Fender JB deluxe active vs. Marcus Miller V7?

von Hotspot, 14.02.18.

  1. Hotspot

    Hotspot Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.02.18   #1
    Hallo Leute,

    ich bin gerade dabei, mir für Recording-Zwecke einen neuen Bass anzuschaffen.
    Angespielt habe ich - neben verschiedenen anderen - bereits ein paar Modelle des (mex.) Fender JB deluxe und finde Sound, Verarbeitung usw. sehr brauchbar.
    Da ich den Bass ausschließlich für Recordingzwecke benutzen werde, finde ich die Soundvariationen durch die active/passive Schaltung prima.
    Gespielt werden sehr verschiedene Stilistiken, von "vintage"-, Motown- und "root"-Sounds über ruhiger Indie-/Folk-/ bis heftigere Alternative-/Rocksachen. Kein Metal.

    Nun stellt sich mir die Frage, ob ein Marcus Miller (der ja ähnlich flexibel ist) eine klanglich und qualitativ ebenbürtige Alternative (und dabei ein paar Euro günstiger) wäre.
    Möglicherweise hat jemand hier die beiden bereits verglichen und kann dazu nützliche Empfehlungen geben.
    Ich finde den Miller auf manchen Samples etwas zu krass, was Höhen und Hochmitten betrifft, ist aber schwierig für mich einzuschätzen, ob das nur Einstellungssache ist (wahrscheinlich).

    Ich hatte noch keinen in der Hand und sehe momentan die Möglichkeit auch nicht, vor dem Kauf im Laden verschiedene Miller auszuprobieren.
    Lohnt es sich eurer Meinung nach, die extra Runde über den Miller zu drehen, einen zu bestellen und testen?
    Ideal wäre sicher die Option, beide parallel kommen zu lassen und direkt zu vergleichen - da sehe ich aktuell aber nicht wirklich den zeitlichen Freiraum.
    Wenn ich Kompromisse mit dem Miller eingehen müsste, würde ich von vorn herein drauf verzichten und direkt zum Fender greifen.

    Besten Dank + schönen Tag
    hotspot

    Edit: Ich rede von einem 4-Saiter, bin selber kein Bass-Anfänger, im "normalen" Leben aber vorrangig Gitarrist. Habe aber - neben der Zweckbestimmung Recording - selbst eine Menge Spass am Bass spielen und mache das auch recht häufig.
     
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  2. acidjazzer

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    Erstellt: 14.02.18   #2
    Den deluxe Fender Jazz, den ich sehr gut kenne (Musikschule) ist aus den 90ern.
    Ich persönlich mag ihn gar nicht und nehme ihn nur widerwillig alle heiligen Zeiten in die Hand wenn mein eigener Bass ein Problem hat.
    Vielleicht wird es noch dadurch verstärkt weil er ein 5Saiter ist, aber irgendwie...

    Die Elektronik macht brav ihren Dienst, aber irgendwie klingt es nicht nach Jazzbass.
    Nicht Fisch und nicht Fleisch.
    Fender-Preamps sind aber auch berühmt berüchtigt...

    Den V7 hatte ich erst einmal kürzlich einen in der Hand und war sehr positiv überrascht.
    Ein solides, schönes Instrument.
     
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  3. Hotspot

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    Erstellt: 14.02.18   #3
    Im passiven Modus ist er noch mehr Jazzbass als im aktiven - finde ich. Ich weiß nicht, wie und ob das bei den 90er Exemplaren so ist.

    Inwiefern/wofür?

    Hat er dich klanglich überzeugt, was die Jazzbass-Nähe angeht als auch "over all"?
     
  4. acidjazzer

    acidjazzer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.18   #4
    Ich bin mir jetzt nicht 100% sicher, aber ich glaube bei diesem Bass kann man gar nicht richtig passiv schalten.
    Aber vor allem ist das Halsprofil grauenhaft.

    Im Vergleich zu Noll, Glockenklang, MEC, usw. neigen sie eher zum Rauschen und die Frequenzabstimmung ist meiner Meinung nach nicht zweckmässig gewählt.
    Für meinen japanischen Marcus Miller hat das auch zugetroffen.
    Ebenso der Preamp im Jaguar Bass.

    Aber ALLE Preamps von Fender kenne ich natürlich nicht.
    Möglicherweise gibt es auch gute onboard Preamps von Fender.
    Die haben aber bisher noch nicht den Weg zu mir gefunden.

    Die Elektronik ist meiner Meinung nach wesentlich sinnvoller (musikalischer) gelöst.



    Sicherlich bin ich beim Fender deluxe noch kritischer, weil wenn Fender drauf steht, dann will ich auch den üblichen Fender-Sound.
    Bei einem anderen Bass gehe ich da sicherlich wertfreier zur Beurteilung.
     
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  5. Hotspot

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    Erstellt: 14.02.18   #5
    Okay, dann reden wir tatsächlich von verschiedenen Modellen. Bei den aktuellen gibt es die Möglichkeit, per switch aktiv/passiv zu schalten.
    Wenn ich mich recht entsinne, ist das nach der "Neuauflage" im Jahr 2013 so.
    Ein reiner aktiver Bass wäre für mich ein k.o. - Kriterium.

    Hier im Detailfoto gut zu erkennen der Switch:

    upload_2018-2-14_14-41-35.png
     
  6. Kennie

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    Erstellt: 14.02.18   #6
    Könnte sein, dass ihr beide recht habt. Der Deluxe, den das Bild zeigt, den kannst du zwar per Kippschalter passiv schalten, aber er hat keine passive Klangregelung (wenn es der ist, den ich angespielt habe). Und das war für mich ein k.o. - Kriterium, da ich wie du den Bass nicht nur aktiv spielen will. So ist es bei mir der (weitaus teurere) Fender Elite Jazz Bass geworden, bei dem ist das letzte Poti auch ein doppeltes, wie das vorletzte. Und das untere davon ist der passive Klangregler.
    Und ganz ohne Klangregelungsmöglichkeit finde ich das passiv Spielen dann doch nicht so interessant.
     
  7. Hotspot

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    Erstellt: 15.02.18   #7
    Wann war das? Irgendwie gibt es ja doch einige verschiedene Modelle über die Jahre, da blickt man irgendwo nicht mehr ganz durch.

    Ich habe mir jetzt doch mal 3 Modelle geordert:
    Fender deluxe vs. Miller Erle vs. Miller Sumpfesche.
    Geht nichts über persönlichen Vergleich und bevor ich mich hinterher ärgere....
     
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  8. Kennie

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    Erstellt: 15.02.18   #8
    Ich hatte den Deluxe im Dezember in der Hand, und für mich kam er halt wegen fehlender passiver Klangregelung nicht in Frage.
     
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  9. Hotspot

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    Erstellt: 17.02.18   #9
    So, nachdem jetzt alle 3 Modelle eingetroffen sind, mal ein erstes Zwischenfazit.

    Vor mir liegen



    Im direkten Vergleich liegt mir das schlankere Halsprofil der beiden Marcus Miller v7 Bässe mehr.
    Trocken angespielt wirken die beiden v7 spritziger und lebendiger, der Jazz Bass dagegen gutmütiger.

    Die mechanische Verarbeitung ist auf allen 3 Bässen ohne Tadel, bis auf die Poti-Knöpfe der beiden Marcus Miller. Da wurde gespart und ziemlich billiges Plastik eingesetzt. Speziell die Doppel-Potis sind nicht besonders gut gemacht, da man teilweise beide Ringe dreht, wenn man eigentlich nur einen betätigen will.
    Da hat der Jazz Bass die Nase vorn.

    Aber: Leider kann ich den Fender nicht wirklich testen, da der Bridge - PU nicht funktioniert. :bad:
    Ich frage mich, warum man einen neuen Bass zugesendet bekommt, an dem solche grundlegenden Dinge nicht gecheckt sind. So macht ein Klangvergleich natürlich keinen Sinn.
    Ob das an der Fender- oder Thomann - Qualitätskontrolle liegt, weiß ich nicht. Ist mir eigentlich auch egal. Ich weiß nur, dass ich wenig Lust habe, mehrmals Sperrgut hin- und her zu schicken.

    Interessant ist der verstärkte Vergleich der beiden V7.
    Die swamp ash - Variante mit dem einteiligen Ahornhals und -griffbrett klingt im Vergleich tatsächlich so, wie ich es mir gegenüber einem Erle-Body und Palisander-Griffbrett vorstellen würde:

    Hörbar transparenter und lebendiger.
    Das gefällt mir sehr gut. Schön wäre gewesen, dagegen den verstärkten Ton des Fenders zu hören, der ja dieselbe Holz-Ausstattung hat. Macht ohne Bridge-PU aber natürlich wenig Sinn.
    Der Erle V7 klingt ebenfalls sehr schön, etwas fülliger und fester in den Tiefmitten. Man hat den Eindruck, er wäre schon leicht komprimiert.

    Das kann ich nachvollziehen und sehe das auch so. Die EQ-Sektion der V7 ist der des Fenders überlegen, was Flexibilität und Optionen betrifft.
    Rauschen konnte ich bis jetzt bei keinem der 3 Bässe bemängeln, sowohl über HiZ als auch direkt in einen Röhrenamp gespielt. Hab aber den Verstärker auch noch nicht voll ausgefahren.

    Andere User berichteten von deutlich abweichender Lautstärke der Saiten untereinander. Das kann ich bei keinem der beiden Modelle nachvollziehen.
    Die Töne sind über das Grffbrett ausgeglichen, es gibt auch keine dead spots.

    So, ich werde den Fender erst einmal wieder verpacken und zurück senden. Ob ich mir ein Ersatzmodell dafür schicken lasse, weiß ich noch gar nicht, da ich momentan am meisten Gefallen am Swamp ash V7 gefunden habe.
    Wenn sich der Eindruck noch weiter bestätigt, werde ich den behalten. Aber dazu muss ich erst noch ein paar Tage spielen.
     
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  10. acidjazzer

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    Erstellt: 17.02.18   #10
    Ein nicht funktionierender bridge - Pu ist natürlich ärgerlich.
    Wahrscheinlich ist es nur eine kalte Lötstelle, die beim Transport los gerüttelt hat.
    Kann jedem Hersteller passieren, sollte aber trotzdem nicht sein.

    Wie liegen sie gewichtsmässig?
     
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  11. Hotspot

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    Erstellt: 17.02.18   #11
    Sehr nah beieinander. Ich trau meiner Waage zwar grad auch nicht über den Weg, da mir der Jazzbass schwerer vorkommt, aber die Differenz zwischen den dreien bewegt sich zwischen 100 und 200g.
    Ich muss das noch mal gegenchecken, hätte gedacht, dass der Fender deutlich schwerer ist.

    Das ist für mich aber nicht so sehr relevant, da ich eh meist im Sitzen spiele. Und für live ist er eh nicht gedacht.
    Das sehe ich auch so. Nur für die Nachkontrolle vor Lieferung finde ich das etwas peinlich.
     
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  12. Hotspot

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    Erstellt: 19.02.18   #12
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