Handwerkskunst! Wie man eine Elektro-Gitarre baut

Scheint mir auch sehr viel Geld.
Wenn das Material 1000 Euro kostet und man die Stunde mit 40 Euro ansetzt kann der Meister 100 Stunden an einer Gitarre schrauben.

Falsch gedacht...
Wenn der Meister 40€ pro Stunde kalkuliert, ist er recht schnell pleite...
zum Stundenlohn kalkuliert man zusätzlich i.d.R. 107% Das ist das Geld welches ich für die Werkstatt/Strom/Miete/Versicherungen/Steuerberater/Putzfrau/BlahBlahBlah aufwenden muss. ;)
Ich habe auch erst mal geschluckt, als da was von 5000€ +/- gesagt wurde, aaaaber, das Teil wird komplett in Handarbeit in Deutschland gefertigt. Und der ausgebildete "Zupfintrumentenbauer" möchte auch ganz gerne etwas an der Klampfe verdienen.
Er könnte natürlich auch günstiger kalkulieren, indem er CNC- Fräsen einsetzt, Anlernkräfte, BlahBlahBlah... und die Produktion von, sagen wir mal 10- 15 Gitarren pro Anno auf 1000- 1500 erhöht... ;)

Was ich mit diesem Beitrag sagen möchte... es ist müßig über Preise und deren entstehung zu diskutieren.
 
Preise von Konsumartikeln werden nicht mit einer Aufschlagskalkulation festgelegt, sondern nach der Zahlungsbereitschaft des Kunden.:)
 
Preise von Konsumartikeln werden nicht mit einer Aufschlagskalkulation festgelegt, sondern nach der Zahlungsbereitschaft des Kunden.:)
Hach ja... ich verstehe deinen Sarkasmus :prost:

Was ich aber noch sagen wollte, der Eingangspost: Das ist ein toller Film
Danke @Luckie den Tröööt. :great:
 
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Scheint mir auch sehr viel Geld.
Wenn das Material 1000 Euro kostet und man die Stunde mit 40 Euro ansetzt kann der Meister 100 Stunden an einer Gitarre schrauben.

Andererseits scheint er genau eine Gitarre zu bauen. Sehr luxuriös. Eine Kleinserie vielleicht 10 Stück könnte den Preis enorm senken. Vielleicht halbieren ??

Was sagt der Fachmann zu meinen laienhaften Kalkulationen:cool:

So habe ich auch kalkuliert...Deswegen bleibt bei mir Nichts über. Das höre ich immer wieder von meiner besseren Hälfte - die hat Kauffrau gelernt..
Im Ernst, 5000 erscheint mir auch zu hoch, nur es bleibt nicht bei reinen Material und Leistungskosten. Werkstattkosten,(Miete) Energiekosten, Werkzeugverschleiß, Berufshaftpflicht, Steuern, Kosten für Helfer oder Angestellte. Dann gibt es auch Misserfolge, es geht etwas kaputt - alles muss mit aufgefangen werden.
Ich habe das auch erst viel zu spät begriffen, und dann festgestellt, das ich bei den ersten Teilen sogar teilweise draufgelegt habe, wenn ich das mitrechne.!!
 
Da muss ich Rainer recht geben. Unverschämt gute Preise und Arbeit !
 
Also mich würde ja mal interessieren, wie viel Zeit beim Bau wirklich draufgegangen ist. Von Null, alles in Handarbeit, ohne CNC und mit dieser zumindest offensichtlichen Gelassenheit.

Und mal abgesehen davon, was ich von der Optik der Gitarre halte - Auch eine 5k Gitarre (fraglich, ob der junge Mann die tatsächlich selbst löhnen musste) löst ja nicht bei jedem, egal wie gut sie nun wirklich ist, unbedingt sofort Freudentränen oder hysterische Jubelanfälle aus. Da spielt neben der Persönlichkeit eines jeden einzelnen auch die Tagesform und die Tatsache mit rein, dass die wenigsten eine Kamera vor der Nase als "entspannte" oder "normale" Situation empfinden. Und auch richtig ist ja, dass man sich an Neues erst einmal gewöhnen muss. Man müssten den Kunden eben in einem halben Jahr noch mal fragen, wie er zur Klampfe steht.

Aber ja, auch ich finde 5000 Schleifen für eine Gitarre viel Geld. Mehr als ich jemals dafür werde ausgeben können (inflationsbereinigt - versteht sich ;-) ). Das Video an sich ist aber tatsächlich nett anzusehen und lässt zwar so interessantes wie Halsausrichtung außer Acht. Sonst sieht man aber doch ganz gut, wie viel Arbeit drin steckt. Wobei man auch in dem Video nicht erwähnt, dass heute häufiger doch mit CNC gearbeitet wird.
 
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Ich finde die kleine Doku wirklich gut gemacht.

Würde ich so viel Geld für eine E-Gitarre ausgeben? Don't think so (bei A-Gitarren sieht das anders aus...).
Aber mal soherum - was kostet ein Custom Shop Gitarre? Wie viel mehr Handarbeit steckt hier drin? Was ist dem Kunden das Wissen wert, dass er ein absolutes nur für ihn gemachtes Einzelstück hat? "One of One"? Offenbar ist da schon ein Markt da, und den verstehe ich auch. Ist halt auch eine Sache von Angebot und Nachfrage.

Ich finde, dass eine neue E-Gitarre "eigentlich" wirklich nicht mehr als 2.000 EUR kosten "darf". Aber wie gesagt, wo ein Markt ist...
 
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Hi zusammen,
ich möchte mich mal hier einklinken.
Zunächst stelle ich fest, es ist zumindest mein Eindruck, dass dort ein Fachmann eine Menge von seinem Handwerk versteht. Der Film zeigt auch seine Begeisterung mit der er seine Instrumente baut. Ob das abklopfen des Holzes nur Hype oder Unsinn ist, kann und möchte ich auch nicht Beurteilen. Ich finde aber dass jeder Künstler ( Instrumentenbau ist Handwerkskunst) die Freiheit hat, was sein Werk an Wert haben soll. Dabei geht es nicht nur nach bertriebswirtschaftlichen Vorgaben. Darum finde ich die Frage bez. der Kosten für solch ein Instrument nicht wichtig, solange er Abnehmer dafür hat, die seine Arbeit zu schätzen wissen/glauben.
Obwohl ich den Film interessant, teilw. auch lehrreich finde, ist mir aufgefallen, dass gerade die Arbeiten mit der O-Fräse so ganz ohne Werkzeugabdeckungen/ Absaugung ausgeführt wurden. Oder habe ich da was übersehen? Das ist schon abenteuerlich, sehr gefährlich und grob fahrlässig. Vielleicht wurden diese nur zu Filmaufnahmen entfernt? Selbst dann..., naja.
Trotzdem: guter Film, gute Reportage

Gruß
 
Gute Reportage! Bin allerdings kein Anhänger der Tonholz-Sache, daher ist mir das alles ein wenig zu Esoterisch was die Holzauswahl angeht.

Die komplette Handarbeit ohne CNC finde ich aber sehr cool. Ich bezahl so 2,4-7,7k für eine Semicustom für die CNC verwendet werden und die aus Polen kommen. Würde daher auch den Preis hier als gerechtfertigt ansehen.
 
Ohne dem "Kollegen" nahe treten zu wollen: Einige Dinge (Arbeiten und Handgriffe) wären anders gemacht viel schneller und einfacher gewesen. Das Aussägen und danach rundum fräsen? Mit einer Tischkopierfräse und einer Schablone wäre das in 4-5 Minuten in einem Arbeitsgang sauber erledigt worden. Auch das Shaping, erst sägen, dann ausstemmen, schleifen.... vieeeeel zu kompliziert und zu viel Aufwand. Man kann es mit "Handarbeit" auch übertreiben!! Ich glaube nicht, das er alle Gitarren so anfertigt. Zu viel Show und Fake...
(Sorry!)


. PIC01594.JPG
 
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Hi,

ich finde den Bericht sehr schön und die hier entstandene Gitarre ist sicherlich jeden Cent wert-vorallem wenn man die Mondpreise von Gibson/Fender Customshops vergleicht!
Ich kenne zwei Gitarrenbauer die auf dem Niveau arbeiten und die gegensätzlicher nicht sein könnten...Nick Page und Joe Striebel...auch bei denen kommen diese vollkommen gerechtfertigten Preise heraus.

Was mich ein klein wenig stört bei dem Bericht...:
Ich bin seit über 10 Jahren Gitarrenberater/Verkäufer und kann regelrecht spüren, dass der Kunde eigentlich ein recht anderes Instrument wollte.
Er wurde vom Erbauer ausgiebig beraten....soweit gut, aber er wurde sicherlich zu einigen Details hingeführt, die er vorallem in ihrer Summe so im Endeffekt nicht wollte. Das merkt man ihm stark an als er das Instrument präsentiert bekommt...da ist keine Begeisterung, und diese wird auch nicht kommen...

Gruss,
Bernie
 
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Ich liege bei meiner custom, die ich in Auftrag gegeben habe auch in dem Preisbereich. Ebenfalls komplette Handarbeit. Auch custom PUs und paar extras.

Ich denke am wichtigsten ist sie Kommunikation mit dem Gitarrenbauer. Es gab auch Lösungen die für mich nicht in Frage kamen. Da muss man einfach miteinander gescheit reden bzw. diskutieren.

Ich finde es schade bei der schönen Maserung komplett drüber zu lackieren. Gut gebaut wurde sie.

Das Cellulose als Holz bezeichnet wird störte mich ein bißchen. Da hauptsächlich Lignin den Unterschied zwischen verholzten und nicht verholzten Teilen der Pflanze ausmacht. Übrigens ist auch gerade der Abbau durch Pilze oder Bakterien bei lignin extrem schwierig, während zuckerarten wie cellulose, cellobiose usw. leichter zugänglich sind. Was nach dem Fällen größtenteils übrig bleibt ist dann auch klar. Zu Lebzeiten kommt natürlich beides in der Zellwand von Holz vor.
 
Ich bin seit über 10 Jahren Gitarrenberater/Verkäufer und kann regelrecht spüren, dass der Kunde eigentlich ein recht anderes Instrument wollte.
Er wurde vom Erbauer ausgiebig beraten....soweit gut, aber er wurde sicherlich zu einigen Details hingeführt, die er vorallem in ihrer Summe so im Endeffekt nicht wollte. Das merkt man ihm stark an als er das Instrument präsentiert bekommt...da ist keine Begeisterung, und diese wird auch nicht kommen...

Das ist exakt das, was ich auch festgestellt habe.
Die erste Reaktion des Kunden hätte durchaus euphorischer sein können. Hat er wirklich exakt das bekommen, was er wollte bzw. was er sich erträumt hatte? Siehe Minute 44:00. War es wirklich in seinem Sinne, dass sich von Konzeption bis Umsetzung alles "eigentlich komplett verändert" hat und worin liegen die Gründe?

Es zählt bekanntlich der erste Eindruck und wenn da der Funke schon nicht überspringt, hat die Gitarre, so gut sie auch gemacht ist, ein latentes Potenzial, ein Weiterverkaufskandidat zu werden.
 
Ich finde 5.000,-- für eine völlig nach Wunsch gebaute Gitarre ganz in Ordnung. Für Gibson Custom Shop gibt man das ja auch aus.
Vorausgesetzt natürlich, der Meister versteht sein Fach und liefert wirklich ein Top-Instrument.

Zwei Probleme bleiben allerdings bei solchen Einzelstücken:

Wie sie wirklich aussieht, klingt und sich anfühlt, weißt du erst, wenn du sie fertig in der Hand hast.
Erwartungshaltung und Ergebnis müssen nicht zwingend übereinstimmen, wenn du keine Vergleichsinstrumente hast.

Problem No. 2 ist der Wiederverkaufswert. Da wird das gute Stück nie mit einer teuren Gibson mithalten können.
Je individueller desto schwieriger. Dieses Einzelstück gehört dir dann, aber so ist es im Grunde ja auch gedacht.
Deine Maßschuhe kann ein anderer auch nicht brauchen, vor allem, wenn du eben nicht die Normfüße und einen Allerweltsgeschmack hast.
 
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Wie sie wirklich aussieht, klingt und sich anfühlt, weißt du erst, wenn du sie fertig in der Hand hast.
ich hab, glaube ich, grosses glück gehabt mit meinem gitarrenbauer.
er hatte ja modelle da, und er wusste, welchen Sound ich haben wollte.
wenn die Kommunikation stimmt, bekommt man auch, was man sich
vorstellt, jedenfalls bei ihm. ich bin nach wie vor happy, über die Gitarre.
ich hatte auch den eindruck, der junge im film war nicht so ganz glücklich.
vielleicht braucht man selber auch etwas Erfahrung, um zu wissen, was man
denn nun eigentlich so genau will.
Problem No. 2 ist der Wiederverkaufswert
das kann man getrost abschminken, da einen guten schnitt zu machen, es sei denn
man ist "weltberühmt" oder der gitarrenbauer. das sollte einem vorher klar sein,
wenn man sich auf sowas einlässt. meine Gitarre hat den wert hauptsächlich
für mich selbst.
 
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das kann man getrost abschminken, da einen guten schnitt zu machen, es sei denn
man ist "weltberühmt"......

Promibonus gilt hier nicht als Maßstab. Clapton könnte vermutlich auch eine von ihm gebrauchte Zahnbürste teuer verkaufen.
 
ich hab, glaube ich, grosses glück gehabt mit meinem gitarrenbauer.
er hatte ja modelle da, und er wusste, welchen Sound ich haben wollte.

Das finde ich auch essentiell. Ich habe kleine wie große Hersteller auf den Gitarrenshows wie custom guitar show oder guitar summit gesehen. Jeder hatte mehrere Modelle dabei. Darunter auch übertriebene "showoff" Gitarren, um zu zeigen was man alles kann. Von Mus ähnlichen touch pads über Leds und verrückte Elektronikkonfiguratioen mit mehr Schaltern als man zählen kann, gab es alles. Ich wurde auch immer zum testen eingeladen.

Bei der eigentlichen Planung saß ich dann 2-3 Studen mit meinem Gitarrenbauer zusammen, um zu ergründen was ich will. Klare Vorstellungen und viele Adjektive zum umschreiben helfen auch wieder sehr. Beim PU Aufbau habe ich zum Beispiel fast keine Ahnung so das ich gesagt habe mir ist egal wie der PU gebaut wird, aber er muss genau soso und so klingen. Manchmal musste man dann eine Lösung suchen, was dann auch mal länger gehen kann, bis es richtig passt.

Auch die PU Hersteller hatten Kooperationen, so dass man Ihre PUs auch testen konnte. Wobei ich da nicht weiss ob man sagen hätte können: "bau den PU mal schnell ein, möchte ich testen."

Bischen Überraschung ist natürlich immer dabei, aber alles was ich getestet habe wie Halsprofil oder Form, kann ich ungefähr einschätzen. Wenn mich was am Klang stört, kann mein Gitarrenbauer auch je nach dem noch ein bischen was tweaken.

Sinn macht das Ganze wohl nur, wenn es so eine Gitarre nicht von der Stange gibt. Sonst kommt man echt billiger und sicherer von der Stange weg. Einer der Gitarrenbauer sagte zu mir "Ich baue nichts von der Stange, eine Standard Gibson Les Paul oder eine Fender Strat können die großen besser wie ich. Wenn es was besonderes sein soll, was du bauen willst, dann bist du hier richtig. Komm mit all deinen Ideen, egal wie ausgefallen."
 
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...könnte natürlich auch n kleines Dilemma für alle Beteiligten sein, denn wenn der Gitarrist sie los werden will und aufm Markt (sprich ebay, Foren) postet, wird der Erbauer verschnupft reagieren weil das natürlich negativ auf ihn zurückfällt....schlechte "Spirale" die bei sowas losgetreten werden kann, weshalb prinzipiell in einer Solchen Sache äußerste Sorgfalt und ne richtig fette Portion empathisches Einfühlungsvermögen bei den Projektbesprechungen seitens des Herstellers erstes Gebot sein muss!
...und wenn es nur zu der Erkenntnis führt, dass der Erbauer für die Vorstellungen seines Kunden für sich zuviele Kompromisse eingehen muss und deswegen den Auftrag ablehnt!

Sollte mal jemand zum Joe Striebel kommen und ne Gothic-Metal Axt haben wollen, so wird der sicherlich freundlich und dankend ablehnen und dem zB. den Siggi Braun empfehlen...Grenzen zu erkennen ist wichtig...und professionell!!
 
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