Fender DRRi: Sound bricht kurz ab bei fettem Eingangssignal

von Feierabendmucker, 07.09.16.

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  1. Feierabendmucker

    Feierabendmucker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #1
    Hallo liebe Gemeinde,

    seit ein paar Wochen bin ich stolzer Besitzer eines neuen Fender '65 Deluxe Reverb Head. Ein schöner Amp mit fantastischem Sound! Was mir aber aufgefallen ist: wenn ich ein verzerrtes Signal mit hohem Bassanteil und/oder Modulation reingebe (z.B. Compressor -> Overdrive -> Univibe und ggf. noch Wah) dann bricht bei härterem Anschlag und tieferen Frequenzen für einen Sekundenbruchteil der Sound ab und klingt in diesem Moment nur ganz leise und kratzig, um sich dann schnell wieder zu "erholen". Ich habe es heute mal nur mit einem Okko Diablo Gain+ versucht, um auszuschließen, dass es a der Effektkette liegt: mit relativ hohem Gain und Kompressions-/Bassanteil (über die Regler Feed und Body) trat dieses Phänomen wieder auf wobei ich finde, dass der Sound nicht übermäßig komprimiert klang. Der Okko an sich ist es sicher nicht (trat ja auch mit anderen Pedalen auf), die Kabel sind in Ordnung und hochwertig, gespielt habe ich mit Les Paul und Strat.

    Übrigens ist es egal, über welchen Amp-Kanal (Normal pder Vibrato) und über welchen Eingang (1 oder 2) ich spiele. Volume stand auf ca. 2 (spiele oft in der Wohnung), die Box ist ein Palmer-Gehäuse mit 1x12" Greenback. Besonders gut reproduzierbar ist es, wenn ich abgestoppte 16tel spiele (mache ich nicht oft, war aber gut für den Test). Man hat dann geradezu das Gefühl, der Amp sei damit "überfordert" und macht kurz zu. Ist ihm wohl zu viel Druck, Amps haben halt auch Gefühle. :rolleyes:

    Ich kann mir das jedenfalls nicht erklären, würde das Problem aber gerne abstellen.

    An die Technik-Experten: habt ihr eine Idee, was das sein könnte?

    Viele Grüße
    Alex
     
  2. 68goldtop

    68goldtop HCA classic amps & guitars HCA

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    Erstellt: 07.09.16   #2
    Hallo Alex!

    Nach deiner Beschreibung könnte es sein, dass das an der Gleichrichteröhre liegt.
    Bei starken Eingangsimpulsen kann es sein, dass diese kurzzeitig nicht "schnell genug" für die ausreichende Spannung sorgen kann. Man kennt dieses Phänomen auch als "sag" (durchsacken, durchhängen...).
    Manche Spieler mögen das tatsächlich sehr gern, und das ist vermutlich der Grund, warum es Heute noch Amps mit einer Gleichrichteröhre gibt - die allermeisten Hersteller benutzen stattdessen seit ca. 1960 Silizium, bzw. Dioden-Gleichrichter.

    cheers - 68.
     
  3. Feierabendmucker

    Feierabendmucker Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.16   #3
    Hi 68,

    Deine Erklärung könnte schon zu meiner Beobachtung passen, ja. Hmm, somit ist das also konstruktiv bedingt und lässt sich nicht ohne Weiteres ändern, oder etwa doch? Bin da technisch nicht so ganz auf der Höhe, vielleicht sollte ich mich mal näher damit beschäftigen. Ich gehöre dann wohl zu den Spielern, die das eher nicht mögen.

    Gruß
    Alex
     
  4. Bierschinken

    Bierschinken Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 08.09.16   #4
    Hallo,

    bei den Lautstärkeeinstellungen kann es kaum ein Problem der Energieversorgung sein, da würde ich Gleichrichterröhre ausschließen.
    Das klingt für mich viel eher nach einer Art Übersteuern bis in den Gitterstrombereich oder auch Blocking Distortion (sorry für Fachchinesisch).

    Tritt das Problem deutlich stärker mit der Les Paul auf?
    Je mehr Bass- und Volume in den Amp rein gehen, desto stärker wird das Problem?

    Wenn das so stimmt und der Amp in Ordnung ist, würde ich sagen, ist das technisch einfach so.
    Der Amp ist so konzipiert und hat irgendwo eine Genze dessen was er verarbeiten kann.
    Das kann man aber durchaus modifizieren, dass der Amp besser mit solchen Eingangssignalen zurechtkommt.

    Grüße,
    Schinkn
     
  5. Feierabendmucker

    Feierabendmucker Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.09.16   #5
    Moin Schinkn,

    ja, inzwischen habe ich auch mal ein bisschen recherchiert und gelesen, dass das mit der Gleichrichterröhre eher bei höheren Lautstärken auftritt, was bei mir ja nicht der Fall ist (Volume auf 2). Es ist so wie Du beschreibst, je bassiger und komprimierter das Eingangssignal, desto stärker wird das “Einsacken“ des Ampsounds (deshalb hatte ich erstmal auf dieses “Sag“ getippt, das 68 erwähnte. Ich bekomme das allerdings sowohl mit Strat als auch mit Les Paul hin, mit der Paule vielleicht noch etwas eher. Ich probiere noch mal ein bisschen, evtl. muss ich mir dann mal was einfallen lassen.
     
  6. bluesfreak

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    Erstellt: 08.09.16   #6
    Das ist höchstwahrscheinlich die sog. "Blocking Distortion", der Ab763 Schaltkreis (wie er im DRRi verwendet wird) ist da auch etwas empfindlicher dafür als andere. Man kann das modifizieren, zum Beispiel indem man einen 33k GridStopper and die Gitter von V1/2/4 lötet, allerdings klaut das etwas Tone und Response vom Amp, er verliert Sparkle und spielt sich merkbar steifer...
     
  7. Feierabendmucker

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    Erstellt: 08.09.16   #7
    Hi bluesfreak, danke für Deine Schilderung. Eine solche Modifikation würde ich wohl eher lassen, denn es scheint genau das verloren zu gehen, was ich am Fender-Sound so mag. Offenbar hatten meine vorigen Amps das nicht, ist mir zumindest nicht aufgefallen. Nun ja, der “Alltag“ wird zeigen, ob ich damit leben kann, abgesehen von dieser Eigenschaft liebe ich diesen Amp.
     
  8. Feierabendmucker

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    Erstellt: 10.09.16   #8
    Moin,

    um das Thema abzurunden, habe ich mal ein kleines Sound-Beispiel erstellt. Dabei habe ich die Paula gespielt, zwischen Gitarre und Amp hängt nur noch der Okko Diablo Gain+ (etwas extremer eingestellt, Gain voll auf). Anfangs habe ich den Body-Regler (regelt Tiefmitten und Kompression) auf knapp 9 Uhr und es ist noch ganz ok. Dann drehe ich den Body-Regler voll auf und man hört den Effekt, den ich meine: der Amp "macht zu" und klingt kratzig. Das Ganze wiederhole ich dann noch mal. Ich denke man kann es hören. Ich habe mir zum Stichwort "Blocking Distortion" noch andere Soundbeispiele im Netz angehört und dort klingt es sehr ähnlich, von daher denke ich, dass es genau das ist.
    Allerdings empfinde ich es auch so, dass man diese extremen Einstellungen am Pedal eigentlich nur bei sehr niedrigen Lautstärken benötigt (Volume unter 2), da dann noch der Druck fehlt und der Sound noch etwas dünn klingt.

    Danke noch mal an euch, ich habe wieder etwas dazu gelernt!

    https://soundcloud.com/regalitodedios2/blocking-distortion/s-uuMY0
     
  9. Feierabendmucker

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    Erstellt: 04.10.16   #9
    Falls es noch interessiert: das Problem trat bislang nur mit dem Okko Diablo Gain+ auf, offenbar verträgt der sich bei fetteren Einstellungen nicht mit dem Amp. Ich habe den Okko inzwischen durch den Bogner Ecstasy Blue ersetzt, selbst wenn ich bei dem den Boost aktiviere und noch den separaten Booster vor den Bogner dazu nehme, tritt das Problem nicht auf. Auch nicht mit zusätzlichen Effekten, egal ob Filter oder Modulation und einzeln oder alle auf einmal. Der Sound ist voluminös und fett, insofern habe ich jetzt meinen Frieden und liebe meinen Amp so wie er ist! :-D
     
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