Gesang klingt trocken und aufgesetzt

von Muehle, 22.04.06.

  1. Muehle

    Muehle Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.06   #1
    hallo,
    ich habe vor kurzem mit meiner band versucht unsere eigenen lieder zu recorden. hat auch nun alles wie ich finde super geklappt, nur beim gesang steh ich vor einem großen fragezeichen. egal was ich mach er klingt einfach nur total trocken, aufgesetzt und irgendwie langweilig. glaub weniger dass es am sänger selbst lag, da schon einiges an dynamik im lied ist.
    hab schon einiges probiert von doppelt einsingen, was irgendwie nach einem roboter klingt, chorus oder delay. nur entweder find ich nie die richtigen einstellungen oder ich geh das falsch an.

    kann mir einer einen rat geben wie ich auf ein fertig abgemischten song eine trockene gesangs spur vernünftig einbinde?
    kann morgen auch noch soundsamples anfügen.
     
  2. Hein

    Hein Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.06   #2
    Höchstens insofern, als Du jegliche Information vorenthälst, womit Du aufnimmst und abmischst.

    Lies Dir nochmal Dein Posting durch und stell' Dir vor Du wüsstest nichts über Dich.

    Was könntest Du antworten?
     
  3. Muehle

    Muehle Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.06   #3
    ok, also ich habe den gesang mit einem Sure SM58 das durch einen Mixer geschläußt wurde und von dort aus in die Soundkarte (M-Audio 1010L) ging aufgenommen.
    jetzt klingt die ganze aufnahme mit gesang so. habe noch nichts an der stimme geändert nur ein wenig die lautstärke angepasst wobei ich dort auch nicht genau wusste woran ich mich orientieren soll. bei der aufnahme war der lautstärkekontrast zwischen strophe und chorus noch zu stark...muss erst schaun wo ich in logic so ne volume welle darüber legen kann. vor allem in der strophe übersteuert es sehr leicht obwohl es nicht laut ist.

    bsp:
    Songauschnitt (ca. 700KB)
     
  4. ars ultima

    ars ultima HCA Recording HCA

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    Erstellt: 22.04.06   #4
    Es gibt vor allem zwei Effekte, die man meist auf den Gesang legt: Kompressor und Hall. Auch ohne die Volumekurve bearbeiten zu müssen, sorgt der Kompressor dafür, dass der Lautstärkekontrast geringer wird. Zwei Kompressoren mit unterschiedlichen Einstellungen hintereinader sind auch nicht schlecht. Mit dem ersten "bügelt" man einmal grob drüber, so dass starke Pegelspitzen gedämpft werden. Der zweite Kompressor sorgt dann dafür, dass die Stimme druckvoller klingt.
    Und der Hall sorgt dafür, dass der Gesang eben nicht trocken klingt. Je nach Song/Genre/Geschmack kann man den Hall auch richrig hörbar machen, aber meist ist weniger mehr. Wenn also jemand unerfahrener beim hören sagt "ah, cooler Hall auf der Stimme" ist das meist schon zuviel :-).
     
  5. Kfir

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    Erstellt: 22.04.06   #5
    Jo, ars hats ansich schon gesagt. Kompressor und Hall, das sollte es im Grunde tun.

    Einen leichten Kompressor oder auch Limiter würde ich schon beim aufnehmen verwenden, clipping sollte zwar bei richtigem Einpegeln nicht unbedingt vorkommen, aber das Risiko lässt sich durch einen Limiter schon mal ausschalten.
    Wenn die Spur dann fertig ist kann man dann kräftiger rangehen, um das ganze dynamisch kompakter zu machen.

    Mit dem Hall/Reverb passt man den Gesang dann in das Gesamtbild ein. Das ist natürlich eine sehr verzwickte Sache, weil es von vielen Faktoren abhängt: Art der Musik überhaupt, soll die Stimme eher "vorne" im Mix sein oder etwas dezenter...
    Da hilft nur probieren, aber es ist wichtig bei den Vocals sauber und gründlich zu arbeiten, sie sind praktisch das Herz des Songs!
    Deshalb braucht dieser Prozess im Studio idR auch am längsten.
     
  6. KlausP

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    Erstellt: 22.04.06   #6
    ich hab mir eben den Songausschnitt angehört und finde daß der Gesang schon mal zu laut im Mix ist. Das ist schon mal ein Grund dafür daß er "aufgesetzt" klingt und nicht integriert in die Musik. Wenn du ihn mit einem Dynamikprozessor glattgebügelt hast wirst du ihn eine ganze Ecke zurücknehmen können.
    Und wenn der Sänger dann meint man höre ihn nicht mehr dann vergleicht einfach mal mit kommerziellen Produktionen gleicher Stilrichtung.
    Alternativ oder zusammen mit dem Hall bietet sich dann auch noch ein doubling delay an, 1 Wiederholung und mal so im Bereich 40 ms je nach Geschmack.
     
  7. Muehle

    Muehle Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.06   #7
    ich mach das ganze mit logic 5.5. fand das sehr einfach zum einarbeiten.
    also danke schonmal für die ganzen tipps, das bringt mich schonmal ein ganzes stück weiter. nun noch fragen zu dem kompressor. da gibt es eine menge einstellungen von denen ich keine ahnung habe.

    reicht mir der standard kompressor von logic bei dem ich attak/release/gain/threshold/ratio/knee und nun zur wichtigesten frage, wie wirkt sich jeder punkt davon aus. wäre echt genial wenn mir das einer kurz auflisten könnte :o
     
  8. Puncher

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    Erstellt: 23.04.06   #8
  9. KlausP

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    Erstellt: 23.04.06   #9
  10. Muehle

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    Erstellt: 27.04.06   #10
    danke, die links ham mir einiges gebracht...endlich weiss ich was ich da genau rumregel....hab mal den kompletten song hochgeladen...wäre echt super wenn ihr mir euren eindruck mitteilen könntet (nur auf die abmischung bezogen)..also gitarre dort zu laut gesang da zu leise.....ich dachte ich frag mal lieber mehrere dann wird das ergebnis auch hoffentlich gut...

    Soma - Moon mans attention (nur 96Kbits) ca. 2,5MB
     
  11. Kfir

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    Erstellt: 28.04.06   #11
    Hm, so im groben passt das sag ich mal!

    Nur geht der Gesang jetzt im Refrain etwas unter, er sollte allgemein auch etwas crisper sein, sprich prägnanter. Er ist jetzt imho generell wieder etwas zu weit "hinten", aber wie gesagt nicht viel.
     
  12. KlausP

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    Erstellt: 28.04.06   #12
    finde ich auch ganz gut jetzt.
    In der Strophe könnte man noch etwas mehr Hall auf der Stimme probieren, um den "dunklen", mystischen Charakter zu verstärken.
    Ob die Stimme jetzt zu leise ist ist Geschmackssache, wie gesagt immer mit den großen Vorbildern der gleichen Stilrichtung vergleichen.
    Wenn du die Stimme im Refrain etwas prägnanter machen willst kannst du sie auch einfach doppeln, also eine KOpie um 30 ms zeitversetzt zum Original, und das Gedoppelte dann dezent dazumischen, das gibt mehr Fülle.
     
  13. Navar

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    Erstellt: 29.04.06   #13
    Ich habe etwas den Eindruck, als würde der Sänger beim Singen des öfteren die Position vor dem Mikro ändern, sich manchmal etwas weiter vom Mikro bewegen. Ausserdem scheint der Dynamik Unterschied in der Stimme zwischen Strophe und Refrain recht groß zu sein. Ich nehme mal stark an, dass er live oder bei den Proben die Strophe viel näher am Mikro singt als den Refrain, bei dem er vielleicht das Mikro etwas weiter weg nimmt. Ist nur so ein Schuß ins Blaue. Ist der Song am Stück eingesungen, oder die Parts getrennt? Wenn am Stück wäre es vielleicht eine Möglichkeit die Parts zu trennen und dann auch neu einzupegeln.
    Man kann auch durchaus versuchen die Leadstimme zu doppeln, wenn der Sänger das mehrfach hintereinander singen kann. Eine Möglichkeit dafür, die wir verwenden ist, dass unsere Sängerin den entsprechenden Part als Loop bekommt und am Stück hintereinander ein paar mal den gleichen Part einsingt, dann entscheiden wir hinterher welche Spuren gut sind und gut zueinander passen.
     
  14. ZakMcKracken

    ZakMcKracken Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.05.06   #14
    Meine "Lösung" klingt vielleicht ein wenig banal, aber vielleicht mal ein "aktives" Großmembranmic benutzen. :)

    Hab auch mal mit einem Shure SM (in ein BOSS BR 864) aufgenommen und bei mir klang es auch ziemlich unnatürlich und "weit entfernt". Bin dann auf ein billiges Samson C-01 (59 Euro) mit Phantomspeisung umgestiegen und dazwischen liegen echt Welten. Der Sound ist plötzlich natürlich, kristallklar und druckvoll geworden.
     
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