiben vergessen... :embarrassed:
     
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  8. OliverT

    OliverT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.20   #8
    @Bassturmator

    Ich bin "Hobby" Bastler, spiele mehr Gitarre als ich baue, aber Frage an Dich:

    Nach meinem empfinden fühlen sich meine selbstgemachten Hälse genau so an, wie von meinen Jackson Custom USA.

    Wie findet Du meine oben genannte Variante?

    Gibt es da etwas zu verbessern?
     
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  9. Bassturmator

    Bassturmator Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.20   #9
    @OliverT: Deine Variante ist gut. Auch das Hartwachsöl von Clou kenne ich und halte es für geeignet. Außerdem gibt der Erfolg Dir doch Recht!

    Wenn ich Ahorn öle schleife ich nur bis P 320 und meist öle ich auch nur ein mal weil ich die offene Oberfläche mag.

    Kollege @murle1 vertreibt das Öl bzw. Hartwachsöl mit Schleifmittel wodurch sich mit dem Schleifstaub die Poren füllen und die Oberfläche richtig glatt wird. Vielleicht mag er ja noch mal seine Anleitung verlinken...?
     
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  10. murle1

    murle1 RBC-Guitars HCA

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    Erstellt: 30.03.20   #10
    Hallo,
    das hatte ich schon mehrfach gepostet, finde aber die Beiträge nicht mehr. Gerne noch einmal:

    Ich habe eine andere Methode "entwickelt", mit der ich über 300 Gitarren von meinen fast 350 gebauten behandelt habe. Auftragen oder einreiben ist oft nicht ausreichend. Besonders wenn der Hals vorher lackiert war.
    Ich habe Bilder angehängt, wie es gemacht wird. Mit Schleifpads von Schwingschleifern, die runden Teile, mit Körnung 240 bis 320 arbeiten. So geknict lassen sie sich gut fassen. Als Hartöl entweder Auro, oder Osmo Color aus dem Baumarkt. Das sind Mischungen aus Hartöl und Wachs, wird für Parkettfußböden verwendet. Von diesem Hartöl ein wenig auf den 240er Schleifpads, und damit kleine Flächen schleifen. Es entsteht ein "Matsch" aus Öl und Schleifstaub. Dann das noch einmal mit 320er Pads. Dieser "Matsch" wird eingerieben!! Ein ganzer Hals dauert ein wenig, 20 -30 Minuten. Wenn alles eingerieben ist, noch einmal mit etwas Hartöl auf einem Haushaltspapier (kein Lappen) über den ganzen Hals, bis alles trocken ist. Das 4. Bild zeigt den "vollgematschten" Hals, danach wird das Zeug eingerieben, davon habe ich kein Bild. Meine eigenen Gitarren die ich vor etlichen Jahren so behandelt habe, sind noch seidenmatt. Und wenn man im Lauf der Zeit mit der Hartöl/Wachsmischung noch einmal darüber geht, das reinigt und versiegelt erneut. Wer aggressiven Handschweiss hat, sollte es öfter machen.
    Gruß, Rainer Buschmann
    RBC-Guitar

    [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]
     
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  11. OliverT

    OliverT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.20   #11
    Verstehe Ich, bei mir nehme ich meine Jackson Custom als Referenzhals, und da benötigt es 400-600er, schoen glatt, aber halt matt und sehr sportlich :)[/USER][/QUOTE]
     
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  12. boisdelac

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    Erstellt: 31.03.20   #12
    Ich würde erst mal quasi nicht mit Kernwaffen auf den Hals schießen.

    Anfangen würde ich einfach mal mit der grünen Seite eines trockenen Scheuerschwammes.
    Schon damit wird eine blanke Holzoberfläche meist schon wieder schön glatt.
    Anschließend trage ich einfach Möbelöl von Poliboy satt auf, und wische den nicht eingezogenen Rest nach einiger Zeit ab.

    Nun kannst Du alles so mal lassen.

    Oder … Wenn es noch glatter werden soll polierst Du mit einem Stück flach gelegtem weißen Druckperpapier die Halsrückseite nach. Das ergibt einen seidigen Glanz.
    Wichtig dabei ist, dass das Papier flach aufliegt und keine Knicke hat, sonst gibt es unschöne Spuren auf deiner Halsrückseite.

    Die Behandlung mit Öl und dem Druckerpapier kannst Du immer mal wieder wiederholen. Der Hals wird dann immer glatter, behält aber seinen Holzcharakter.

    Das sieht dann irgenwann so aus ...

    upload_2020-3-31_9-6-45.png
     
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  13. Revision

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    Erstellt: 31.03.20   #13
    habe an meinem Selbstbau die Ölschlifftechnik von murle benutzt mit Hartwachsöl. Bin sogar bis 800er Körnung hochgegangen. Das Ergebnis ist ein top glatter und versiegelter Hals.
     
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  14. tschortschii

    tschortschii Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.20   #14
    Servus zusammen,



    Hab es mit einem Druckerpapier gemacht, das Resultat ist einwandfrei :)
    Danach hab ich es noch mit Dunlop Lemon Reinigungs Öl eingerieben.

    Jetzt ist es wesentlich glatter als zuvor.


    Gruß
     
  15. boisdelac

    boisdelac Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.20   #15
    Nehmt nicht das Lemon Öl (das keines ist).

    Nehmt entweder

    Leinöl (Achtung, wascht den Lappen nach dem Auftragen des Leinöls mit Seifenwasser aus, Leinöl kann sich selbst entzünden)

    oder

    Poliboy Möbelöl …. das kostet einen Bruchteil von dem Lemon Öl (das keines ist).
     
  16. tschortschii

    tschortschii Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.20   #16
    Warum ?
     
  17. boisdelac

    boisdelac Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.20   #17
    Weil das Lemonzeugs nur Mineralöl mit Farbstoff und Duftstoff ist und nichts Natürliches ist und weil das Zeug zu teuer verkauft wird.
     
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  18. Absint

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    Erstellt: 03.04.20   #18
    Das sind keine eigentlichen Gründe dagegen. "... nur Mineralöl... nichts Natürliches" spricht nicht gegen die Wirkung des Öls. "zu teuer verkauft" ist immerhin etwas, was gegen den Handel damit spricht.

    Aber Argumente dagegen könnten höchstens sein: "Schadet dem Holz", "bietet keine Funktion" oder dergleichen. Davon habe ich bisher aber noch nichts gehört.
     
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