Hammond M3 mit Leslie 770 und Reverbverstärker

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Bin gerade dabei, mir eine M3 mit Leslie 770 und Hammond Reverbverstärker anzuschauen.
Die Hammond wurde generalüberholt und soll technisch auf dem besten Niveau sein, der Leslie ebenfalls.
Ungewöhnlich ist die Presetvorrichtung und der zusätzliche original Reverbverstärker.
Alles zusammen soll 1890 Euro kosten.

https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s...e-770-reverbspeaker-vintage/487035314-191-359

Ist das zuviel?
 
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Helmut
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das ist eine gute Frage?
Was bedeutet restauriert, das würde ich mir schon mal schriftlich geben lassen - Auflistung. Oftmals wird nur geölt und etwas Staub entfernt. Ich rede mal noch nicht von neuen Kondensatoren im Generator, aber Arbeiten wie die untenstehenden Arbeiten gehören für mich bei einer Restauration dazu:
M3
- Elektrik auf VDE Standard bringen
- evtl. neue Kondensaoren in der Linebox
- Zugriegel reinigen und fetten
- evtl. Tastenfilze erneuern
- bei Bedarf neue Busbars einbauen
Leslie:
- Elektrik auf VDE Standard bringen
- alle 4 Motoren reinigen und ölen
- Basstrommel auswuchten, sodass das Leslie möglichst leise läuft
- evtl. krachende Potis ersetzen und nicht nur mit Kontaktspray einsprühen

Und je nach Zustand ist da noch mehr zu tun. Das Problem bei den Spinettorgel ist, dass die Kosten einer richtigen Restauration den Wert des Instruments übersteigt. Kannst Du die Orgel testen ? Kennst Du Dich mit Hammond aus. Ich empfehle Dir unbedingt das Instrumenmt zu testen und wenn Du Dich nicht selber mit Hammond auskennst jemanden mit zunehmen, der weiss um was es geht.
in Grundsatzproblem bei den Spinettmodellen ist, das sich ein aufwändige Überholung wirtschaftlich nicht rechnet. Das ist teurer wie der Wert der Orgel. Es funktioniert aber, wenn jemand seine Orgel herrichtet, da spielt der Arbeitsaufwand dann weniger eine Rolle.
Das muß jetzt hier nicht so sein, aber oftmals wird nur das nötigste an solchen Orgeln hergerichtet um sie dann mit max. Gewinn weiterzuverkaufen. Also frage mal den Verkäufer nach der Geschichte der Orgel und warum er sie verkaufen will.


Der Preis ist ok, wenn alles top ist:
- M3 werden je nach Zustand so ab € 500 gehandelt. € 1000 nur bei einem sehr guten Zustand
- 770er ca. € 700 bei gutem Zustand
- Preamp II ca. € 75

Das Lesliekit für ein 147er kannst Du in der Kombination nicht verwenden. Originalzustand stimmt auch schon mal nicht. Der Presetselektor rechts ist zusätzlich eingebaut. Ob eine M3 einen Hall hatte, da bin ich nicht sicher, auch hier scheint mir etwas verändert zu sein. Aber beides Selektor und Hall sind ja nichts verkehrtes.

Ich hoffe ich habe Dir jetzt nicht Deinen Traum zerstört, aber mit den alten Hammonds kann man schon mal schnell danebenliegen.

Gruss Helmut
 
Grund: Triplet entfernt
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Die Restauration war lt. Aussage des Verkäufers sehr aufwändig. Er restauriert normalerwiese B3-Modelle, die M3 hat er bei einem Kauf anscheinend gratis dazu erhalten und sie wieder her gerichtet, Kondensatoren erneuert, Generator ebenfalls überholt, Zugriegel gereinigt, alles, was Du schreibst.
Der Leslie soll wie neu sein.
Ich schaue mir alles genau an, und werde ja sehen, wenn etwas komisch klingt.
Die Presets gab es ab Werk in einer Extraversion, das ist also schon was besonderes. Der Hall kommt von dem Extraverstärker, der aber original Hammond sein soll.
Der Leslie-Switch läuft über den Fußtaster des Preamps, soweit ich das verstanden habe.
Es soll aber alles funktionieren, wie es soll, d.h. M3-Speaker mit oder ohne Leslie oder nur Leslie, langsam und schnell oder break.
 
stefan64
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Hallo Andreas,

der Preset-Selector Electrotone ist im Orginalzustand relativ unbrauchbar - sorry. Schau mal hier:

- das funktioniert zwar alles ganz nett, ist aber eine hartverdrahtete Lösung - die sich zwar (mit zackigem Aufwand) ändern lässt, aber so würde ich das nicht als gerechtfertigt ansehen dafür mehr Geld zu bezahlen als ohne das Teil.
Genauso der 147er-Kit - der bringt Dir nix ohne einen Leslie 147.... und ausgebaut bringt er Dir soviel wie der Ausbau kostet wenn Du es machen lässt.
Ein Foldback wenigstens im oberen Manual, ok..... wenn man das Teil schon auseinander hat....
Schau Dir´s an.

ciao,
Stefan
 
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Das Leslie 770 wird ja mit dem Fußschalter am Preamp umgeschaltet, das ist doch viel praktischer, weil man die Hände frei hat, und nicht andauernd nach links greifen muss.

Und noch eine Frage: Ist ein 770 nicht sogar besser als ein 147?


Das auf Youtube gezeigte Electone-System ist übrigens nicht identisch mit dem der angebotenen M3. Aber ich schaus mir natürlich an.

Letztlich ist alles wohl vor allem eine Preisfrage.
 
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Das Leslie 770 wird ja mit dem Fußschalter am Preamp umgeschaltet, das ist doch viel praktischer, weil man die Hände frei hat, und nicht andauernd nach links greifen muss.

Und noch eine Frage: Ist ein 770 nicht sogar besser als ein 147?


Das auf Youtube gezeigte Electone-System ist übrigens nicht identisch mit dem der angebotenen M3. Aber ich schaus mir natürlich an.

Letztlich ist alles wohl vor allem eine Preisfrage.
Ob man lieber mit dem Fuß oder der Hand die Motorensteuerung macht, ist Gewöhnungssache evtl. Ansichtssache. Ich selber schalte mit dem Fuß, weil ich glaube mit der Hand keine Zeit zu haben, aber wenn ich Musiker wie Simon oder Martin sehe, die haben alle Zeit der Welt.
:tongue:
Das 770er Leslie ist ein gut klingendes Transistorleslie. Das 147er ist halt ein gut klingendes Röhrenleslie. Wenn man die Orgel gern verzerrt oder angezerrt spielt ist ein Röhrenleslie besser. Das 147er wird in etwa doppelt so teuer gehandelt wie das 770er.
 
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Da ich die M3 ausschließlich für Jazz gebrauche, ist der Verzerrungseffekt für mich nicht so wichtig wie für einen Rockorganisten.
 
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Das Leslie 770 wird ja mit dem Fußschalter am Preamp umgeschaltet, das ist doch viel praktischer, weil man die Hände frei hat, und nicht andauernd nach links greifen muss.

Wie schon gesagt, Geschmacks- oder Gewöhnungssache. Für mich geht nichts über einen Halfmoonschalter. Und wenn Du Dir die Gospelorganisten ansiehst, die greifen ja
alle paar Takte mit dem rechten Arm nach links rüber, um den Leslieschalter zu betätigen. :)
 
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Gestern habe ich mir die M3 und den Leslie angesehen.
Die M3 ist sehr gut hergerichtet und voll funktionsfähig, alles tut, wie es soll und klingt richtig gut.
Der Leslie 770 sieht praktisch wie neu aus und läuft super, und der Preamp bietet einen zusätzlichen Eingang für weitere Signale, was auch kein Nachteil ist. Auch der separate Reverbspeaker ist sehr gut, denn er bringt echten Röhrenhall dazu.
Deshalb habe ich mich entschieden, das Ganze zu nehmen, zumal der Transport im Preis inbegriffen ist und der Verkäufer sich sowohl mit der M3 wie mit dem Transportieren gut auskennt.
 
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Heute hat der Verkäufer die M3 geliefert, es war ein schweißtreibendes Stück Arbeit, diese über 100 Kilo eine Treppe hoch zu kriegen, dagegen war der Leslie 770 ein Kinderspiel. Aber jetzt steht alles, und alles funktioniert.
Mein Fender Rhodes hat damit eine echte Hammond an der Seite. Und es ist wirklich genauso wie beim Rhodes: "the real thing" ist allen Klonen eindeutig überlegen, jedenfalls dann, wenn man nur im Heimstudio spielt und sie nicht ständig herum transportieren muss.
Die M3 ist Jahrgang 1958, so wie ich selbst!
Der Reverbspeaker verleiht dem Ganzen noch mehr Raum, und der Leslie macht richitg schön Wind im Studio.
 
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Hier sieht man mal das Ganze:
Und hier die M3 im Detail:
und das ist der Lesie 770 mit dem Hammond Reverbspeaker:
 
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Der 770er ist vom Gehäuse her ein in Antwerpen oder Dänemark gefertigter. Was steht auf dem Typenschild? Broedere Joergensen?
 
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Ja, das stimmt, er ist in Dänemark gefertigt. Gut erkannt!
 
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Hallo Don,

an was konntest du erkennen, wo das 770er Gehäuse gefertigt wurde.

Gruß
Günter
 
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Hallo Don,

an was konntest du erkennen, wo das 770er Gehäuse gefertigt wurde.

Gruß
Günter

Hallo Günter,

die europäischen (Dänemark, Antwerpen, Norderstedt) haben diese "hohe Stirn" - nenne ich es mal. Das Maß zwischen oberstem Schlitz und Unterkante Zierleiste. Außerdem hat die Zierleiste ein charakteristisches Profil - anders als die US-oder UK-Leslies. Und die etwas stumpfe Lackierung.
Es mag auch andere Ausführungen geben, aber wenn sie so aussehen, wie dieses, dann ist es ein kontinental-europäisches.
 
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Brödr Jörgensen hat in den 70er in Lizenz auch Hammondorgeln mit Transistorverstärker gebaut, zum Beispiel das Modell TR 100.
Sie hatten den Vertrieb für Hammond und Leslie für Deutschland und Nordeuropa
 
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Danke für die Auskunft. Ist sehr interessant dies zu wissen.

Gruß
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Jedenfalls bin ich froh, dass ich für meine erneuerte M3 mit Leslie 770 und Reverbspeaker incl. Transport nur 1950 € bezahlt habe und nicht um die 8000€ für eine A100.
Die M3 hat zwar kein Foldback und keine Subregister im Untermanual, aber sie spielt sich doch wie eine richtige Hammond und hört sich auch so an, abgesehen davon, dass ich als Anfänger die Vollpedale einer A100 gar nicht spielen könnte.
Das Einzige, was mir echt fehlt, sind die zwei zusätzlichen Zugriegelpaare mit den beiden Presets zum schnellen Umschalten während des Spielens, das ist bei der M3 rein manuell ziemlich knifflig.
 
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