Haben Metallica bei ihren Alben bei der Produktion die Fans betrogen?

Ich wage mal eine These:
der Durchschnittshörer (der selbst kein Musiker ist) interessiert sich nicht dafür ob und welche der üblichen "Studiotricks" genutzt werden.
Er möchte schon gerne dass die Musiker einer Band das dann auch selbst spielen, aber wenn es nicht so ist - so ist es auch kein Beinbruch.

Milli Vanilli sind da auch kein ein ganz anderes Spiel als Profimusiker im Studio aber die Band spielt live auf der Bühne selbst. Was auch nicht immer so ohne ist - es gibt eine Stelle im Buch von Nick Mason wo er beschreibt dass er ja für die 1987er-Welttournee lernen musste was Keltner und Appice im Studio gespielt haben - eine Erfahrung die er nicht zweimal im Leben machen wollte ;-)

Um nochmal auf den Ursprung zurückzukommen: Hetfield hätte also drei Möglichkeiten gehabt:
a) ÜBEN ÜBEN ÜBEN. ;-)
b) das ganze Stück in dem Tempo spielen dass er noch "tight" hinbekommen
c) etwas einfacheres spielen das er im Tempo hinbekommt

b und c wären dementsprechend Wasser TE vielleicht unter "Musikerehre" fassen würde. Aber ich finde die Vorgehensweise wie es gemacht wurde völlig OK - weil man eben wollte dass es so geil klingt wie es eben geworden ist. Überspitzt gesagt könnte man sagen es ist sogar (Mit-)Aufgabe des Produzenten da Wege aufzuzeigen wie die Band ein geiles Ergebnis hinbekommt....
 
Machmal kann der Aufschlag in der Realität sehr schmerzhaft sein...
 
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:mampf:
 
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Stell dir vor, die NDR-Symphoniker laufen „live“ im Radio – in Wirklichkeit ist das fast immer leicht zeitversetzt. Das Publikum ist längst aus dem Saal, während die Musiker noch einmal die Stellen nachspielen, die im Konzert nicht ganz sauber waren, und das so oft, bis alles passt. Wirklich live ist das Ganze nur für die Leute im Saal. Was später gesendet wird, ist schon die nachgebesserte Version.
 
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Keine kommerzielle Erwartungen kann man nur haben, wenn das Brot schon da ist.

Absolut. Das ist das "Privileg" der Freizeitband.

Ich wollte damit nur sagen: Auch ohne kommerzielle Erwartung kann man Ansprüche an die Produktion haben. Einfach weil man will, dass es gut klingt.

Deswegen ist eine gute Produktion mit Sicherheit eine Voraussetzung für kommerziellen Erfolg, der kommerzielle Erfolg muss aber nicht gleichzeitig die alleinige oder die hauptsächliche Motivation für eine gute Produktion sein.
 
Nur nebenbei: Manchmal klingt es life sogar besser und ist komplizierter, als auf dem Album.
Ist mir speziell bei Gary Moore aufgefallen. Er begründete das nach dem Konzert (er hatte Spaß und blieb einfach in der Halle, weil er sich gern mit Besuchern unterhielt) damit, dass der Song bei der Aufnahme noch relativ neu gewesen sei. Inzwischen habe er ihn so oft gespielt und verinnerlicht, dass er manches anders machen würde. Und das mache er dann life. Chapeau!
 
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Ich wollte damit nur sagen: Auch ohne kommerzielle Erwartung kann man Ansprüche an die Produktion haben.
Anspruch ist der Knackpunkt.
Ich lese aus dem Threadtitel den riesigen Anspruch heraus, dass die Künstler beim Zuhörer nicht nur den gewünschten Effekt erzielen mögen (was sie ja erfolgreich getan haben) sondern auch noch - Bitteschön - sozusagen dieser Effekt selbst zu sein haben.

So nach dem Motto „der Schauspieler (Künstler) im Krimi ist ist ja gar nicht wirklich tot, der hat nur so getan“.

Das heißt im Grunde, dass die Alben ein reines Kunstprodukt sind und dass die Musiker diese Leistung niemals selbst hinbekommen hätten!
Leistungsgesellschaft, OMG.
 
Mir scheint, wir reden gerade aneinander vorbei. Mir geht es um den Anspruch des Musikers selbst als seine Produktion, du schreibst vom Anspruch des zuhörers
 
Bei solchen Diskussionen sollte man immer in Erwägung ziehen, dass sie entweder der Langeweile entsprungen ist oder gar ein Troll der Autor ist.
Während hier ernsthaft argumentiert und diskutiert wird, sitzt da vielleicht jemand schmunzelnd im Stuhl und freut sich, dass sein Trigger funktioniert hat... ;)
 
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in welcher Gazette hast Du denn sowas aufgeschnappt ? :rofl:
Was soll denn dieser Satz? Du hast doch keinerlei Wissen über mich.
Ich war dabei und musste noch warten, weil wir anschließend mit den Musikern zusammen beim Japaner essen gegangen sind.
 
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:hat: Bei den Beach Boys war es doch auch schon so: Brian Wilson hat mit Studiomusikern (ˋwrecking crewˋ) die Alben aufgenommen und der Rest war in Japan auf Tour.
Wenn du live wirklich gute Musiker hören möchtest, versuche es mal im Jazz Lager:cool:
 
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Ich kenne andere Gelegenheiten, da wäre so etwas nicht möglich gewesen, also kein allgemein gültiges Szenario.
Ich war dagegen selbst dabei, als ein Schlagwerker eine Probe abgebrochen hatte, weil sie ihm zu lang ging. Da sind die Klassiker gerne mal recht strikt ...
Einzelfälle können immer besonders sein, sind aber dann eben Einzelfälle.

Trotzdem ein guter Punkt: auch in der Klassik wird viel geschnitten, sofern es technisch und musikalisch möglich ist.
Radiosinfonieorchester spielen oft dasselbe Konzert zweimal hintereinander. Dann kann man sehr wohl aus den beiden möglichen Aufnahmen die beste machen.
Im Studio erst recht, da wird oft abgesetzt und neu angefangen und der Tonmeister führt eine lange Schnittliste. Also nicht viel anders als bei Pop und Co.
 
Hi Leute,

danke für eure Antworten.

Mir war einfach nicht bewusst, dass im Studio dermaßen getrickst wird. Ich dachte echt, dass Profis da ne gewisse Ehre und Ansprüche an sich selbst
haben, dass sie gewisse Dinge nicht machen. Ich finde es ist schon ein Unterschied, ob man zum Beispiel x-Takes braucht, bis es mal richtig gut klingt ODER
ob man einfach langsamer spielt und es dann beschleunigt oder wie bei Lars' Drumming Schnipselchen aus dem Band rausschneidet.

Ich finde das ehrlich gesagt peinlich. Stellt euch vor die Fans wüßten das ich bin sicher da gäbe es welche die würden sich denken "von solchen Posern kaufe
ich keine Musik".

Das kann ich irgendwie nicht mehr ernst nehmen. Ich dachte diejenigen, die mit sagen wir 19 oder 20 schon "Profis" sind sind einfach absolute Ausnahmemusiker und deswegen haben sie in ihrem jungen Alter schon so ein Level an Perfektion erreicht, aber jetzt denke ich mir nix da das sind einfach
Poser und nix dahinter. Ich bin wirklich ernüchtert! Das ist einfach nur Beschiss.

Ich meine einerseits machen die als wären sie super tolle Musiker von wegen "schaut mal wie schnell ich spielen und wie schnell ich trommeln kann" und dann
war alles nur getrickst. Nee nee, net mit mir! ⛔

Ich würde sogar fordern, dass Bands auf den CDs außen angeben müssen, ob ihr Produkt "natural" ist oder nicht. Für mich ist das gleichzusetzen mit GMO-Food.
 
Immer wenn man denkt, man hätte in Musikforen jetzt wirklich alles gesehen, kommt solch ein kabarettistisches Kleinod daher.

Das perfekte Schneiden und Kleben von Bandmaschinentapes war mal eine eigene olympische Disziplin, bevor ProTools die Welt erobert hat. :nix:

In der ARD-Mediathek gibt es dazu bestimmt eine Folge der beliebten Sendereihe “Ausgestorbene Berufe”.

Eine Platte ist für die Ewigkeit. Und in der guten alten Zeit, als Labels noch wirklich Geld für die Produktion vorgeschossen haben, da hat man auch versucht, Dinge zu erschaffen, die für die Ewigkeit sind. Aus diesem Grund haben wir solche epochalen Alben. Was glaubst Du, warum zum Beispiel Leppards „Pyromania“ mit seinem Sound seinerzeit die Szene so aufgemischt hat? Oder Eagles Hotel California, bei dem die Band erst zufrieden war, als wörtlich jeder einzelne Ton der Platte absolut exakt saß? Oder oder oder oder oder oder …

Entscheidend ist, wie schon der Kaiser anmerkte „auf‘m Platz“. Und da gibt es sicherlich wenige Bands, die Metallica da das Wasser reichen können in den vergangenen 40 Jahren. Anders als 99% der Guitarfluencer, die ihr perfektes Ergebnis nie auf die Bühnen dieser Welt bringen.
 
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@fetterbutterfinger Queen ist bestimmt ein Begriff.
Hast du dich noch nie gefragt, wie Freddy Mercury gleichzeitig 40 Stimmen singen konnte?

Oder bei Nightwish. Das Orchester auf dem Album ist echt und gigantisch. Live gibts kein Orchester, das ist ein Keyboard, teils ab Band.

Pink Floyd, Pulse. Tolles Livealbum. Naja, ich denk mehr als die Hälfte wurde im Studio nochmal neu eingespielt. Vergleich das Livealbum mal mit einer tatsächlichen Liveaufnahme.

... gibt viele weitere Beispiele. Ich finds nicht verwerflich solange man dazu steht.

Technik ist zum nutzen da.
 
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@fetterbutterfinger Queen ist bestimmt ein Begriff.
Hast du dich noch nie gefragt, wie Freddy Mercury gleichzeitig 40 Stimmen singen konnte?

Effekte sind aber nicht dasselbe wie schneller abspielen oder Zeug ausm Tape rausschnipseln um Fehler zu korrigieren!

Bei nem Effekt ist jedem klar, dass das ein Effekt ist aber nicht jeder weiß, dass James langsamer gespielt hat! Das ist für mich Beschiss!

Wenn, dann sollte Metallica das außen auf der CD für jeden deutlich sichtbar angeben, dass James das Album langsamer eingespielt hat und Lars' Getrommel künstlich begradigt werden musste! Für mich wäre das ein Umtauschgrund!!!! ☢️
 
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Wenn, dann sollte Metallica das außen auf der CD angeben, dass James das Album langsamer eingespielt hat und Lars' Getrommel künstlich begradigt werden
musste!

Mich interessiert nicht die Bohne wie schnell Hetfield spielt, wie oft Ulrich sich vertrommelt, Page sich verspielt oder besoffen ist und was weiß ich noch.
Wenn die CD sich gut anhört, dann ist's ne gute Produktion. So muss das sein (für mich).
Und live sind die eh' Bombe, genau wie Iron Maiden und viele, viele andere.
Und unser Orchester vom Stadttheater ist live auch Bombe.
 
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Dann würde ich mal schnell so ziemlich jedes Album markieren.

Aus einem Grund geht man schliesslich ins Studio.

Effekte sind aber nicht dasselbe wie schneller abspielen oder Zeug ausm Tape rausschnipseln um Fehler zu korrigieren!
Das ist kein Effekt, das ist Freddys Stimme. Gleichzeitig und mehrfach.
 
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Also wenn die Bands dermaßen tricksen dann kann man auch gleich auf AI-Musik umsteigen. :poop:
 
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