Hammond SK1 Besitzer - Problem mit Velocity bei angeschlossenem Midi Keyboard

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kreacher
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Liebe Hammond SK1 Besitzer,

kann mir vielleicht jemand helfen:

Ich hab an meiner SK1 ein Doepfer D3M Midi Keyboard mit "eigentlich" der gleichen Fatar Tastatur drin angeschlossen.
Es gibt ja bei der Hammond SK1 den tollen Parameter Menü>Control>Keyboard>Velocity-Offset mit dem man das Anschlagverhalten der Extra Voices wunderbar anpassen kann, so das ein Piano oder Rhodes nicht zu blechern klingt, sondern gut an das eigene Anschlagverhalten gedrosselt werden kann und smoother klingt.
Die interne Tastatur lässt sich bei mir problemlos eistellen, nur wirken sich die Einstellungen in beide Richtungen keineswegs auf das angeschlossene Midikeyboard aus, was den Spaß doch sehr behindert, da ich sehr gerne auch auf dem Lower Manual brauchbar Extravoicese einsetzen würde..

Daher meine Frage, kann mir jemand sagen, ob sich das generell anpassen lässt, oder geht das am Ende überhaupt nicht?

Oder anders gefragt, falls jemand bereits ein zweites Keyboard an seiner SK1 benützt, kann jemand mal kurz probieren, ob bei ihm die Änderung des Parameteres Velocity-Offset etwas auf dem Lower Manual verändert oder nicht? Falls ja, könnte man vielleicht über einen Configuration Vergleich dem Problem auf die Schliche kommen?

Das wäre mega, wenn mir irgendwer weiterhelfen könnte, ich sitze schon ewig an dem Problem und finde keine weiteren Ansätze, was ich noch in den Einstellungen ändern könnte...

Grüße, Andi
 
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kann mir vielleicht jemand helfen:

Sicher - das ist alles eine Frage des Geldes! :D

Die Anschlagdynamik-Abstimmung zwischen Tastatur und Klangerzeuger ist immer ein heikles Thema.
Aber für die Dynamikkurven ist eigentlich immer die sendende Tastatur zuständig.
Deshalb kannst Du bei Deiner Hammond SK1 beeinflussen, wie die interne Tastatur die internen Sounds oder auch die Sound extern angeschlossener Klangerzeuger ansteuert.
Die SK1-Einstellungen beziehen sich also immer auf die SK1-eigene Tastatur.

Für die Dynamikkurve eines externen Manuals (in Deinem Fall das Doepfer d3m) wäre somit eindeutig das d3m zuständig.

Die gute Nachricht:
Auch das d3m bietet unterschiedliche Velocity-Einstellungen.
Diese können im "Programming Mode" in Bank 5 "Velocity mode" eingestellt werden .

Die schlechte Nachricht:
Es gibt nur eine einzige Kurve mit wirklicher Anschlagdynamik (die Dir ja leider nicht passt).
Alle anderen senden nur feste Velocity-Werte (also keine Anschlagdynamik) und man kann wählen, welcher feste Wert zwischen 20 und 127 (in 10er-Schritten) gesendet werden soll.
Das mag der Orgel-Ausrichtung des d3m geschuldet sein, denn Orgeln haben nun mal keine Anschlagdynamik.
Pech gehabt!

Die teure Lösung:
Wenn Du keinen Computer o. ä. zwischen d3m und SK1 hängen möchtest (davon gehe ich aus), gibt es ein hilfreiches Wunderkästlein: den MIDI Solutions Velocity Converter

223522.webp


Der kann einfach in den MIDI-Weg gehängt werden, wird über MIDI mit Spannung versorgt und man kann eine passende Velocity-Kurve auf die vom d3m gesendeten MIDI-Daten anwenden, die mit der SK1-Tonerzeugung harmoniert.

Viele Grüße
Torsten
 
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Danke Torsten, das ist ja ein super Tipp, ich denke so ein Velocity Converter wirds dann wohl werden!!
 
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Die MIDISolution Teile sind gut, leistungsfähig, etwas teuer und nicht immer leicht zu programmieren. Du könntest dir erstmal mit einem kostenlosen MIDI Monitor schauen, welche Velocitywerte dein Döpfer bei welchem Krafteinsatz sendet und welche Velocitywerte deine SK1 empfangen soll.

Das ergibt dann eine Zuordnung von Eingabe- zu Ausgabewerten, die entweder eine Tabelle ist oder sogar in eine Formel gepackt werden kann. Damit kannst du dann viel gezielter ein Gerät suchen, was genau diese Konvertierung erlaubt.
 
taxman
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Ich habe, bevor ich in den Converter investiert habe, die Daten mit "MIDI-OX" gescheckt, und dann mit dem "MIDI Velocity Curve Changer by Trombrettworks" angepasst. Beides Freeware. Damit bekommst du erst einmal Einblick in die Materie und kannst im laufenden Betrieb deine Idealkurve austüfteln. Die Werte kannst du dann gut für den Midisolution Converter übernehmen. Da ist mE das Austüfteln mit dem nicht so komfortabel.
 
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Die MIDISolution Teile sind gut, leistungsfähig, etwas teuer und nicht immer leicht zu programmieren.

Ja, deswegen hatte ich auch "Die teure Lösung" geschrieben.
Aber, wie Du sagst, die Teile sind gut - ich habe einen Quadra Merge seit über 20 Jahren klaglos im Einsatz.
Kosten auch richtig was, aber kommen immerhin aus Kanada.

Die Programmierung über MIDI-Sysex-Befehle ist klingt abschreckend, aber es gibt ein passendes Programm hierfür und, wenn alles mal eingestellt ist, hat man einen völlig problemlosen Betrieb.


Du könntest dir erstmal mit einem kostenlosen MIDI Monitor schauen, welche Velocitywerte dein Döpfer bei welchem Krafteinsatz sendet und welche Velocitywerte deine SK1 empfangen soll.

Kann nicht schaden. Statt zu schätzen/auszuprobieren, welche Werte die SK! empfangen soll, würde ich den Spieß umdrehen und stattdessen schauen, welche Werte die SK1 im Vergleich zum d3m sendet. Man kann bei der SK1 die vier Velocity-Kurven auch für die externe Zone, d. h. den MIDI-Ausgang wählen und dann vergleichen.

Dennoch glaube ich, dass bei den 40 Kurven des Velocity Converters etwas passendes dabei ist und ansonsten noch ein völlig frei definierbare User-Kurve zur Verfügung steht.
Ein weiteres schönes Detail ist, dass man jedem MIDI-Kanal eine eigene Kurve zuweisen kann, so dass z. B. Kanal 2 für das SK1-"Untermanual" eine andere Mapping-Kurve haben kann wie z. B. Kanal 4, der zur Ansteuerung eines Rack-Expanders genutzt wird usw.

Ich kenne übrigens kein vergleichbares Gerät eines anderen Herstellers, deshalb auch nur dieser eine Hardware-Vorschlag meinerseits.


Damit kannst du dann viel gezielter ein Gerät suchen, was genau diese Konvertierung erlaubt.

Das ist ein interessantes Projekt. :)
Man könnte z. B. ohne Ton (das beeinflusst zu sehr) eine - bitte gern längere - Passage auf mit beiden Tastaturen einspielen und dann mit bewährten statistischen Methoden aus diesen Daten eine ziemlich gute Mapping-Tabelle für das d3m berechnen zu können, damit es sich so verhält wie die SK1-Tastatur.

@taxman hat gerade geschrieben, dass es hierfür bereits fertige Lösungen gibt (Freeware) - umso besser. Außer man hat den Ehrgeiz, das selber zu machen.

Nur bei einer Stelle bin ich mir nicht ganz sicher:
Damit bekommst du erst einmal Einblick in die Materie und kannst im laufenden Betrieb deine Idealkurve austüfteln.
"Im laufenden Betrieb" kling zwar optimal, aber für ein Mapping muss man ja das Verhalten beider Tastaturen vergleichen und, da die Doepfer "nicht passt", wird man automatisch niemals normal und natürlich spielen, weil man immer versucht, seinen Anschlag an das produzierte Klangergebnis anzupassen.
Oder ist das so gemeint, dass man im laufenden Betrieb so lange sucht, bis man eine passende Kurve in der Software gefunden hat und eine solche Kurve dann nur noch in der endgültig eingesetzten Soft- oder Harware-Lösung finden muss?

Wenn man bedenkt, dass bei Digitalpianos, bei denen man zwischen "weichem, normalem und hartem Anschlag" wählen kann, sich dabei aber an der Tastatur mechanisch natürlich nichts ändert, sondern nur die Velocity-Kurven angepasst werden, was ein völlig unterschiedliches Spielgefühlt hervorruft.

Wie dem auch sei - das Problem ist sicher lösbar!
Und Einblicke in die Daten, die durch die Gegend geschickt werden, sind immer gut.

Viel Erfolg
Torsten
 
taxman
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Ich habe so mein Doepfer damals super an meinen Stage angepasst. Da gab es enorme Probleme bei den Pianos. Rechner zwischen Master und Tonerzeugung und dann mit der Kurve so lange rumgespielt bis das Ergebnis passte. Die so "erspielte" Kurve hab ich dann als Userkurve in VelocityConverter nachgebaut. Das geht so einfach mit dem VC nicht, mE.
 
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Ich habe so mein Doepfer damals super an meinen Stage angepasst. Da gab es enorme Probleme bei den Pianos.

Das kann ich nachvollziehen - hatte mal massive Probleme, als ich glaubte, ich könne aus Platzgründen einfach einen Expander an die Orgel hängen und die Nicht-Orgel-Sounds von der Orgel aus spielen.
Welch ein Irrtum - und das in einer Live-Situation, ohne es vorher ausprobiert zu haben (selber schuld).

Und, stimmt, beim Velocity Converter kann man nur Kurven einstellen, aber nicht analysieren usw.

Viele Grüße
Torsten
 

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