Fragenkatalog zur Harmonie ^^

von obsessed, 17.04.06.

  1. obsessed

    obsessed Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.06   #1
    Hi, ich habe hier mal einige grundlegende Fragen/Aussagen gesammelt, die gerne von freundlichen Usern beantwortet/revidiert beantwortet werden dürfen :D Ich habe mir viel Mühe gemacht, ich hoffe, es hat sich gelohnt..
    Los gehts:

    - Ein Stück ist in einer Tonart geschrieben. Richtig?
    - Diese Tonart kann nur entweder Dur oder Moll sein. Richtig?
    - Woran erkenne ich eindeutig, ob es sich um die Dur- oder die eine kleine Terz weiter unten liegende Moll-Tonart handelt?
    - Verwenden die Akkorde dieser Tonart nur das erlaubte, aus der Tonart stammende, Tonmaterial?
    - Diese Akkorde sitzen immer nur auf Stufe 1-7 der Durtonart. Also darf es theoretisch in einem Stück in C-Dur kein D#7 oder Ähnliches geben?
    - Diese Akkorde sind folgerichtig immer, wenn sie auf der 2ten Stufe liegen, dorisch,wenn sie auf der dritten liegen phrygisch usw.? Ist deshalb bei der II-V-I -Verbindung die II immer Dorisch, die V immer mixolydisch und die I immer Ionisch
    - Wechselt die Tonart im Stück, und wie äußert sich das, da die Vorzeichen i.d.R. ja nicht anders werden?
    - Kirchentonarten und Dur- bzw. Molltonarten sind nicht dasselbe, auch wenn die Kirchentonarten eine Dur- oder Mollterz haben?
    - Es gibt eine nur Dur-Tonart (die analoge Kirchentonart ist Ionisch, die "zufällig" die gleichen Töne hat) und drei Molltonarten, nämlich reines (= natürliches), melodisches und harmonisches Moll?
    - Wann kommen melodisches und harmonisches Moll zum Einsatz?
    - Können melodisches und harmonisches Moll auch die Tonart eines Stückes sein?
    - Welche Töne der Tonleitern sind Avoidnoten?

    Vielen Dank für die ausführliche Beantwortung der vielen Fragen, weitere folgen ;) !
    Leo
     
  2. S.O.D

    S.O.D Guest

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    Erstellt: 17.04.06   #2
    Ich zieh jetzt schon mal den Hut vor dem, der Dir alle Deine Fragen beantwortet.

    Wären es nicht so viele Fragen, hätt ich Dir auch was beantwortet...

    Die meisten Fragen kannst Du Dir aber selbst beantworten, indem Du Dich in die Materie einarbeitest, und nur nach längerem Unverständnis nachhakst.

    Geeignete Bücher?
    Meiner ansicht nach, Frank Haunschild und Frank Sikora.

    Gruß

    Ps: Solangsam sollte ich in Rente gehen... die Altersschwäche fängt schon an... *ggg*
     
  3. obsessed

    obsessed Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.06   #3
    Ja, der Mensch verdient auch einen Friendly-User Award!
    Du kannst mir ja auch einzelne Ragen beantworten, für die Bücher hab ich leider grad kein Geld, außerdem habe ich schon das Jazz-Buch von Levine.
     
  4. S.O.D

    S.O.D Guest

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    Erstellt: 17.04.06   #4
    Hi, ich habe hier mal einige grundlegende Fragen/Aussagen gesammelt, die gerne von freundlichen Usern beantwortet/revidiert beantwortet werden dürfen :D Ich habe mir viel Mühe gemacht, ich hoffe, es hat sich gelohnt..
    Los gehts:

    - Ein Stück ist in einer Tonart geschrieben. Richtig?

    Die meisten ja, aber nicht alle

    - Diese Tonart kann nur entweder Dur oder Moll sein. Richtig?

    Kann auch beides sein. Bezieht sich vorzugsweise auf Jazz.
    Und wenn, dann in der Regel nur von Dur nach Moll.

    - Woran erkenne ich eindeutig, ob es sich um die Dur- oder die eine kleine Terz weiter unten liegende Moll-Tonart handelt?

    Dies wurde hier im Forum schon behandelt... Forumsuche. ;)

    - Verwenden die Akkorde dieser Tonart nur das erlaubte, aus der Tonart stammende, Tonmaterial?

    Das Tonmaterial ist frei wählbar... reine Geschmacksache.

    - Diese Akkorde sitzen immer nur auf Stufe 1-7 der Durtonart. Also darf es theoretisch in einem Stück in C-Dur kein D#7 oder Ähnliches geben?

    In einem C-Dur Stück darf es auch ein D#7 geben, Sowas nennt man dann Substition.
    Sprich, ich könnte aus dem Am einen A7 machen und diesen wiederum durch eine Tritonussubstiton zu einem D#7. Vorwiegend nur im Jazz... *ggg*

    - Diese Akkorde sind folgerichtig immer, wenn sie auf der 2ten Stufe liegen, dorisch,wenn sie auf der dritten liegen phrygisch usw.? Ist deshalb bei der II-V-I -Verbindung die II immer Dorisch, die V immer mixolydisch und die I immer Ionisch

    Nicht zwingend, aber in der Regel schon. Für die I wird auch gern lydisch benutzt.

    - Wechselt die Tonart im Stück, und wie äußert sich das, da die Vorzeichen i.d.R. ja nicht anders werden?

    Sofern sich die Tonart ändert, erkennst Du es mit unteranderem an den # oder bs.
    Oftmals wird ein Tonartwechsel auch nur angedeutet.

    - Kirchentonarten und Dur- bzw. Molltonarten sind nicht dasselbe, auch wenn die Kirchentonarten eine Dur- oder Mollterz haben?

    Versteh ich gerade nicht (möglicherweise zu müde)

    - Es gibt eine nur Dur-Tonart (die analoge Kirchentonart ist Ionisch, die "zufällig" die gleichen Töne hat) und drei Molltonarten, nämlich reines (= natürliches), melodisches und harmonisches Moll?

    reines (= natürliches), melodisches und harmonisches Moll sind keine Tonarten.
    Tonleitern wäre die richtige Antwort?

    - Wann kommen melodisches und harmonisches Moll zum Einsatz?

    Ganz kurz... Bei Dominantakkorden

    - Können melodisches und harmonisches Moll auch die Tonart eines Stückes sein?

    Du kannst die Tonleitern auch harmonisieren, bzw. Akkorde aufbauen. In der regel sind die Molltonarten aber ein Mischmasch.

    - Welche Töne der Tonleitern sind Avoidnoten?

    In der Regel die Töne, welche einen halben Ton über einem Akkordton liegen.

    Vielen Dank für die ausführliche Beantwortung der vielen Fragen, weitere folgen ;) !
    Leo


    Bei Fehlern, Bitte ausbessern

    Gruß
     
  5. S.O.D

    S.O.D Guest

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    Erstellt: 17.04.06   #5
    Ich hab mich schon drangewagt...

    Bevor ich Deinen jetzigen Post gesehen hatte.

    Neeeeee... Eine Friendly User Awart möcht ich nicht haben... *brrr*
    Da ist man doch zu sehr verpflichtet... *ggg*

    Wenn ich kann, helf ich gern.

    Mit den Bewertungspunkten werd ich mir dann auch einen Porsche leisten... lol
    scnr ;)

    Gruß

    Edit: Fehlerkorrektur... Sollte mal ne Mütze schlaf nehmen
     
  6. Houellebecq!

    Houellebecq! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.06   #6
    das, was wir als Dur und Moll bezeichnen, gehört zu den Kirchentonarten. Dur = ionisch, nat. Moll = äolisch. man kann die Kirchentonarten schön nach denjenigen mit Dur- und Moll-Terz sortieren:

    "Dur-Gruppe": ionisch, lydisch, mixolydisch
    -----
    "Moll-Gruppe": äolisch, dorisch, phrygisch
    -----
    vermindert (Moll-Terz, aber verminderte Quinte): lokrisch
     
  7. kleinershredder

    kleinershredder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.06   #7
    harmonisch und melodisch moll kommen aber nicht nur in dominant akkorden zum einsatz, sondrn können auch in einstimmigen melodien zum einsatz kommen.
     
  8. whir

    whir Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.06   #8
    my take on it ... Fragen über Akkordskalen hab ich rausgenommen

    - Ein Stück ist in einer Tonart geschrieben. Richtig?
    Definiere Tonart :)
    1) Es gibt Musikarten die kennen unseren Begriff von Tonart nicht. Und dann noch welche, die wollen mit Tonarten aktiv nichts zu tun haben (atonale Musik).
    2) Tonale Stücke können die Tonart auch wechseln.

    Es kann IMHO auch sein, dass die Tonart nicht ganz klar ist. Es gibt Stile, z.B. klassische Musik, in der Mittel eingesetzt werden um die Tonart festzulegen, darunter fällt z.B. der künstliche Leitton in Moll (=> harmonisch Moll). Andererseits gibt es immer wieder Streit, ob Sweet Home Alabama nun in G-Dur oder D-Mixolydisch ist ;)

    - Diese Tonart kann nur entweder Dur oder Moll sein. Richtig?
    Im engeren Sinne sind Dur und Moll die beiden möglichen Tongeschlechter. Ansonsten siehe oben, es gibt auch Musik, die aus diesem Rahmen ausbricht.

    - Woran erkenne ich eindeutig, ob es sich um die Dur- oder die eine kleine Terz weiter unten liegende Moll-Tonart handelt?
    An den Kadenzen. Aber das sind auch Stilmittel, die der Komponist nicht einsetzen muss, und dann kanns schwierig werden. Das Gefühl ist ansonsten auch immer ganz gut.

    - Verwenden die Akkorde dieser Tonart nur das erlaubte, aus der Tonart stammende, Tonmaterial?
    Nein. IMHO ist es ein Unsinn, Tonart mit Tonmaterial gleichzusetzen.

    - Wechselt die Tonart im Stück, und wie äußert sich das, da die Vorzeichen i.d.R. ja nicht anders werden?
    siehe Modulation und Modulationstechniken, das schreib ich jetzt nicht auf. Vorzeichen müssen sich nicht ändern, außerdem wär man dann ja immer auf den Notentext angewiesen.

    - Kirchentonarten und Dur- bzw. Molltonarten sind nicht dasselbe, auch wenn die Kirchentonarten eine Dur- oder Mollterz haben?
    Kirchentonarten sind die Vorläufer von Dur und Moll. Manche teilen sie in Modes mit Dur- und Mollcharakter auf. In jedem Fall ist es nicht das gleiche.

    - Es gibt eine nur Dur-Tonart (die analoge Kirchentonart ist Ionisch, die "zufällig" die gleichen Töne hat) und drei Molltonarten, nämlich reines (= natürliches), melodisches und harmonisches Moll?
    Die Tonart (richtiger: das Tongeschlecht) Moll benutzt die Tonleitern natürliches/harmonisches/melodisches Moll. Das sind alles keine eigenen Tonarten. Man könnte auch sagen, dass in Moll die 6. und 7. Stufe je nach Bedarf variabel sind.

    Was der Unterschied zwischen Ionisch und Dur ist, hab ich auch nicht ganz verstanden. Offensichtlich hat Ionisch weniger Möglichkeiten, aber ob z.B. ein simples Stück das diese Möglichkeiten nicht einsetzt, z.B. Hänschenklein o.ä. jetzt Dur oder Ionisch ist ...

    - Wann kommen melodisches und harmonisches Moll zum Einsatz?
    Bei Kadenzen. Harmonisch-Moll auch manchmal für einen arabischen Effekt.

    - Können melodisches und harmonisches Moll auch die Tonart eines Stückes sein?
    s.o. man könnte vielleicht mit Absicht ein Stück machen was nur eine dieser Skalen benutzt, aber ob das dann "die Tonart" ist?
     
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