Hallo,
es wurde schon gesagt: es ist eine Marketing-Kampagne mit Geschmäckle.
Handwerklich ist das Marketing - wenn man nicht konservativ bewertet - gut, moralisch dagegen verwerflich.
Natürlich schafft man mit dem Habitus des Verbotenen, des Skandals Aufmerksamkeit. Dabei ist es den Werbenden offenbar völlig egal, ob sie maßlos übertreiben oder gar glatt lügen.
Ich finde das - wie Vieles bei Heino übrigens - befremdlich.
Musikalisch gesehen ist das eine relativ billige Coverplatte. Wenn der Hype nicht wäre, wäre es belanglos.
Die Sache dem Heino selbst zuzuschreiben, halte ich für eine Überbewertung der Person. Dahinter stecken Profis, der Mann arbeitet nicht alleine, vielleicht sogar noch am wenigsten an der ganzen Geschichte. Seinen Gesang fand ich noch nie gut, er klang stets und tut es immer noch schwarzbraun wie die Haselnuss, er hat keinen Groove, es fröstelt einem unangenehm.
Musikalisch macht das alles keinen Sinn, folglich geht es um Geld und offenbar erfolgreich, denn einige bislang eher als heino-fern zu betrachtende Konsumenten interpretieren ihn nun als Ikone des Humors.
Dabei versteht der Mann eigentlich gar keinen Spaß und die Lieder sind ja auch nicht witzig. Dazu hätte es einer Bearbeitung (mehr Mühe und dann vielleicht wirklich das ein oder andere Verbot) bedurft.
Auch ein "lustiges" Cover:
Das Lied ist nicht verboten, zur Nationalhymne gehört heute allerdings aus historischen Gründen nur die dritte Strophe.
Das hatte wesentlich mehr Anrüchigkeit als sein neuestes Schlageralbum.
Respekt kann ich weder für das eine noch das andere zollen, da rollen bei mir nicht die Rs, sondern die Fußnägel.
Grüße
Jürgen