Frequenzen eines Drumsets und Drumaufnahme

von torres_taylor, 15.06.05.

  1. torres_taylor

    torres_taylor Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.06.05   #1
    Hi Zusammen!
    Ich habe demnächst vor, mit meiner Band in unserem Proberaum eine CD aufzunehmen. Dazu wollen wir uns eine kleine Kabine für den Gesang bauen und ein Kondensatormikrofon für den Gesang. Reicht hier das Behringer B-1 aus?
    Aber nun zu meiner eigentlichen Frage: Wenn ich das Drumset aufgenommen habe, wie kann ich es später abmischen, also BD, Snare, Toms, HiHat, Overhead etc. dass ich einen richtig fetten Rocksound hinbekommen? Ich spiele eine 14" x 6,5" Snare einmal Holz einmal Metall - welche ist da besser bei einer Aufnahme um einen tiefen Rocksound hinzubekommen? Ich arbeite mit Cubase, wäre echt super, wenn mir jemand sagen kann, wie ich die einzelnen Teile des Sets bearbeiten muss, also welche Frequenzen und welche Effekte?
    Wäre es sinnvoll das Drumset in einem möglichst hallfreien Raum aufzunehmen (mit Holzwänden) oder gehts auch in einem 30m² großen Raum mit Betonwänden, wo es drin hallt? Viele Fragen, aber es wär echt klasse, wenn mir jemand weiterhelfen kann! ich danke schonmal im Voraus für alle Antworten! bis dann
    torres_taylor
     
  2. TheBum

    TheBum Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.05   #2
    Hallo,

    also das mit dem echt fetten Rocksound ist nicht so ohne weiteres beantwortet. Viele Bands nehmen sich schon erstaunlich viel Zeit für die Mikrofonierung des Sets, also die genaue Platzierung der einzelnen Mikrofone. Da klngt das Set schon sehr gut, ohne dass ein EQ angefasst wurde.
    Grundsätzlich gilt (meiner Meinung nach):
    Soviel wie nötig, sowenig wie möglich.
    Also ich habe gute Erfahrungen gemacht bei Aufnahmen in trockenen Räumen. Also wenig Hall, kein Beton...!
    Außerdem solltest du für die Aufnahmen BD und Snare ordentlich laut spielen, also richtig laut. Nur dann klingt ein Set erst. Un dich rede hier nicht von "oh geil, maln bischn dreschen" sondern präzise, kontrolliert sehr sehr laut zu spielen. Da bekommen die einzelnden Teile des Schlagzeugs erst Kick und Punch. Und das wollen wir ja schliesslich: Kick vom Klöppel oder Stick, Punch vom Kessel selber.
    Für die einzelnen Frequenzen gibt es kein Pauschalrezept. Nimm dir einen relativ schmalbandigen Eq, verstärke ihn um 6dB, und sweepe damit durch die Frequenzen. Irgenwann wird die BD schön "bumm" machen, und irgendwann weiter oben schön "klack". Beide Frequenzen nach Geschmack anheben. Rest wegschmeissen. ;)
    Das gleiche bei der Snare, irgendwo "drückt" sie richtig ("Peng!"), kommt fast aus den Speakern, und wieder irgendwo ist der Teppich richtig schön "scheppernd" zu hören. ("Tschak!")
    So weitermachen bei den anderen Kesseln. Aufpassen, dass sich zwei Frequenzen nicht überlagern.
    Overheads weniger als Beckenmikros, mehr als Raummikros nehmen (ausprobieren, oder auch mehrere Mikropärchen).
    Kompressoren eher nur für Spitzen nehmen. Da du ja präzise spielen sollst, ist ansonsten kaum eine Komprimierung nötig. Das Set als Summe sollte jedoch etwas komprimiert werden, macht auch noch mehr Druck.
    Auch aufpassen bei der Frequenzverteilung der anderen Instrumente, Gesang, Gitarren usw. Wieder gucken, welche Frequenzen bereits "vergeben" sind.

    Also, alles etwas pauschal, aber so war deine Frage ja auch. ;)

    Liebe Grüße,
    Thomas
     
  3. bloodyzoo

    bloodyzoo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.06.05   #3
    wie schon TheBum sagte "fetter Rocksound" ist n sehr weitläufiger begriff. vergleich mal Deftones und System Of A Down miteinander, die CDs von denen klingen grundverschieden.

    Für nen guten sound sind eigentlich 5 Dinge:
    - n guter Drummer (wenn n Bassdrumschlag klingt als würde der drummer die Bassdrum mit Wattebällchen bewerfen wird wird nie gut klingen egal was du machst ;) )
    - n brauchbarer Raum (das ist geschmackssache, ich würde eher zu nem trockenen Raum raten, aber er sollte auch nicht tot sein. das wichtigste ist das du den Sound in dem Raum gut findest)
    - n ordentliches Drummset (das Set sollte von sich aus gut klingen durch den mix und nachbearbeitung kannst du nix herzaubern was nie da war, ordentlich stimmen ist auch sehr wichtig, wenn irgendwas hässlich nachklingt das gute alte gaffe zu rate ziehen :D )
    - ordentliche Mikros (lieber ordentliche mikros ausleihen als billige kaufen, wenn du was ordentliches haben willst dann empfehle ich audix mikros)
    - KnowHow/gute Ohren beim Mix/bei der Aufnahme:
    Beim Aufnehmen lange mit Mikropositionen experimentieren, wenns nicht gut klingt eher die Position des Miks verändern, Klangregler während der aufnahme nur als letzten ausweg (außer ihr habt natürlich richtig gute EQs)
    Beim Mixen als erstes versuchen mit gates (Bassdrum, Toms, Snare) bzw. mit EQ (Lowcut bei OH und HiHat) das übersprechen der Spuren minimeren, es nützt nix wenn die Bassdrum auf ihrer Spur total geil klingt aber im gesamtmix wieder scheiße klingt weil die übersprechungen von den anderen mikros zu stark sind.
    - beim EQ die tipps von TheBum beachten. nch ein wichtiger grundsatz: wenns besser klingen soll--> absenken!, wenns anders klingen soll--> anheben
    - ruhig mit comps rumprobieren, snare und Bassdrum kann ruhig richtig extrem komprimiert werden, auch viel mit attack und release probieren. n langes attack betont z.B. den Anschlag. ruhig auch mal transienten tools benutzen (z.B. dominion 1.2 von digitalfishbones)

    als plugins empfehle ich alles von digitalfishbones (freeware) sehr geile plugs!
    wenn du etwas geld bezahlen willst empfehl ich den vintage warmer von psp. Der ist sein geld definitiv wert.
     
  4. Slider

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    Erstellt: 17.06.05   #4
    Also hier wurde schon so ziemlich alles gesagt...
    die Mikrofonierung, die mik's, das drumset etc, sind schon sehr wichtig, aber dennoch gibt es ein paar Frequezen, die einfach meistens gleich so eingestellt werden um einen "guten" Sound zu bekommen, hier mal einige bei den Drums (Rocksound):

    Bassdrum:
    60-80 hz +2-3db= Bumms, und der Subbass
    300-400 hz -1-2 db= dröhnen verringern
    3-4 khz +3-4 db= anschlag (oder halt klick)

    Snare:
    um die 200 hz +2-3db = druck, kesselvolumen
    5khz +1-2db= anschlag betonen

    Toms:
    von 80hz - 200hz (je nach Tom Größe) +2-3db= druck und kessel
    bei 300 hz -1-2db= dröhnen vermindern
    4-5khz +2-3db= anschlag und knack

    Overheads:
    Low Cut
    8khz +2-3db= brillianz
    12khz +1-2 db= höhenglanz (dieses feine zischen)

    kleiner Tipp: auch mal versuchen, über die Overheads das ganze Drumset mit abzunehmen (sprich: kein Low Cut etc,.), dadurch erhält man auch oft einen vollen, rockigen Sound :great:

    hoffe ich konnte etwas helfen,

    cheers
     
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