Gitarre an PC anschließen - Elektrotechnik!

von dan4music, 16.12.04.

  1. dan4music

    dan4music Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.12.04   #1
    Moin,
    ich hab mir mal die Demo Version von Guitar Rig gezogen und irgendwie war ich nicht wirklich mit dem Sound zufrieden.

    Da hab ich mal ein wenig nach den Ursachen gesucht und bin dabei auf folgendes gestoßen:

    Eingangswiderstand der Soundkarte:
    Wie wohl jedem klar ist, kann dieser nicht unendlich hoch sein. Folglich fließt über diesen Widerstand ein Strom vom Humbucker nach Masse ab, was wiederum einen Spannungsabfall sprich Messfehler zur folgen hat (das Signal wird als schlecht/falsch abgetastet).

    Es folgt also: Sensorwiderstand (Humbucker) möglichst gering, Innenwiderstand Soundkarte möglichst groß. (um eine möglichst genau Abtastung zu erreichen)

    Jetzt das ganze mal in Zahlen.
    Fast jede Soundkarte hat am LineIn einen Einganswiderstand von 10kOhm und Mic meistens so 5kOhm. (also schon mal auf jeden fall LineIn nehmen)
    Meine Gitarre hat Neck PU 12kOhm, Bridge PU 15,8kOhm.

    Normalerweise sollte der Eingangswiderstand (R1) etwas 10mal höher als der Sensorwiderstand (R2) sein.

    Der Messfehler läßt sich jetzt wie folgt berechnen:
    Messfehler = R2 / (R1+R2) macht hier also bei 12kOhm schon 55% Fehler

    Also ich weiß ja nicht ob ich irgendwie blöd bin und mich irgendwo grob vertan hab, aber das ist doch total fürn arsch! Da ist es auch scheiß egal ob die Soundkarte nun 16 oder 24Bit hat oder ob man mit 44,8kHz oder 96kHz abtastet.

    Mein V-Amp2 hat z.B. nen Eingangswiderstand von 1MOhm ( macht 1,2% Fehler)

    Irgendwie scheinen die Leute von NI sich da aber sehr zurück zu halten.

    Mein Fazit: Ohne vorgeschalteten Impedanzwandler o.ä. z.B. V-Amp im bypass modus kann man das ganze doch total knicken.

    Bitte mal um comments. ;)
     
  2. guitargeorge

    guitargeorge Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.12.04   #2
    richtig!!!

    1. klingts nicht nur deswegen bescheiden, sondern auch wegen der tatsache, dass dir dann jegliches amp-modeling fehlt... die gitarre klingt mit sicherheit flach u. auf keinen fall warm u. dynamisch...

    2. der line-in is ja auch nicht dafür gedacht... der is dazu da, um signale, die über ein kabel von einem ausgangsübertrager kommen aufzunehmen... also grob gesagt von einem schon etw. verstärkten signal, schlimmstenfalls von nem impedanzwandler... eben von nem line-out... das ist einfach eine andere "schnittstellendefinition" die nicht zu einem gitarren-pu passt...

    und wenn würds wegen fehlendem amp(modelling) auch noch bescheiden klingen...

    ich müsst mal ausprobieren, wie folgendes klingt... hab mir für meine stratkopie eine vorverstärkerschaltung mit 25db midboost gemacht... die sitzt jetzt unterm pickguard u. sollte eigentlich das problem beheben... (vorverstärker 1 transistor, midboost differenzenverstärker gleichtaktstufe + "stromtreiber"-transistor :rolleyes: :D :rolleyes: )
    bin aber ziemlich sicher, dass es flach klingt...

    mfg guitargeorge
     
  3. DerOnkel

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    Erstellt: 17.12.04   #3
    Das "Flachklingen" resultiert aus der Dämpfung der Resonanz des Tonabnehmers Hier ein Bild:

    [​IMG]

    Es zeigt einen PU bei einer Belastung von 500kOhm (Blau) und 250kOhm (Rot). Die Lage und Ausprägung dieser Resonanz ist ein wesentliches Merkmal für die Charakteristik einer Gitarre.

    Bei der Belastung durch den Line-In treten zwei Effekte auf:


    1. Die Resonanz verschwindet vollständig (Grün).
    2. Es tritt eine Dämpfung auf, die sich aus dem Spannungsteilerverhältnis des PU-Widerstandes und des Eingangswiderstandes des Line-In ergibt (typ. 3 - 5 dB).
    Durch das Fehlen der Resonanz klingt das ganze dann ziemlich flach und ausdrucklos.

    Als weiterer Effekt ist zu nennen, daß der Line-In eine Hi-Fi-Bandbreite besitzt (typ. 20Hz - 20kHz oder mehr). Die Übertragung ist linear. Gitarrenverstärker arbeiten da ganz anders, denn sie formen den Klang um (sind also irgendwie auch ein Effektgerät).

    Damit eine Gitarre am Line-In einigermaßen brauchbar klingt, sollte also immer mindestens ein Vorverstärker mit hochohmigem Eingang (1MOhm) oder besser ein Multieffektgerät oder Modeler benutzt werden.

    Daß man Hi-Fi-Boxen mit einer Gitarre schnell ins Nirwana befördern kann, sollte bekannt sein. :eek:



    BTW: was bedeutet eigentlich "eine Gitarre klingt dynamisch"?


    Ulf
     
  4. Schwammkopf

    Schwammkopf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.12.04   #4
    hmm also ich hab das problem irgendwie nicht ...

    man kann dohc auch den aux eingang benutzen - das mach cih zumindest ... da klingt das durchaus brauchbar

    oke hab dohc kacke erzählt!!! das klingt unbrauchbar ; )
     
  5. AgentOrange

    AgentOrange Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 17.12.04   #5
    Wie funzt das eigentlich mit dem in den Rechner stöpseln?

    Stöpselt man dann die Gitarre in den V-amp oder POD o.ä und von da aus geht man dann in den Line-In vom Rechner? Muss man am Multi dann noch irgendwas einstelln?
     
  6. DerOnkel

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    Erstellt: 17.12.04   #6
    Wenn möglich sollte man dem Multi mitteilen, daß er jetzt an einer HiFi-Anlage arbeiten. Dann verbiegt er von sich aus etwas den Frequenzgang. Wenn ich an meinem GNX-2 eine 2*12 Box eingestellt habe klappt das so. Gehe ich dann wieder an meinem Amp, stelle ich die Ausgangssimulation von "Direct" auf "Cabinet 2*12" um.

    Wenn man so was nicht machen kann, probiert man am besten ein wenig mit der Klangeinstellung rum.

    Ulf
     
  7. guitargeorge

    guitargeorge Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.12.04   #7
    sorry... etwas schlecht u. vor allem irgendwie falsch ausgedrückt... ich als elektokik-kundiger müsst ja eigentlich wissen, dass das die falsche bezeichnung is...

    hab eigentlich nur den klang besser umschreiben wollen (also flach, usw) und nicht wirklich viel dabei gedacht... *hehe* :rolleyes:

    mfg guitargeorge
     
  8. Xy2oo4

    Xy2oo4 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.12.04   #8
    nur mal wieder am hochpushen, damit das thema nicht unter geht, intressiert mich nämlich auch mal super doll! :rolleyes:
     
  9. dan4music

    dan4music Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.12.04   #9
    Eigentlich ist ja schon alles gesagt. :p
    Das Bild von derOnkel zeigt es ja recht eindrucksvoll was da so passiert. ;)

    Mein Headset Mic. hat z.B. ne Impedanz von ca. 1kOhm und liegt damit dann genau um den Faktor 10 unter dem Eingangswiderstand.

    Was mich halt nur so wundert ist, dass NativeInstruments das komplett zu ignorieren scheint. Wenns nach denen geht stöpselt man das da einfach alles so ran und gut ist.
    Das war eigentlich der Ursprung meiner "Erregung".
    Frag mich nur ob die das wissen und eventuell einfach Softwaremäßig korrigieren oder ob denen das scheiß egal ist oder wie die sich das denken.
    Eigentlich haben die Produke von NI ja nicht sooo den schlechten Ruf.

    Vielleicht sollte ich noch nen paar mehr von solchen Threads aufmachen, gibt nämlich ne ganze Reihe von Sachen die mich ankotzen bzw. wo ich denke, dass die (unwissenden) "Musiker" verarscht werden. (Aber das ist jetzt ein wenig off topic ;) )

    Ergänzung:
    Es ging mir ursprünglich nicht um das Moddeling, sondern darum das Signal erstmal vernüftig in den PC zu bekommen. Moddeling soll GuitarRig dann ja machen :p
     
  10. Larson

    Larson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.12.04   #10
  11. Qudeid

    Qudeid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.12.04   #11
    Ja, genau die Erfahrungen hab ich auch schon gemacht!
    Auch bei der tollen Audigy2 sz...

    Naja, aber vom Engl Preamp gibts auch ein Line-Out für in PC, bzw. Mixer. Und das klingt dann auch über Pc anständig, oder man machts eben Standard:

    Micro vorm Amp... Ist meiner Erfahrung nach noch eine der besten Möglichkeiten, die Gitarre gut aufzunehmen, bzw. Über den PC zu spielen...

    (Multi FXe gehen natürlich auch;))

    @Vorposter: LOL, Mein Winamp zeigt mir nur bässe an, und die mitten sind da total verschluckt würd ich sagen.
     
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