Gesangsunterricht bei einer Frau?

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hi,
also ich bekomme ab nächstem Jahr Gesangsunterricht an der Musikschule bei einer Frau (klassische Ausbildung). Ein Kumpel von mir, der in einer (Rock-)Band singt und Tenor ist, hatt bis jetzt bei der selben Lehrerin über 3 Jahre Unterricht. Das Klassische kann man nicht raushören.
Allerdings hab ich eine sehr tiefe Stimme (bin Bass). Da wäre es doch besser, bei einem Mann unterrichtet zu werden, allerdings hat die Musikschule nur eine weibliche Gesangslehrerin und hier in der Gegend werde ich 100%ig keinen Mann finden, der mich professionell unterrichtet.

Denkt ihr, dass ich auch bei einer weiblichen Gesangslehrerin Erfolg haben werde? Schließlich habe ich eine sehr tiefe Stimme. Naja, und ich möchte Rock singen, aber ich denke da es bei meinem Kumpel auch mit einer klassischen Ausbildung ging, wird es bei mir auch gehen... oder?
 
Eigenschaft
 
Du sollst ja deine lehrerin nicht nachahmen, sondern ihre (hoffentlich) guten ratschläge annehmen und an dir arbeiten lassen. Frauen haben manchmal ein feineres empfinden, was männern guttut.
 
Hallo,

ich halte es für nebensächlich, ob Dich eine Lehrerin oder ein Lehrer unterrichtet. Es kommt auf die Erfahrung und das Einfühlungsvermögen an - und darauf, ob die Chemie zwischen Lehrer(in) und Schüler stimmt.
Meine Stimme liegt ebenfalls "im Keller" (Baß 2), und bisher hatte ich keineswegs das Gefühl, meine Gesangslehrerin könnte mir deshalb nicht das Richtige vermitteln. Das einzig mögliche Problem dürfte ggfs. in Deiner Stimme liegen - wenn Du als Baß Rock singen willst, hast Du ein Problem. Mit "höherer" Lage ist man da bessergestellt. Singst Du im typischen Baßambitus, konkurrierst Du mit der Baßgitarre und der linken Hand des Keyboards und die Durchsetzungsfähigkeit leidet. Den klassischen Ansatz in die Rockmusik 'rüberzubringen ist sicherlich auch nicht der Idealfall. Grundsätzlich hilft Dir der Unterricht aber auch weiter, weil Du Deine Stimme immer weiter schulst. Wenn Deine Lehrerin offen gegenüber anderen Stilrichtungen neben der Klassik ist, kannst Du ja auch mal das eine oder andere "moderne" Stück mit ihr erarbeiten.
Meine eigene Erfahrung: Nebst Klassik singe ich auch schonmal Jazz und wage mich auch gelegentlich mal in den Rock-Bereich (muß aber hier sehr genau schauen, was geht). Die Technik, die ich im (klassischen) Unterricht gelernt habe, hilft mir dabei auch. Aber den kellerschwarzen Sarastro sollte man im populären Bereich besser eingepackt lassen :)
Ansonsten: Sing on...

Viele Grüße
Klaus
 
Also ich singe eigentlich nie so tief "wie ich kann" oder wie ich spreche, ich singe eigentlich im "normalen" Rock-Bereich (weiß net wie ich es sagen soll, lol). Als Beispiel - in der Band spielen wir Sachen wie HIM - "Wicked Game" oder "Join Me" oder System Of A Down - "Roulette". Solche Sachen sitzen bei mir, und die Lieder sind ja nicht gerade so supertief ^^
 
Ich bin Mezzo (oder so) und mein Lehrer ist Bass. Geht wunderbar. Schliesslich muss er hoeren und korrigieren, und die Demos, die er singt, die oktavier ich mir halt, das geht automatisch.
 
Hi D.L. Styles!

Es kommt nicht drauf an, welche Stimmlage Gesangpädagoge hat, sonder wie gut er/sie Dir rüberbringen kann, worauf es bei Dir ankommt u. Dich auch das auch umzusetzen.
Und wie schon mal angesprochen wurde: Du sollt ja den Lehrer (die Lehrerin) nicht nachahmen.

Bei mir läufts in umgekehrter Richtung als bei Dir - mein Lehrer ist Bass-Bariton und meine Stimme ist bei den hohen angesiedelt. Weitergekommen bin ich auch in dieser Konstellation.

Was Klassik/Pop-Rock anbelangt: Die Grundlagen der Technik sind gleich/ähnlich und daher machts - zumindest für den Anfang - keinen Unterschied.
Du kannst ja gleich mal vorweg klarstellen, in welche Richtung Du später gehen willst. Ein guter Lehrer kann sich darauf einstellen. Aber so ein kleiner Tipp am Rande: Bleib nicht von Anfang an stur auf Deiner Schiene - manchmal entwickeln sich neue, intressante Qualitäten in Deiner Stimme und Du findest Gefallen daran. (Wenn mir früher jemand gesagt hätte, dass ich probieren werde, etwas aus einem Musical zu singen, hätt ich die Augen verdreht...)

LG und viel Spaß beim Unterricht!
saxycb
 
ok, ich danke euch allen.

@saxycb: Ok, da hab ich wieder was dazugelernt. ^^ ich dachte Klassik- und Rock-Unterricht / Techniken würden sich grundlegend unterscheiden.
@moniaqua: wird bei mir wohl auch so sein, dass ich dann meine Tonart nehme :)
 
Ich werde ab September auch Gesangsunterricht an der nächsten Musikschule nehmen. Diese Schule hat auch nur eine Gesangslehrerin. Ich glaube aber, dass es wirklich egal ist, ob jetzt ein männlicher Schüler eine Lehrerin oder einen Lehrer hat.

Mich interessiert der klassische Gesang eigentlich überhaupt nicht und ich hoffe, dass die Lehrerin das dann auch akzeptiert, dass ich im Rock- und Popbereich bleiben möchte! Muss eigentlich jeder/e Gesangslehrer/in Klassik unterrichten, weil bei den anderen Bereichen fast kein Material zum Lernen da ist? Oder denke ich da falsch?
 
Ganz egal ist es nicht, aber es gibt viele Faktoren, die viel wichtiger sind als das Geschlecht des Lehrers.

Zu Deiner Theorie über Lehrer: Andersrum wird ein Schuh draus. Die meisten Gesangslehrer haben klassischen Gesang studiert, weil man Jazz oder Pop noch nicht so lange studieren kann und bis heute nicht überall. Daher bringen sie eben das Werkzeug mit, das sie mal gelernt haben.

Für Gesangsunterricht braucht man ja kein Schulbuch (Gott bewahre!) und deshalb kann jeder Gesangslehrer mit allem Notenmaterial arbeiten, dass man ihm "vorwirft"
Sie wird Dir halt ggf. bei einem bestimmten Song sagen, dass sie den lieber später machen würde etc.
 
Ganz egal ist es nicht, aber es gibt viele Faktoren, die viel wichtiger sind als das Geschlecht des Lehrers.

Wann wird's denn interessant? Bzw in welchen Situationen sollten die Gesangslehrer gleichgeschlechtlich sein?
 
Wann wird's denn interessant? Bzw in welchen Situationen sollten die Gesangslehrer gleichgeschlechtlich sein?
Das ist keine Frage der Situation sondern dessen, wie der Lehrer erklären kann und der Schüler die Erklärungen aufnimmt.

Da Frauen und Männer ihre Stimmen etwas anders benutzen (z. B. sind fast alle Männer sind Natur-Belter) muss der Lehrer eben auch Techniken erklären können, die er/sie so nicht singt.

Es gibt Lehrer die können das ausgezeichnet, es gibt Lehrer die das weniger gut können. Es gibt Schüler, die mit den reinen Erklärungen sehr gut arbeiten können, es gibt Schüler die das weniger können.

Kurz: Je weniger gut das verbale Verständnis zwischen Lehrer und Schüler klappt, desto eher ist ein Lehrer des gleichen Geschlechts anzuraten.
Das hat aber meiner Ansicht nach nichts mit der Qualifikation sondern mit der Kommunikation zu tun.
 
Es gibt Lehrer die können das ausgezeichnet, es gibt Lehrer die das weniger gut können. Es gibt Schüler, die mit den reinen Erklärungen sehr gut arbeiten können, es gibt Schüler die das weniger können.

... und damit hast Du das Wesentliche sehr elegant und richtig ausgesprochen.

... der Erfolg eines Unterrichts liegt nicht so viel nur am Lehrer. Es gehören zwei dazu. Und bestimmte Vorraussetzungen. Dem einen kann man sagen: klapp Deinen Kehlkopf hoch - und er setzt das um, weil er weiss, wo seiin Kehlkopf liegt. Für den ist es egal, ob Mann oder Frau. Er muss nur gesagt bekommen, was er zu tun hat. Der andere kann das nur über den Klang, das Gefühl. Und da es bei einem anderen Geschlecht immer anders klingt, wird er/sie es schwerer haben, dies umzusetzen.
 
Das ist keine Frage der Situation sondern dessen, wie der Lehrer erklären kann und der Schüler die Erklärungen aufnimmt.

Ah, ok. Wenn ich das richtig interpretiere meinst Du ueberspitzt gesagt, wenn der Lehrer ned erklaeren kann oder der Schueler ned verstehen, muss es ueber nachmachen gehen, und dann ist aehnliche Stimme besser?

antipasti schrieb:
... der Erfolg eines Unterrichts liegt nicht so viel nur am Lehrer. Es gehören zwei dazu.

Unterschreib. Die Chemie muss stimmen.
 
Ah, ok. Wenn ich das richtig interpretiere meinst Du ueberspitzt gesagt, wenn der Lehrer ned erklaeren kann oder der Schueler ned verstehen, muss es ueber nachmachen gehen, und dann ist aehnliche Stimme besser?

Überspitzt ja.

Wenn man die Sprache des anderen nicht versteht, geht's über Nachmachen leichter.
 
also hab ich das ganze jetzt so verstanden mit dem Rock/Pop-Klassik-"Konflikt"... die Techniken, die ich lernen werde, werden mir halt allgemein weiterhelfen und ich werde sie halt auch bei den Sachen die wir in der Band spielen (SOAD, HIM, Green Day usw.) "anwenden" können, und das Wichtigste erstmal die Chemie zwischen mir und der Lehrkraft ist.
Wenn ich erfahrener bin, möchte ich mich auch mit dem Screamen beschäftigen (tu ich jetzt schon mit der Zen Of Screaming DVD und so, dabei sollte ich es für jetzt wohl erstmal lassen, lol). Wird dies irgendwie in Konflikt mit meinem "normalen" Unterricht(sgesang) geraten?
 
Stimmt. Die Techniken, die Du lernst werden Dir auf jeden Fall weiterhelfen. Wenn Du der Lehrerin sagst, dass Du in die Pop/Rock-Richtung willst, wird sie die Resonanzen und Übungen sicher auch etwas anpassen.

Das Screamen wird nicht zwangsweise in Konflikt mit Deinem Unterricht geraten... Es hängt halt davon ab, woran ihr arbeitet. Es mag Phasen geben, wo das doch Falsettbetonte Screaming nicht so reinpasst und Phasen, wo ihr eh am Falsett arbeitet.
 

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