[Gitarre] Harley Benton ST-20 WH

von Trestor, 28.09.16.

Sponsored by
pedaltrain
  1. Trestor

    Trestor Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    21.09.16
    Beiträge:
    314
    Ort:
    Aachen
    Zustimmungen:
    73
    Kekse:
    439
    Erstellt: 28.09.16   #1
    Hallo Community,

    Vorab
    auch wenn Anfängergitarren oder für manche auch typische Zweit- oder Drittgitarren Online ne Millionen mal bewertet werden gebe ich meinen Senf nun auch noch dazu.
    Es wird kurz und prägnant und ich werde nicht viele Worte für die Erklärung der Gitarre als solches verbrauchen, da sie sehr klassisch gehalten ist und keine besonderen Auffäligkeiten besitzt.

    Die Gitarre ist von Thomann und ich habe sie vor dem Kauf nicht angespielt, da Harley Benton eine Thomann Eigenmarke ist und der Shop von denen schlappe 500km von mir entfernt liegt.
    Sie soll als "Übergangsgitarre" herhalten bis ich armer Student das Geld für eine neue "hochwertige" Gitarre zusammen habe

    Testobjekt
    Die Haley Benton ST-20 WH (Thomann)


    Verarbeitung

    Die Lackierung ist makellos und in einem schönen (Vintage anmutenden) Perlweiß gehalten.
    Beim Schlagbrett handelt es sich um ein 3-lagiges Kunststoffbrett.
    Es ist schön weiß mit den typischen schwarzen Umrandungen.

    Die Chromteile sind relativ matt und glanzlos

    Der Hals der Gitarre ist mit Klarlack überzogen und fasst sich sehr schön an.
    Auch mit schwitzigen Hände kann man problemlos spielen

    Im Palisandergriffbrett befinden sich leider im 18. bis 22. Schmutzeinschlüsse und Lackspritzer und die Inlays schließen höhenmäßig nur halbwegs mit dem Brett ab.
    Die Bünde sind relativ dünn (für meinen Geschmack zu dünn) und an den Ecken sehr scharf. Beim ersten Spielen habe ich mir den Finger dran geschnitten.
    Doch sind die Bünde an den Ecken sehr schraftkantig, sodass ich mir beim ersten spielen den Finger aufgerissen habe.
    Der Steg besteht aus Kunststoff und ist schlecht gefräst wodurch die tiefe E Saite ordentlich scheppert.
    Die Mechaniken besitzen kaum Spiel und sind sehr gut einzustellen.


    Das Vintage Style Tremolo funktioniert schwergängig, hört sich mäßig an und verstimmt die Gitarre nach 2-3 mal benutzen komplett.
    Daher habe ich den Hebel abgeschraubt und die rückseitigen Federn festgedreht

    Die Potis sind extrem leichtgängig, aber kratzen ein wenig.
    Auffalig ist, dass bereits ab ca Stufe 3-4 auf den Volume Potis der Sound komplett aus ist.



    Sound

    Die 3 Single Coils (Clean, Verzerrt, Vintage) bringen einen eher dünnen Klang und sind eher für Country und Rock n' Roll Gitarristen geeignet.
    Der Clean Sound ist gut und klingt schön, aber mit sehr wenig sustain
    Der Vintage Sound ist sehr authentisch. Nicht insofern, dass er schön klingt, sondern insofern, dass er klingt wie beim Hillbilly der sich seine Klampfe im Heuschuppen selbst zusammengeschraubt hat. Ich persönnlich finde es ganz nett (auch wenn es wohl keine Absicht des Herstellers war:D)
    Der Zerrsound überzeug garnicht. Er zerrt nicht richtig und klingt einfach noch zu clean
    Rein akustisch (also ohne Verstärker) ist die Gitarre sehr laut (kann fast mit meiner Akustikgitarre mithalten) und liefert einen dünnen, aber zum rumprobieren ausreichenden Klang


    Fazit


    "80€ für eine E-Gitarre? Die meisten Gitarristen kaufen sich für den Preis ein einzelnes Pickup!"
    -Ich, bevor ich die Gitarre bestellt habe

    Für Anfänger sicherlich eine geeignete Gitarre, die für den Unterricht und shreddern im Wohnzimmer ausreicht.
    Wer jedoch besseres gewohnt ist, sollte sich lieber etwas anderes zulegen.
    Die 80€ Kaufpreis spürt man nämlich an jedem Bauteil.
    Selbst die Bauteile die einen guten Eindruck machen, wirken irgendwie wenig zufriedenstellend.

    Ich für meinen Teil werde sie noch ein wenig zum experimentieren und Geld sparen behalten.


    Ich hoffe mein kleines Review-Debüt hat euch gefallen
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  2. Trestor

    Trestor Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    21.09.16
    Beiträge:
    314
    Ort:
    Aachen
    Zustimmungen:
    73
    Kekse:
    439
    Erstellt: 05.11.16   #2
    Ein Nachtrag:
    Weitere 4 Wochen sind nun vorbei.
    Die Potis und der Klinkenanschluss haben mittlerweile Wackelkontakte.
    Ausserdem geht mir das gescheppere der E und A Saiten tierisch auf die Nerven.
    Der mitgekaufte HB Verstärker hatte ja bereits am ersten Tag den Dienst versagt und steht seitdem als "Mahnmal der schlechten Qualität" auf dem Kleiderschrank.

    Und die Moral von der Geschicht,
    Harley Benton kaufen tut man nicht
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  3. pRoLoSwaggens

    pRoLoSwaggens Gesperrter Benutzer

    Im Board seit:
    30.10.16
    Zuletzt hier:
    6.11.16
    Beiträge:
    35
    Zustimmungen:
    7
    Kekse:
    0
    Erstellt: 05.11.16   #3
    Ich kann dir im großen und ganzem beipflichten! Ich habe für 30 Euro von einem Atzen der Kohle brauchte eine HB (selbes Modell) käuflich erworben und hab das Teil komplett auseinander genommen. Verarbeitung ist OK, unter dem PG siehts aber stark nach Kinderarbeit aus. Der Sound war besser als der Sound einer Bullet Strat (SQ), auch die Bespielbarkeit. Dafür ist der Korpus etwas dicker und klobiger. Von beschriebenem Kratzen und derartigen habe ich aber kein Lied zu singen, da muss man evt mal den Lötkolben schwingen... Tremolo taugt nichts, weshalb man eigendlich gleich die Tele von HB kaufen kann (welche eigendlich nicht schlecht ist, abgesehen von den Tunern, die bei beiden Modellen identisch sind.)

    Deine Meinung über die Moral der Geschichte teile ich nur bedingt, da HB für kleinstes Geld (TEILWEISE, ist auch Glückssache!)
    E-Gitarren baut, welche nicht schreklig klingen, sich gut bespielen lassen und robust sind (also keine morschen Hölzer, ich hab die Tele nicht kaputtgekloppt gekriegt - und ich hab Dampf, meine Leute wissen bescheid)

    Ob es überhaupt moralisch ist Kinderarbeit /Fernost Artikel zu kaufen?
    Überlasse ich jeden für sich. In jedem Smartphone steckt Kinderarbeit und in jeder Gitarre bis 500 € oder manchmal sogar höher.
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
Die Seite wird geladen...

mapping