Gitarrenanfänger: Was waren Eure wichtigsten Erkenntnisse im ersten Lernjahr?

von uhustick, 26.06.08.

  1. uhustick

    uhustick Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.06.08   #1
    Mich interesst, wie es Euch im ersten Lernjahr erging und was Eure wichtigsten Erkenntnisse hinsichtlich des ganzen Vorhabens "Ich lerne Gitarrespielen" waren.

    Ich fange mal an:

    Der Lehrer: Musiker oder Pädagoge?
    Mein Lehrer ist ein sehr guter Musiker (soweit ich das beurteilen kann), aber er hat es nicht so als Pädagoge.:o
    Meine Erkenntnis: Ich will ja Gitarrespielen und etwas über Musik lernen :) und nicht Lehrer werden. Lieber ein guter Musiker und schlechter Pädagoge als umgekehrt.:great:

    Gitarrespielen und die Fahrschule
    Gitarrespielen lernen ist wie Autofahren lernen. Man mag in der Theorie alles wissen, über Autos, Motoren, Verkehrsregeln, Gefahrensituationen. Richtig Autofahren lernen kann man letztendlich nur durch viel Autofahren.
    Meine Erkenntnis: Mit dem Gitarrespielen ist es genauso. Man lernt es vor allem durch Gitarrespielen und richtig dann, wenn man mit anderen spielt (also im Strassenverkehr). Also: Üben, üben, üben.:great:

    Will ich Gitarrespielen oder will ich Musik machen?
    Technisch perfekt Gitarrespielen zu können ist beeindruckend. Lieder perfekt nachspielen können, so dass alle staunen ist gut für's Ego :D und sicher Voraussetzung, um mehr zu erreichen.
    Meine Erkenntnis: Aber Musik machen ist etwas anderes. :confused: Wenn man sich mit Theorie befasst, mit mehreren Musikrichtungen, vielleicht sogar mit anderen Instrumenten gelangt man zu der Erkenntnis, dass die Gitarre nicht die Musik macht, sondern nur das Werkzeug (genau genommen: ein Werkzeug) ist. Man kann mit einem Pinsel Wände streichen oder ein Bild malen. ;)

    Spiele ich besser oder schlechter als andere?
    Dürfte so eine Männer-Ego-Sache sein. :screwy: Die ewige Frage, ob ich besser spiele oder ob andere besser spielen und die Freude darüber, etwas besser zu können. Naja. :o
    Meine Erkenntnis: Darum geht es nicht (ausser man will Rennen fahren nach der Fahrschule). Es gibt IMMER bessere und es wird IMMER schlechtere geben. Also ist die Frage und das Streben nach dem Ziel, besser zu sein, letztlich sinnlos. Der Punkt ist: Macht es mir Spass - ist es toll. Bleiben die Zuhörer darüber hinaus im Zimmer, wenn ich spiele - habe ich viel erreicht. Sagen andere "Spiel mal was, letztes Mal war so schön" - bin ich der Glücklichste auf der Welt. :D Ausserdem gibt es ja keine Gitarrenspielweltmeisterschaften, oder? Und wenn, ich will nicht Weltmeister werden.
     
  2. V3G4

    V3G4 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.08   #2
    mein größte Erkenntnis ist wohl das man sich nicht mit dingen aufhalten soll die man sowieso spielen kann, klingt zwar banal aber man sollte in jeder Übungsrunde versuchen was neues zu lernen bzw. verbessern...
     
  3. MarcoRDG

    MarcoRDG Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.08   #3
    meine größte erkentniss war, dass man nich aufgeben sollte weil einiges doch ziemlich langatmig war und man zum anfang ständig üben musste bis man diese sache denn endlich beherschte
     
  4. Yodap

    Yodap Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.08   #4
    Da kann ich nur zustimmen! Dass sollte ich mir für dieses Jahr mal vornhemen und die Powerchords zur seite schieben;):D
     
  5. MagTischtennis

    MagTischtennis Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.06.08   #5
    Moin, Moin! Meine wichtigste Erkenntnis war, dass mein Gitarrenlehre nicht immer recht hat! Die Hälfte, wenn nicht gar 2/3 der Unterrichtszeit hat er mit reden verbracht.
    Zum Schluss kam dann raus, dass einer ein Riff aus 4 Powerchords spielen mussten, während der andere ne Leadline darüber spielt. Ist zwar für den Anfang ganz in Ordnung, aber mit der Zeit nervts. Jetzt bring ich mir nach 1Jahr Privatunterricht und 1/2 Jahr Volkshochschule mein Zeug selber bei! Und aufeinmal macht es mir auch wieder richtig Spass. Und ich spare im Jahr 500€:eek:!!!

    So, noch ein schönes Rest WE!:great: Gruß Jan:)
     
  6. Hooker

    Hooker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.06.08   #6
    Meine wichtigste Erkenntnis war, Gitarrespielen ist wie Lyrik. Es bringt nichts, möglihst schnell, viele Worte aneinander zu reihen. Es bringt nichts gewaltige Worte um ihrer Gewalt willen aneinander zu reihen. Man muß die Worte um Ihrer Aussage willen finden! Genauso ist es mit Musk. Viele Noten? Mächtige Powerchordarien? Völlig schnurz, was will ich mit meiner Musk ausdrücken, was will ich dem Zuhörer sagen, das ist es was zählt und dazu genügt der richtige Ton an der richtigen Stelle.

    Grüße
    Hooker
     
  7. Hans_3

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    Erstellt: 30.06.08   #7
    Absolut richtig.

    Es gibt aber auch umgekehrt den Zustand, dass man nur meint, Dinge spielen zu können und deshalb die zur Weiterentwicklung wichtige Selbstkritik nicht aufbringt.

    3 Beispiele:

    "Jo, Powerchords, die kann ich in allen Tonlagen." Das ist ja schon mal eine gute Miete. Aber wie steht es dabei z.B. mit der Rhythmik und dem Groove? Bringe ich damit ein 5-Minuten-Stück wirklich zum Leben?

    "Jo, Pentatonik kann ich in allen Lagen". Prima. Aber was ist der Phrasierung, der Melodiebildung, dem Ausdruck, den Gestaltungsmitteln? Mache ich daraus wirklich ein gut klingendes Solo?

    "Ich kann die Akkorde von Highway to Hell". Super! Die 3,5 Akkorde stehen allerdings auch in jedem Wanderliederbuch bei 1001 anderen Songs. Nur: Warum klingt das abhängig vom Spieler und vom Song mal so und mal völlig anders? Genau dies liefert das rein manuelle Beherrschen des Griffes überhaupt nicht mit.

    Was ich damit sagen will - auch aus meiner eigenen Anfängererfahrung: Es gibt ganz viele Ebenen hinter dem Offensichtlichen, die man (noch) nicht sieht. Als Anfänger ist man oft dazu geneigt, das in einen Topf zu werfen: Kann ich Powerchord, klinge ich wie XY .. ist ja einfach... Und wenn es dann nicht so klingt, wird es auch schon mal am Kabel, an der Gitarre, am Amp am PU oder sonstwo festgemacht, statt am Eingeständnis, dass es mit dem ganz persönlichen Ausdruck und dem Gestaltungswillen noch nicht so klappt. Gerade das muss im Unterricht (oder Selbstunterricht) aber stärker gefördert werden: Innere Kraft, Gefühle, Emotion, Gestaltungswille, Ausdruck rein. Das muss man allerdings selber mutig mitbringen. Der Lehrer kann das erkennen und fördern - aber nicht ersetzen, wenn es nicht miitgebracht wird.
     
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