Extreme Metal - Basslines komponieren

von ShadowFlame, 20.10.07.

  1. ShadowFlame

    ShadowFlame Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.10.07   #1
    Hi!

    Ich bin momentan in einer kleinen Krise wegen der Basslines, die ich in meiner Band spiele.
    Wir waren vor kurzem in einem Studio und haben recht ordentlich die Gitarren und das Schlagzeug eingespielt. Als ich dann an der Reihe war, hat der Studio-Mensch gemeint, ich solle was anderes spielen als das was geplant war, aber so spontan war ich nicht, also haben wir die Aufnahme abgebrochen. Stattdessen hat er dann eine Bassline an meiner Stelle eingespielt (weil ein Song aus terminlichen Gründen schon fertig werden musste).

    Meine Frage daher: Was mache ich falsch?
    Der Aufnahme-Leiter hat gemeint, ich solle vorwiegend tiefe Cs spielen, weil die Gitarren bereits sowas Chaotisches produzieren und man mit dem Bass deshalb mehr die jeweilige Musikrichtung (Death) geltend machen muss.
    Ich habe mir angeschaut, wass andere Metal-Bassisten spielen und habe gesehen, dass die durchaus vielseitig ("vielsaitig") spielen und zT die Spuren von den Gitarren nachspielen.
    Ich selbst habe meist irgendwo dazwischen gespielt. Die einen Riffs sind gleich wie auf der Gitarre, andere orientieren sich mehr am Schlagzeug. Es wäre zwar einfacher, nur straight durchzuspielen, aber irgendwie erfülle ich dann das Klischee eines Bassisten und ich selbst möchte auch etwas anspruchsvoller spielen. Bin ich da im Death Metal etwa falsch? :confused:

    Ich meine, ich kann doch nicht durchgehend tiefe Bs und Cs als 16tel oder 8tel spielen, ein Bassist ist doch kein Maschinengewehr. :(


    Auf www.myspace.com/utopiametal sind übrigens die Ergebnisse. Take Your Last Breath wurde vom Producer eingespielt.
     
  2. Cervin

    Cervin Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 20.10.07   #2
    Das klischee eines autos ist auch 4 reifen zu haben...
    Warum? Es ist funktionell :p

    Du triffst da einen punkt den viele (basser) in dem Musikbereich nicht so ganz "verstehen".
    Darüber wurde hier auch schon oft und gut geschrieben.
    Dazu muss man sich in erster linie klar werden, welche funktion man selber in der Band erfüllen möchte.
    -Den Rhytmuss basser mit groove? (den leuten den takt zum bangen vorgeben)
    -Den Straigten "frequenzvervollständiger (großteils der gitarre treu bleiben, und dem sound einfach "Bass" geben. Hier müssen die instrumente allerdings richtig für eingestellt sein ^^.
    Gerade in der musik, bei tiefergestimmten gitarren hat es ein bassist schwer. da die gitarren schon fast den bassbereich ausfüllen. endweder: low-cut bei den gitarren oder woanders (frequenztechnisch gesehen) mitmischen!
    -Den Fummel lead bass (Die gitarren schrammeln irgendwo in den bassfrequenzen rum, geben wir dem ganzen mal hörbare töne im mitten/höhen bereich)

    Guck dir den Thread mal an
    https://www.musiker-board.de/vb/pla...-unzufriedenheit-ueber-eigenem-basssound.html

    aber noch viel mehr den hier:
    https://www.musiker-board.de/vb/e-baesse/234073-bass-bei-hardcore-usw-bands-sinnlos.html

    Der Trick ist einfach seinen "sinn" in der band zu erkennen, und entsprechend zu spielen!
     
  3. ratking

    ratking Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 20.10.07   #3
    Hm, ich sach' mal Jein. Gibt durchaus Passagen, wo das Sinn macht. Wir haben z.B. einige Parts, wo es halt einfach nur nach vorne knüppeln soll, die Gitarren schlagen Black-Metal-typisch 16tel durch - eine virtuos-komplexe, groovende Bass-Line drunter zu legen wär' da reichlich kontraproduktiv ;) Da dresch' ich halt synchron zum Riff durch, damit das ganze funktioniert.
    Bei Melodieparts z.B. spiel' ich aber gerne "Gegen-Melodien" zu den Gitarren-Parts, um das melodische Moment zu verstärken. Muss man halt immer ein bissl aufpassen, dass das ganze auch harmonisch funktioniert - Dissonanzen können ja durchaus Spannung erzeugen, oft klingen sie aber auch einfach nur ... ähm, ja ... dissonant :D
    Sehr praktikabel sind grad' im hefigeren Bereich aber auch Leersaiten-Geschichten - also Grundton auf Leersaite durchgespielt und durch passende Akkord-Töne oder Läufe in den höheren Lagen ergänzt ... Einfach & effektiv!
     
  4. heiligerbimbam

    heiligerbimbam Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.07   #4
    Bei Caliban z.B. spielt der Bass exakt das selbe wie die Gitarren. Der Jenige, der den Bass auf deren letzten Alben eingespielt hat, hatte sich so geile Basslinien ausgedacht, doch diese waren nicht erwünscht (sowas würde ich mir nicht bieten lassen :D ).

    Der Bass wird sowieso immer recht Stiefmütterlich behandelt im Metal, das darf man sich einfach nicht bieten lassen. Das fängt schon beim Sound an und endet damit, dass einem Jeder vorschreiben will was man spielt.

    Pauschal kann ich dir keine Tipps geben wie man Basslinien für deine Geschichte komponiert, es kommt immer drauf an. Ich spielt auch halbe Noten zu Blastbeats, um einen Soundteppich zu erzeugen, oder 8el wo die Gitarren 16tel spielen. Wenn man keinen extrem Höhenlastigen Basssound hat, machen 16tel keinen Sinn, das hört man eh nicht. Live ist das was anderes, da muss es auch gut aussehen ;)
    Wenn die Gitarren zu chaotisches Zeugs spielen, versuche ich mit dem Bass etwas Ordnung reinzubringen, indem ich z.B. die Grundtöne spiele. Spielen die Gitarren wenig, dann tobe ich mich auch schon mal aus (wenn ich Lust dazu habe). Natürlich versuche ich immer mit dem Schlagzeug zusammen zu Arbeiten, und/oder ein Bindeglied zwischen Gitarren und Schlagzeug zu sein.
     
  5. Lord Worm

    Lord Worm Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.10.07   #5
    Ohne werbung machen zuwollen aber das bassspiel auf der aktuellen Blood Red Throne scheibe Come Death ist ziemlich geil (und auch gut hörbar *g* ). Vielleicht ist das ja ein wenig inspiriend. An manchen stellen spielen da die Gitarren ehr nen simples riff und der bassist "tobt" sich aus *g* bzw. sein bassspiel isl sehr abwechslungsreich.
    http://www.myspace.com/bloodredthrone666
     
  6. ShadowFlame

    ShadowFlame Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.10.07   #6
    Danke schonmal fuer eure wertvollen Ratschlaege!

    Als ich neu in der Band war, habe ich auch mein eigenes Ding durchgezogen, aber da wurde ich dann recht schnell in die Schranken gewiesen... was verstaendlich war, ich habe mich zwar rhythmisch am Schlagzeug orientiert, aber die Toene passten nicht ganz zur Gitarre. Das Dumme ist nur, wenn es ueberhaupt einen Grundton gibt, dann ist es C und das bei jedem Song.
    Aber, naja... ist wohl so bei dieser Musikrichtung.
     
  7. beowulf666

    beowulf666 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.10.07   #7
    Hi, ich verstehe grad dein Problem nicht so ganz.

    Wenn die Töne einfach nicht passen, ist das vollkommen klar, das da Kritik kommt. Und imo ist das auch volle Elle überflüssig, auf 2 Gitarren, die irgendwo rumschrebbeln noch nen gefummelten Basspart zu setzen.
    Ich mach Black Metal und hab teilweise ähnliche Probleme wie du. Aber es gibt Lösungen. Ich orientiere mich teilweise zwischen Gesang und Schlagzeug, mache nen Kopfschüttelbaren Groove dazu und unterstütze den Gesang rythmisch und tonal. Das ist nichts, was die Gitarren können, dafür brauchts nen Bass.
    Und zu den Tönen: Einfach mal in Kompositionslehre einarbeiten. Grosse Terz, kleine Terz sind immer toll. Dabei muss aber klar sein, in welcher Tonart ihr euch bewegt. Das gibt dir nen bisschen Freiheit bei den Tönen, und vom Rythmus her stehst du eh zwischen allen Stühlen, und musst versuchen, Bretter dazwischen zu legen, damit nicht jeder für sich spielt.

    Zu dem, was heiligerbimbam geschrieben hat: Jupp. Bis auf Akzente, wo so nen Geschrammel Sinn macht, ist das voll für lau. Hört eh keiner, und zu 16tel fängt auch definitiv keiner an, zu bangen.

    Ich versuche meist, von der Bassgeschwindigkeit knapp über 120 Bpm zu bleiben. Und das breche ich dann immer wieder. Durch Triolen oder so. Das schiebt das Ganze noch nen bisschen nach vorne.

    Vielleicht hat dir das nen bisschen geholfen, spiele aber auch noch nicht wirklich lange. Kann sein, das ich da auch grad übelsten Scheiss zusammengeschrieben hab, und es genau für mich funktioniert, und für keinen anderen...
     
  8. Zack ab!

    Zack ab! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.07   #8
    Also die einzige Lösung deines Problemes seh' ich darin, dass du dich evtl. einfach stärker ins Songwriting einbinden solltest.
    Die Arrangements ,die ich eben auf Myspace gehört hab, lassen wirklich keinen Platz mehr für 'nen Shredder-Bass, das ist ganz klar.

    Oder aber du suchst die noch eine andere Band, mit der du dich austoben kannst.

    Ich kann das jetzt so auf die Ferne nicht abschätzen, aber ich habe auch so ein bischen den Verdacht (bitte nicht übel nehmen, ist nicht bös' gemeint), dass du vllt. noch nicht ganz den Durchblick in Sachen Harmonielehre hast.

    Da würde ich mich an deiner Stelle, wie auch schon geschrieben, mit auseinander setzen.
    Fang am Besten beim Elementarsten, den Intervallen, an.
    Dann kannst du dich den Akkorden und den Skalen zu wenden.
     
  9. ShadowFlame

    ShadowFlame Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.10.07   #9
    Ist mir auch klar. Vergesst meinen Satz am besten wieder. Wollte nur sagen, dass ich mit Improvisationen nicht weit komme.

    Das Problem ist, dass die Songs eigentlich nur die 2 Gitarristen machen, also komplette Gitarrenspuren mit Struktur, und alle anderen Spuren fügen sich dann ein. Zuerst Schlagzeug, das geht meist ohne Probleme, Gesang meist auch und ich muss mich dann versuchen, dazwischen zu quetschen.

    Ich spiele in einer zweiten Band, die auf der Hardrock-Schiene fährt und da bin ich mit meiner Position richtig glücklich, ohne mich läuft da nichts ^^
    Aber ich will eben auch den Weg des Death Metal-Bassisten meistern, da sehe ich wesentlich mehr Herausforderung ;)

    Das stimmt nicht, ich kenne mich sehr gut damit aus, oder zumindest wesentlich besser als meine Kollegen, aber das nützt mir relativ wenig, denke ich, denn die gehen ja auch ohne bewussten Einsatz von Harmonieregeln vor (mein Bass-Lehrer hat sogar gemeint, in dieser Musikrichtung soll ich bloß nicht versuchen, irgendwelche Skalen zu spielen). Mein Dilemma ist ja, wie oben beschrieben, dass ich durchaus imstande wäre, harmonische Sachen zu komponieren, die aber unerwünscht sind, weil alles was überm C liegt, scheinbar zu hoch ist.
     
  10. Neme

    Neme Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.10.07   #10
    Ich find auch, dass es immer auf den Song ankommt, was man spielen sollte.
    Immer nur nen C durchachteln geht bei manchen riffs garnicht. Als Beispiel mal das Anfangsriff von Statutory Ape von The Black Dahlia Murder. Da hat man kaum andere Möglichkeiten als das Gitarrenriff mitzuspielen.
    Bei anderen Riffs machts aber wiederum Sinn "Grundtöne" durchzuspielen, damit der Hörer sich an etwas orientieren kann.
    Und dann gibts wiederum Riffs bei denen man eher mittm Schlagzeug zusammenspielt.

    Wenn man das alles kombiniert ist es auch nicht ganz so langweilig und man muss sich sogar nen paar Gedanken machen ;)

    Leider sind Metalplatten aber oft so produziert, dass es im Endeffekt eh egal gewesen wäre :(
     
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