Eure schlimmsten/bizarrsten/außergewöhnlichsten Probräume

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Was waren Eure schlimmsten Proberäume? Da kann bestimmt jeder was dazu erzählen. Ich möchte mal den Anfang machen.

Mein erster Proberaum "einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul"
Der war super günstig, kostete nichts, da wir von der Hauptband dort als Schüler (alle so zw. 11-19Jahre) geduldet wurden. Hauptmieter war ein Althippie-Bassist, der damals (1990) schon in den 70ern hängen geblieben ist. Der Proberaum war im Keller einer stillgelegten Dorfgrundschule. Außergewöhnlich war der Vorraum. Dort standen ca. 350 mehr oder weniger leere Bierflaschen. Dieses "Biotop" hatte einen ziemlich schrecklichen Eigengeruch (abgestandenes Bier mit Zigarettenstummeln drin, Moder, Schimmel etc.) und feucht war das Kellerloch auch noch. Und das so dermaßen, dass stellenweise der Putz von der Wand fiel. Wir haben dann mal alle zusammen "Großreine" gemacht. Ein Kumpel holte die Bierflaschen für nen Abistreich ab und wir haben mal den Boden gewischt. Es stellte sich heraus, dass es gar kein mausgrauer Betonboden war, sondern braunes Linoleum. Den Putzlappen konnten wir danach entsorgen.

Mein zweiter Proberaum "Winter und Sommer"
Der Raum war im Winter in einem Bauwagen auf einem Bauernhof, wo Sommers die polnischen Arbeiter drin schliefen. Das war vielleicht ne Pressluftkammer. Gitarre, Bass+Voc & Drums, 3 Leute, Thrashmetal und Fullstacks. Sommers mussten wir dann ins Kühlhaus des Bauers (der Basser war der Sohn vom Bauer). Das war wesentlich größer, weil keine Ware eingelagert. Manko: Wir konnten nur bis 21Uhr proben, da die Feldarbeiter (u.a. in besagtem Bauwagen) schlafen mussten, um vier ging für die der Arbeitstag los. Wie gesagt, wir waren fucking laut. Aber auch ein Proberaum zum Nulltarif

Mein dritter Proberaum "Luftschutzbunker"
Der Proberaum war unter einem ehem. Tanzkaffee in Mannheim. Das war ein alter Luftschutzbunker, der denkmalgeschützt war. Da war wirklich noch alles so, als wären die Nazis gerade eben rausgejagt worden. Sogar die Handpumpe für "Überdruck bei Gasangriff" funktionierte noch. Tolle Türen, alles beschriftet, viel Platz. Manko: Es war direkt neben der Polizeistation und obwohl die Herren im Sommer oft das Fenster aufließen um uns zuzuhören, fanden sie es nicht witzig, dass wir eine "Party für Veranstalter" da unten machen wollten und sind uns in die Parade gefahren.

Mein vierter Proberaum "Zahl = Stockwerk"
Wie der Titel schon sagt, der war im vierten Stock eines Industriegebäudes (da waren so ca. 10 Proberäume pro Stockwerk). Glücklicherweise hatten wir mit dieser Band nur 2 Gigs/Jahr (eigentlich überhaupt!). Die Schlepperei war die Hölle. Lustiges Ereignis dort, ich hatte mal aussortiert, was ich nicht mehr brauchte und habe es in einem Karton mit der Aufschrift "für umsonst" vor die Tür gestellt. Nach 2min. fiel mir ein, dass ich doch noch eine Rändelschraube gebrauchen könnte. Ich kam raus, es lag nur noch ein Zettel mit "Danke!" da.

Mein fünfter Proberaum
unspektakulär, Industriehalle, war einfach nur saukalt. Dafür aber billig (50,-/Monat)

Mein sechster Proberaum "der versteckte Raum"
Ebenfalls ein altes Industriegebäude (ca. 4 Stockwerke hoch, wir waren im ersten, alle anderen Stockwerke waren ungenutzt). Der Proberaum war über ner Hobby-KfZ-Werkstatt und war riesig. WC, Küche, Bühne, Wohnzimmer, es war alles drin. Manko hier, es gab nur Regenwasser für die Spülung (wenn leer, dann leer) und einen Holzofen als Heizung. D.h. im Winter musste einer ne Stunde früher dort sein um vorzuheizen. Dann war einen Stunde frieren angesagt und als der riesige Raum warm war, war die Probe auch schon rum. Wir haben dort über der Küche mal die abgehängte Decke angehoben um zu schauen, was sich darüber befindet. Da hatte der Vermieter doch tatsächlich für sich ne "Indoorkletterhalle" über die restlichen 3 Stockwerke gebaut - Sachen gibts

Mein siebter Proberaum
Keller in einer Kita - gabs für lau, wir mussten immer alles wegräumen. Unspektakulär

Mein achter Proberaum
Hütte eines Gesangsvereins im Wald - gabs ebenfalls für lau, mussten auch immer alles wegräumen (vom EG in den Keller), unspektakulär

Mein neunter Proberaum (Stadtmitte 1)
Keller unter einem ehem Möbelhaus, mitten in der Stadt in Ludwigshafen. Der war soweit ok nur die Parkmöglichkeiten waren eine Katastrophe dort. Und wir hatten dort nen Wasserrohrbruch. Glücklicherweise konnten wir vieles retten. Einiges nahm Schaden und als wir Schäden beim Vermieter anmeldeten flogen wir raus - toll! By the way, die Schäden bekamen wir aber noch ersetzt.

Mein zehnter und elfter Proberaum
Das war auch unspektakulär

Mein zwölfter Proberaum (Stadtmitte 2)
Das war der ehem Proberaum von Peter Klein (dem Vater von der Daniela Katzenberger). Der war mitten in den Quadraten in Mannheim und kostete (ich hoffe ihr sitzt) für jeden von den zehn Musikern 75,-€ pro Monat. Falschparktickets in der Innenstadt nicht mit eingerechnet. Preislich das teuerste was ich je am Bein hatte. Er war dafür wie ein Studio mit Regie, Aufnahme und Aufenthaltsraum, sowie Vorraum und WC ausgestattet. Dafür kein Parkplatz, Keller ohne Aufzug.

Mein 13. Proberaum (aufm Land)
Der war neben dem Pferdestall des Gitarristen. Der lebte mitten auf dem Feld in einem alten, umgebauten Bahnhäuschen. Das war so jwd, dass er uns am Feldweg mit seinem 4x4 für die letzten 800m abgeholt hat, weil der Weg (gerade bei Regen) echt offroad war. Der Raum war dafür kostenlos.

Mein 14. Proberaum (zwei Räume)
Der eine war 75km von mir weg, im Musikzimmer des Bassers in einem Wohnhaus - ich denke wir wurden schnell berühmt in der Straße, in der das war. Und wg der Fahrerei probten wir dann im Wechsel im Büro des Gitarristen. Der ist Moderator bei swr3 gewesen und Abends war das ziemlich leer. Cooles Gimmick, nebenan in dem Gebäude war ne Poledance-Tanzschule. Da gabs viel zu kucken. Beide Räume für lau.

Mein 15. Proberaum (Studio)
Jetzt bin ich in dem Alter, wo man sich (und die Mitmusiker) etwas mehr leisten kann, deswegen proben wir beim Keyboarder in dessen Studio. Ist zwar auch weit draußen aufm Land (ca. 70km einfach) aber der Raum ist optimal und kostet nichts. Es ist ein vollausgestattetes Studio und von dem Niveau des miefigen Kellerlochs mit den zugemüllten Bierflaschen meilenweit entfernt.

Ich sehe, ich bin etwas ausgeschweift. Aber als Beispiel lass ich die "wichtigsten" Stationen mal hier so stehen. Welche tollen Proberäume habt ihr schon beprobt? Was hattet ihr schon für Katastrophen im Proberaum bzw mit Vermietern, Mitmusikern etc.? Ich bin mal gespannt wie meine "verrückte 15" noch getoppt wird.
 
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Bholenath

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Das allerschlimmste was ich kenne war ein Proberaum unter einem 70er Jahre Neubau einer Kirche.
Unausgebauter Keller, teilweise riesige Halle dementsprechender Klang.
Unverputzter Roh-Beton, dementsprechende Staubbelastung.

Uns gehörte der komplette Keller mit allen Räumen. So groß wie die Kirche mit Nebengebäuden.
Wir haben uns in einen der Nebenräume zurückgezogen um den Hall etwas zu reduzieren aber der war noch immer eine kleine Halle, vor allem sehr hoch. Der Sound war bescheuert. Durch die Dimensionen war auch an ein Abdämmen nicht zu denken.

Allerdings komplett gratis inklusive gratis Strom also wirklich free as in "free beer".

Danach gings ins Gegenteil. Eine alte aufgelassene Kohlenhandlung.
Insgesamt 25 m². Zwei Räume. Ein Aufenthaltsraum mit 6m² und alten Ofen (gut im Winter). Rest Proberaum.
Der war aber kuschelig und der Sound war perfekt trocken. Null Raumhall.
Der hat aber ganz normal Miete und Strom gekostet.
 
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Linus-T-Schnütz

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Mein schlimmster Proberaum ist hier zu sehen:
https://www.musiker-board.de/threads/unser-proberaum-entsteht.695051/

Kurzum:
Geteileter Proberaum mit mehreren Bands, verdreckt, 3/4 des geteilten Equipments nicht funktionsfähig, dafür wurde (mein) persönliches Equipment ohne Absprache verwendet.
Keiner der anderen war bereit zu putzen oder in den Raum zu investieren.
 
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glombi

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Im Nachhinein würde ich sagen, ich wäre aktuell froh über jeden Proberaum, egal wie bizarr... Damals fand ich diesen eher sub-optimal:

Wir waren 9-10 Leute in einer Soul/Funk-Band mit Bläsersatz. Wir brauchten also Platz und konnten nur bedingt leise proben. Wir hatten das Glück, eine Zeit lang einen kostenlosen Raum mit nutzen zu können. Dieser lag in einem alten Schloss, im Dach des ehemaligen Kutschengebäudes. Der Raum war riesig und daher relativ ungemütlich. Hauptnutzer war ca. 12 Schlagzeuger, dementsprechend vollgestellt war der Raum. Wenn man Zeug stehen gelassen hat, war es beim nächsten Mal bestimmt irgendwohin verräumt. Die PA war auch jedesmal neu konfiguriert. Außerdem war es im Winter meistens arschkalt, da es nur einen Warmwasserboiler gab, der eher ein Frostschutz war, meistens aber nicht lief. Isolierung war natürlich auch Fehlanzeige.

Aber umme und nur ca. 15 Minuten Fahrt. Dem trauere ich jetzt schon nach...

Gruß,
glombi
 
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nasi_goreng

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Ich hatte eigentlich immer Glück mit den Proberäumen.
Aber einmal habe ich mit einer Band als Aushilfe geprobt und deren Proberaum war im Keller eines Altbaus.
Durch den U-Bahnbau hatte sich das Grundwasser irgendwie gestaut und den Keller unter Wasser gesetzt. Das Wasser stand so 5 cm über dem gesamten Kellerboden. Wir Musiker standen auf Inseln von Europaletten mit Teppichen.
Ich weiß nicht wie lange dieser Zustand letztendlich anhielt.
 
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magnushori

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1.
Bei Kumpel im Nebengebäude auf Grundstück

Erster Proberaum. Leicht feucht. Alter Ofen zum Heizen. Ging auch nur kalt oder Bullenhitze wenn der richtig geblockert hat.

2.
Alte Feuerwehr Keller

Der Raum war nur teilweise feucht aber verfügbar. Mit Heizlüfter zu heizen (Strom!)

3.
Museum Keller

Irrer Zugang durch Holzklappe und dann am Kohlenkeller vorbei ein 0,80x1,2 m Durchgang. Nix für Klaustrophobiker.Raum aber groß. Klamm aber Luftschutzcharakter deshalb tiefenwarm. 100% schalldicht !

4.
Ehemalige amerikanische Kaserne

Erster richtiger Proberaum mit kleinem Fenster und Heizung. Im Vorraum Fernsprecher für Pizza und Taxi Bestellung. Eingang über 8 m Feuerleiter von außen.

5.
Hühnerfarm

Ausgebauter großer Proberaum in ehemaliger Hühnerfarm. Mit Regieraum und Scheibe. Allerdings Fensterlos. Heizen Heizlüfter(Strom!)

6.
Ehemalige deutsche Kaserne

Super Proberaum. Groß, warm und trocken. Volles Tageslicht durch große Fenster.

7.
Bauernhof

Ausgebauter großer, warmer Proberaum mit kleiner Regie und Scheibe. Mit kompletter Aufnahmeperipherie. Fensterlos.

Vorteil bei allen Räumen: Lautstärke war kein Problem. Wenn auch der Nachbar von Proberaum Nr1 das Gegenteil behaupten würde.
 
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Magnolia

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Wir haben mal im Keller eines Rohbaus geprobt. Das hat alles bisherige bei uns getopt.
 
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Trommler53842

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Ich habe mich vor vielen Jahren mal bei einer Band in Köln vorgestellt. Der Proberaum befand sich in den sog. Militärkasematten. Extrem feucht. Da wollte ich dann nicht mein Schlagzeug dem Verfall opfern, also Absage meinerseits.

Der erste Proberaum meiner ersten Band war im Raum des ausgezogenen Bruders des Keyboarders, war im Siegerland. Dort waren dann noch einige Schränke, um z.B. Bettwäsche zu lagern. Wir probten, die Mutter vom Keyboarder kam zwischendurch rein, um Wäsche zu verstauen.

In bestem Siegerländer Platt mit rollendem "R" hat sie gesagt: "Nä, nä Marrrco, warrrrum musst Du dann immerrrrr so fürrrrchterlich laut klepperrrrn?" :rofl:

Wer das rollende Siegerländer "R" einmal erleben will, bitte hier entlang:
 
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Hauself Zwo

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So schlimm war's bei mir eigentlich nicht - obwohl, da waren schon ein paar "Perlen" dabei...:
1. die (nicht mehr genutzte) Hausbar meiner Eltern, 5 Mann auf 12 m²
2. Luftschutzbunker mit Stahltüren und schlecht überpinseltem Hakenkreuz (wir: Partyband in der politischen Mitte, nur dass da keine Vermutungen aufkommen)
3. ehemaliger Verkaufsraum der BayWA, viel Glas und manchmal Zuschauer draußen
4. Jugendzentrum, Proberaum für 3 Bands...
5. Dachboden, praktisch 3. OG, Zugang über eine Ausziehleiter (und ich spielte damals einen Röhrenbassverstärker und eine 2 x 15"er Box, der Gitarrist ein Marshall-Halfstack...)
6. privater Kellerraum, wieder ziemlich klein (6 Leute auf ca. 15 m²)
7. im Moment wieder privater Keller, 4 Leute auf ca. 15 m²

... und dazwischen gab's jeweils kurzzeitig Scheunen, Garagen, Gewölbekeller, Wintergärten und als besonderes Schmankerl einen umgebauten Lkw-Auflieger (stand neben dem Haus des Gitarristen und wurde von dort mit Strom und Wärme versorgt).
 
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Das Problem mit Proberäumen ist ja nun mal leider, dass man meistens nehmen muss, was man bekommen und sich leisten kann. Gerade im städtischen Bereich grenzen die Mieten für einen Proberaum fast an eine 2-3 Zimmer Wohnung, in Hannover ist es zumindest so. Wir hatten mal in einer alten Fabrik, die zu einem Proberaumkomplex umgebaut worden ist, einen Raum im 3. Stock. Dachschrägen, ungedämmt, ohne Heizung, gerade mal 30qm, für 280EUR im Monat. Den haben wir uns mit einer anderen Band geteilt, was die meisten anderen Bands mit ihren Räumen auch so hielten. Wenn man Glück hatte war der Fahrstuhl verfügbar. Allerdings gab's pro Raum nur einen Schlüssel (Schließanlage - also nicht nachmachbar), der dann auch im Raum hing, damit alle Zugriff drauf haben. Das hieß, wenn man Equipment dabei hatte, und es nicht die Treppen hochschleppen wollte, musste man erst einmal nach oben, um den Schlüssel zu holen. Als der Besitzer des Gebäudes wechselte, sollte alles renoviert werden: neue Stromverkabelung, Heizung, Kameraüberwachung, was die Miete nochmal deutlich nach oben anhob, weswegen wir dann da raus sind.
Dann hatten wir das 'Glück' in ein Abrissgebäude, wo vorher viel Büroräume drin waren, umzuziehen. Kein Strom, kein Wasser keine Toiletten, die meisten Fenster eingeschlagen und ziemlich verwüstet. Wir haben uns da einen Raum fertig gemacht, mit neuen gebrauchten Fenstern versehen, die Tür mit dicken Schlössern versehen. Da die Fenster natürlich nicht 100% gepasst hatten, und der Raum keinerlei Heizung besaß, war es natürlich im Winter saukalt. Wir hatten zwar vom Nachbargebäude Strom rüber legen können, aber für große Heizkörper war das nicht ausreichend. Der Gasbrenner war ziemlich ätzend, weil er auch noch das letzte bisschen Sauerstoff aus dem Raum zog. Zu allem Überfluss hatten unsere installierten Schließvorrichtungen uns leider auch nicht davor bewahrt, dass am Ende doch noch eingebrochen wurde, aber das ist eine andere Geschichte.

Eine Zeit lang hab ich mal bei einer Band gespielt, die ihren Proberaum in einem Wasserturm hatte. Der Raum war in der 2. Etage, und man musste eine enge Wendeltreppe nach oben laufen. Fahrstuhl Fehlanzeige.
 
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WilliamBasie

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da schein ich ja viele Jahrzehnte Glück gehabt zu haben...
...eigentlich kann ich nur negatives berichten bei einer Aushilfe - die Band hatte eine ehemalige Lagerhalle an einem Güterbahnhof erworben und toll umgebaut.
Leider kam im Abstand von 2-3m alle paar Minuten ein Güterzug durch - 1. höllisch laut, 2. Auswirkungen wie bei einem Erdbeben.

Bizarr waren gelegentlich die Auftrittsorte.
Allem voran das Dreivierteljahr, als wir für eine Wellness-Firma eine Promo-Tour gespielt haben - da war alles dabei vom Sauna über Schwimmbad bis fließend Wasser um uns rum in allen Varianten.
 
Kokopelli

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Eine Zeitlang haben wir in einer (stillgelegten) Kegelbahn im Keller einer Kneipe geprobt: Das 70 Jahre Flair war perfekt, inklusive der Täfelung Kiefer Rustikal. (Natürlich durften wir die Bahn nicht betreten, sondern nur vor der Bahn spielen).
Der Deal war, dass wir hinterher in der zugehörigen Kneipe einkehren, dafür durften wir für umme proben. Hat sich wahrscheinlich für den Besitzer gerechnet.

Späters haben wir dann in einem Gerümpel-Keller geprobt, völlig versifft ... kurz darauf hat sich das ganze aufgelöst.

Grüße,

Kokopelli
 
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xCJ279x

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Der Proberaum meiner ersten Band war im Keller eines Jugendzentrums. Sehr günstig, wir konnten über einen eigenen Eingang kommen und gehen wann wir wollten und (fast) jederzeit Krach machen.

Der Raum meiner zweiten Band war im Keller einer ehemaligen Villa, die zur Kirche umfunktioniert wurde. Da unten wurden diverse gute Partys gefeiert, der Boden hat immer geklebt und als dann der Schimmel überhand nahm, sind wir da raus und der gesamte Keller wurde renoviert.

Mit meiner aktuellen Band sind wir in einem Bunker, der leicht in Schieflage ist :D aber die Böden in den Räumen wurden geebnet, allerdings gibt es in dem Raum weder Fenster noch Heizung.
 
HaraldS

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Ich habe als Jugendlicher in mehreren https://de.wikipedia.org/wiki/Bunker_in_Bad_Wildungen geprobt. Da stimmt das, was Heinz Strunk später in "Fleisch ist mein Gemüse" auch über Proben im Bunker schrieb: es roch nach verlorenem Krieg. Der Vorteil an den vielen Bunkern in B.W. war, dass es dadurch viele Proberäume gab und sich dadurch in den 80ern/90ern eine gute Rockszene entwickelt hat.
 
lil

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Die seltsamste Probesituation, in der ich bis jetzt war:
IMG_20161105_163041.jpg

(nein, das bin nicht ich)
ok, ist nicht ganz die Antwort auf die ursprüngliche Frage, da a) keine Band, nur "Spaßduo" Akkordeon + Melodica und b) keine regelmäßigen Proben, sondern nur eine einmalige Verständigungsprobe, aber ich denke, als "außergewöhnlich" zählt ein Hotelzimmer :D (vor dem Musiker-Board-Vocalstreff 2016)
 
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Ich hatte da auch eher Glück.
1. In meiner Jugend hatten wir einen Probenraum unter einer Kneipe. Eher typischer Probenraumflair. Provisorische Doppeltür zum Treppenhaus zwischen die während der Proben eine alte Matratze eingeklemmt wurde.
Den Raum haben wir mit wechselnden Band geteilt die wir idR. nicht mal kannten (einmal habe ich ein Mikro im Probenraum gelassen. Das war dann sofort weg...).
Der Deal war nach der Probe noch was in der Kneipe zu trinken und einen Gig für lau zu spielen. Ganz fair.

2. Ein Zeit habe ich mit einer Band in einem Saal einer frei Kirche proben können. War riesengroß, aber da musste aber immer alle komplett auf und abgebaut werden. Immerhin gab es einen "Technik-Raum", wo man Gesangsanlage und Verstärker zwischenlagern konnte. Miete war ok.

3. Im ausgebauten Keller unseres Keyboarders. Unspektakulär, etwas beengt, Wohnzimmerflair, statt Schlagzeug Set Cajon..., nach der Proben wurde alles etwas zusammen geräumt...

4. Im ausgebauten Keller unseres Schlagzeugers. Alles kann betriebsbereit stehen bleiben, echt top.

5. Raum in einem Probenraum-"Zentrum". Komplex mit mindestens 10 Probenräumen auf einem ehemaligen Bauernhof in einem Niemandsland umringt von einer Autobahn, bzw. dessen Zubringen. Die Räume sind tageweise mietbar. Drumset und Gesangsanlage wird gestellt. Für Verstärker stehen Regale zum Zwischen-Lagern bereit. Im Winter ist es arschkalt zum Glück "Warmmiete" denn die erforderlichen Heizlüfter kicken regelmäßig die Sicherungen heraus. Ein Klo gibt es, aber naja........ der Mietpreis eigentlich ein Frechheit, aber was soll man machen.
 
Martman

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Persönlich hab ich bisher nur zwei Probenräume durch, die beide irgendwie "komisch" waren/sind.

Der erste hatte seine Vorzüge. Lag in einem Wohngebiet, aber auf einem Gewerbegrundstück im Innenhof. Wir haben trotzdem um 22 Uhr (mehr oder weniger) immer schön Daddeldu gemacht, falls doch was rausgekommen wär. Der Raum war nicht nur ebenerdig, sondern gleich neben der Eingangstür. Man konnte mit dem Sprinter auf weniger als 5 m an die Probenraumtür ranfahren.

Aber erstmal war das ein Schlauch, etwas mehr als 5 m lang, aber weniger als 3 m breit mit der Tür auf einer der schmalen Seiten. Und da mit sechs Leuten drin. Nur ein Gitarrist, keine Amps, aber zwei Keyboarder, die Schlagzeuger hatten alle etwas opulentere Kits, und wir hatten ständig die bandeigene PA nebst Monitoren aufgebaut, weil vier von fünf Leuten sonst ihre Instrumente nicht gehört hätten und das Zeugs ja eh irgendwohin mußte.

Die Luft war immer schlecht. In der Theorie gab's drei Fenster, zum Glück alle vergittert, aber die waren aus akustischen Gründen mit alten Matratzen und einem alten schweren Vorhang abgedeckt, da war an Lüften nicht zu denken. Wir dachten mal, das liegt an der Luftfeuchtigkeit, aber als ich mal meinen Luftentfeuchter mitgebracht hatte, sprang der nicht mal an. Die Luft war noch trockener als bei mir zu Hause. Aber irgendwie hatte sich der Gammel überall reingesetzt.


Wir haben uns immer mal anderweitig umgeguckt, speziell, als das Gebäude den Eigentümer wechseln sollte und wir nicht sicher sein konnten, ob wir da auch drinbleiben konnten.


Wir hatten z. B. mal ein Angebot für einen günstigen Probenraum in einer renovierten Scheune. Soll sehr gut gewesen sein, billig noch dazu, aber in der tiefsten Pampa und ohne eigenen Pkw unerreichbar. Im günstigsten Fall hätte ich bis zur nächstgelegenen Bushaltestelle deutlich mehr als eine Stunde gebraucht, dann mehr als eine halbe Stunde zu Fuß, wahrscheinlich auch noch Landstraßen entlang, wo kein Randweg ist und niemand mit Fußgängern rechnet, und nach der Probe wären schon gar keine Busse mehr gefahren. Als einziger ohne Auto war ich auch der einzige, der Veto gegen den Raum einlegte. Ein paar andere hätten den Raum absolut genommen, aber wenn einer partout nicht mehr zur Probe kommen kann...


Gab noch andere schöne Sachen, vor allem, als unser aktueller Schlagzeuger beim Suchen mithalf.


Ein Raum soll an sich gar nicht so schlecht gewesen sein. Aber die Decke war so niedrig, daß nur unser Leadsänger/2. Keyboarder da drin hätte aufrecht stehen können.


Oder die ehemalige Wäscherei, die uns mal aufgefallen war. Da wär schon mal eine Menge Arbeit möglich gewesen, um daraus einen Probenraum zu machen. Zumindest hätten wir auch ein Klo einbauen können, Anschlüsse waren da. Hauptsächlicher Pferdefuß war aber, daß das Ding mitten in einem Wohngebiet war. Da hätten wir wirklich Schlag 22 Uhr fertig sein müssen und einige Leute wohl sogar schon vorher gestört. Und nach'm Gig hätten wir den Sprinter mitten in der Nacht geräuschlos entladen müssen.


Dann war uns eine Riesenhalle angeboten worden. Hätten wir quasi mit machen können, was wir wollen. Das ganze Ding hätten wir uns natürlich nie leisten können. Also lag der Gedanke nahe, Wände einzuziehen, mehrere Räume draus zu machen, bei der Gelegenheit auch ein Lokus einzubauen und die anderen Räume zu vermieten. Okay, Mieter zu finden für Probenräume, wär in Hamburg nicht so schwer gewesen. Aber gute, garantiert verläßliche Mieter? Bevor wir die gehabt hätten, hätten wir sechs erstmal für den ganzen Kasten blechen müssen.


Letztlich fanden wir noch einen bezahlbaren Kellerraum in einem reinen Gewerbegebiet. Keller klang erstmal doof mit unseren Unmengen an Equipment, zumal die Treppe ziemlich verwinkelt ist – und an einer Stelle eine doch etwas geringe Durchgangshöhe hat. Da gab's zum Glück einen Fahrstuhl. Einen funktionierenden sogar. Ohne Schlüssel benutzbar.

Auf den Fotos sah der Raum räudig aus, aber wir sagten uns, gemacht werden muß da eh was, dann können wir ihn uns auch schön machen. Optisch wie akustisch. Der Raum geriet so groß, daß wir ihn noch mit einem Vorhang geteilt haben. Heizkörper gab's keine, aber Heizungsrohre, über die gefühlt das ganze restliche Gebäude versorgt wird. Die mußten wir sogar noch mit Schaumstoff ummanteln, sonst wär's selbst im Winter noch brüllend heiß.

Hauptsächlicher Haken: kein Klo auf der Etage. Wo wir das Klo mitbenutzen konnten, wechselte immer mal – bis hin zu dem Puff, der zeitweise mit im Gebäude war.

Okay, die Druckerei über uns stört manchmal auch – im wahrsten Sinne des Wortes, nämlich in die Saiteninstrumente rein. Auch immer schön: das Geboller, wenn die oben mit Papierrollen rumschmeißen. Besonders, wenn wir mal wieder Demos aufnehmen wollen.


Martman
 
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finerip

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Persönlich hab ich bisher nur zwei Probenräume ...
Wow, das klingt als ob ihr in einer Region seid wo es Proberäume wie Sand am Meer gibt, und wie Du es beschreibst, sogar richtig gute. Hier im Rhein-Neckar-Gebiet kommt es mir vor, dass Du a) jeden Rotz nehmen musst weil es nix anderes gibt oder b) Du anständig Kohle latzen musst um was vorzeigbares in guter Lage zu bekommen. Je weiter man rauskommt umso preiswerter wirds dann natürlich pro qm².

Klo und Heizung scheint in der Summe bei allen Schreibern hier doch so ein Knackpunkt gewesen zu sein.

Mir fällt da spontan noch ein Proberaumangebot ein. Wir hatten in einer Pfälzerwaldhütte mal einen Gig und der Wirt bekam mit, dass wir einen Proberaum suchen. Er hat uns dann zu sich nachhause eingeladen. Wir hätten seine Scheune zum Proberaum herrichten können. Haken an der Sache: Die Scheune war von 1800-Schießmichinsbein mit nem Loch in der Wand in der Größe eines Luftangriffs (vermutlich war das noch ausm 2. Weltkrieg ;-) ) und wir hätten dort locker ein halbes Jahr renovieren müssen bevor wir hätten proben können. Vermutlich wären wir nach Fertigstellung rausgeflogen, so windig wie der Typ war. Wir haben dankend abgelehnt und es auf die Entfernung geschoben. Ich denke, er hats verstanden (dass wir nicht blöd genug waren)...
 
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Dresden
Unsere ersten Gehversuche hatten wir in der Gartenlaube, dann ein paar Proben in einer Kirche bzw. Gemeinderäumen.

Irgendwann haben wir eine stadtbekannte Band gefragt ob wir bei denen proben dürften. Nach drei Proben vor Ort wurde und angeboten den Raum dauerhaft zu übernehmen, da sich die andere Band auflösen wollte.

Der Raum war geil: freistehendes Gebäude auf dem Pfarramtsgelände eines Dorfes, mietfrei, gute 40m² mit kleinem Holzofen.
Wir haben den Raum mit Filzmatten gedämmt, haben Unmengen an Partybeleuchtung installiert und hatten Platz für eine schöne 2.hand-Couch. Bier gab's 50 Meter weiter in der Dorfkneipe, welche auch Getränkemarkt war.
Irgendwann wechselte dann der Pfarrer, da hatten wir erst ein Jahr sturmfrei, danach dann aber dezent Stress: da mussten wir dann 50€ pro Monat zahlen und mit den ausladenden Proberaumfeiern war es dann auch vorbei. (Witzig: bei der ersten Feier haben wir vor eine Glühbirne einen Starter von einer Neonröhre geklemmt - hat jeden genervt, blieb aber jahrelang so. Zusätzlich haben wir an dem Abend knapp 10l Nebelfluid verbrannt - richtig gute Acidparty...)
Nach 10 Jahren musste ich dann ausziehen, nach 4 Bands und zahlreichen Projekten war ich der letzte dort und hatte keinen Nachfolger finden können. Der Pfarrer hat mir nach Jahren erzählt dass der Filz und unsere Schalldämmung (100m Dachlatten und 1000+ Schnellbauschrauben) von einem zu Sozialstunden verurteilten Jugendlichen dann abgebaut wurde - der Typ macht sicher nie wieder was Dummes!

Nach dem Umzug in die neue Heimat hat sich die neu gegründete Band dann in einem ehemaligen Bürogebäude eingenistet. Keller, Hochparterre und zwei OG's, jeweils 12 Räume pro Etage. Nur Bands und Musiker - immer Krach im Haus. Toiletten wie auf der Autobahn, keine Heizung, dafür Strom und überall Dreck.
Unser Raum hat rund 13m² - gedämmt mit Teppich und Filz. Die ganze Partybeleuchtung ist mit umgezogen, dafür sind die Verstärker größer geworden - Basser rund 3KW an 2x18", Gitarre 1 mit 100W Vollröhre an 4x12" und Gitarre 2 mit 600W Stereo über 2x 2x12". Dazu noch Schlagzeug. Wir machen stoner und doom.
Die anderen im Haus auch wenn wir proben 😁
 
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