Gesangslinie

von Zero-G, 11.02.05.

  1. Zero-G

    Zero-G Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.05   #1
    Wie entwickelt man eigentlich am besten eine Gesangslinie oder zumindest Ideen/Ansätze, innerhalb einer Band, wenn der Gitarrist oder Keyboarder mit ´ner Melodie ode ´ner Akkordfolge ankommt?
     
  2. snoque

    snoque Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.05   #2
    Am besten du hörst dir die melodie/akkordfolge an und hast deinen text vor dir. dann fängst du einfach das singen an und merkst wie/ob das ganze passt so wie du das machst, du sprichst dich mit deinen bandkollegen ab, wie sie deine interpretation finden, oder was verbessert werden kann. bei mir dauert das schon etwas ich denke ca 5 bandproben, dann weiß ich erst wie den text wirklich gescheit auf das lied singe, aber ich denke das wird wohl bei jedem ein wenig anders sein.
     
  3. Cudo

    Cudo Mitgliedschaft beendet

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    Erstellt: 11.02.05   #3
    Hallo Zero G,
    ich gehe mal von dem Fall aus, dass der Keyboarder eine Akkordfolge mitbringt. Wenn er nur eine Melodie mitbringt ist eh für Dich alles schon vorgegeben, oder habe ich da etwas missverstanden?

    Also nehmen wir an er bringt eine Akkordfolge mit. Diese wird einen Anfang und ein Ende haben. Versuche die Form herauszufinden in der die Akkordfolge abläuft. Ist es eine 4, 8 oder sogar eine 16-taktige Form?
    Am Anfang beim Aufbau einer Melodie ist es sehr wichtig den Spannungsbogen zu bemessen. Dieser erreicht meist im letzten Viertel der Form seinen Höhepunkt. Dieser Höhepunkt ist oft zugleich auch die höchste Note der Melodielinie. Stelle Dir es wie eine langsam ansteigende Linie vor, die dann kurz vor Ende wieder absteigt. Versuche Dir das innerlich vorzustellen während Du die Akkordfolge hörst.

    Nun zur Melodiebildung im Detail.
    Drei Punkte sollten dabei auf jeden Fall beachtet werden.


    1. Die Melodie muss (für jeden) singbar sein. Deshalb sollte man z.B. keine allzu großen Intervallsprünge benutzen. Eine in sich stimmige Stimmführung ist dazu auch sehr hilfreich (dazu mehr auf Anfrage). Ebenfalls sollte man die Pausen (Atmung!) nicht vergessen, denn diese, an der richtigen Stelle gesetzt, geben der Melodie die Form.

    2. Die Melodie sollte einen Widererkennungswert haben. Dazu ist es sehr hilfreich Melodien zu analysieren die „einem nicht aus dem Kopf gehen“. Warum gibt es solche Melodien? Wieso funktioniert das?

    3. Die Wiederholung von kleinen Motiven oder auch nur der Rhythmik einer Passage festig und bewahrheitet dieselbige. Wiederholung kann auch durch harmonische Sequenzierung geschehen (dazu mehr auf Anfrage). Das kommt dann wieder ganz auf die zugrunde liegende Akkordfolge an.


    CIAO
    CUDO
     
  4. DerDrache

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    Erstellt: 11.02.05   #4
    *2malnachfrag*
    :o :redface:

    danke schonmal
     
  5. Cudo

    Cudo Mitgliedschaft beendet

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    Erstellt: 12.02.05   #5
    Hallo Drache,
    da musste ich zuerst zweimal hinschauen um Deine Message zu verstehen. Aber dann war’s eindeutig!


    Also zu „stimmiger Stimmführung“ wäre Folgendes zu sagen:
    Es geht bei diesem Themenkomplex zunächst mal um die verschiedenen Spannungsverhältnisse. Klingt komisch, ist aber so.

    Zum einen erzeugt ein Ton auf einen bestimmten Akkord bezogen immer ein Spannungsverhältnis zu selbigem. Je dissonanter das entstehende Intervall zwischen Grundton des Akkordes und des besagten Tones ist, desto größer ist die entstehende Spannung.

    Ebenso hat ein Akkord gewisse Auflösungstendenz zu dem ihm folgenden Akkord. Dazu wäre zu sagen: es gibt 3 Arten von Akkordfortschreitungen. Quart- oder Quintfortschreitung, Terz- oder Sextfortschreitung und Sekund- oder Septfortschreitung. Die erste Variante ist die spannungsreichste, die Zweite etwas weniger und die Dritte noch weniger.

    Die Gesetzmäßigkeiten der Stimmführungsregeln ergeben sich nun aus den oben erwähnten Spannungsverhältnissen. Je größer die Spannung, desto größer die Auflösungstendenz und desto zwingender eine dem entsprechende Stimmführung.
    Um nun die eigentlichen Stimmführungsregeln zu verstehen, wäre es zunächst mal angebracht meinen Betrag #17 unter diesem Link https://www.musiker-board.de/vb/show...%F6sungstendenz oder auch den Beitrag #18 auf folgender Seite https://www.musiker-board.de/vb/show...%F6sungstendenz zu lesen.

    Zu Deiner 2. Frage, was meinte ich mit „harmonischer Sequenzierung“ kann ich Dir Folgendes sagen:
    Unter einer harmonischen / melodischen Sequenz verstehe ich, wenn man ein musikalisches Melodie- oder Harmoniefragment auf einer anderen Stufe wörtlich oder auch nur leicht verändert wiedergibt.

    Als Beispiel kann das Stück „Tune up“ von Miles Davis herangezogen werden. Dort bilden Takt 1 bis 4 mit Takt 5 bis 8 sowohl eine harmonische- als auch eine melodische Sequenz.

    CIAO
    CUDO
     
  6. DerDrache

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    Erstellt: 12.02.05   #6
    super danke!!!
    Find ich klasse, dass du dir zu jeder Frage, und ist sie noch so Anfängerhaft so viel Zeit nimmst :great:

    Aber eine Frage hab ich noch:
    Du erwähnst "Akkordfortschreitung"
    Was schreitet wohin?
    Schreitet der akkord ne terz höher, oder auf die terz, oder schreitet gar nicht der Akkord sondern eine Note (demnach wäre die Terzfortschreitung der Septakkord)?

    Danke schonmal

    Drache
     
  7. Cudo

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    Erstellt: 12.02.05   #7
    Hallo Drache,

    Zitat:
    Zitat von DerDrache
    Aber eine Frage hab ich noch:
    Du erwähnst "Akkordfortschreitung"
    Was schreitet wohin?




    Spricht man von einer Akkordfortschreitung, meint man das Hintereinanderreihen von Akkorden auf der Zeitachse.
    Zur Beurteilung einer Akkordfortschreitung sind 2 Punkte ausschlaggebend:


    1. Welche Intervalle bilden sich zwischen den Grundtönen der hintereinanderfolgenden Akkorde.

    Ein Beispiel dazu:

    | E-7 A7| D-7 Db7 | Cmaj7 |

    Von E nach A ist es eine Quint- bzw. Quartfortschreitung. Von A nach D ebenfalls. Von D nach Db ist es eine Sekundfortschreitung und von Db nach C auch.
    Die Qualitäten sind: Quint- Quartfortschreitung = starker Vorwärtsdrang, Sekundfortschreitung = schwacher Vorwärtsdrang.


    2. Die Qualitäten der einzelnen Akkordtypen, also ob ein Akkord ein Dominantseptakkord oder ein Maj7 oder Moll7 Akkordtyp ist, ist bei der Beurteilung einer Akkordfortschreitung auch noch wichtig.

    Beispiel:
    Ist bei einer Quintfortschreitung der erste Akkord eine Dominante, wird der sowieso schon vorhandene starke Vorwärtsdrang der Quintfortschreitung noch zusätzlich erhöht.

    CIAO
    CUDO
     
  8. DerDrache

    DerDrache Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.05   #8
    ah danke.
    jetzt hab ichs verstanden.
    :great:
     
  9. Plainshift

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    Erstellt: 12.02.05   #9
    Ich an deiner Stelle würde versuchen, erstmal gut improvisieren zu lernen beim Singen. Wenn du das kannst, kommen dir auch selbst musikalische Ideen, ob frei aus dem Kopf oder nach dem Hören bestimmter Akkordmuster.
    Allgemein muss man aber sagen:
    Mit Ausnahme echt genialer Akkordfolgen sind Melodien, die nach der Begleitung für sie entstanden sind, meist recht langweilig. :D
     
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