[Gitarre] - Chevy Les Paul Custom

von helga_tokai, 22.10.06.

  1. helga_tokai

    helga_tokai Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.06   #1
    Hi,
    habe gestern meinen letzten Ebay-Erwerb bekommen. Es handelt sich um eine Chevy Les Paul Custom.

    Beschreibung:
    Leider weiss ich nicht wirklich viel über die Gitarre an sich, weil man im Internet nicht viel findet. Es ist keine Seriennummer vorhanden und der Vorbesitzer hat zum Baujahr keine Angaben gemacht. Schätze mal Ende 80er, Anfang 90er. Die Korpusform ist zu 99% identisch mit meiner Tokai und auch die Kopfplatte ist dem Original 1:1 nachempfunden. Ich glaube, dass lediglich der Toggleswitch ein ganz klein wenig aus der Richtung ist. Potianordnung ist mit der Tokai identisch. Zum Holz kann ich sagen, dass der Hals und Body aus Mahagony sind und der Body über keine Ahorndecke verfügt (Habe dafür in der Pickupfräsung ein wenig Lack abgekratzt). Durch einen Lackabplatzer am Kopf ist gut zu erkennen, dass es sich auch beim Hals um Mahagony handelt. Dieser soll laut Vorbesitzer 1-teilig sein, was ich bisher nicht wirklich glauben mag. Wäre natürlich nicht enttäuscht, wenn es so wäre, aber bei schwarzem Lack ist es natürlich nicht zu erkennen, auch kein Lichtbruch im Lack. Das Gewicht beträgt 4,1kg. Wie auf dem Bild zusehen, hat sie einen Long Neck Tenon. In Verbindung mit dem Alu Tailpiece ist es das reinste Sustainmonster. Die Gesamte Hardware ist von Gotoh, die Tuner von Grover. Die Bolzen der Bridge sind wie beim Original direkt ins Holz gedreht, was mir wegen der Treue zum Original sehr gut gefällt. Die Bridge ansich ist jedoch eher eine Nashville, als eine ABR-1. Die originalen Pickups sind ebenfalls von Gotoh, wobei der Bridge Pickup gegen einen Bill Lawrence L-500 ausgetauscht wurde. Die Kappen der Gotohhumbucker wurden irgendwann mal abgenommen, wie man an den ungesäuberten Lötverbindungen zwischen Kappe und Pickupboden erkennen kann. Die Polepieces sind unten noch Gold. Gehe darum davon aus, dass sie mal goldene Hardware hatte und irgendwann auf Chrom/Nickel umgerüstet wurde. Ansonsten hat sie alles, was zu einer Les Paul Custom gehört. Blockinlays, Split Diamond Inlay auf der Kopfplatte und mehrschichtige Bindings an Decke, Boden und Kopf. Optisch mit der Chromhardware meiner Meinung nach ein absoluter Leckerbissen. Die Open-book-Kopfplatte trägt jedoch viel zum Erscheinungsbild bei. Die schön vergilbten Bindings verleihen ihr einen richtigen Vintagecharakter. Naja, sie geht ja auch schon auf die 20 zu. Lediglich das irgendwie "schief" angeordnete Chevy stiftet Unruhe im Gesamtbild. Negativ fallen Kerben in den Bundstäbchen auf. Habe sie gestern abend bereits ein wenig abgerichtet, sowie den zu geraden Hals eingestellt und es sind nun bei angenehmer Saitenlage keine toten Bünde mehr vorhanden. Heute abend werde ich eventuell noch ein wenig mehr abtragen und dann Feilen und Polieren. Ausserdem wurde das originale Loch des Gurtpins mit einem Plastikpfropfen geschlossen und an anderen Stelle ein neues gebohrt. Werde beide Löcher mit einem Rundstab aus Mahagony füllen und leicht mit schwarzem Lack abdecken und dann den Pin wieder an der originalen Stelle anbringen.
    Das Halsprofil liegt zwischen meiner Tokai, die ein eher dickes 58er Profil hat und dem schlanken Hals der Epiphone.
    Die Verarbeitung ist gut, lediglich die Lackierung könnte an einigen Stellen besser sein. Kann jedoch auch durch das Alter entstanden sein. Ich rede hier von leichten, kaum erkennbaren Unebenheiten, die wie wegpolierte Dellen aussehen. Ansonsten wirklich Top.

    Sound:
    Ohne Amp klingt sie ungewöhnlich. Sehr laut und irgendwie anders. So, als wenn man meine anderen GItarren an eine Akustikgitarre drückt und dann spielt. Auf jeden Fall präsent und klingt wirklich sehr interessant. Man hat das Gefühl direkt auf dem Holz zu spielen, da sie extrem schwingt und sehr "hölzern" klingt. Das Sustain ist in trockenem Zustand schon begeisternd. Ansonsten ist das Spielgefühl sehr angenehm. Der Hals gefällt mir sehr gut. Bisher eine wirklich interessante Gitarre.
    Im verstärkten Zustand klingt der Halspickup (Gotoh) etwas matschig im Vergleich zum Bill Lawrence. Da werde ich sicher für Austausch sorgen. Auf dem Bridgepickup klingt sie aber sehr ausgewogen und das Sustain ist wirklich wahnsinn. Wenn man die Auswirkungen von Alu Tailpieces und Long Neck Tenons liest, wäre es vielleicht darauf zurück zu führen. Bin jedoch zu ungeschult, um es genau bewerten zu können. Mir gefällt es auf jeden Fall. Im Vergleich zur Tokai klingt sie, sicherlich nicht zuletzt durch den Bill Lawrence, eher modern. Absolut Highgain tauglich und macht richtig Druck, ohne matschig zu werden. So machen Tool-Cover richtig Spass.
    Ich weiss zwar nicht, wann und ob die Gitarre überhaupt auf Chrom umgerüstet wurde, aber die Machaniken sorgen nachwievor für eine gute Stimmstabilität und auch Potis und Toggleswitch arbeiten fehlerfrei.

    Fazit:
    Ich habe die Gitarre ja erst gestern erhalten und kann mir darum noch kein abschliessendes Urteil erlauben. Der erste Eindruck ist jedoch (abgsehen von den Bünden) absolut positiv und das Sustain in mehr als beeindruckend. Der Klang des Bill Lawrence ist auch wirklich klasse und ich bin bisher wirklich begeistert. In den kommenden Tagen und Wochen werde ich die Gitarre weiter auf Herz und Nieren testen und mit meinen anderen vergleichen und mich dann noch mal zu Wort melden. Aber für den Preis von 375€ Sofort Kaufen in meinen Augen ein Schnäppchen. Mehr Les Paul für das Geld und dann noch in 1:1 Optik geht glaube ich kaum.
    Ich bitte zu entschuldigen mehr auf den Zustand und die Ausstattung als auf den SOund eingegangen zu sein, aber da ich die Gitarre noch keine 24 Stunden habe, kann ich dazu momentan noch nicht mehr sagen. Werde es sobald ich mehr weiss natürlich ergänzen.

    [​IMG]
     
  2. confussion-train

    confussion-train Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.06   #2
    Wiedermal schöne Review! Tolle Gitarre! Was LPs angeht hast du einen tollen Geschmack!
     
  3. jxn

    jxn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.06   #3
    tolles review, mir gefällt die tokai am besten : )

    ach ja, und nimm sofort die schönen gitarren vom KALTEN fußboden! :D
     
  4. Kompetenzbestie

    Kompetenzbestie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.06   #4
    Hi helga_tokai,
    herzlichen Glückwunsch zur tollen Klampfe. Ich habe auch eine Chevy Les Paul Custom in schwarz.
    Ich hab sie neu gekauft für 1000 Mark in einem kleinen Musikgeschäft, etwa 1997 (?). Ich weiß allerdings nicht, wie lange die da schon rumhing.

    Es sind einige Unterschiede zu Deinem Exemplar vorhanden:

    Komplett Goldhardware: Saitenhalter wohl kein Alu, goldene Tulpenknöppe.
    Die Ursprungstonabnehmer (mittlerweile ausgetauscht) hatten ne Goldkappe.
    Trussrodcover mit 3 Schrauben, ohne Aufschrift.
    Potiknöpfe zylindrisch schwarz, wie bei Deiner Epi.
    Einstmals weißer Toggle-Switch Hebel.
    Mit Pickguard ;) .

    Ich habe teilweise die Potis und den Toggle (gingen kaputt) und beide Humbucker (etwas mulmig) ausgetauscht. Sonst ist alles original.
    Ich find sie auch sehr geil, vor allem für etwas härtere Sachen. Leider ist die Verarbeitung, hauptsächlich am Binding, nicht so besonders gut, was sich aber auf die Bespielbarkeit und den Klang nicht auswirkt. Leider sind auch bei meiner die Bundstäbchen mittlerweile recht kerbig geworden :( .

    Frage: Hat Deine Chevy auch keine Seriennummer?

    Viele Grüße
    Matze
     
  5. Eggi

    Eggi Inaktiv Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 22.10.06   #5
    steht ganz oben im Text


    Sehr schöne Gitarre. Bis auf die unterschiedlichen PUs wirklich klasse. Und vor allem für den Preis. Meinen Glückwunsch dazu.
     
  6. loeffel

    loeffel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.06   #6
    SABBER...:D

    genial und superschön.
     
  7. Fender87

    Fender87 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.06   #7
    Oh Mann die Gitarre hab ich mal kurz angespielt
    Ich kann mich Kompetenzbestie nur anschließen
    Lg Fender
     
  8. burny

    burny Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.06   #8
    Hi.
    Klasse Review.
    Dochwie erkennt man ein Long Neck Tenon von aussen?
    Das würde mich echt sehr interessieren.
    Tschö
     
  9. helga_tokai

    helga_tokai Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.06   #9
    Nein. Auf dem ersten kleinen Bild siehst du ein Bild von der vorderen Pickupfräsung. Da siehst du, dass die Halsverleimung bis über die Hälfte in die Pickupfräsung geht. Also du musst den Halspickup schon demontieren.
     
  10. helga_tokai

    helga_tokai Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.06   #10
    Was meinst du?! Bei mir ist es so, dass man schon teilweise im Lack merkt, wo das Binding anfängt, aber das habe ich bei Gibsons auch schon gesehen.
     
  11. PerregrinTuk

    PerregrinTuk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.06   #11
    Vielleicht noch was zu Chevy allgemein:

    Chevy war der erste Markenname der E-Gitarren Serie des deutschen Musikhandelsvertriebes GEWA Mittenwald. Die Gitarre stammen aus Korea und besitzen zum Großteil keine Seriennummern. Es wird vermutet, das die Gitarren von dem Namen Chevy, über Chery hin zu Cheri qualitativ abnahmen, daß sind aber reine Spekulationen. Ich kann das nicht bestätigen. Sie sollten damals einfach ein mittelklasse Pendant zu dem großen Akustikgitarrenangebot von GEWA sein. Leider fanden sie kaum Absatz, da das Angebot damals an Kopien zu groß war und die Japaner die Nase vorn hatten. (Und meines erachtens die besseren Gitarren)

    Der Preis den du gezahlt hast, geht absolut in Ordnung und das Teil ist ja auch wirklich hüpsch!

    LG

    Flo
     
  12. helga_tokai

    helga_tokai Threadersteller Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 22.10.06   #12
    Ich kannte bis jetzt nur die Chevy Les Pauls, die ein wenig komisch aussehen. Ausserdem hatten die alle nicht die Bolzen direkt ins Holz, sondern die Gewindetüllen und Potis und Toggleswitch waren "falsch" angeordnet. Dass sie auch 1:1 Kopien gebaut haben wusste ich nicht. Bin aber wirklich sehr angetan und finde, dass sie der Tokai nicht viel nachsteht. Bis auf den Lack. Man kann also spüren, wo das Binding ist, was auch das Altern des Lacks kommen kann. Habe gerade eine Gibson SG Special zum Einstellen hier und da schneidet man sich fast die Finger auf, so scharf ist die Kante im Lack zwischen Hals und Griffbrett geworden. Aber Soundtechnisch hat sie auf jeden Fall ein deutlich längeres Sustain. Ansonsten kann man sie durch die nicht vorhandene Ahorndecke eigentlich schlecht vergleichen.
     
  13. Kompetenzbestie

    Kompetenzbestie Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.10.06   #13
    Ja, man merkts am Lack, da ist ne kleine Kante. Aber auch in der Lackierung des Bindings sind kleine Luftblasen und ne leichte Schliere vom Schwarz der Gitarre. Beides tritt aber nur an einer begrenzten Stelle am unteren Bereich der Gitarre auf, so daß der Spieler es nicht sieht.
    Achso, und am Halsbinding sind zwei kleine Kerben, als ob sich da jemand versägt hätte.

    Naja, nicht so schlimm. Ist trotzdem meine Lieblingsgitarre, obwohl ich überlege am Steg nen Filtertron zu verwenden.

    Viele Grüße
    Matze
     
  14. Al Barrett

    Al Barrett Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.06   #14
    Hi

    Doofe Frage:

    Hat Che(v)(r)(i)(y) *g* nur ne schwarze Les Paul hergestellt oder hatten die auch Sunbursts ?

    Greets,

    Al
     
  15. PerregrinTuk

    PerregrinTuk Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.10.06   #15
    Die hatten auch Sunburst und alles mögliche.

    Übrigens zum Threadsteller, deine Custom hat vermutlich eine geschäftete Kopfplatte, alla (viele) Epiphone's.

    Bei Backyard Music wird übrigens eine Sunburst verkauft! (399€)

    LG

    Flo
     
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