[Gitarre] Godin Passion RG 3 Indigo Burst Review

funkyO

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Godin Passion RG 3 Indigo Burst Review


Zur Winter NAMM Show 2019 im kalifornischen Anaheim präsentierte der passionierte kanadische Hersteller Godin unter Anderem seine neue Passion RG 3. Hierbei handelt es sich um eine Neuauflage der kanadischen ,,HighEnd“ Strat Interpretation. Vor kurzem erst frisch auf den Teller serviert möchte ich nun meine Eindrücke mit euch teilen.

Hand-crafted in Canada in the Godin Premier Atelier“, heißt es demonstrativ auf der Kopfplatte der Godin Passion Gitarre. Der kanadische Hersteller Godin bietet ja eine recht breit gefächerte Produktpalette mit den unterschiedlichsten Gitarrentypen an, die von der preislichen Mittelklasse bis hinauf in die Oberklasse reichen. Die Instrumente, die im sogenannten Premier Atelier das Licht der Welt erblicken, zählen dabei zur absoluten „top of the line“. Denn das, was man bei Godin Premier Atelier nennt, wird von anderen Herstellern in der Regel als Custom Shop bezeichnet.
Die Godin Passion RG-3 ist eine moderne Variante des altbekannten S-Type-Klassikers aus den 1950er Jahren. Wieso sollte Godin also überflüssigerweise das Rad neu erfinden? Vor einigen Jahren gab es bereits schon die erste Auflage der Passion RG3 mit unterschiedlichen Holzzusammensetzungen aus dem Hause Godin, dessen Produktion aber inzwischen eingestellt wurde. Beim Korpus handelt es sich um einen ,,gechamberten“ Sumpfesche Korpus. Die 5 Tonkammern sind dabei so miteinander verbunden, dass sie die akustischen Eigenschaften des Instrument ähnlich wie bei einer richtigen Akustik Gitarre umwandeln sollen. Der Hals ist aus kanadischen Hard-Ahorn gefertigt. Ergänzt wird der mittelstarke Hals mit einem schönen Palisander Grifbrett im 12 Zoll Radius. Wahlweise gibt es auch noch die Maple Version. Die Zutaten sind so gewählt, dass auch die eher konservativen Gitarristen das Design durchaus stimmig finden können. Auch klanglich machen diese Kombinationen nach meinen Vorlieben absolut Sinn. Die Gitarre kommt in einem sogenannten Indigo Burst Finisch, das tadellos ausgeführt ist und die Holzmaserung der Gitarre in Szene setzt.

Die RG 3 verfügt über ein Vintage-Vibrato aus eigenem Hause, das mit Saitenreitern aus Edelstahl bestückt ist und durch einen Tremolo Block aus Messing aufgewertet wurde. Es wurde mit zwei Schrauben am Korpus befestigt und liegt in der Werkseinstellung leicht schwebend auf dem Korpus auf. Die drei Single Coils stammen dieses Mal nicht aus dem eigenen Haus, sondern vom renommierten Hersteller Lace. Dabei handelt es sich um das Hot Gold Set in der Sensor Technik, welche durch einen anderen Magneten und ausgetüftelter Konstruktion die Saitentrennung zu optimieren, und die Nebengeräusche zu mindern. Der altbekannte Fünfwegschalter zur Tonabnehmerwahl, der obligatorische Volumenregler sowie ein einzelner Master-Tonregler sind ebenfalls vorhanden. Auch die exzellenten Locking-Mechaniken von Gotoh erledigen einen hervorragenden Job.
Bereits unplugged ertönt die Gitarre recht laut; ähnlich wie bei einer Thinline Gitarre. Der Klang ist dabei voll und rund. Die einzelnen Töne erschwingen mit einem für Strat-Verhältnisse überdurchschnittlichem Sustain.
Auch das Lace Hot Gold Set gefällt mir in allen 5 Schalterkombinationen ausgesprochen gut. Kann gut sein, dass diese Tonabnehmer zum Besten gehört was man einer modern ausgerichteten Strat antun kann. Ich habe zuvor auch schon andere Gitarren mit Lace Tonabnehmer in der Hand gehabt und wusste daher was mich in etwa erwartet. Wer auf Clapton, Gilmour und Co. steht ist hier genau richtig. Generell viel mir auf, das diese Tonabnehmer mehr wärme ausstrahlen als herkömmliche Singlecoils. Sie klingen gleichzeitig aber auch nicht so ,,nasty“ wie so manche Fender Stratocasters.

Es kommt also letztlich darauf an, für welchen Anlass die Gitarre bestimmt sein soll. Auch fällt wie oben bereits beschrieben auf, dass die Pickups auch bei viel Gain ohne wahrnehmbare Nebengeräusche arbeiten und die Tonauflösung sehr präzise ist, ähnlich wie bei aktiven EMG Singlecoils.
Eine Besonderheit bei vielen Godin Gitarren lässt sich an einem kleinen schwarzen Druck-schalter erkennen, der knapp über dem Ton-regler montiert und für den kleinen Finger der Anschlagshand bequem zu erreichen ist. Was es damit wohl auf sich hat? Nun, mit dem sogenannten High-Definition Revoicer haben Godins einen aktiven Preamp an Bord, der sich über diesen Schalter ein- und aus-schalten lässt. Das Godin nichts dem zufall überlässt, kann man nun auch dadurch bestätigen, dass dieser Preamp bei Long-und Shortscale Modellen unterschiedlich gevoiced ist. Der HDR ist demnach kein einfacher Booster. Konsequenz dieser Tatsache ist, dass die Passion-Modelle mit einer 9-Volt-Batterie ausgestattet sind, die im Elektrikfach der Gitarre untergebracht ist. Die Abstimmung ihres High-Definition Revoicers ist dermaßen gelungen, dass es wirklich Sinn macht, ihn hin und wie-der hinzuzuschalten – ihn manchmal aber auch einfach ausgeschaltet zu lassen. Er verändert das Signal der Gitarre subtil, ohne dabei einen unnatürlichen Lautstärkensprung zur Folge zu haben. Der Preamp greift angenehm ins Klanggeschehen ein, sodass er sich wahrnehmbar in bestimmten musikalischen Situationen hinzuschalten lässt.
Nur das Beste Im Premier Atelier von Godin herrscht ein kompromissloser Qualitätsanspruch, dass kann man an der Passion unschwer erkennen. Die Verarbeitung ist bis auf einer kleinen Ausnahme bei mir exzellent, die Materialien sind von höchster Güte und die Konstruktion ist besser durchdacht als so manchen Großbauprojekt in Deutschland. Der Ahornhals bietet mit dem Ergo Cut ein mittelstarkes Profil, mit dem ich auf Anhieb bestens klarkomme. Überhaupt rangieren die Bespielbarkeit, die Abrichtung der Bünde und die Einstellungen von Intonation und Saitenlage auf einem sehr hohen Niveau – wie man es allerdings auch von Instrumenten in dieser Preisklasse erwarten darf. Klanglich bietet die Passion S-Type-Sounds in Reinkultur mit einer stets eignen Note. Die drei Einspuler erledigen einen tollen Job. Sie klingen ausgewogen, lebendig und können eine dynamische Spielweise perfekt in Schallwellen umsetzen .
 
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Tiger13

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und ich verstehe es überhaupt nicht, warum diese Marke bei uns niemanden interessiert. Ich war so oft kurz davor, mir eine zuzulegen, weil die Quali selbst in den unteren Preisklassen schon sehr, sehr gut ist.
 
tuckster

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Verstehe ich auch nicht. Eine Godin war die erste E-Gitarre meines Bruders. Tolles Teil.
Godin, der Familienbetrieb mit viel Ausstoß. Da gehören verschiedene Markennamen dazu.
 
Fliegerhoernchen

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Schönes Review,

scheint eine tolle Gitarre zu sein. Ich kann Deinen Eindruck zu Lace Sensors bestäigen, habe auf meiner Strat "normale" "Golds" drauf (ohne "hot") und bin mit denen super zufrieden.

Um die Vergleichbarkeit zum Original aus dem Nachbarland herstellen zu können: Verrätst Du uns, in welcher Preisklasse Dein Schätzchen spielt?
 
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und ich verstehe es überhaupt nicht, warum diese Marke bei uns niemanden interessiert.

Hmm, hier in HH finde ich Godins häufiger auf der Bühne, allerdings meist die Jazzbox oder die A6 (bei den Weltmusikern sehr verbreitet).
 
rmb

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Verrätst Du uns, in welcher Preisklasse Dein Schätzchen spielt?
kann man nachgucken, so um die 2000€.
Es kommt also letztlich darauf an, für welchen Anlass die Gitarre bestimmt sein soll.
schönes review:great:. Mit dem "Anlass" ist das nicht nur bei Gitarren so, auch bei Amps. Beide sollten harmonieren, und da hat wohl jeder andere Vorstellungen,
nichts desto trotz glaube ich, die "Godin" wäre eine gute Alternative zu meiner "Fender strat prof", wenn auch etwas teurer.
Viel Spaß damit.
Micky
 
Markusaldrich

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@funkyO ich hoffe du hast nichts dagegen, sonst löschen. Hier noch ein aktuelles Video von der Summer NAMM19

 
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aah, Herr Stuermer persönlich:great:.
 

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