Gesangstechnik auf Sprechstimme ĂŒbertragen

saxycb
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UrsprĂŒnglich habe ich ja mit Stimmbildung begonnen, weil ich lernen wollte, meiner Sprechstimme (fĂŒr VortrĂ€ge/PrĂ€sentationen) mehr Kraft zu verleihen. - Ich spreche recht leise, leider...

Beim Singen bin ich "die, die so laut singt". :D Scheinbar aktiviere ich da alle Ressonanzen, die ich habe, inklusive linke kleine Zehenspitze oder so :rolleyes:
Also - ich versuche ja nicht wirklich laut zu singen. Aber ein gesungener Ton kommt bei mir automatisch sehr gewichtig und voll.

Wenn ich spreche u. dann einen Ton singe ist das ungefÀhr so: ooo - OOO.

Gestern nach eine PrÀsentation habe ich wieder das Feedback bekommen: So gut und lebendig - aber sooooo leise. Die Stimme passt zum Rest gar nicht dazu, was ich mache.
Dabei habe ich mir extra vorgenommen, laut zu sprechen. Und ich hab gleich nach der Einleitung ein kleines Zeichen erhalten, ich solle doch lauter... Und ich hab mich zusammengerissen. Aber trotzdem...

Sprechen u. Singen sind noch am NÀhesten beieinander (von Klang und LautstÀrke her), wenn ich versuche beim Singen mit der Kopfstimme möglichst weit runterzukommen, bzw. wenn ich beim runter zwar eigentlich schon im Mischbereich bin, aber die Kopfstimme stark drinnen ist und viel Luft auch.

Hat jemand einen Tipp parat, wie man es schaffen kann, die Technik vom Gesang auf das Sprechen zu ĂŒbertragen? Oder ist das reine Kopfsache? Oder ist es so schwer, das Sprechen umzustellen, weil man das eben doch schon seit Jahrzehnten (gleich) macht?!

Hmmm... sonst muss ich meine PrÀsentationen irgendwann noch vorsingen :screwy:, wenn mich beim Sprechen keiner hört. ;)

LG saxycb
 
Eigenschaft
 
SĂ€nger, die bereits eingesungen sind, dann aber noch vor dem Auftritt ein kurzes Interview geben mĂŒssen, reden oft schon mit Vordersitz (Maskenresonanz), damit sie den Stimmsitz wĂ€hrend des Interviews nicht verlieren und nachher gleich loslegen können...

Sieh dir dazu vielleicht dieses Video an: http://www.youtube.com/watch?v=ST_NBgJqlyA

Ich denke, dass dir eine Àhnliche Herangehensweise bei deinem Problem helfen sollte.
 
Hallo, saxycb,

vielleicht wirklich mal ein paar Einsingpbungen vor einer PrĂ€sentation - auch wenn's nur kurz ist. Dann ist das KörpergefĂŒhl fĂŒr die "Maske" wieder aktiviert. Dein Problem ist mir nicht unbekannt ;) - mir ist aufgefallen, daß ich, wenn ich samstags und sonntags Probenwochenende hatte, am Montag stundenlange Besprechungen erstens mit durchsetzungsfĂ€higerer Stimme absolviere und zweitens das Ganze mich stimmlich auch nicht so "kaputtmacht". Im Gegensatz zu stimmlich "unvorbereiteten" Konferenzen.
Als ich das vor lĂ€ngerer Zeit festgestellt habe, habe ich versucht, fĂŒr mich ein Bild zu entwickeln, an das ich denken kann und das mir gleich den Stimmsitz aktiviert. Bei mir klappt es damit mittlerweile recht gut.

Viele GrĂŒĂŸe
Klaus
 
Also - ich versuche ja nicht wirklich laut zu singen. Aber ein gesungener Ton kommt bei mir automatisch sehr gewichtig und voll.
Das koennte der Trick sein, der Dir hilft, lauter zu praesentieren.
Dabei habe ich mir extra vorgenommen, laut zu sprechen. Und ich hab gleich nach der Einleitung ein kleines Zeichen erhalten, ich solle doch lauter... Und ich hab mich zusammengerissen. Aber trotzdem...
Manchmal kann das kontraproduktiv sein, das vornehmen mein ich. Bei mir geht es jedenfalls dann mit Sicherheit in die Hose :)
Hat jemand einen Tipp parat, wie man es schaffen kann, die Technik vom Gesang auf das Sprechen zu ĂŒbertragen? Oder ist das reine Kopfsache? Oder ist es so schwer, das Sprechen umzustellen, weil man das eben doch schon seit Jahrzehnten (gleich) macht?!
Ich denke, vieles ist Kopfsache. Wenn ich unbedingt verstanden werden will, geht inzwischen die Stimme "von alleine" in Resonanz, und zwar so, wie ich es eigentlich singen sollte (meinte Hans mal zu mir, als ich telefonierte neben ihm - ich hatte wohl meinen Kids was zu sagen :redface: - "Mit der Resonanz solltest singen" :) )
Hmmm... sonst muss ich meine PrÀsentationen irgendwann noch vorsingen :screwy:, wenn mich beim Sprechen keiner hört. ;)
Aber hey, die Idee find ich nicht die duemmste aller :) Vielleicht waer das der Weg - daheim im stillen Kaemmerlein singend ueben und versuchen, dieses Gefuehl mitzunehmen - warum eigentlich nicht? Trockene, unverstaendliche Vortraege gibt es schon genug auf der Welt.
 
Hallo saxycb,
ich schließe mich Basselch an und wĂŒrde Dir den selben Tipp geben: mach vor dem Reden Dein normales Einsingprogramm !
Das sollte helfen, die Stimme in den richtigen Sitz zu bringen.
Eine Frage noch: kann es sein, dass Deine Sprechstimme zu tief ist bz. dass Du zu tief sprichst ? Das ist ĂŒbrigens gar nicht mal so selten.
schöne GrĂŒĂŸe
Bell
 
Hallo!

Danke fĂŒr die vielen Antworten. :)

@holyman:
Danke fĂŒr das Video von Samuel Ramey.
Ich habe mir jetzt noch zwei Interviews von ihm rausgesucht, damit ich auch höre, wie er spricht, wenn er nachher nicht gerade singen muss.
Ich finde, er hat schon von Haus aus einer eher sonore Stimme (beim Sprechen) u. im Vergleich höre ich dann bei dem Video, das Du gepostet hast, deutlich raus, dass er sich die Resonanz bzw. den Stimmsitz "einfach" nach vorne geholt hat.

Bei mir habe ich jedoch das GefĂŒhl, dass ich zig Einzelschritte machen muss, um von einem normal gesprochenen Wort zu einem Ă€hnlichen Resultat wie bei Ramey kommen wĂŒrde. Ich komm mir dabei vor, als wĂŒrde ich die Worte wie bei einem Rezitativ singen. Und das ist bei einer PrĂ€sentation ja peinlich :eek::redface:

@ Bassekch + Bell:
Das mit dem Einsingen vor einer PrÀsentation werd ich mal probieren. Bzw. ich werds mal zu Hause probieren, um zu sehen, was es bewirkt. :)
Bei PrĂ€sentationen gibts halt das Problem, das meist alles Schlag auf Schlag geht, einer nach dem anderen... u. dass da kurz vorm Vortrag keine Möglichkeit zum Einsingen bleibt. Aber ich könnt beim nĂ€chsten Mal ja eine kleine Rauchpause fĂŒr die Raucher vorschlagen u. mich dabei abseilen u. ein wenig trĂ€llern...;)

@ moniaqua:
Also das mit dem "dabei will ich ja gar nicht laut singen" ist so eine Sache...
Also: ich singe laut u. kann nicht leise und ich spreche leise und kann nicht laut (bzw. nur unter höchster Anstrengung). :screwy:

kann es sein, dass Deine Sprechstimme zu tief ist bz. dass Du zu tief sprichst ? Das ist ĂŒbrigens gar nicht mal so selten.
Hi Bell, da bin ich jetzt ehrlich gesagt ĂŒberfragt. Ich weiß nĂ€mlich nicht, in welcher Tonhöhe ich sprechen sollte, damit es "normal" wĂ€re...
Hab mir selbst jetzt ein bisschen was erzÀhlt :rolleyes: u. am Klavier kontrolliert. Die Sprachmelodie bewegt sich dabei so zwischen kleinem g und c'. Meine Indifferenzlage liegt - je nach Tagesverfassung - beim kleinen as bzw. beim kleinen a.
Ist das jetzt zu tief?!?

Aber liegt das nicht auch an der Sprache? Das kleines g bis c' bezieht sich auf Deutsch. Im Englischen werd ich automatisch höher mit der Stimme...

LG saxycb
 
@holyman:
Bei mir habe ich jedoch das GefĂŒhl, dass ich zig Einzelschritte machen muss, um von einem normal gesprochenen Wort zu einem Ă€hnlichen Resultat wie bei Ramey kommen wĂŒrde. Ich komm mir dabei vor, als wĂŒrde ich die Worte wie bei einem Rezitativ singen. Und das ist bei einer PrĂ€sentation ja peinlich :eek::redface:
Also Ramey zĂ€hlt ja zu den ganz großen in seinem Fach (er ist auch sowas, wie mein großes Idol). NatĂŒrlich hört es sich bei ihm leichter an, und natĂŒrlich muß unser unwĂŒrdiger Eins noch jeden kleinen Einzelschritt bedenken... leider :(
Ich denk, du wirst schon den richtigen Mix aus allen Tips hier finden :great:

Das mit dem Einsingen ist sicher keine schlechte Idee, aber ich halte es fĂŒr nicht praktikabel... Stell mir grad vor, wie das in meiner Firma ankĂ€me, wenn ich das tĂ€te... Da gĂ€be es eine Menge dummer Gesichter... Es wĂ€re das allein schon ungewöhnlich, doch ich bin noch dazu ein Bass... da wĂŒrden die WĂ€nde wackeln... huiuiui...

Zur Stimmtiefe: Soweit mir gelĂ€ufig ist, ist um das d' herum eine Lage, in der Frauen relativ angenehm reden und singen können... wenn es fĂŒr dich g oder a ist, scheinst du doch relativ tief zu sein. Kenn mich bei Frauen aber nicht so gut mit Singstimme und so weiter aus... :redface:
 
Zur Stimmtiefe: Soweit mir gelĂ€ufig ist, ist um das d' herum eine Lage, in der Frauen relativ angenehm reden und singen können... wenn es fĂŒr dich g oder a ist, scheinst du doch relativ tief zu sein. Kenn mich bei Frauen aber nicht so gut mit Singstimme und so weiter aus... :redface:
Also ich hab grad eben mein Stimmgeraet bemueht und ja, es ist zwar noch frueh am Morgen und ich bin heut auch tief, aber ich hab auch so zwischen g und c' bis d' gesprochen. Ich koennt natuerlich nicht sagen, ob ich hoeher werde, wenn ich in einem Praesentationsraum stehe oder die Kids mal wieder nicht hoeren wollen :rolleyes: Ich bin mir sehr sicher, dass ich ziemlich hoeher werde, wenn ich meinen Hund lob :)
Bei mir habe ich jedoch das GefĂŒhl, dass ich zig Einzelschritte machen muss, um von einem normal gesprochenen Wort zu einem Ă€hnlichen Resultat wie bei Ramey kommen wĂŒrde. Ich komm mir dabei vor, als wĂŒrde ich die Worte wie bei einem Rezitativ singen. Und das ist bei einer PrĂ€sentation ja peinlich :eek::redface:
Ja, wie holyman schon sagte - unserein Unwuerdige muessen das so machen :redface: Aber, die gute Nachricht - nach jahrelanger Stimmbildung geht das immer schneller und immer automatischer. Jedenfalls bei mir ist das so eine Wechselwirkung - das eine beeinflusst das andere und vice versa. Hmm, wer war das mal, wer da sagte, Stimmbildung aendere auch die ganze Persoenlichkeit? Bell? Da ist was dran :)
Antipasti, huhuuuu, das solltest eigentlich in die Gesangsunterricht ja/nein-FAQ aufnehmen, dass Stimmbildung weitreichende persoenliche Folgen haben kann (bei mir zum positiven)
@ moniaqua:
Also das mit dem "dabei will ich ja gar nicht laut singen" ist so eine Sache...
Also: ich singe laut u. kann nicht leise und ich spreche leise und kann nicht laut (bzw. nur unter höchster Anstrengung). :screwy:
Jaja, das ich spreche leise und kann nicht laut kenne ich, von frueher her (und auch heut noch manchmal). Ich singe laut und kann nicht leise ist mir allerdings weniger gelaeufig. Ich glaub, bei mir ist das eher parallel verlaufen. Aber gut fuer Dich, dann musste jetzt "nur noch" das eine zum anderen uebertragen :) A bisserl Geduld brauchts dabei aber schon, von heut auf morgen geht das fuercht ich nicht wirklich.
Bei mir war's halt so, dass ich mir irgendwann gedacht hab, wenn ich nach den Kindern rufe oder so, warum sollt ich mir meine Stimme kaputtmachen, das mit der Resonanz muss doch beim Sprechen auch klappen. Und siehe da, wo ich mich frueher oft zwei oder dreimal wiederholt hab und das Gegenueber hat mich noch nicht verstanden, denk ich heut mal kurz an ne Singstunde und setz mehr Resonanz etc. ein.
Aber liegt das nicht auch an der Sprache? Das kleines g bis c' bezieht sich auf Deutsch. Im Englischen werd ich automatisch höher mit der Stimme...
Ist bei mir auch so. Und in Franzoesisch bei Dir auch, trau ich mich wetten :)
 
Die Sprachmelodie bewegt sich dabei so zwischen kleinem g und c'. Meine Indifferenzlage liegt - je nach Tagesverfassung - beim kleinen as bzw. beim kleinen a.
Ist das jetzt zu tief?!?

Ich werde es nachher, wenn ich mein Keyboard aufgebaut habe, mal austesten, aber mir kommt es zu tief vor.
Kann es sein, dass Du Dir durch die tiefe Sprechlage mehr AutoritĂ€t verschaffen willst, oder dass Du nicht zu "weiblich" klingen möchtest ? Dass Du bei PrĂ€sentationen nervös bist (unter Stress spricht fast jeder Mensch höher) und Deine Stimme sozusagen "in die Tiefe" drĂŒckst ? Es ist nĂ€mlich erstaunlich, was man mit seiner Stimme alles so anstellt, auch unbewusst.
In einer ungĂŒnstigen Sprechlage lassen sich die vorhandenen Resonanzen nicht optimal nutzen, und auch der Stimmsitz ist nicht optimal.
Sind aber alles nur Vermutungen, ich hab Dich ja nie gehört ! Was meint Dein/e GL zu dem Thema ?
schöne GrĂŒĂŸe
Bell
 
Hallo Bell,

also ich hab ja gestern zu Hause getestet - und da war ich nicht nervös. Ich denke, wenn ich nervös bin, gehe ich mit der Stimme eher rauf.
Dass ich mir mit einer tiefen Stimme mehr AutoritÀt verschaffen will?! - Also zumindest nicht bewusst.
Wenn ich so nachdenke, scheine ich aber im Alltag beim Sprechen eine eher weite Spanne an Stimmumfang zu benutzen. Ich bin ja prĂ€destiniert dafĂŒr ein "Hiii-iiihh" oder "Ba-baaa" in den Menge zu "singen" u. das definitiv weit höher als ein kleines g.

In diesem Zusammenhang ist mir aber eine Schululung zum aktiven Telefonieren wieder eingefallen (ein Wahnsinn, welche Schulung man da so macht im Laufe eines Lebens). Und da war zB ein Punkt, dass man sich mit der Stimmhöhe an den anderen anpassen soll - um ihn leichter rumzukriegen.
Und da wurde mir nachgesagt, dass ich eine eher hohe Stimme beim Reden habe u. musste (bzw. hĂ€tte sollen ;)) beim Üben mit den anderen Kursteilnehmern runtergehen mit der Stimme.
Ich halte allerdings nicht viel von diesem Ansatz u. glaub daher nicht, dass ich mir dadurch vielleicht angewöhnt hÀtte, tiefer zu sprechen.

Mein GL hatte bislang nichts gegen die Sprechtonhöhe einzuwenden (hab ihn auch nie direkt danach gefragt, werde ich aber heute nachholen). Er meinte eben nur letztens, dass meine Art zu sprechen eben (wie oben beschrieben) mir sehr viel Luft ist u. so wie wenn ich versuche in tieferen Lagen noch die Kopfstimme zu singen.

Vielleicht sollt ich mal einen Sprechtest aufnehmen fĂŒr Euch.
WÀre jedenfalls nett, wenn Du mal bei Dir raushören könntest, in welcher Lage Du cirka sprichst. So als Vergleich. Danke :)
moniaqua scheint aber in Àhnlicher Lage zu sprechen wie ich... hmm...

LG saxycb
 
WÀre jedenfalls nett, wenn Du mal bei Dir raushören könntest, in welcher Lage Du cirka sprichst. So als Vergleich. Danke :)
Also das wuerd mich auch brennend interessieren.
moniaqua scheint aber in Àhnlicher Lage zu sprechen wie ich... hmm...
Und ich fuehl mich durchaus wohl dabei. Ich glaube nicht, dass ich ungesund tief spreche. Dass ich mir mit tiefer Stimme Autoritaet verschaffen will, koennt evtl sein - beim Hund ist es mit Sicherheit so, da mach ich das oft sogar bewusst :)
Aber, ich denk ich verwende auch einen relativ grossen Bereich von Tonumfang beim Sprechen, je nach Gegebenheit und Lage. Hmm. Interessantes Thema :)
 
An Hand eines Phonetogramms ist deine Sprechstimmlage relativ sicher abzulesen, weil es meist der 5. oder 6. Halbton ĂŒber dem tiefsten Ton ist den du singen kannst.
Es gibt auch andere Berechnungen, die das mögliche Gebiet der Sprechstimme berechnen.
Bei Frauen ist es hĂ€ufiger der Fall dass sie zu hoch sprechen, eher selten zu tief. Wenn Frau Volumen produzieren will geht die Sprechstimmlage meist nach oben, was zwar erst das GefĂŒhl gibt mehr Volumen zu produzieren aber letzten endes ist es doch ökonomischer um tief zu sprechen wenn man mehr Volumen braucht.
LG Julia
 
Ich habe frĂŒher zu tief, zu bruststimmig gesprochen. Das lag daran, dass ich (als kleiner, zierlicher Mensch) tough rĂŒberkommen wollte. Meine Gesangslehrerin hat mich darauf aufmerksam gemacht, ich selbst hĂ€tte es nie gemerkt, da es unbewusst war....
ich spreche (jetzt) ĂŒbrigens nicht völlig anders, nur leicht höher, aber mit viel mehr Kopfresonanz, und so um etwa dÂŽ herum.
EDIT: um dÂŽ herum mit Tendenz von meherern Halbtönen nach unten, es ist ganz verschieden, je nachdem, mit wem und worĂŒber ich spreche ;)
schöne GrĂŒĂŸe
Bell
 
Hallo Leute,

nachdem das mit dem "zu tief sprechen" jetzt im Raum stand, habe ich nun heute auch meinen GL befragt. Er sagte Folgendes:
"Wenn man Dich sprechen hört, wĂŒrde man Dich bestimmt nicht zu den hohen Stimmen zĂ€hlen. Aber wenn Du singst..."

Sein "Befund": eine zarte, tiefe Stimme beim Sprechen, eine starke, hohe Stimme beim Singen. Ich scheine unbewusst sprechen und singen zu trennen: Alltag versus Kunst.
Vermutlich wĂ€re es nicht einfach, die Alltags-Sprechstimme jetzt nach all den Jahren Sprechen umzuĂ€ndern. Die Frage ist auch, obs zielfĂŒhrend ist - es wird ja einen Grund haben, warum sich mein Sprechen so entwickelt hat...?!
FĂŒr PrĂ€sentationen, meinte mein GL, könnte ich versuchen umzustellen. Mir quasi eine Melodie vorstellen, in der ich Spreche (wie ein Rezitativ). Das war ja oben schon mal angesprochen. Allerdings eher scherzhaft ;) (zumindest hab ichs nicht so ernst genommen...)
Gleichzeitig meinte er aber - und ich glaube, da hat er Recht - wird es bei mir schwierig werden, weil die Umstellung eine riesige ist (ĂŒber die "Kluft" zwischen Sprechen u. Singen haben wir ja schon oft gesprochen). Bei vielen anderen ist der Unterschied zw Sprechen und Singen nicht so groß u da kann man dann daran arbeiten, zB den Sitz in die Maske holen (wie oben ja mehrmals angesprochen) - in vielen kleinen Schritten. Bei mir dauert ein Umstellen vermutlich sehr lange (wenns ĂŒberhaupt möglich ist).

Soweit aus unserem GesprÀch... Aber ich wills nicht unversucht lassen.

Am Nachhauseweg von der Gesangsstunde habe ich gleich mal ein bisschen herumprobiert. zB fĂŒrs Theater (ich denk da so an Faust) könnte ich sehr "theatralisch" (welch Wortspiel! ;)) laut und sonor (mit GesangsstĂŒtze) sprechen. Oder "Hereinspaziert, hereinspaziert in die Manege". Aber das wĂ€r wohl unpassend fĂŒr einen Firmenvortrag - zumindest wĂ€rs mir sehr peinlich...

Soviel mal das Update - auf Eure Kommentare gehe ich noch spÀter ein (vermutlich nicht mehr heute).

LG saxycb
 
Versuch dir bei der PrÀsentation einfach vorzustellen, die Leute im Raum wÀren schwerhörig! Kein Witz! Mir fÀllt immer wieder auf, dass man automatisch lauter, langsamer und deutlicher spricht, wenn ein betagter Mensch oder jemand mit einer Hörbehinderung etc. vor einem steht. Versuch es einfach.

Was dir auch helfen könnte ist, lies eine Geschichte oder einen Text aus der Zeitung laut vor. Nimm es auf und hör dir an, wie die Stimme rĂŒberkommt. Du kannst auch deine PrĂ€sentationen proben, aber nimm es auf. Du wirst viele Dinge hören/sehen, die dir dann auffallen. Vielleicht sprichst du auch zu schnell, nuschelst evtl. oder machst wenig Pausen etc. Übe es, wie das Singen. Ich singe ja z.B. immer beim Autofahren und ĂŒbe dort meine StĂŒcke. Üb du dort einfach das Reden!

Hast du schon mal daran gedacht ein Rhetorikkurs zu belegen? Wenn du hĂ€ufig mit PrĂ€sentationen zu tun hast, dann wĂŒrde dir das auch sehr helfen.
 
Am Nachhauseweg von der Gesangsstunde habe ich gleich mal ein bisschen herumprobiert. zB fĂŒrs Theater (ich denk da so an Faust) könnte ich sehr "theatralisch" (welch Wortspiel! ;)) laut und sonor (mit GesangsstĂŒtze) sprechen. Oder "Hereinspaziert, hereinspaziert in die Manege".

Ecco. Dann spielste einfach eine Rolle. Nein, nicht Faustine :) Du spielst Saxy, die einem Haufen Schwerhoeriger (danke Mos) was wichtiges sagt. Letztlich ist doch ne Praesentation nichts anderes als Theater :redface:
 
Rethorikkurse sind oft nicht gut. Jeder Scharlatan kann da als selbsternanter Coach rumturenen. Ich wĂŒrde es mal mit ein paar Stunden bei einem (ausgebildeten, staatlich geprĂŒften) Sprecherzieher probieren. Die Investition lohnt sich.
 
Hallo ihr lieben!
Ich hab auch einiges zur Erfahrung mit meiner Sprechstimme beizutragen.
Bei wir war regelmĂ€ĂŸig das Problem, dass ich bei Proben kaum sprechen wollte, bzw. es nur bedingt konnte, weil ich meinen Sprechstimme zu tief angesetzt habe - eben WEIL ich tief und mĂ€nnlich rĂŒberkommen wollte.
Das fĂŒhrte sogar soweit, dass ich meinen Spaß an Konversationen mit der Zeit verlor, weil sich mein Hals immer trocken anfĂŒhlte. Es war ne schlimme Zeit. Grund dafĂŒr war wahrscheinlich meine KehlkopfentzĂŒndung im April 2006. Dort hielt ich 4 Wochen Stimmruhe und meine stimme war damit auch recht schwach. Dazu kam der falsche Stimmsitz und somit fĂŒr mich auch die Probleme...

Mich hatte darauf eine MitschĂŒlerin oder auch Kollegin aufmerksam gemacht, die Ă€hnliche Probleme wie ich hatte. Sie begab sich hingegen in LogopĂ€dische Behandlung, welche ihr wirklich viel nĂŒtzte. Sie zeigte mir eine Übung, die fĂŒr mich und meine Stimme eigentlich das ganze Weltbild umdrehte: Ich sollte einfach "jia" ganz nasal erklingen lassen. Wenn man ungefĂ€hr beim "je" also zwischen dem "j" und dem "i" ist, muss man die Vibration in der Nase spĂŒren.

So na klasse... nun wusste ich damals zwar den richtigen sitz meiner Stimme, konnte diesen jedoch auf meine Sprechstimme nciht anwenden. Problem war bei mir einfach nur, dass ich Angst hatte, mich immer so nasal anzuhören, sobald ich die neue Sprechtechnik genutzt habe.
Um mich doch zu ĂŒberwinden hab ich mir einfach eines Morgens gesagt: Du sprichst heute mehr oder weniger nasal, ganz egal, was die anderen darĂŒber denken oder sagen.

Und so verging der Tag... ohne Kommentare oder Ă€hnliches. Ich merkte nur eins: Nach Monaten fĂŒhlte ich meien stimme endlich wieder, also ich spĂŒrte sie als einen Muskel, der sich trainieren lĂ€sst!

Seit diesem Tag sind jetzt 3 Monate vergangen und meine Stimme ist so stark, wie sie vorher nie war. wenn ich mich unterhalte wirkt es fĂŒr mich fast schon wie ein einsingen und ich merke, wie gut sich meine Stimme anfĂŒhlt, wenn ich mich lĂ€nger unterhalten habe! Ich kann von der Stelle an singen und auch morgens tut mein Hals nciht mehr weh wie frĂŒher! Ich kann mich auch wĂ€hrend der Probe unterhalten und auch so hat die ganze neue Sprechtechnik mir meine Freude an Unterhaltungen im alltĂ€glichen Leben wiedergegeben. Ihr glaubt gar nicht was das fĂŒr ein Geschenk fĂŒr mich war!

Der nasal Touch ist auch weg und ich habe das GefĂŒhl, dass mein Stimme viel mĂ€nnlicher und kraftvoller wirkt als sie es in der ehemaligen "Grummellage" je gewesen ist :).

So und nun sitze ich hier schreibe diese Zeilen, und hoffe irgendjemanden davon einen Ratschlag geben zu können und sich der Leser und die Leserin bewusst wird, dass eine gute Verbindung zwischen Sprech- und Gesangsstimme unabdingbar fĂŒr eine dauerhaft gesunde und stabile Stimme ist!

Ich hoffe euch damit Mut gemacht zu haben!

Beste GrĂŒĂŸe, le Julien
 
Hallo JulienM,

Danke fĂŒr Deinen Beitrag - ist wirklich sehr interessant. Hab viel drĂŒber nachgedacht :)

Das von Dir erwĂ€hnte "jia" geht - so wie ich mir das Vorstelle - ohnehin in Richtung dieser ng-Übung, welche die meisten von uns ja ohnehin ĂŒben.

@alle:
Seit ich weiß, dass ich tief spreche, kommts mir noch tiefer vor...
Da ich jetzt weiß, das ich herumprobieren muss habe ich die - ohnehin schon in der Luft gelegene - Herausforderung angenommen, fĂŒr einen barrierefreien Lehrgang mit Online-Elementen die HĂ€lfte der Audioaufnahmen zu machen, sprich die PrĂ€sentationen zu sprechen und aufzunehmen. Ich hoffe, dass ich dabei - da ich die Aufnahmen ja zu Hause machen kann - die Sache relaxter angehe und dass ich dabei auch ein bisschen ausprobieren kann, was meine Stimme so macht. Bin mal gespannt.
Viel Arbeit ist es allemal, aber wenns was bringt... :)

LG saxycb
 

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