H&K Switchblade Review

von pat.lane, 14.06.06.

  1. pat.lane

    pat.lane Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 14.06.06   #1
    so hier kommt wie vor geraumer zeit mal versprochen das review zum H&K Switchblade

    zu allererst sei gesagt, dass es sich beim dem guten stück technik nicht um einen vollröhrenamp handelt. H&K bezeichnet ihn selbst als "modernen röhrenamp".
    in der vorstufe sitzen zwei 12AX 7, in der Endstufe verrichten 4 EL4 Röhren ihren dienst.
    desweiteren verfügt der switchblade über nen gutklingenden reverb und digtale effekte (delay, chorus, flanger, tremolo). Ich spiele den amp über ne Behringer BG412H und das Top klingt darüber einfach nur gut. habs an der 1960er von unserem 2. gitarristen ausprobiert und trotz der vintage 30 speaker war das ergebnis mehr als dürftig.
    das bewahrheitet IMHO auch meine these, dass man die box mit dem eigenen top ausprobieren sollte, da jedes topteil an jeder box unterschiedlich klingt.

    eventuell kommt später noch ne hughes & Kettner box drunter, aber ich denke das liegt eher in weiter ferne:D

    zum aufbau
    es sind insgesamt 128 soundeinstellungen speicherbar und können durch das mitgelieferte midiboard abgerufen werden.
    der amp hat vier wählbare grundkanäle: clean, crunch, lead, ultra
    diese können jedem der 128 presets frei zugeordnet werden, die sehr effizient arbeitende equalizersektion ist für alle grundsounds dieselbe, die effekte nach wunsch dazuregeln
    auf store drücken.... fertich

    zu den kanalsounds
    clean
    kommt sehr fenderartig rüber, bleibt auch in hohen lautstärken clean und kann je nach einstellung zum leichten übersteuern gebracht werden.

    crunch
    perkussive rythmsounds ala bryan adams und bluessounds sind das metier

    lead
    80er jahre hairmetal pur, sounds von poison, guns n roses, bonjovi, whitelion und noch viel mehr, mein lieblingskanal

    ultra
    ist gar nicht mal so ultra wie der name vermuten lässt. highgain bis zu nem gewissen maß ist hier geboten, für nu-metal, downtunings und siebensaiter geeignet, aber eben nur bis zu nem gewissen maß. wer nen rectifier sucht wird hier eher nicht fündig

    PREAMP
    in der vorstufensektion werden die röhren von einer halbleiterschaltung unterstützt die nicht nur das signalrouting übernimmt sondern auch noch den grundcharakter des gewählten sounds unterstreicht (z.B. zerranteil beim ultrakanal wird angehoben).
    zwei vorstufenröhren würden ohnehin nicht ausreichen um das maß an highgainzerre zu liefern.

    DIGITAL FX
    die digitalen effekte sind wirklich leicht und intuitiv zu bedienen.
    für delay stehen drei regler (volume, feedback, time) zur verfügung
    bei den mod-effekten ein regler der sowohl die lautstärke als auch die intensität regelt
    (wie man es bspw. von korgeffekten gewohnt ist)
    besonders geil ist der tap-schalter auf dem midiboard. damit ist in sekundenschnelle delay und
    die anderen effekte in der geschwindigkeit auf den jeweiligen song angepasst

    danach ab in die endstufe und es werde laut...

    Equalizer
    allen 4 grundkanälen stehen dieselben EQ-Regler zur verfügung
    presence, treble, mid, bass. desweiteren teilen sie sich gain und channelmaster-regler

    das editieren der presets ist wirklich so einfach,
    rumspielen bis man nen sound gefunden hat der einem gefällt
    2x auf store drücken und das wars....

    der switchblade hat im übrigen nen FX-Loop der frei nach gusto als seriell oder parallell
    programmiert werden kann, diese einstellung wird ebenfalls mit gespeichert.

    das einzige was für alle presets einheitlich ist, wäre die Mastervolume....

    SOUND:

    bislang hab ich aus dem switchblade jeden sound holen können den ich gebraucht hab.
    da ich kein fan von rectifiern bin, kratzt es mich auch nicht die bohne dass der sound nicht erreicht wird.
    für alle richtichbösmucker, death-thrasher und konsorten wird der amp wohl nix werden
    dafür liefert er einfach zu wenig highgain, diese kollegen sind daher bei mesa oder engl weitaus besser aufgehoben
    für alle rocksparten, für hardrock und metal ala kamelot, iron maiden, metallica etc.
    (falls man die als metal bezeichnen kann) ist er hervorragend geeignet. der queensryche gitarrist spielt neuerdings übrigens auch einen.

    die Stärken:
    die integrierten effekte sind wirklich einfach zu bedienen, klingen sehr gut (auch miteinander) und kommen selbst eingeschliffenen effekten nicht in die quere.
    für mich eigentlich der ausschlaggebende punkt, da ich langfristig einfach keinen bock mehr hatte, effektracks, midileisten oder effektboards durch die gegend zu schleppen.
    ein top, eine box, eine gitarre, fertich (OK n compressor und n volumenpedal sind trotzdem mit dabei)
    die sounds im rock (von den 70ern bis heute) und hardrockbereich sind einfach der wahnsinn. klar gibts immer besseres, aber nicht soviel vielfalt in einem gehäuse.
    auch der cleansound ist für meine ohren genau das richtige.

    zu den schwächen:

    wird das preset gewechselt (zB 1 auf 2 ) sind die zugrundeliegen einstellungen nicht ersichtlich. die vorhandene poti-position entspricht im regelfalle also nicht der gespeicherten. erst durch bewegen des potis (soweit bis das kleine blaue kontrolllämpchen leuchtet) kann die ursprüngliche Einstellung ermittelt werden. es gibt auch keine motorpotis wie z.B. Yamaha DG1000 preamp.

    wenn man direkt am amp umschaltet hört man ein relais knacken. ist laut H&K aber ganz normal. das knacken hört man im übrigen nicht über mikroabnahme etc. also bühnentauglichkeit ist damit gegeben.

    die versandverpackung von H&K lässt stark zu wünschen übrig, lediglich 4 styroporecken sind im karton, n luftpolster o.ä. wäre eigentlich nicht zuviel gewesen.
    andererseits kann man auch draus schließen das der amp verdammt robust ist.
    meiner lag schief im karton, die styroporecken zerbrochen, aber trotzdem funzt der wie ne eins. Qualität aus deutschen landen eben:great:

    FAZIT:
    Wems nix ausmacht 1200 euronen für einen NICHT-Vollröhrenamp hinzulegen,
    wer nen flexiblen amp für alle gelegenheiten sucht (z.b. Coverband wie meinereiner)
    wer keinen bock mehr auf effektboard-oder Rackschleppen hat

    der ist beim Hughes & Kettner an der richtigen adresse

    für alle anderen gibts auf dem markt genug und vielfältige alternativen...

    wenn ich was vergessen habe oder ihr mehr details wollt, postet oder schickt ne PM
    ich hoffe in kürze noch n paar soundsamples hochzuladen, kanns aber nicht versprechen


    keep on rockin´
     
  2. hoschi

    hoschi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.06.06   #2
    Hi,

    gutes Review - vielen Dank.

    Allerdings kann ich die genannten Nachteile wegen Relaisknacken und Verpackung nicht ganz nachvollziehen. Ich mache doch meine Kaufentscheidung nicht davon abhaengig wie der Amp verpackt ist.

    Aber sonst tolles Review.

    Gruss, Hoschi
     
  3. Dr.Feuerzeug

    Dr.Feuerzeug Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.06.06   #3
    jup schönes Review!

    war gestern beim Thomann und hab ihn getestet, naja nicht so mein ding der amp.... weiß nicht wiso der sound geviel mir nicht so richtig. Besonders aufgefallen ist mir das das ding im ultra kanal kaum bässe hat(ich hab sie mal voll aufgedreht kam aber nichts raus...vielleicht war er der amp aber auch zuleise eingestell....wer weiß) Naja trotzdem noch viel spaß mit dem ding

    p.s: mesa f-30 rul0rt^^
     
  4. Killigrew

    Killigrew Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.06.06   #4
    Sehr schönes Review :)

    aber

    Aus zwei Röhren kann man schon ne Highgain Zerre alla Recti raushohlen.
    In dem sind zwar 3 drinne, aber eine Halbe wird nicht verwendet und eine Halbe ist nur zur Impedanz Anpassung die man auch locker mit Halbleitern aufbauen kann.

    cu :)
     
  5. helldorado

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    Erstellt: 14.06.06   #5
    vielleicht aus dem grunde weil es beim switchblade in verbindung mit den effekten etwas länger dauert nen geilen sound zu kriegen als mit anderen röhrenamps? hab den zwar nur mal beim beyers getestet gehabt aber der war sofort mein ding...
    nur ok weiss auch wer das ding entwickelt hat davon ganz abgesehen, tut aber nix zur sache. das ding hat ganz klare vorteile für live. der grösste vorteil wird wohl die midi steuerung sein wo man mit einem tritt aufs midi board den sound dermassen verändern kann wie man es mit tretmienen nicht könnte.
     
  6. pat.lane

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    Erstellt: 14.06.06   #6
    das relaisknacken ist einigen usern aufgefallen. es ist nunmal deutlich hörbar wenn man vor dem amp steht und mit moderater lautstärke spielt. über die lautsprecher kommt davon aber rein gar nichts. das sollte nochmal herausgestellt werden.

    für die kaufentscheidung ist die verpackung sicherlich nicht wichtig, weiss man ja auch vorher nicht. andererseits weiss man ja, wie die post mit paketen teilweise umgeht.
    und wenn der karton ein paarmal gewürfelt wird und das ding dann kaputt ankommt geht des gschieß (wie mann in bayern sagt) los. beim laden anrufen, zurücksenden blablabla.
    wie gesagt für die kaufentscheidung eher unwichtig, war vielmehr ein persönlicher kritikpunkt.

    aber danke für die kritik

    @ Dr. Feuerzeug
    das mit den Bässen ist z.B. eine der Beobachtungen die ich an der 1960er von meinem kumpel gemacht habe. meine behringer ist um einiges basslastiger, vielleicht klingt er deswegen an der besser

    @helldorado
    genau deswegen hab ich mir den amp geholt, ein fusstritt und fertich:great:
     
  7. PA-Pascal

    PA-Pascal Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 15.06.06   #7
    Leider ALLES falsch!

    Im Rectifier arbeiten 5 Vorstufenröhren - und die haben ALLE ihren Grund!
    Dazu kommen die Gleichrichterröhren, die einen Sound liefern, der völlig anders ist, als der mit Dioden erzeugte!

    Glaubst du wirklich, Mesa betreibt den ganzen Aufwand, weil es sich nicht lohnen würe?

    Überdenke mal deine nicht sehr qualifizierten Aussagen, bevor du sie hier als "korrekt" postest. Sorry, das klingt jetzt hart, aber so ist es nun mal.

    Ich habe selbst keinen Recto, kenne ihn aber sehr gut. Und mir ist kein Amp bekannt, der auch nur annähernd so klingt. Manche können EINEN Sound des Rectos ganz akzeptabel, aber keiner kann diese rieseige Bandbreite des Rectifiers bieten!
     
  8. SoЯRoW

    SoЯRoW Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.06.06   #8
    klasse review!

    kleine frage:

    warum nicht? macht er zerre mit halbleitern oder weil das signal über den eingebauten fx-teil läuft? danke!
     
  9. StrangeDinner

    StrangeDinner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.06.06   #9
    ja der amp macht die zerre zum teil mit halbleitern.was natürlich nicht für gute oder schlechte qualität sprechen muss.
     
  10. SoЯRoW

    SoЯRoW Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.06.06   #10
    ah ja vielen dank für die info Bartek!
     
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