feedback und kritik hier im forum

Wie zufrieden seid Ihr persönlich mit dem Feedback auf die geposteten Texte?


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Hi Schreibende!

Ein Thema, das wohl jede/n hier angeht: Man stellt den neuen Text rein, der noch ganz frisch ist, man selbst noch bewegt, schwankend ob es vielleicht der große Wurf ist oder beim erneuten Lesen mehr und mehr verliert, weiß nicht, ob der Text ankommt oder überhaupt verstanden wird oder ob er nicht gar Schnitzer sprachlicher Art hat, was ja speziell bei englischen Texten oft so eine Frage ist ...

Man stellt nun also sein Herz und Hirn in Form eines Textes hier rein - man sieht, wie mehr und mehr Leute den eigenen thread angeklickt haben ... aber was ausbleibt ist Feedback oder Kritik ...

Das soll hier Thema sein.
Konkreter Auslöser für diesen thread war jener, in dem es ab post 8 um das Thema feedback geht: https://www.musiker-board.de/vb/eigene-texte-lyrics/344761-schlussstrich.html

Grundsätzlich weiß wohl jede/r, dass hier niemand für Feedback oder Kritiken bezahlt wird und dass dieses Forum auf einer prinzipiellen Gegenseitigkeit beruht:
Wenn alle nur Feedback auf ihren Text haben möchten, selbst aber kein Feedback geben, funktioniert es nicht - und still ruht der See.

Sehr klasse fand ich deshalb in dem verlinkten thread die post, in denen es unter Anerkennung dieser prinzipiellen Gegenseitigkeit um die Frage ging: Feedback - gut und schön, aber wie?

Reicht es denn, einfach zu posten: gefällt mir/gefällt mir nicht? Interessiert mich/interessiert mich nicht? Hat der threadersteller etwas davon? Das wäre ja sowas wie: Daumen hoch, Daumen runter - was zwar nicht uninteressant wäre, aber dann doch eine zu dünne Suppe, um daraus ein gutes Mahl zu bereiten.

Und gleich eine Textanalyse schreiben? Nicht jeder fühlt sich berufen, auf einem Sitzplatz des literarischen Quartetts Platz zu nehmen und viele wollen auch (meiner Meinung nach zu Recht) nicht die Rolle eines "offiziellen Urteilfällers" einnehmen.
Ich persönlich bevorzuge deshalb auch das Wort Feedback - weil es eine Rückmeldung, aber keine Beurteilung von oben herab impliziert.

Wie ist es für Euch?

Was hindert Euch daran, Feedback zu geben?
Was erwartert Ihr als Texter von einem Feedback?

Wie zufrieden seid Ihr mit dem jetzigen Stand?
Gibt es Vorschläge? Kann man was besser machen?


Ich hoffe auf rege Teilnahme!

Die Umfrage habe ich reingestellt, um einen groben Überblick zu ermöglichen. Ich fände ganz interessant, wo die Schwerpunkte liegen. Also bitte: auch wenn man hier nicht posten möchte - sich an der Umfrage zu beteiligen ist auch eine wünschenswerte Form von Feedback.

x-Riff

P.S.: In meiner Signatur gibt es einen Link zu einem Feedback-Guide. Kann vielleicht auch als Anregung dienen.
 
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Ich lasse mich ja hin und wieder als Kritiker hier blicken... aber nur in jedem 15ten Thread oder so. Leider, tut mir auch irgendwo leid, weil es hier öfters nette Texte gibt, die Feedback verdient hätten. Aber wenn ich damit anfange, wird es üblicherweise ein relativ langer Text (nicht unbedingt absichtlich, aber dann fällt einem noch das ein und die Stelle ist doof formuliert...) mit entsprechendem Zeitaufwand... Zeit, die ich nicht immer aufbringen kann oder will -.-
 
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Hey, ich finds gut, dass du das mal zur sprache bringst und hoffe dass sich viele dran beteiligen an der diskusion.

Für mich sit bei einem Feedback wichtig, was der Leser von meinem nicht versteht oder unklar ist, was er dabei fühlt und natürlich verbesserungsvorschläge oder ähnliches auf sprachlicher ebene. Am liebsten gesehen sind hinweise auf inhaltliche ungereimtheiten, widersprüche etc. Klar manchmal ist das gewollt, aber das kann ich dem kritikier ja dann mitteilen und gegebenfalls erklären wies gemeint war.

Ich slebst versuche Feedback auf 2 weisen zu geben: subjectiv, was es bei mir auslöst ob der text mir gefällt und warum oder eben warum nicht. und auf der anderen seite das objektive: sprache, metaphern etc...dieser part fällt den meisten wahrscheinlich schwerer

Gruß Pat
 
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Gut, dass es diesen Thread gibt!


Ich bin im Allgemeinen eigentlich relativ oft hier im Forum unterwegs, lese auch viele Texte und Threads aber gebe irgendwie nur selten Feedback, da es mir meistens schwer fällt zu sagen, was genau mir an einem Text gut gefällt o.Ä.

Hoffe jedoch, dass sich das jetzt ändert ;-) Werde mir ab jetzt auch mehr Mühe geben, denn es wäre schade, wenn dieses Forum mit zuvielen Texten und zuwenig Kritik untergeht.
 
johnparfitt
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Gut, dass es diesen Thread gibt!


Ich bin im Allgemeinen eigentlich relativ oft hier im Forum unterwegs, lese auch viele Texte und Threads aber gebe irgendwie nur selten Feedback, da es mir meistens schwer fällt zu sagen, was genau mir an einem Text gut gefällt o.Ä.

Hoffe jedoch, dass sich das jetzt ändert ;-) Werde mir ab jetzt auch mehr Mühe geben, denn es wäre schade, wenn dieses Forum mit zuvielen Texten und zuwenig Kritik untergeht.

dem kann ich mich nur anschliessen
 
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Also ich bin ja noch ziemlich frisch hier, da hatte ich neben dem ausgiebigen Stöbern im Forum einfach noch keine Zeit zu kommentieren.

Ich halte es aber für unwahrscheinlich, dass ich hier auch deutsche Texte kommentieren werde. 1. weil ich selbst so gut wie ausschließlich auf Englisch schreibe und mich mit englischen Texten beschäftige, und 2. weil ich denke, dass ich mich einfach nie genug mit deutscher Lyrik beschäftigt habe um eine gute Meinung abgeben zu können (außerdem ist meine Muttersprache Slowenisch, obwohl ich Deutsch 100%ig gleich gut beherrsche, da ich zweiprachig aufgewachsen bin, aber trotzdem ne). Es sei denn der Text würde mich persönlich besonders ansprechen, da würde ich mir dann auch einen deutschen Text noch genauer durchdenken.

Ein besonders gutes Feedback (obwohl natürlich auch solche willkommen sind, welche nicht der Maxime entsprechen) würde für mich folgendes beinhalten:
- einfach mal einen allgemeinen persönlichen Eindruck
- warum der Text gefällt oder nicht gefällt
- ob sich der Text harmonisch lesen lässt
- ob er im Leser irgendwelche Bilder, Gedanken oder Gefühle usw. weckt
- Grammatik
- falls der Feedbackgeber etwas an dem Text verändern würde (z.B. etwas weglassen, umschreiben usw.), würde ich gerne wissen warum, einfach um einen besseren Durchblick zu bekommen
 
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bin ebenfalls noch ein Frischling, hab selbst noch keinen Text reingestellt und kann mich deshalb über mangelndes Feedback dazu nicht beklagen ;-)
Allerdings hat sich mein anfänglicher Enthusiasmus bezüglich des Feedback gebens etwas gelegt, da meine bisherigen 3 - imho konstruktiven und relativ ausführlichen - Kritiken keinerlei Reaktion seitens der Threadsteller zur Folge hatten. Da fragt man sich halt: hat sie/er mein Feedback überhaupt gelesen oder hab ich nur Zeit und Hirnschmalz verschwendet? Eine Reaktion auf Feedback kann ja durchaus auch "mit der Kritik" kann ich nichts anfangen" lauten. Will sagen: nur wenn (irgend)eine Reaktion kommt, kann ich den "Nutzwert" meiner Kritik einschätzen und zukünftig ggf. verbessern bzw. bleibe motiviert, hier weiterhin Feedback zu geben. Feedback aufs Feedback ist m.E. für das Funktionieren dieses Forums deshalb essentiell.
 
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oh, interessante umfrage.
generell mehr feedback wäre gut ja.
bisher war ich ja eher sparsam was das feedback geben angeht... dafür gab/gibt es folgende gründe..hauptfaktor bei mir ist die zeit. die ich leider meist einfach nicht habe um ein ausführliches feedback zu geben. oft ist es bei mir auch einfach so, dass ich einen text vielleicht gut finde, aber nicht genau weiß was es ist und einfach nur "ich finds toll" hinschreiben, kommt mir ein bisschen doof vor...aber vermutlich besser als gar nix(?!). werd mir aber mühe geben doch öfter mal was zu posten, insbesondere was die sprachliche ebene betrifft.
 
Diavor
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Ich schließe mich den allgemeinen Äußerungen mal an.

Ich lese eigentlich mind. jeden zweiten Text hier im Forum, nur oft ist es so, dass mir zu einem gelesenen Text nichts zu schreiben einfällt, sie sind dann halt einfach da, werden gelesen und wirken zu Musik dann bestimmt nochmal nen Ticken besser als nur eine Niederschrift von Worten. Wenn mir denn ein außergewöhnlicher Text in die Finger kommt, dann nehme ich mir wenn nicht beim ersten, aber beim zweiten Lesen die Zeit eine Antwort mit evtl. Verbesserung oder gar Interpretation zu liefern, was ich zum Beispiel bei meinen Online gestellten Texten vermisse. Womöglich ist es auch so, dass man erwartet, dass andere sich insoweit zum Feedback animiert sehen, weil man selber nen anderen Bezug zu ihm hat, es für den Leser aber nur ein "Durchschnittstext" ist.

Das Problem beim Feedback zu Texten liegt einfach darin, dass man einen Bezug zu dem gelesenen braucht. Bevor ich einen Hiphop- oder Viking-Metal-Text flame, weil mir weder das Genre allgemein noch der Text im Spaziellen etwas zusagt, überfliege ich ihn und überlasse es Leuten, die beim Lesen des Textes anders damit umgehen und in ihrem Kopf schon eine Vorstellung davon haben.

Auch würden manche Beiträge fast den Umfang von Doktorarbeiten haben, wenn man zu einem Text, den man als gut empfindet all das schreiben würde, was einem beim Lesen im Bruchteil einer Sekude durch den Kopf geht. Man kann sich die Zeit manchmal nicht nehmen und manchmal denkt man bestimmt auch: Toll, für den mach ich mir die Mühe, dann stell ich den nächsten Text on und der verschwindet mit 0 Antworten (oder vllt einem Pushing-Post a la "hat denn keiner ne Meinung?!") im Foren-Nirvana. Und irgendwie knickt es das Ego ...

Ein plumpes "Find ich gut" ist schonmal besser als kein Feedback, aber ich persönlich fänd es viel schöner zu erfahren was in den Köpfen meiner Leser vorgeht um zu wissen ob ich mit meinem Text das erreicht habe, was ich erreichen wollte. Aber auch ein "Ähhhhnnn, ist nicht mein Ding" sollte mit ein paar Worten erläutert werden. Klar wird sich kaum jemand bei einem Text den er schlecht findet die Zeit nehmen und alles kleinlich erläutern.

Und grade beim schreiben fällt mir was ein:

Wie wäre es, wenn jeder neue Texte-Thread eine art Umfrage hat, so wie "Wie findest du den Text "Make Me Insane? *spontan ausgedacht* - gut - schlecht - geht so". Im thread schreibt man dann einen kurzen Post von wegen "XYZ_GuitarPro hat geschrieben: Text gefällt mir." sodass er das dann, wenn er zeit hat editieren und mal eine ausführliche Antwort geben kann. Und es sammeln sich dann einfach schonmal Posts, der Texter kann wenigstens ein bisschen etwas mit den Äußerungen anfangen und man verbringt nicht so viel Zeit damit an einem Post zu schreiben. Oder man nimmt sich dann die Zeit und arbeitet den dann eben so weit aus, wie es einem gefällt.

Denn ich glaube kaum einer von uns kann mehr als zwei Texte am Tag nützlich kritisieren - einfach, weil das Textliche so einen enormen Input liefert, den wir Menschlein leider nicht allzu schnell verdauen, besonders wenn es um so persönliche und bedeutende Dinge wie Gefühle geht, die über einen Text auf einen projiziert werden sollen. Und ich kann das echt verstehen ;)

Gute Nacht und danke für den Thread.

Diavor
 
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Wo Wagner und Liszt sich gute Nacht sagen.
Danke, dass du das mal zur Sprache bringst.

Bei mir ist es so, dass ich schon ab und an mal vorbei schaue und die Texte lese. Zum Feedback fehlt mir aber dann meist die Zeit (und manchmal auch die Lust sich jetzt gerade ausführlich damit zu befassen.) Desweiteren hab ich dann auch das Gefühl, dass es nicht gerade hilft wenn ich nur schreib "Ja taugt mir / taugt mir nicht".
Ich persönlich kann irgendwie besser Feedback geben, wenn ich noch ne Melodie dazu höre, aber tja, das ist meistens dann erst der nächste und übernächste Schritt dazu... :rolleyes:


Da fragt man sich halt: hat sie/er mein Feedback überhaupt gelesen oder hab ich nur Zeit und Hirnschmalz verschwendet?

imho am Beispiel mal von x-Riffs Kritik bei meinem Songtext: Ich hab ein Feedback bekommen, dass ich übernommen hab und wollte den Text noch mal überarbeiten. Braucht aber eben Zeit. Und aus dem Grund dauert das eine Weile. Bei mir jedenfalls...
 
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Hallo zusammen,
ja, das ist ein wichtiger Thread, wie ich finde. Meine Meinung habe ich im "Schlussstrich-Thread" am 04.09. schon grundsätzlich umrissen und da ich heute ein wenig faul bin, zitiere ich mich erstmal selber: :p


Hallo ihr beiden,
ihr könnt, was die Feedback- frage anbelangt doch beim Lesen eines Textes sicher feststellen, ob sich bei euch irgendetwas regt, eine Stimmung oder ein Gefühl erzeugt wird.
Habt ihr Lust, das nochmal zu lesen- oder fragt ihr euch sogar, wie das wohl gesungen klingen mag?
Kurz- ist irgendein Interesse geweckt?
Dann könnt ihr das doch als Basis für euer feedback verarbeiten und ihr habt dem Texter schon total geholfen. So ist zumindest meine Erfahrung.
Wir brauchen hier viel mehr Beiträge, die auch gerne kurz und unbestimmt sein können.
Es geht hier nicht um hochgestochene Literaturkritik oder um wissenschaftliche Erwägungungen zum Versmaß oder der Semantik eines Textes.
Für den Texter ist mMn schon mal wichtig, ob er überhaupt auf dem halbwegs richtigen Weg unterwegs ist, ob das was er zu sagen hat, anspricht, anrührt eben interessiert- in welcher Form auch immer.
Also lasst euch ermuntern- mehr feedback zu geben.

Denn auch ihr wollt feedback auf eure Texte. Es ist ein Geben und Nehmen.
Wenn wir Texter uns nicht gegenseitig mit Kritik helfen, wer soll es dann tun?
Viel zu wenig Leute (und auch zuwenig Musiker) sehen den Zusammenhang zwischen einem guten Text und eine stimmigen musikalischen Untermalung.

Natürlich können nur die wenigsten so exakt, fundiert und treffend beurteilen, wie unser geschätzter x-riff, aber das muss auch nicht jeder so können und machen.
Nicht zuletzt ist Lyrik auch eine Geschmacksfrage.

Zitat Ende

Wie die Umfrage zeigt, geht es den meisten Textern besonders darum, was der Text beim Lesen auslöst, konkrete Verbesserungen und Vorschläge sind meist schwer zu erstellen und kaum gewünscht.
Es soll ja der Text des Autors bleiben und in der Regel keine Gemeinschaftsarbeit werden.
Bei englischen Texten ist natürlich der korrekte Gebrauch der Sprache oft schon das primäre Problem, bevor es überhaupt um die Betrachtung der inhaltlichen Ebene gehen kann.
Da haben wir einen großen Bedarf an echten "Könnern", welche nicht zwingend native speaker sein müssen. Sie sollten aber für diese zugeben unattraktive Tätigkeit echt was draufhaben. Da wird auch vieles verschlimmbessert.
Man kann wilbour-cobb und nate (wo isser?) also nicht genug für ihre Beiträge danken.

Da hier von vielen der Faktor mangelnde Zeit angesprochen wird, wage ich die Feststellung:
Auch das kürzeste Feedback ist für den Autor wertvoll!
Man muss nicht alles begründen, zumal es manchmal eben unerklärlich ist, warum man sich von einem Text angesprochen fühlt oder damit gar nichts anfangen kann.
Texte sind oft sehr persönlich und fordern den Leser/Hörer meist auf, etwas wie Identifikation und Einfühlung zunächst mal auch nur zuzulassen.

Das ist nicht einfach. Die Emotionen, die man dabei vielleicht hat, in Worte zu fassen, ist dann der nächste, noch aufwendigere Schritt.

Wir können durch das Schreiben und Lesen von Texten etwas über andere und uns selbst erfahren. Wenn wir dazu bereit sind, diese Chance wahrzunehmen und ihren Wert zu begreifen, erlangt das Wort Gemeinschaft einen ganz anderen Hintergrund.
Mein Bestreben beim Texten ist, die Welt und die Menschen, einschließlich mir selbst besser zu verstehen und eine vertrauliche Nähe zu schaffen, die nur über den "Kommunikationsweg" und nicht im alltäglichen Klartext erreichbar ist.
Ich nehme auch die Gelegenheit war, mich unverbindlich und ohne Anspruch auf Gegenleistung für andere zu öffnen.
Die Freiheit ein Feedback zu verweigern, sollte in diesem Zusammenhang auch nicht stigmatisiert werden.

Die Nähe zwischen Texter und Leser kann durch ein Feedback egal welcher Form und Länge hergestellt werden. Viele Ausprägungen sind hier denkbar. Alles ist erlaubt, nicht zu unqualifiziert oder banal.
Manchmal ist vielleicht auch nur eine Bewertung und ein kleines Lob für einen gelungenen Text ausreichend.
Dazu muss ich noch anmerken, dass- auch wenn ich nicht dazu aufrufen will, mit Karma um sich zu werfen- hier mMn zuwenig Punkte verteilt werden. Zuwenig für gute Texte und zuwenig für hilfreiche Kritiken.
Es motiviert mich als Kritiker, wenn mein Feedback mit einem Dank, auch in Form von Karma- Punkten gewertet wird.
Das passiert hier zu selten- warum eigentlich?

Soweit zunächst mal meine Gedanken dazu.
Es wäre wirklich schön, wenn sich eine lebhafte Diskussion entspinnt.
Noch schöner wäre, wenn es in Zukunft nachhaltig mehr Feedback geben würde.
Grüße
willy
 
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Beim Lesen von willypanics post - der ja auch einer der Startschüsse für diesen thread war - formulierte er einen Gedanken, den ich gerne noch für mich klarer haben und präzisieren möchte:

Bislang ist zu Recht von der Wichtigkeit des Feedbacks für den Autoren und über das Prinzip der Gegenseitigkeit, auf dem dieses Forum beruht, die Rede.

Die Frage, die mir gerade im Kopf rumspukt ist eine andere:
Was hat der Feedbackgebende denn vom Feedback?

Natürlich in erster Linie und zunächst Arbeit und investierte Zeit.
Gehe ich aber einmal weiter - und dabei bleibe ich erst mal bei mir, dann kann ich sagen, dass ich durch Feedbackgeben eine Menge gelernt habe und ständig noch lerne. Ich hatte ja schon meine Erfahrungen mit einem Lesezirkel angesprochen: ich bin sicher, dass ich auch durch das Feedbackgeben unheimlich gewonnen habe.

Zunächst lasse ich mich dabei auf einen Text ein - ich lese ihn nicht nur: ich versuche ihn zu begreifen. Inhaltlich, emotional, sprachlich und in Bezug auf eine spätere Umsetzung und Wirkung auf die Hörer.

Ich lerne, weil ich sehe, wie andere ein Thema anpacken. Und ich profitiere von dieser Vielfalt anders und tiefer als wenn ich diese Texte nur überfliegen würde.

Für mich selbst wird dadurch aber auch mein eigenes Schreiben und Tun bereichert. Ich kann immer wieder auch aus mir heraustreten und neue Perspektiven gewinnen. Manches Thema, manche Texte, manche Verse, sogar einzelne Worte haben auf mal direkten, mal sehr indirekten Wegen zu eigenen Texten geführt. Ich bin klarer und vielseitiger in meinem Schreiben geworden.

Natürlich betrifft das nicht jeden geposteten Text gleichermaßen.
Aber das ist meiner Meinung nach auch gar nicht nötig. Es reicht, wenn man sich stärker mit den Texten beschäftigt oder sich auf die Texte konzentriert, die einen entweder direkt ansprechen oder die einen irgendwie beschäftigen und die nachwirken, die einen vielleicht verstören.

Vielleicht wäre damit schon viel gewonnen.
Zudem - und das hat mich überrascht - sind die meisten Autoren, die an der Umfrage teilgenommen haben, an einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit ihrem Text interessiert.

(Als Soziologe von Haus aus muss ich freilich einschränkend sagen, dass die - hmm ... übersichtliche - Anzahl der Voten keine wirklich statistisch relevante Auswertung erlauben. Ich habe die Umfrage aber absichtlich so angelegt, dass man auch erfährt, welcher Autor an welcher Art von Feedback besonders interessiert ist ...)

x-Riff
 
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Wo Wagner und Liszt sich gute Nacht sagen.
Es soll ja der Text des Autors bleiben und in der Regel keine Gemeinschaftsarbeit werden.
Bei englischen Texten ist natürlich der korrekte Gebrauch der Sprache oft schon das primäre Problem, bevor es überhaupt um die Betrachtung der inhaltlichen Ebene gehen kann.

Stimme zu! Es hilft mir meist schon sehr, wenn jemand drüberliest und mir noch mal sagt, wo englische Grammatik und Schreibfehler sind, es sich noch komisch anhört oder was er dabei denkt.

Dann weiß ich am Besten, ob meine Gefühle und meine Botschaft rübergekommen ist...
 
willypanic
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Die Frage, die mir gerade im Kopf rumspukt ist eine andere:
Was hat der Feedbackgebende denn vom Feedback?


x-Riff

Das ist wirklich eine interessante Frage.
Dazu möchte ich unbedingt die Texter auffordern, auf das Feedback zu ihren Texten auf jeden Fall zu antworten.
Ich habe es schon oft erlebt, dass auf mein Feedback keinerlei Reaktion des Textenden erfolgte.
Das ist schon ein sehr merkwürdiges und demotivierendes Gefühl, derart ignoriert zu werden.
Jedem Texter sollte sein "Werk" so wichtig sein, dass er bereit ist, sich mit Kritik auseinanderzusetzen. Zumal die Kritiken hier im Subforum in den allermeisten Fällen sehr wohlwollend und freundlich- sachlich, manchmal sogar überaus einfühlsam sind.
Es ist für viele schwer, außerhalb dieses Forums feedback zu den eigenen Texten zu bekommen. So vielfältige und auf verschiedene Arten qualifizierte Einschätzungen wie man sie hier im Idealfall bekommt, sind mMn sehr wertvoll.

Dabei ist es egal, ob es sich um einen schreibenden Anfänger oder um einen alten Hasen handelt.
Die Form und Struktur, die Hintergründe und die Themen und auch der Geschmack sind ständiger Veränderung unterworfen.
Ein sehr dynamischer Teilbereich der Musik ist unsere Texterei.
Und das Interesse der Hörer an "guten" Texten ist zumindest im deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren fühlbar angestiegen. Das sollten wir fördern.

Nicht zuletzt hat dieses Sub-Forum auch eine "seelsorgerische Aufgabe".
Das hört sich vielleicht ein wenig überzogen an, aber wenn man liest, wie viele Autoren hier ihr Inneres nach Außen kehren und abfragen, wo sie damit im Kreise der Leser/Hörer wohl stehen, muss man über den Wert von Begriffen wie Vertrauen und Respekt kaum nachdenken.
Hier wird auch denen geholfen, die an der Seele wund sind und dies im Songtext ausdrücken möchten.
Eine starke Aufgabe. Geben und nehmen.
Grüße
willy
 
Diavor
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willy, ich finde das hast du sehr schön gesagt =) Dem könnte ich nichts weiter hinzufügen.
 
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ich selbst lese jedes feedback was zu meinen texten abgegeben wird......das bin ich dem feedbackgebenden schuldig!!! meistens antworte ich auch drauf. (hängt auch mit der fehlenden zeit zusammen). icch würde auch gerne mehr feedbacks geben, tue mich damit aber ein wenig schwer, wg. verständlichkeit oder sprache.

deshalb wäre es doch eine idee, wenn der TO folgendes mit angeben würde:

-bei meinem text stellte ich mir folgende situation(en) vor......
oder
- hatte die und die bilder im kopf
- stelle mir den song musikalisch wie ( einen populären Beispielsong nennen) vor
etc.

ich denke, mit viel mehr background-info zum song, würde es anderen (einschliesslich mir) leichter fallen, ein feedback abzugeben
 
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deshalb wäre es doch eine idee, wenn der TO folgendes mit angeben würde:

-bei meinem text stellte ich mir folgende situation(en) vor......
Was aber wenig sinnvoll wäre, wenn er auch wissen möchte, wie andere Leute ihn interpretieren und verstehen.
 
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Das, finde ich, ist ein ganz wichtiger Punkt:

Der Text muss für sich stehen - er wird ohne Bedienungsanleitung und Interpretationshilfe ausgeliefert - und das ist gut so.

Insofern glaube ich, dass sich ein Autor die Unvoreingenommenheit des Lesers nimmt, wenn er beim posten von dem Text eine Einleitung bezüglich: das wollte ich und da habe ich mir dabei gedacht und der Text ist über ... voranstellt.

Im Laufe der Diskussion kann das nützlich sein - um abzugleichen, was der Autor sich bei dem Text gedacht hat und wie die Reaktionen der Leser sind.

Sinnvoll hingegen finde ich, wenn ein Autor beim posten des Textes sagt, worauf es ihm besonders ankommt - Inhalt, Stil, Flüssigkeit, Individualität etc. Darauf kann dann der/die Feedbackgebende das besondere Augenmerk richten.

x-Riff
 
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Ich bin erst seit ganz kurzem dabei, trotzdem beteilige ich mich gerne am Kritisieren von Texten. Ich habe bereits in anderen Foren ein wenig Erfahrung dahingehend gesammelt, und stelle nun fest, dass ich hier vor einem besonderen Problem stehe, was ich irgendwo schon angesprochen habe.

Für mich ist immer das Gesamtwerk wichtig - was für Musik soll dazu spielen? Genau, bei NoUse4AName habe ich das schon angesprochen: was für musikalische Begleitung soll beim Text sein? Kleines Beispiel:

I feel
your heart
my hands
full blood

Take mine
And live
For me and our love


Wenn ich so ein Fragment ohne weitere Andeutungen sehe, kann ich nichts damit anfangen. Denkt der Autor an eine ruhige Klavierballade? Dann ist es in meinen Augen etwas zu kitschig, mit Klavier und allem würde das schon fast triefen vor Schmalz... und ich würde sagen:

Naja, hört sich interessant an, aber könnte schon fast zu ruhig werden mim Klavier. ;)

Wenn die Person dagegen es für ein wildes Geshoute geplant hat, fetter Rock, fände ich es ideal!

Tolle Idee! Hört sich richtig heftig an, mim "blood" und so, bin gespannt, was daraus wird. :)

(so, genug Selbstlob :D)


Hoffe, ich konnte ca. veranschaulichen, was ich meine - ich kann einen Text für sich allein gestellt einfach kaum kommentieren, wenn er als Songtext geplant ist. Und ich finde Liedtexte ohne Musik insgesamt einfach oft fad (bei meinen eigenen nicht anders!). Deswegen wäre es mir sehr wichtig, wenn die musikalische Grundstimmung noch zusätzlich angegeben wird... damit man ein komplettes Bild hat, die Stimmungslage eher nachfühlen kann. DA kann man wieder interpretieren: hat er den wilden Rock genommen als Kontrapunkt zum Text? Ist das Ganze eigentlich negativ behaftet, deswegen so hart aufgebaut? Und so weiter.

Ich denke, jeder Musiker wird bei einem Text eine ungefähre Vorstellung haben, wie er vertont werden soll... wobei, hab noch nicht so viel Erfahrung, bitte korrigieren, wenn ich irre. :D



So, und wenn dann allgemein alles da ist, kann das Feedback ja verschieden ausfallen. Das Phänomen, das ich bereits überall erlebte, ist sehr bedauerlich eigentlich: A liest den Text konzentriert, wird emotional reingeworfen, spürt, dass "irgendwo beim Refrain" es hakt, aber ist motiviert, das zu schreiben - besser als nicht. Liest den Post von B, der ein Feedback auf mehreren Ebenen geschrieben, auch das im Refrain genau betitelt hat, farblich makiert, alles toll (nein, ich meine nicht speziell X-Riff, in anderen Foren ist das mit den Farben bei mehreren "professionellen" Usern so ;)). A denkt sich 'Öh, naja, hm, kann ich nicht viel dazu sagen - also mal nichts posten besser'. Eine ehrliche Meinung weniger, die den Autor möglicherweise darin bestärkt, dsas der Refrain tatsächlich hat (und nicht der professionelle User sich da vertan hat, der das sowieso nur mit "Vielleicht" betitelt hat); und beim nächsten Thema wird der User A noch weniger Motivation haben, dann etwas zu posten, weil sowieso irgendwann jemand kommt, ders besser macht.

In meinen Augen ist dieses Denken totaler Blödsinn - JEDE Meinung zählt, und wenn jemand nur meint, dass "irgendwas im Refrain nicht passt, sry, dass ich es nicht näher sagen kann", freue ich mich trotzdem wie ein Schneekönig, wenn ich von außen Kritik bekommen habe. Das ist unglaublich wertvoll für jeden Autor, denn letztendlich ist es "das Gefühl, irgendwas", welches bestimmt, ob uns ein Song wirklich gefällt oder nicht. Deswegen will ich jeden hier ermutigen, der meinte, dass sein Feedback nur aus einem "Hey, Text gefällt mir gut!" bestehen würde: Postet es! Im Idealfall noch mit einem "Gruslige Stimmung" oder "total wahr das Ganze", es freut den Autor sicher! Und umgekehrt ein "Sry, irgendwie fehlt da drinnen die Luft" kann auch nicht schaden - als Schreiberling sollte man (wenn es nicht gerade ein sensibler Text ist) in der Lage sein, das so zu interpretieren, dass man sagt: "Okay - entweder die Person hat einfach persönlich andere Vorlieben und mag ruhige Klaviermusik nicht ODER es ist tatsächlich irgendwie leer. Hat sie Recht - wenn ich es kritisch betrachte, fehlt da nicht doch etwas Empfindung? *nochmal drüberles* Stimmt, ich schwimme nur im Allgemeinen und komm nicht auf ein direktes Gefühl, ha! Danke, anonymer Feedbackschreiber! *F wie Feedback erscheint über den Bildschirm, Autor ist entsetzt und muss sich einen neuen kaufen*"

...

So viel zu meiner Fantasie (deswegen schreib ich selten längere Beiträge, sie werden... lang). Kleine Zusammenfassung, wo mir meine Gedanken klar geworden sind:

- Musikalische Unterstützung bei Texten aufschreiben!
- Sich trauen, Feedback zu geben, egal wie kurz es ist, solange es ehrlich ist!


Was ihr sonst darin findet, könnt ihr behalten. :)
 
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Soooooooo

... habe diesen thread noch mal ausgebuddelt, da gerade ein interessanter Feldversuch bezüglich Feedback auf eigene Texte läuft.

Ausgangspunkt war ein - ausnahmsweise mal deutscher - Text von mir, in den viele user (über hundert) hineingeschaut, aber nur vier davon feedback gaben:
https://www.musiker-board.de/vb/eigene-texte-lyrics/365070-wolke-acht.html

In dem thread entstand dann die Idee, doch zu nem Text mal ne Umfrage zu machen, weil es ja schon irgendwie bescheuert ist, wenn 30 user nur kurz "Ich finde den Text gut" posten, weil alles andere schon in posts weiter oben gesagt wurde - und andererseits ein Stimmungsbild ja doch ganz sinnvoll sein kann, weil man ja eben nicht weiß, ob diese 30 den gut finden oder sich gelangweilt abwenden - das kann man ja der - sozusagen - postenthaltung nicht entnehmen.

Auf jeden Fall hat diavor zu einem Text von sich mal eine solche Umfrage aufgemacht:
https://www.musiker-board.de/vb/eigene-texte-lyrics/365741-necromancy.html

Ich bin jedenfalls mal gespannt, wie sich das weiter entwickelt.
Und ich finde klasse, dass diavor jedem ausdrücklich erlaubt, sich auch dieser Umfrage zu bedienen - eine schöne Sache, das.

Okay - wie gesagt, bin gespannt wie es sich entwickelt ... und wollte Euch das Experiment "Umfrage zu Feedback" nicht vorenthalten ...
 

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