Flageolett Töne

von freund_henry, 15.10.04.

  1. freund_henry

    freund_henry Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    14.10.04
    Zuletzt hier:
    3.01.05
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 15.10.04   #1
    Ich hätt da mal ne frage zu den Flageolett (hach..so ein klingendes Wort) Tönen. Nämlich weiß ich zwar wie man sie spielt, aber nicht das system dahinter, und was sind dann noch diese "pitch harmonics" "artificial harmonics" oder "tapped harmonics" usw. :confused: sind das nur englische spinnereien, die wörter, oder existiert so was wirklich :confused: :D :confused:
     
  2. whir

    whir Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    25.03.04
    Zuletzt hier:
    10.06.16
    Beiträge:
    1.108
    Ort:
    Berlin
    Zustimmungen:
    10
    Kekse:
    292
    Erstellt: 16.10.04   #2
    Das ist Physik. Die Saitenschwingung geht ja auf eine Wellenausbreitung zurück ... du schlägst an, dann läuft die Welle in beide Richtungen los, reflektiert, überlagert sich etc. so dass sich nach kurzer Zeit eine stehende Welle ausbildet. Dieses recht kompliziert aussehende Gebilde kann man gedanklich in sich überlagernde Teilschwingungen zerlegen. Es gibt bei diesen jeweils eine feste Einspannung (also erzwungene Schwingungsknoten) am Sattel und am Steg, und dazwischen einige Schwingungsknoten im gleichen Abstand. Zwischen den Schwingungsknoten liegen Schwingungsbäuche. Die einfachste Teilschwingung ist die Grundschwingung, dabei gibt es nur einen Schwingungsbauch in der Mitte (12. Bund). Die nächsthöhere hat in der Mitte einen Knoten. Die nächsthöhere teilt die Saite in drei gleiche Teile, so dass über dem 7. und dem 19. Bund Knoten entstehen usw.

    Mal ein Beispiel: Die E-Saite. Die Grundschwingung ist E. Die zweite Teilschwingung hat die doppelte Frequenz, ist also eine Oktave höher (e). Die dritte hat die dreifache Frequenz, also eine Oktave und eine reine Quinte höher (2 * 3/2), ergibt h. Die vierte Teilschwingung hat die vierfache Frequenz, ist also 2 Oktaven höher, e'. Die fünfte entspricht 2 Oktaven und einer großen Terz, also gis' und dann wirds auch irgendwann ungemütlich :)

    Die Idee beim Flageolett ist, dass man durch den Finger künstliche Schwingungsknoten erzeugt. Über dem 12. Bund beispielsweise würde man die Grundschwingung daran hindern, sich auszubilden, da diese dort ihre maximale Auslenkung hätte. Die zweite Teilschwingung (engl. 2nd harmonic) kann sich aber ausbilden -- du hörst ein e statt einem E.

    Über dem 7. Bund drittelst du die Saite ... alle Teilschwingungen ausser der 3., 6., 9. etc. werden unterdrückt -- ein h (siehe oben).

    Jetzt musst du nur noch herauskriegen, an welchen Stellen die Knoten der gewünschten Teilschwingung liegen. Das muss nicht unbedingt immer über einem Bundstäbchen sein.

    Ich hoffe, das war das, was du wissen wolltest
    :o

    Achja: Und die Seite nicht gerade da anschlagen, wo zufällig ebenfalls ein Schwingungsknoten wär, dann wird das nämlich nix.
     
  3. freund_henry

    freund_henry Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    14.10.04
    Zuletzt hier:
    3.01.05
    Beiträge:
    7
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    10
    Erstellt: 16.10.04   #3
    :D :great: thx, is genau das was ich wissen wollte :great:
     
Die Seite wird geladen...

mapping