Gibson Modelle - Liefertermine permanent verschoben

  • Ersteller banjogit
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Sollte man eigentlich mitbekommen haben, daß es weltweit und in so ziemlich allen Branchen und allen Bereichen Lieferschwierigkeiten gibt. Teilweise kommt die Produktion nicht hinterher, aber auch der Transport ist inzwischen ein enormes Problem. Es fehlt einfach an Frachtkapazitäten und auch da sind die Kosten deswegen gestiegen.
 
Was sich mir immer nicht erschließt ist warum dennoch immer wieder Liefertermine angekündigt werden.
Das es Engpässe in allen Branchen gibt ist bekannt. Dennoch weiß doch jeder Hersteller was er an fertigen Artikeln auf Lager hat, wie viele mit dem vorhanden Material noch gebaut werden können und könnte so seinen Kunden mitteilen wie viel überhaupt lieferbar sind bzw. in welchem Zeitraum.
Das man jetzt wegen Versandproblemen 1/2 oder 1 Jahr auf eine Gitarre warten muss halte ich für eine schwache Argumentation.
Das die Preise steigen, ja war abzusehen....bietet die Situation ja auch die beste Begründung dafür und ich bin mir sicher das die Preissteigerung nicht nur die weitergereichten Mehrkosten betragen. Das die Preise wieder fallen wenn die Situation sich dann mal wieder irgendwann normalisiert hat darf natürlich stark bezweifelt werden, immerhin hat sich der Kunde ja auch daran gewöhnt. (Nicht nur bei Gitarren und Co. sondern bei allen Dingen...auch oder gerade des täglichen Bedarfs)

Was ich aber im allgemeinen sehr ärgerlich finde ist, das man einen Artikel kaufen kann, diesen bezahlt, darauf hofft das die angegebenen Lieferzeiten (sagen wir mal 2 Monate) eingehalten werden und es sich dann immer weiter und weiter verzögert.
Das Geld ist erstmal weg unabhängig davon das man es bei Kaufrücktritt wieder bekommt. Steht es einem kurzfristig nicht zur Verfügung (falls man anderswo das findet was man sucht oder evtl. etwas unvorhergesehenes passiert und wichtigeres damit eben bezahlt werden muss.)
Da habe auch ich letztes Jahr die spannensten Sachen erlebt.
Es betrifft aber wirklich fast alle Marken, nicht nur Gibson und Fender.
Das stimmt. Mein Objekt der Begierde ist in den letzten 2 Jahren um 150€ im Preis gestiegen.....(die Gitarre kostet derzeit gaaanz knapp unter 1000€) und der nächste Preissprung wird wohl bald kommen.
und dem extremen Anstieg des Holzpreises seit nun fast einem Jahr ist es kein Wunder,
Ich würde jetzt auch gern mal wissen wollen wie hoch der Anteil des Holzes am Gesamtpreis überhaupt ist,gerade bei CS Modellen (also auch precorona). Wie viele Gitarren kann man aus einem m³ Holz bauen?
Gerade bei den hochpreisigen Gitarren dürfte doch die Masse die Arbeitsleistung sein. Und das ganze handselektierte und seit Jahren perfekt gelagerte Holz dürfte doch eine Weile reichen um die derzeitige Situation zumindest etwas zu puffern.
 
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Liefertermine werden immer angegeben, sonst ist sinnvolle Planung unmöglich. Ein Großteil der gesamten Konsumgüterindustrie und Produktionsketten beruht auf just-in-time Lieferung. Ware verkaufen, die man nicht auf Lager hat, gehört dazu. So schafft man es in Europa, die Straße bzw. den Transportweg als billigen Lagerraum zu nutzen.
Die Wertschöpfungskette unter Einbezug der Zulieferer, Produktionsstandorte, Fracht, Zölle, Speditionen etc ist nicht nur ein sehr komplexes sondern auch fragiles Konstrukt - und in Coronazeiten haben wir zum ersten Mal erlebt, wie fragil eigentlich.

Der Konsument und seine Erwartungen an die Verfügbarkeit von sogar den komplexesten Produkten aus Übersee trägt dazu bei. Niemand kauft eine Gitarre für tausende von Euro ohne Lieferdatum. Bei Verkauf von teuren Produkten ist es aber schlichtweg nicht möglich, ausschließlich ab Lager zu verkaufen. Das bindet dauerhaft viel zu viel Kapital und kostet zu viel (teure) Lagerkapazität. Der Handel erzeugt daher einen auf den Erfahrungswerten basierten Warenstrom und gibt Planungsdaten an, auf die er sich verlassen muss. Ist der Warenstrom dann gestört, kommt es zu Verschiebungen. Tough Cookie! Grosse Teile dieser Planung und des Verkaufs laufen übrigens automatisiert, da stellt sich nicht immer einer mit persönlicher Absicht hin und pflegt grinsend ein falsches Lieferdatum ein um mehr Kunden zu binden. Die Daten werden meist automatisch berechnet aufgrund der Kommunikation zwischen den Warenwirtschaftssystemen.

Meiner Ansicht nach ist das der Preis, den wir für Globalisierung zahlen müssen. Ohne diesen Ablauf würde es sich vermutlich kaum rechnen, tausende und abertausende von teuren Gitarren nach Deutschland zu importieren.

Jm2C
 
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Liefertermine werden immer angegeben, sonst ist sinnvolle Planung unmöglich.
Die Angabe von Lieferterminen für Waren die man noch nichtmal hergestellt hat und man weiß das man auf Material und Maschinenen warten muss ist schon Unsinn an sich.
Man könnte auch einfach "z.Z. nicht lieferbar" oder "auf Anfrage" vermerken.
Das dass gesamte System sehr fragil ist ist nachvolziehbar, dennoch habe ich den Eindruck das viele Hersteller (ganz allgemein) es sich da auch mit Corona sehr einfach machen, bzw. ist das meine pers. Erfahrung bei anderen Gütern.
Aber ALLE haben erstmal verkauft und Geld sehen wollen (teils vorher auch erstmal ein Angebot gemacht) um dann AUF Nachfrage nach Ablauf der angegebenen Lieferzeit einen mehrmals zu vertrösten.
 
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Die Angabe von Lieferterminen für Waren die man noch nichtmal hergestellt hat und man weiß das man auf Material und Maschinenen warten muss ist schon Unsinn an sich.
Unter normalen Bedingungen ist das kein Unsinn, sondern durchaus planbar. In der aktuellen Situation ist die Seriosität von Terminen allerdings durchaus fraglich.

dennoch habe ich den Eindruck das viele Hersteller (ganz allgemein) es sich da auch mit Corona sehr einfach machen, bzw. ist das meine pers. Erfahrung bei anderen Gütern.
Als jemand, der in der aktuellen Situation (Corona plus andere erschwerende Faktoren, die die Lieferketten gerade parallel beuteln) täglich mit vielenKollegen um jedes noch so banale Bauteil und Materiel kämpft, um irgendwie lieferfähig zu bleiben, anstatt neue Produkte zu entwicklen, sehe ich das ganz leicht anders. Auch die Darstellung der aktuellen Lage in den Medien ist leider oft falsch, inkompetent, weltfremd und hochnäsig.
 
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Was ich aber im allgemeinen sehr ärgerlich finde ist, das man einen Artikel kaufen kann, diesen bezahlt, darauf hofft das die angegebenen Lieferzeiten (sagen wir mal 2 Monate) eingehalten werden und es sich dann immer weiter und weiter verzögert.
Das Geld ist erstmal weg unabhängig davon das man es bei Kaufrücktritt wieder bekommt. Steht es einem kurzfristig nicht zur Verfügung (falls man anderswo das findet was man sucht oder evtl. etwas unvorhergesehenes passiert und wichtigeres damit eben bezahlt werden muss.)
Dafür hast du aber schon bezahlt - eine Preissteigerung wie jetzt z.B. bei Gibson dürfte dich dann nicht betreffen. Oder sehe ich das falsch?
 
Unter normalen Bedingungen ist das kein Unsinn, sondern durchaus planbar. In der aktuellen Situation ist die Seriosität von Terminen allerdings durchaus fraglich.
Von normalen Bedingungen rede ich ja auch nicht,da ist es natürlich planbar...hat ja jahrelang funktioniert.Aber es geht ja nun um die aktuelle Situation, und diese kam jetzt auch nicht sonderlich überraschend.
Als jemand, der in der aktuellen Situation (Corona plus andere erschwerende Faktoren, die die Lieferketten gerade parallel beuteln) täglich mit vielenKollegen um jedes noch so banale Bauteil und Materiel kämpft, um irgendwie lieferfähig zu bleiben, anstatt neue Produkte zu entwicklen, sehe ich das ganz leicht anders.
Ich sagte ja auch das es meine persönlichen Erfahrungen als Endkunde sind. Bei Nahezu allen Probleme wurde schlicht auf Corona verwiesen.
Was einzelne Mitarbeiter in einem UNternehmen alles tun um den laden am laufen zu halten und was nach außen hin kommuniziert wird,ob Aufträge angenommen werden die garnicht bearbeitet werden können usw.
sind auch immer zwei paar Schuhe.
Dafür hast du aber schon bezahlt - eine Preissteigerung wie jetzt z.B. bei Gibson dürfte dich dann nicht betreffen. Oder sehe ich das falsch?

Das ist sicher richtig, man könnte auch sagen "Haha, ich hab noch 150€ (rein fiktiv) weniger gezahlt". Aber das Geld ist halt dennoch erstmal weg....und ich weiß nicht wie das gehandhabt wird wenn der Hersteller seine Preise in der zwischenzeit anhebt.
Ob sich Händler dann einfach sagt " ist halt so, der Kunde hat sie zum Zeitpunkt X gekauft und dann zahlt er den alten Preis".
 
Ob sich Händler dann einfach sagt " ist halt so, der Kunde hat sie zum Zeitpunkt X gekauft und dann zahlt er den alten Preis".

Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Händler sagt, "Leider ist der Preis zwischenzeitlich um xy €uro gestiegen. Willst Du die Gitarre zu diesem neuen Preis trotzdem haben? Ansonsten wäre es auch okay, wenn Du vom Kaufvertrag zurücktrittst".
Dann hättest als Kunde die Wahl zwischen Pest und Cholera.
 
Grund: Typo
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Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Händler sagt, "Leider ist der Preis zwischenzeitlich um xy €uro gestiegen...
Ja, wenn sie das dürften würden die Händler das sicherlich machen ;)
Das ist ja meine Frage - ob es nicht so ist, dass du bei unveränderter Ware den bezahlten Preis bekommen musst...
Das wäre dann immerhin ein Vorteil des Bestellens bei Lieferengpässen.
 
Meiner Ansicht nach ist das der Preis, den wir für Globalisierung zahlen müssen. Ohne diesen Ablauf würde es sich vermutlich kaum rechnen, tausende und abertausende von teuren Gitarren nach Deutschland zu importieren.

Jm2C

Ich komme immer mehr zu der Überzeugung, das wäre nicht so schlimm.
 
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Ja, wenn sie das dürften würden die Händler das sicherlich machen
wenn man sich die Baubranche so anguckt, da darf man offensichtlich an der Preisschraube unermüdlich drehen.
Erst die Ware, dann das Geld ist auch kein Thema mehr, also schaut man sich an, was die Anbieter, eben auch im Gitarrenbereich, so treiben und ggf. ist man dann halt verärgert:engel:.
 
Aus gegebenem Anlass :evil:

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Ich warte auch bereits seit März 2021 auf einen bestellten Amp aus USA. Aktueller Liefertermin März 2022, also dann 12 Monate Wartedauer.
 
Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Händler sagt, "Leider ist der Preis zwischenzeitlich um xy €uro gestiegen. Willst Du die Gitarre zu diesem neuen Preis trotzdem haben? Ansonsten wäre es auch okay, wenn Du vom Kaufvertrag zurücktrittst".
Dann hättest als Kunde die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Hmm...gute Frage eigentlich. Nach meinem Verständnis ist mit der Bezahlung ein Kaufvertrag zustande gekommen, der den Händler auch dazu verpflichtet, die Ware zu liefern. Rein rechtlich muss er in diese Fall die Ware zu dem Preis anbieten und den Mehraufwand notfalls aus eigener Tasche begleichen. Die Rechtslage ist da meines Wissens nach eindeutig.
Aber wenn es von tiefergehendem Interesse ist, kann ich die Information gern nochmal von meiner Frau einholen, ihres Zeichens Anwältin.
 
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Ich denke es gibt auch eine rechtlich saubere Möglichkeit das auch er Verkäufer vom Vertrag zurücktreten kann unter bestimmten Voraussetzungen halt. Ob dem wirklich so ist wäre tatsächlich mal Interessant.
 
@Marschjus

Ist mir bei anderen Produkten schon öfters passiert.
Hatte bestellt und bezahlt, dann irgendwann eine Mail vom Verkäufer bekommen, der den Artikel nicht auf Lager hatte, dass seine Lieferung auf unbestimmte Zeit verschoben wurde, er gar nicht wisse, ob er überhaupt den Artikel noch rein bekommt und dass er deshalb die Bestellung storniert. Wurde da gar nicht gefragt, ob ich noch warten möchte oder nicht. Das Geld wurde auch zeitgleich zurücküberwiesen.

Ich habe mich jetzt aber auch nicht darüber schlau gemacht, ob das rechtlich so in Ordnung ist, sondern es einfach akzeptiert. :nix:
 
In aller Kürze: @MrPolli hat recht. Der Kaufvertrag ist geschlossen und zu erfüllen, ein Rücktrittsrecht ohne wichtigen Grund für den Verkäufer gibt`s nur, wenn er sich das im Vertrag vorbehalten hat.
Weigert er sich, zu diesem Preis zu liefern, dann darf der Käufer die Mehrkosten eines Kaufs bei einem Dritten in Rechnung stellen. Nennen die Juristen Schadensersatz wegen Nichterfüllung in Form des sog. großen Schadensersatzes. Vorher sollte er den ursprünglichen Verkäufer aber noch mindestens einmal, besser zweimal unter Fristsetzung zur Erfüllung auffordern und zwar nachweislich (Einwurfeinschreiben o.ä.).
 
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kann man sicherlich, ob es dann aber vor Gericht ausreicht ?
bin kein Jurist
 
@DirkS

Soll jetzt hier nicht Rechtsberatung ausarten (ist ja auch seitens des Boardbetreibers nicht erwünscht).

Ich bin mir sehr sicher, dass Verkäufer auch einen "Irrtum" geltend machen können, z.B. bei Preisfehlern, wenn Artikel viel zu günstig angeboten wurden (und sei es wegen "Fehler im System") und deshalb vom Kaufvertrag zurücktreten können. Das hatte ich auch schon mal bei einem Gitarrenamp, den ein Händler über Amazon wirklich sehr günstig angeboten hatte. Hatte den gekauft und auch bezahlt. Und dann mein Geld wieder zurückbekommen mit dem Hinweis, dass es da einen Fehler bei der Preis-Übermittlung gab.

Wäre dann ein ähnliches Prozedere nicht auch möglich, wenn der Verkäufer die Ware anbietet im guten Glauben, dass er sie zum angekündigten Liefertermin dann auch bekommt - und er aber vom Kaufvertrag zurücktritt, wenn sich herausstellt, dass die Lieferung erst wesentlich später oder gar nicht erfolgt?
Ich meine, was soll er denn dann machen? Er kann die Ware ja nicht herbeizaubern.
Und in meinem Laien-haften Verständnis geht es bei all den Regelungen ja primär darum, dass keiner benachteiligt wird, dh. wenn er dem Käufer das Geld innerhalb der angedachten Lieferzeit zurücküberweist, ist der Käufer doch nicht schlechter gestellt oder "geschädigt"?
 

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