Flatwoundsaiten auf Jazz Bass?

von Ferris_Buehler, 07.08.06.

  1. Ferris_Buehler

    Ferris_Buehler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.06   #1
    Hallo,

    Hat jemand zufällig Mal Flatwoundsaiten auf einem 62er Jazz Bass (oder anderen Jazz Bass) aufgeszogen? Wie ist so eure Meinung? Wollte nach Möglichkeit zuerst ein paar Feedbacks haben, bevor ich mir welche zulegen...

    Gruss,
    Ferris
     
  2. frankNfurter

    frankNfurter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.06   #2
    ahoi ferris,

    auf meinem lieblingsbass (2xJB-pickups) spiele ich
    einen satz .45-105er "d'addario chromes" flatwounds.

    generell habe ich die erfahrung gemacht, daß flatwounds gegenüber roundwounds
    einen sehr durchsetzungsfähigen, tiefmittenbetonten sound bewirken. die saiten
    haben bei gleicher stärke mehr physische masse, und das hört man.

    über die JB-singlecoils wird der ton mit flatwounds für mein empfinden noch etwas
    "hohler", vielleicht noch etwas näselnder, besonders mit beiden PUs zusammen.
    aber ich spiele am liebsten nur über den hals-PU, da warmer ton bevorzugt.

    die "chromes" sind im frischen zustand erstaunlich brilliant und klar; das legt
    sich jedoch nach ein paar wochen regelmäßigen spielens. dann hat der sound
    dieses von manchen als "old school" bezeichnete charakteristische "pluckern"
    (besonders, wenn mit den fingern gespielt).

    allen flatwounds zueigen ist ja ein sehr glattes spielgefühl (slides sind so leicht
    wie nie zuvor) und das fast völlige fehlen von (greifhand-) nebengeräuschen.
    ein weiterer, rein finanzieller vorteil von flatwounds: die dinger brauchen
    nur alle paar jahre gewechselt zu werden. manche sagen sogar, der
    sound von flatwounds würde mit den jahren immer besser. ;^)

    um dir einen akustischen eindruck zu verschaffen, hör dir vielleicht mal alte
    soul-aufnahmen an (am einfachsten: "blues brothers"-soundtrack mit duck
    dunn am bass. ich weiß allerdings grad' nicht, ob "JB" oder prezi).

    auf meinen favoriten kommt jedenfalls nix anderes mehr als flatwounds drauf.
    also, ich kann die kombination "JB & flatwounds" nur weiterempfehlen.

    hope this helps; gruß,
    frank
     
  3. Ferris_Buehler

    Ferris_Buehler Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.06   #3
    Hi Frank

    Herzlichen Dank für deine sehr ausführliche Antowrt. Du hast mich definitiv auf den Geschmack gebracht. Werde mir die genannten Saiten zulegen und meinen Eindruck posten.

    Ferris
    :great:
     
  4. frankNfurter

    frankNfurter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.06   #4
    noch'n kleiner tip, wenn du die "chromes" ausprobieren solltest:
    die biester sind (herstellungsbedingt?) ziemlich "dreckig", wenn sie
    aus der packung kommen. um schwarze finger beim spielen zu
    vermeiden, am besten mal kurz mit etwas spiritus oder mit
    reinigungsalkohol abwischen (papiertaschentuch reicht).

    viel vergnügen beim antesten! :^)
     
  5. Khayman

    Khayman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.06   #5
    Hi,

    ich habe auf meinen beiden Fendern, dem 70er Jazz und dem Preci, auch die Cromes drauf und kann frankNfurter's Ausführung eigentlich nur bestätigen, besser kann man es nicht beschreiben.
    Hervorragendes Spielgefühl, man gewöhnt sich an die glatten Saiten und will irgendwann nichts anderes mehr.... "leckerer, cremiger, smooth'er Sound" gerade beim Jazz, der begriff "old school" trifft es sehr gut...
    Auch bei mir kommen auf diese beiden Bässe nix anderes mehr, zumindest keine Roundwounds mehr....

    Kann die Flat's also auch nur empfehlen!

    Khayman
     
  6. bullschmitt

    bullschmitt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.08.06   #6
  7. Heike

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    Erstellt: 08.08.06   #7
    Naja, also Flats gibt es schon sehr verschiedene, wenn auch nicht ganz so viele wie Rounds... Das geht so von dezent bis Kraftpaket... u.a. etwa von Thomastik-Infeld Jazz Flat über Dean Markley bis Ernie Ball, Pyramid, Chromes.

    Was an vielen ätzt ist eben die Näselei (daher auch vieles hier lieber erst gar nicht erwähnt...), und daher kommt wohl auch die Rede, die würden mit den Jahren :eek: immer besser... Tatsächlich verschmutzen die natürlich auch, wenn sie auch weniger Angriffsfläche bieten, und das somit länger dauert. Und gegen mechanische Beschädigung und Korrosion sind die auch nicht immun.

    Chromes (am besten in .50 auf .105") sind trotzdem eine Empfehlung wert, weil sich ihr Näseln in erträglichen Grenzen hält, aber sie durchaus schöne Höhen haben, die sogar recht durchsetzungsfähig sind.

    Ich persönlich verwende allerdings nur noch TI Jazz Flats auf einem bundlosen Jazzbass, der recht trocken artikuliert und von deren Feinheiten (die eben gut zu einer bestimmten Fretless-Stilistik passen, aber darüberhinaus eben auch nicht so... <mit Scheunentor wink>) nichts verschluckt.

    Ansonsten sind mir Flats zu steif, haben zu wenig Bässe wie Brillanzen. Das trifft leider auch auf Halfrounds zu, die ich ansonsten für den gelungeneren Kompromiß halte. Oder man spielt eben gute Nickelroundwounds...
     
  8. Bass Boss

    Bass Boss Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 08.08.06   #8
    Also, ich spiele flats nur selten. Der entscheidende Punkt ist für mich die Brillianz, die ich für mein flageolett und funk- spiel einfach benötige. wenn es aber mal wummern soll, packe ich auch mal flats auf den fretless j bass, das is sehr nett. dann noch n plek und yes spielen klingt schon cool...
     
  9. fourtwelve

    fourtwelve Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 09.08.06   #9
    Plus 1 für die Chromes!

    ich bin auch ein Chromes-Fan. Habe sie auf dem Prezi und auf dem Jazz, allerdings in den Stärken 40-60-80-100. Die klingen für mein Empfinden lebendiger als die dickeren Sätze.

    Heikes Erfahrung, dass Flats zu wenig Bässe und Brillanzen hätten, kann ich nur zur Hälfte teilen. Das mit den Brillanzen mag stimmen, aber die brauche ich sowieso nicht. Über mangelnde Bässe kann ich mich aber beileibe nicht beklagen. Hier spielen wohl noch andere Faktoren eine Rolle (Instrument, Spielweise, Amp, Boxen, Hörgeschmack).

    Ich habe jedenfalls im Laufe der Jahre viele verschiedene Saiten ausprobiert, um die "richtigen" zu finden (und dabei eine Stange Geld ausgegeben): Nickel, Stahl, Halfround, Nylon, Flats. Mit den D'Addario Chromes ist für mich die Suche zu Ende.:great:
     
  10. bullschmitt

    bullschmitt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.06   #10
    Passen die auch auf 35" Mensur ?
     
  11. blackout

    blackout Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.06   #11
    Ich glaube nicht, habe hier bei meinem Yamaha noch zwei Zentimeter Windungslänger über, aber das ist ja kein ganzer Zoll :/
     
  12. BigB

    BigB Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.06   #12
    Waren da auch die TI flats dabei ? Die werden in diversen Foren sehr oft empfohlen. Manche sagen die seien besser als die "Chromes", andere finden die La Bella besser und andere wieder die TI.

    Kann man hier denn überhaupt zu etwas raten. Da spielt doch neben Geschmack auch Bass, Verstärker und Einstellung eine Rolle. Oder ?

    Ich spiele schon seit über einem halben Jahr meine D'Addario Rounds, weil ich mich nicht entscheiden kann, welche Saiten ich jetzt ausprobieren soll !

    Gruß
    BigB
     
  13. blackout

    blackout Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.06   #13
  14. Heike

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    Erstellt: 09.08.06   #14
    Was einem zuviel oder zu wenig ist, ist tatsächlich subjektives Geschmacksurteil. Nur wenn bei sonst gleichem Setup Roundwounds für extended range sounds das einzige in Betracht zu ziehende sind... Wiegesagt, es geht hier nicht um dominanten Tiefmittenkick, sondern wie weit die überhaupt 'runtergehen, und da hängen schon D'Addario XL sowohl die Halfrounds alsauch die Chromes ab.

    Schon. Aber auch Bass, Verstärker und Einstellung sind Geschmackssache :D Man kann nur kucken, was für welche Zwecke sich empföhle...
     
  15. fourtwelve

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    Erstellt: 09.08.06   #15
    Leider nicht.

    Herrlich! :D :great:
    Da lacht das Herz des Hobbygermanisten!
     
  16. pommes

    pommes Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 07.09.06   #16
    Ich stell hier bald mal nen Direktvergleich der GHS Brite Flatt, Daddario Chromes und Fender 9050 rein.

    Hab mir die GHS gerade gehiolt, weis aber nich so recht, was ich davon halten soll. Sind im ersten TEst sehr stumpf, ganz anders als die Chromes auf meinem Fretless.

    More s00n
     
  17. pommes

    pommes Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.09.06   #17
    Also ich hab jetzt mal die GHS Brite Flats und die Chromes von Daddario verglichen.

    Die Oberfläche der GHS ist vergleichsweise rauh, es flutscht längst nicht so wie bei den Chromes. Obwohl die GHS anhand des Namens "Brite Flat" darauf schließen lassen, dass sie mehr Höhen bringen als andere Flats, konnte ich davon nichts merken. Die G-Saite fällt ein Stück ab, was Lautstärke und Durchsetzungskraft angeht. Im Bassbereich sind die GHS recht schön. Einen Abfall konnte ich hier (im Gegensatz zu Heikes Darstellung) nicht merken, dröhnig ist es auch nicht.

    Die Chromes von Daddario sind sehr glatt, fühlen sich am Anfang etwas "klebrig" an. Das legte sich aber schon nach ein paar Stunden (ich kann mich nicht mehr erinnern, ob das bei meinem ersten Satz Chromes auf dem Akustikbass auch so war). Slides verursachen kaum Rutschgeräusche (im Gegensatz zu Roundwounds und auch den GHS Brite Flats). Die Chromes bringen etwas mehr Höhen als die GHS, aber auch hier fehlt obenrum natürlich etwas. Datt sann halt Flats, ne ;) Der Sound ist insgesamt ausgewogener als der der GHS, variiert weniger über das ganze Griffbrett gesehen.

    Die Fender Flats hab ich bislang noch nicht aufgezogen, da werde ich aber zu einem späteren Zeitpunkt noch das eine oder andere Wort zu verlieren.

    Samples von den GHS habe ich schon aufgenommen, Samples mit den Chromes folgen und werden dann zusammen hier reingestellt.

    Ist es eigentlich Zufall, dass die GHS und die Daddarios blau umwickelt sind am oberen Ende der Saiten oder haben alle Flats diese Farbe?
     
  18. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.09.06   #18
    Oh sh*t, jetzt geht mir ein ganzer Elektrofachhandel auf :( Brite Flats sind Halfrounds. Das hat man jetzt von der irreführenden Namensgebung :mad: :screwy: Die Flats von GHS sind ganz anders. Hatten wir irgendwann irgendwo hier auch schonmal belabert.
     
  19. pommes

    pommes Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.09.06   #19
    Na herzlichen Glückwunsch ...

    Auch toll, dass der Verkäufer keinen Ton davon gesagt hat. 25 EUR ärmer, eine Erfahrung reicher.
    Ich frage mich, ob man in allen Läden so doof angeschaut wird, wenn man nach Flats für Bass fragt. Der Verkäufer im lokalen Laden bei mir hat jedenfalls ungefähr so :eek: geguckt.
     
  20. Heike

    Heike HCA Bass Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.09.06   #20
    Nein, wird man nicht.

    Vielleicht sollte man das als Lackmustest nehmen, was ein Laden taugt :D

    In der schlechten alten Zeit ging's einem umgekehrt, wenn man da Roundwounds haben wollte und an irgendsoeine tiefstprovinzielle Schnarchnase geriet :( Waren aber auch immer noch viele Spieler so drauf. Aber dann: "Wie kriegst Du Deinen Sound eigentlich hin?" :rolleyes:
     
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