Hat ein Zwerchfellbruch Auswirkung auf Stimme?

von Daw12345, 24.12.16.

  1. Daw12345

    Daw12345 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.12.16   #1
    Hallo :) bei mir wurde vor kurzem ein Zwerchfellbruch festgestellt. Da ich immer ein wenig Probleme mit meiner Stimme habe (Heiserkeit) wollte ich fragen, wie sehr ein Zwerchfellbruch denn Einfluss auf die Stimme hat? Das Zwerchfell ist ja für den Gesang das wohl fast wichtigste. Hat jemand hier schon Erfahrung mit diesem Problem und hat ein Zwerchfellbruch überhaupt Einfluss auf die "Fähigkeit" des Zwerchfells?

    Frohe Weihnachten an alle :)
     
  2. Vali

    Vali Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 24.12.16   #2
    Guten Morgen und Frohe Weihnachten!

    Es kann gut sein, dass Stimmprobleme von einem Zwerchfellbruch kommen können (muss aber nicht wenn der klein ist). Ich hoffe, der ist nicht allzu groß bei dir. Das Zwerchfell selbst ist das nicht das Problem, sondern eher der Reflux wenn es der Magen ist der hochgerutscht ist. Was hat dir der Arzt denn geraten?
     
  3. Daw12345

    Daw12345 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.12.16   #3
    @Vali er meinte das es eher eine funktionelle Störung ist und ich soll auf jeden Fall meine Ernährung umstellen...da bin ich auch schon dabei :D...nur hat mir die Diagnose ein wenig Angst gemacht...

    Weil du geschrieben hast, du hoffst es ist nicht so groß, kann der eigentlich durch Zwerchfellübungen größer werden bzw. Kann man ihn durch starke Stimmübungen verschlechtern? :)
     
  4. Vali

    Vali Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 24.12.16   #4
    Huhu!

    Nee, keine Sorge, die Größe der Zwerchfelllücke ist angeboren, darauf hat der Trainingsstand keinen Einfluss. "Funktionell" klingt so, als ob der Magen nicht dauerhaft sondern nur ab und zu hoch aber wieder runterrutscht. Das nennt man auch Gleitbruch. Da kann man mit Ernährungsumstellung im Sinne von abnehmen gut was gegen machen. Wenn von unten nicht zu viel drückt, dann bricht der Magen auch nicht durch die Lücke.

    Solange du keinen Reflux hast, kannst du mMn also unbesorgt mit so einem Gleitbruch singen.

    Wenn aber auch ein Reflux vorliegt, kann das wegen der aufsteigenden Säure aber stark belastend für die Stimmbänder sein und müsste auch wegen der Gefahr einer Verätzung der Speiseröhre behandelt werden. Auch da hilft eine Ernährungsumstellung. Welche genau weiß ich jetzt nicht, da ist jeder Mensch unterschiedlich und bin keine Ernährungsberaterin. Aber heiser bist du ja nicht, oder? Wenn die Stimme sonst gut funktioniert, wüsste ich sonst nicht warum das Singen eingeschränkt werden soll. :)
     
  5. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 24.12.16   #5
    @Vali
    Klingt so, als wäre das vergleichbar mit einem Leistenbruch. Ist das Zwerchfell auch sowas wie Bindegewebe?
     
  6. Daw12345

    Daw12345 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.12.16   #6
    @Vali das Problem ist dass ich seit ca. 2 Jahren nicht mehr so gut meine Stimme belasten kann, weil ich sofort heiser werde, und ich hatte das Gefühl oft morgens (ähnlich wie Asthma) dass meine Stimmbönder geschwollen sind, deswegen haben sie bei mir auch die Magenspiegelung gemacht um zu checken ob es Reflux ist und dann haben sie das mit dem Zwerchfell entdeckt...mir funktionell meinte der Arzt, dass es eher mit der Ernährung zusammen hängt als mit dem Bruch, da war ich zuerst mal beruhigt, doch dann kam mir in den Sinn, dass eben Singen und Zwerchfell zusammengehört :)

    Aber wenn ich durch Übungen nichts verschlimmern kann, bin ich schon mal mehr als nur beruhigt! :)
     
  7. Vali

    Vali Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 24.12.16   #7
    Das Zwerchfell ist ein breiter, dünner Muskel, der Brustraum von Bauchraum trennt. Bindegewebsstränge sind da natürlich auch drin. Das Zwerchfell hat natürliche Lücken, durch die die großen Adern, Nerven und die Speiseröhre durchlaufen.
    Unter Zwerchfellbruch versteht man in der Regel ein Hochrutschen des Magens durch die Zwerchfelllücke von der Speiseröhre. Ein Leistenbruch ist ein Rausrutschen von innerem Bauchfett und/oder Darm an einer Schwachstelle am Leistenband oder gar durch den natürlichen Leistenkanal selbst.
    "Bruch" im Zusammenhang mit Bauch bedeutet also dass Bauchorgane irgendwo aus dem Bauch durch eine Lücke rausrutschen, aber ohne dass der Bauchraum offen wär (Organe sind also sicher im Bauchfell verpackt). Da ist im Gegensatz zum Knochenbruch also nichts kaputt gegangen!

    Beim Zwerchfellbruch ist das Blöde, dass der obere Verschluss des Magens durch das Hochrutschen zu locker ist und man deshalb zu Reflux neigt. Die langfristig beste Methode dagegen ist Druck aus dem Bauch zu nehmen indem man durch Ernährungsumstellung und Sport das innere Bauchfett reduziert, sodass der Magen zurück in die natürliche Position im Bauch rutscht. Da das aber auch eine Änderung des Lebensstils ist, schaffen das leider nicht viele, aber es lohnt sich in vielerlei Hinsicht, u.a. natürlich auch dem Singen. :m_sing:

    Drücke die Daumen, dass die Stimmbeschwerden bald Geschichte sind!! :great:
     
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  8. Daw12345

    Daw12345 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.12.16   #8
    @Vali Danke dir sehr für die ausführliche Erklärung, es klingt tatsächlich doch nicht so schlimm wie "Bruch" klingt :) ich hoffe auch durch einen neuen Lebensstil wird es besser :)
     
  9. broeschies

    broeschies Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.12.16   #9
    Ich habe auch einen Zwerchfellbruch. Alles Relevante ist im Grunde schon gesagt. Hin und wieder habe ich eine Stimmreizung durch den Reflux, aber generell halten sich bei mir die Probleme in Grenzen. Das wesentliche Problem ist, wie Vali schon beschrieben hat, dass der Magen nicht immer vollständig schließt. Die Magensäure ist recht aggressiv und kann, wenn sie hochkommt, die Stimmlippen reizen. Bei mir passiert das v.a. in der Nacht beim Liegen. Deshalb habe ich auch eine relativ starke "morning voice". Was helfen kann ist den Oberkörper etwas höher zu lagern, solange dich das nicht beim Schlafen stört. Ansonsten gibt es bestimmte Lebensmittel, die ich halt meide bzw. nicht zu viel esse. Bei mir persönlich sind es v.a. Nüsse.
     
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  10. Shana

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    Erstellt: 24.12.16   #10
    Welcher Art sollte die Ernährungsumstellung in so einem Fall sein? Wird ein Zwerchfellbruch begünstigt, wenn jemand dick ist? Oder warum passiert sowas?
     
  11. broeschies

    broeschies Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.12.16   #11
    Der Zwerchfellbruch ist i.d.R. angeboren bzw. bei der Entwicklung der Bauchorgane "passiert". Der Bruch selbst verändert sich i.d.R. nicht, hat aber zur Folge, dass der Magen permanent oder manchmal über das Zwerchfell hinaus nach oben rutschen kann. In diesem Fall schließt er dann oft nicht richtig und es kommt zu einem Reflux.

    Die Ernährugnsumstellung ist dahingehend, dass das Volumen des Magens möglichst gering gehalten wird, damit wenig Druck drauf ist und der Magen nicht so leicht aufgeht. D.h. es sollte alles vermieden werden, was den Magen bläht (was genau das ist kann individuell sein) und man sollte eben auch nicht zu viel essen, damit sich der Magen nicht ausdehnt.
     
  12. Vali

    Vali Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 24.12.16   #12
    Das mit der Ernährungsumstellung ist eine sehr individuelle Sache, da gibt es leider kein Patentrezept. Dem einen hilft es sich vegetarisch zu ernähren, dem anderen eher mediterrane Küche, bei anderen reichts Kaffee, Milch, Tomaten, Zitrusfrüchte oder was auch immer einzelnes wegzulassen. Andere kriegen das rein mit Sport ohne Ernährungsumstellung weg. Da muss man also selbst experimentieren. Übergewicht vom Bauchtyp (Apfeltyp) ist ein großer Risikofaktor, weil der Magen durch das innere Bauchfett hochgedrückt wird. Inneres Bauchfett soll sowieso böse und an allem schuld sein :twisted: also weg damit auch wenn man normalgewichtig ist. :engel:

    Ursache für Zwerchfellbruch kann angeboren sein, weil die Lücke größer ist, der Magen mobiler ist als bei anderen, etc.. Häufig ist es aber eine Folge von Übergewicht.
     
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  13. Daw12345

    Daw12345 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.12.16   #13
    @Vali @broeschies dass man vor dem schlafen gehen eine Weile nichts mehr essen sollte, ist ja ziemlich bekannt. Gilt das eigentlich auch für Getränke (Wasser und Tee)? Glaubt ihr es verstärkt den Reflux wenn man vor dem schlafen gehen noch viel trinkt?
     
  14. broeschies

    broeschies Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.12.16   #14
    Meine persönliche Erfahrung ist, dass das WAS wesentlich entscheidender ist als das WANN. Ich esse oft spät abends noch (und trinken sowieso).
     
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  15. Vali

    Vali Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 30.12.16   #15
    Das was broeschies schreibt, deckt sich auch mit den Erfahrungen von Leuten mit Reflux, die ich kenne. Höre oft, dass Alkohol und Cola am Abend am schlimmsten sein soll. Ein paar können abends noch Tee trinken, empfinden das sogar als angenehm, andere vertragen abends kein kaltes Wasser. Einige haben mit Kohlensäure ein Problem, andere nicht. Ich denke, das hängt auch ein bißchen mit dem Schweregrad zusammen, aber auch damit dass es bei jedem unterschiedliche Trigger gibt :nix:

    Vielleicht hilft dir ja ein Ernährungstagebuch für ein paar Wochen oder Monate. Aufschreiben, wann man was gegessen und getrunken hatte, und wann welche Beschwerden (Heiserkeit, Husten, Aufstoßen, Kloßgefühl, Sodbrennen, etc.) auftreten. Da kristallisieren sich dann schnell die Verdächtigen raus. Dann mal gezielt probieren die Verdächtigen weglassen, ob es dann besser ist, oder gezielt nehmen und gucken, ob es wiederkommt. Dann hast du deine Schuldigen.
     
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  16. broeschies

    broeschies Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.12.16   #16
    Ja, das ist sehr individuell. Was bei mir z.B. gar nicht geht ist Sekt, das schäumt den Magen quasi auf. Wein hingegen ist kein Problem bei mir.
     
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