Geschichte der Firma/Marke ZeroSette?

von dostl_ba, 28.06.18.

  1. dostl_ba

    dostl_ba Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.06.18   #1
    Hallo,

    wer kann etwas zur Geschichte (und natürlich Qualität der Instrumente über die Zeit) der Firma Zero Sette erzählen?

    In einem Beitrag über Giulietti steht ein bisschen was, aber die Experten hier wissen sicher noch mehr.

    Ich kannte die garnicht und lerne gerade, dass das eine alte etablierte Firma/Marke aus Castelfidardo ist... aber was steckt drin?

    VG, der Dostl ;-)
     
  2. dallamè

    dallamè Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.06.18   #2
    Ich kenne nur die Anekdote um den Namen: mit Nichts in den Händen starteten einst sieben Akkordeonbauer = ZeroSette.

    @dostl_ba War das deine Quelle? http://giuliettiusa.com/
     
  3. dostl_ba

    dostl_ba Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.06.18   #3
    Nee, ein Thema hier im Forum. Hatte nach ZeroSette gesucht, aber fast nichts gefunden...
     
  4. Telefontango

    Telefontango Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #4
    Hallo Dostl,
    vielleicht kann ich Dir mit ein paar Informationen über ZeroSette dienen. Ich habe mir vor einiger Zeit ein gebrauchtes grösseres ZeroSette Knopfakkordeon gekauft und wusste darüber zunächst eigentlich nix. Aber es hat einen schönen Klang, die Mechanik wirkte sehr präzise und mit einem Italiener, dachte ich kann man nicht so viel falsch machen.
    Weil das Wachs und die Ventile bei dem ca. 35jährigen Instrument nicht mehr so gut waren, ging ich zu einer größeren Akkordeon-Werkstatt.
    Als sie es geöffnet hatten, kamen gleich mehrere Werkstatt-Leute, schauten kurz rein und meinten: "Ein Giulietti !"
    Mittlerweile weiss ich, dass es ein richtig gutes Profi-Instrument ist, mit "Binci" a-mano Stimmen und einer sehr guten Technik / Verarbeitung.

    Die Anekdote von dalammè stimmt: Sieben Leute aus Castelfidardo haben sich 1946 zusammengetan, mit dem Anspruch die besten Akkordeons zu bauen und sie fingen bei "0" an.
    Der berühmte Akkodeon Bauer und -Entwickler Giulio Giulietti der in den USA sehr gefragte Akkordeons in Kleinserien baute, kannte die Zerosette- Leute schon früher, als er nach zwei Jahren "Zerosette" ihre Ergebnisse sah, traute er ihnen zu, dass sie für ihn Akkordons nach seinen sehr hohen Qualitätsmaßstäben bauen könnten. Die Nachfrage nach seinen Instrumenten übertraf bei Weitem seine eigenen Fertigungsmöglichkeiten.
    Bis zu Giuliettis Tod 1996 entwickelte sich eine sehr enge Zusammenarbeit. Julio Gulietti entwickelte und überwachte seine hohe Qualität-Standards (in den USA gelten Gulietti Instrumente als "Rolls-Royce" des Akkordeons), Zerosette konnte die handwerkliche Leistungsfähigkeit beisteuern.
    Die Akkordeons aus dieser Zeit weisen sehr durchdachte Konstruktionen und hochwertige Materialien auf (zB. Edelholz-Stimmstöcke)
    Bei meinem 35jährigen viel gespielten Instrument sind die Filze/Leder im Diskant mittlerweile etwas fester, aber die Mechanik spielt sich "wie neu".

    Die Zerosette Instrumente (für den europäischen Markt) wurden in der Regel baugleich mit den amerikanischen "Giuliettis" gebaut. So entspricht zB. mein Zerosette B30c bis auf das andere Verdeck dem Giulietti 127.

    Mit dem Tod von Julio Gulietti und dem Ausscheiden der Gründer-Generation von "ZeroSette" um Guido Guidobaldi (Jg. 1922) ist es etwas stiller
    um die Firma geworden. Sie bauen immer noch gute Instrumente ( "ZeroSette" und "Giulietti" ) nun zusammen unter einem Dach mit Bugari und die formal wohl noch eigenständigen Firmen nutzen Synergie-Effekte. Wer sich die aktuellen Webseiten von Bugari und Zerosette ansieht merkt leider, dass bei Zerosette (im Gegensatz zu Bugari) nicht mehr so viel Dampf dahinter zu stecken scheint wie unter der Gründer-Generation zu Giuliettis Zeiten.

    Wer etwas über den "Mythos Giulietti" lesen will, dem sei das (englischprachige) Buch "The Giulietti Sound" von Sander Neijnens sehr empfohlen ! Hier kann man viel über die Geschichte von Giulietti / Zerosette erfahren, dabei ist eine CD mit Stücken verschiedener Künstler mit ihren Giulietti-Instrumenten (keine Schleichwerbung, bin mit Sander Neijnens weder verwandt noch verschwägert, fand einfach das Buch toll)
     
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  5. dostl_ba

    dostl_ba Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #5
    Ja, super. Genau so dachte ich mir das und passt ins Bild. Danke!

    Meine lokalen Quellen sagten, dass es auch familiäre Bande zwischen Giulietti und ZeroSette gab? Kann das jemand bestätigen?

    Habe Habe am WE eine B31 c 55 erstanden Baujahr ist unbekannt, aber sicher über 25 Jahre alt.

    Cassotto-Klang ist super. An die Mechanik muss ich mich noch gewöhnen. Vorallem links find ich es etwas schwergängig.

    Im M3 sind es links zwei Chöre, aber in der gleichen Lage. ist das normal?

    Und links am Luftknopf ist ein Schalter den ich nicht verstehe. Scheint den Klang zu verändern, aber ich verstehe nicht wie.

    Irgendwelche Akkordeonbauer die auf Giulietti/ZeroSette spezialisiert sind?

    VG Dostl_ba
     
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  6. Bernnt

    Bernnt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.07.18   #6
    Registrier mal M3 im Bass und mach den Schalter rein und raus. Wenn du oben auf den Grundbässen spielst, müsstest du hören, dass da mehr oder weniger Chöre klingen. Sollte es so sein, ist der Schalter eine Oktavkoppel.
     
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