Herangehensweise für ein 'gutes' Gitarren-Solo

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Lao
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Hallo!
Mich interessiert wie ihr an ein Solo für einen eigenen Song herangeht. Mich faszinieren die Solos anderer Musiker, wenn sie ein "Gesicht" haben, starke Element, die einen oder besser mehrere Wiedererkennungspunkte haben.

Ich habe mich in den vergangenen Jahren von meiner "ich improvisiere alles Methode" verabschiedet, denn ich habe so ein gutes Grundpaket an Techniken und Licks, die auch an schlechten Abenden funktionieren. So kam es bestimmt öfter vor, dass ich an einem Abend immer 'das gleiche' Solo gespielt habe. Bei einer gerade angehörten lokalen Band ist mir so etwas wieder einmal aufgefallen.

Darum habe ich jetzt für nahezu alle Songs, in denen ich das Solo spiele, ein festes Solo. Hierzu habe ich z.B. ältere Aufnahmen der Songs abgehört und mir die besten Teile zu einem Solo zusammen gestellt oder auch einfach ein Loop des Soloteils am Rechner laufen lassen und kleinere oder größere Teile aus den dann entstandenen Aufnahmen herausgepickt, zusammengestellt und anschließend das Solo gelernt.
Wie kommt ihr zum guten Solo?
 
Eigenschaft
 
Wichtig ist imho sein musikalisches Verständnis auszuweiten und viele verschiedene Musikstile zu hören und so Ideen zu sammeln, auf die man vorher nie gekommen wäre.

Grundsätzlich bediene ich mich aber entweder beim festen System der Kirchtonarten oder den Pentatoniken. Aber beides vermischen tue ich nicht.
Sobald die Tonart im Song eindeutig definiert ist, wird solange auf diese Weise improvisiert, bis es gut klingt.
Leiterfremde Töne oder Tritonus reinzubringen halte ich immer sehr vorsichtig und nur an wenigen Stellen, wo dieses scharfe Intervall wirklich Sinn macht.
Man will dem Publikum ja auch was geben, womit es was anfangen kann.
Anschließend überlege ich, wie ich das Solo gestaltungstechnisch noch aufhübschen kann: Bending, Sweeps, etc.
Der letzte Schritt ist ein rhythmisch sichereres und klares Vibrato, das zum Tempo des Songs passt einzüben und dabei nur mit dem Finger auf der Saite zu rollen, statt sie halb zu benden.

Manche werden wegen dieser eher technischen Herangehensweise aber eher den Kopf schütteln :D
 
Meine eigenen Lieblingssoli hab ich lustigerweise fast ausschließlich im Kopf geschrieben. Ich denke da nicht an die bestimmten Töne, sondern habe einfach Melodien im Kopf die ich später umsetze.
 
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Es gibt viele verschiedene Herangehensweisen. Wenn Du Dir die Großen aufmerksam anhörst und insbesondere ihre Live-Aufnahmen mit den Soli vergleichst, die sie im Studio aufgenommen haben, wirst Du schnell sehen, dass auch sie meistens verschiedene "Schubladen" haben, in die sich ihre Soli einordnen lassen. Solche "Schubladen" sind z. B.:

- Melodiöse Soli. Diese sind meistens zumindest in Grundzügen ausgearbeitet und haben sehr einprägsame Melodien. Ihre Aufgabe ist es, den Song zu ergänzen und sich möglichst nahtlos in diesen einzufügen. Als Beispiel fallen mit auf Anhieb die ersten Soli von Sweet Child of Mine oder viele Soli vom Bon Jovi-Album Slippery when Wet ein. Aber auch die meisten Soli auf Pop-Scheiben sind dieser Kategorie zuzuordnen. Wenn Du also einen einprägsameren Song - besonders eine Ballade - schreiben willst, solltest Du Dir eine Melodie vorstellen, die gut zur Stimmung des Songs passt, diese dann auf der Gitarre spielen und dann mit gitarrentypischen Techniken (Bending, Vibrato, Slides, etc.) bearbeiten, um die einfache und vielleicht etwas sterile Melodie etwas "schmutziger" zu machen.

- Hard Rock-Soli. Bei diesen ist es in erster Linie das Ziel, dem Publikum Deine Fähigkeiten als Gitarrist zu präsentieren. Als Beispiel fallen mir z. B. die Soli von Randy Rhoads bei Mr. Crowley, die meisten Soli von Yngwie Malmsteen, One und Creeping Death von Metallica oder das berüchtigte "Get the Funk Out" von Nuno Bettencourt ein. Diese Soli sind entweder voll ausgearbeitet oder haben zumindest ausgearbeitete Parts (meist eben die schwierigsten Teile). Die schnellen Licks am Anfang vom ersten Mr. Crowley-Solo oder die Tapping-Passage von Get the Funk Out spielen nicht einmal Gitarristen wie Randy oder Nuno einfach so und ohne Vorbereitung. Für diese Soli gilt also: tief in Deine Trickkiste greifen und die Mörder-Licks irgendwie in das Solo einbauen.

- Geplante Improvisation. Diese Herangehensweise war z. B. sehr typisch für Stevie Ray Vaughan. Wenn Du seine Blues-Improvisationen miteinander Vergleichst, wirst Du schnell feststellen, dass Stevie für die meisten seiner Songs - besonders für die Live-Improvisationen - ein "Gerüst" hatte, dass es nach Belieben variierte. Die Live-Versionen von Texas Flood fingen z. B. meistens mit ganz leisen, sehr sanft gespielten T Bone Walker-mäßigen Doublestop-Licks an, und im zweiten Imtro-Chorus kamen dann die großen Albert-Bendings auf der hohen E-Saite. Diese klangen immer wieder anders, aber wenn Du die Improvisationen vergleichst, siehst Du schnell, dass Stevie immer ähnliche Licks an immer den gleichen Stellen der Blues-Progression gespielt hat. Neben Stevie verwendet z. B. auch Warren Haynes oft diese Herangehensweise.

- Freie Improvisation. Hierzu gibt es nicht viel zu sagen - diese Herangehensweise ist typisch für lange, ausgedehnte Jam-Sessions. Jimi Hendrix hat z. B. bei Songs wie Voodoo Child oder Red House gerne mal völlig frei Improvisiert, und ich habe auch den Eindruck, dass auch das berühmte Fillmore East-Album der Allman Brothers viele Passagen enthält, die sehr frei improvisiert sind. Problem hierbei ist natürlich, dass Du extremes Können brauchst, wenn Du mit dieser Herangehensweise Musik machen willst, die nicht nur Dir, sondern auch Deinen Zuhörern Freude bereitet.

Welche Herangehensweise Du auch immer für Deine eigenen Soli wählst: Du solltest Dir bewusst darüber sein, was Du willst. Wenn Du nämlich für jeden Deiner Songs die freie Improvisation wählst, läufst Du Gefahr, Dich zu verzetteln und schlecht zu spielen. Auch besteht die Gefahr, dass Du immer und immer wieder die Licks spielen wirst, die Du schon sicher beherrschst, da Du Dich so durch sämtliche Passagen "durchmogeln" willst.

Sehr wichtig ist m. E. noch, dass Du immer bewusst über die Architektur eines Solos nachdenkst: stell Dir einfach vor, Du müsstest eine Geschichte erzählen, ohne dafür Notizen oder ein Manuskript zu haben. Hier würdest Du wahrscheinlich auch erst einmal einen Moment nachdenken und die die Grundstruktur der Geschichte vergegenwärtigen: Einleitung - 1. Kapitel - 2. Kapitel - Hauptteil - Höhepunkt - Ausklang, etc. Genau so solltest Du es machen, bevor Du an eine Improvisation herangehst: es macht z. B. von einigen Ausnahmefällen (sehr extreme Heavy-Soli) wenig Sinn, gleich im ersten Takt mit 180 über das Griffbrett zu rasen und Deine neuesten Tapping-Licks zu präsentieren. Dies ist so, als ob Du das Ende der Geschichte erzählen würdest, bevor Du den Zuhörern überhaupt den Titel nennst und ihnen erzählst, worum es geht. Eric Clapton und Dickey Betts sind z. B. ganz große Meister in dieser Hinsicht: sie verstehen es, durch den Einsatz von Dynamik und Pausen gleich am Anfang des Solos Spannung zu schaffen, dann den Höhepunkt auszuarbeiten und es an Ende so ausklingen zu lassen, dass man sich völlig befriedigt fühlt.
 
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Sehr wichtig ist m. E. noch, dass Du immer bewusst über die Architektur eines Solos nachdenkst: stell Dir einfach vor, Du müsstest eine Geschichte erzählen, ohne dafür Notizen oder ein Manuskript zu haben. Hier würdest Du wahrscheinlich auch erst einmal einen Moment nachdenken und die die Grundstruktur der Geschichte vergegenwärtigen: Einleitung - 1. Kapitel - 2. Kapitel - Hauptteil - Höhepunkt - Ausklang, etc. Genau so solltest Du es machen, bevor Du an eine Improvisation herangehst
word! So und nicht anders!

Höre dir den Backingtrack an und stell dir vor, ein richtig mies geiler Gitarrist würde jetzt auf die Bühne laufen und anfangen, sein geilstes Solo ever runterzubratzen.
Man neigt dann dazu, recht "viel" zu hören (im Kopf), aber diese Fantasie-Soli sind teilweise sehr aufschlussreich. Nicht unbedingt dafür, was man dann konkret spielen muss, aber für ebenjene Architektur. Wenn der Gitarrenheld trotz seiner immensen Skills nicht gleich voll loslegt, sondern z.B. bei einem bestimmten Akkordwechsel erst aufdreht, dann sollte man genau dies in seinem Solo berücksichtigen.

Ansonsten kann man sich auch einfach mal überlegen, was für ein Solotyp noch im eigenen Set fehlt. Ich hab heute erst ein Uptempo-Tonleiter-Rauf-Runter-Solo geschrieben, weil derzeit in keinem Song unserer Band ein solches von mir kommt - stattdessen hab ich eher die melodiöseren, tragenden Soli und deswegen wollte ich einfach mal was zum "Angeben" haben, damit keiner auf die Idee kommt, ich wäre als Rhythmusgitarrist schlecht & zweitklassig :D :rolleyes:
 
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Hallo und danke für die interessanten Beiträge! Eine sehr schöne Zusammenstellung. Zur Vervollständigung können jetzt noch beispielsweise Spieler wie Brian May, Larry Carlton und auch John Scofield genannt werden (also Rock und Jazz), die Ihre Soli nach eigenen Aussagen nicht auf Skalen und deren Lagen aufbauen, sondern sich in ihrer jeweiligen Lage immer tonal um den aktuellen Akkord bewegen und orientieren. Brain erwähnte einmal, er höre seine Sololinien i.d.R. wenn er ein Stück die ersten Male anhört. Pat Metheny erwähnt in einem Interview, daß er sich als Hörer und Musikfan betrachtet, der während des Spiels überlegt, welche Note wohl jetzt als nächstes im aktuellen Kontext am besten klingen und er hören möchte, um sie dann zu spielen. Der große Eddie VH hat sich mal (im Fachblatt Musikmagazin) als reiner Improvisierer beim Erstellen eines Solos geoutet, nach eigener Aussage nur bei "Running with the devil" nicht....

Ich wünsche Euch allen coole Solos und vielleicht äußert sich ja noch weitere über ihre Vorgehensweisen.

Mein aktuelles Lieblingssolo übrigens zu hören am Ende des Songs "Me neither" von Brad Paisley.
Nochmal Danke!!!
 
also ich spiel normalerweise einfach drauf los ähnlich der oben erwähnten vorgehensweise von Eddie VH ;D meistens kommt dann was brauchbares bei raus =) man muss sich einfach vollkommen auf die musik einlassen und dann läuft das :D
die strukturierung eines solos klingt aber auch interessant ;D werds mal austesten =)
 
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Wenn man dazu neigt, in sinnfreies Skalen-rauf-und-runter-Gedudel zu verfallen oder seine Improvistationen einfach grade einfallslos und langweilig findet, dann lohnt es sich Melodien über das Lied zu singen. Dabei ist man dann etwas losgelöster vom Griffbrett und man hört zwangsläufig auch mehr auf das, was man "spielt". Natürlich bedarf es ein wenig Übung, bis man das, was man da singt auch auf der Gitarre umsetzen kann, aber es lohnt sich und ist nicht die schwierigste Aufgabe. Es gibt einige mitunter auch als sehr virtuos bekannte Gitarristen, die das wohl sehr häufig so praktizieren. Steve Vai macht das unter anderem so und mir hilft diese Technik auch immer wieder.
 
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Beim schreiben eines Songs improvisiere ich natürlich in den mir bekannten Lagen und Skalen. Aber nur so lange, bis ich bestimmte Teile habe, die mir gefallen.
Diese füge ich dann zu einem gesamten Solo zusammen und ergänze vll noch hier und da einige Kleinigkeiten.

Sobald das geschafft ist, steht das Solo und es wird nichtmehr improvisiert.

Auf der Bühne würde es mir nie einfallen ein Solo zu improvisieren. Da hätte ich zuviel Bammel, dass ich es nicht schaffe den gewünschten Effekt mit dem Solo zu erzielen.
Außerdem kann man durcharrangierten Soli viel besser üben und den Wiedererkennungswert darf man auch keinesfalls unterschätzen.

Der einzige Augenblick, bei dem ich auf der Bühne improvisieren würde, wenn ich mich verspielt hätte und nichtmehr ins ursprungssolo rein komme...
 
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Meine Vorredner haben bereits schon das Wichtigste geschrieben.

Meiner Meinung nach ist es ja auch unterschiedlich, ob du ein Solo für eine Aufnahmen vorbereitest, oder live eins reinhaust.

Für eine gute Aufnahme macht es schon Sinn sich vorher die Frage zu stellen, was ich damit ausdrücken will und was für ein Song das ist.
Bei einer Ballade z.B. was melodisches, bei einem "groovigen" Track was fetziges, usw...
Dann über den vorhandenen Track (sofern der schon steht) ein bisschen improvisieren, bis du merkst,
welche Parts von deiner Impro gut zum Song passen. Und auf diesen baust du dann weiter auf.
Somit hast du bald schon ein gutes Solo erarbeitet, welches du speziell für Aufnahmen auch immer gleich spielen können solltest.

Live sieht das manchmal schon anders aus:

Du weist ja bereits vom Üben zu Hause (oder in der Bandprobe) wie dein Solo klingen muss (sollte...).
Das kannst du live 1:1 umsetzen. Oft passierts auch, dass man auf der Bühne so geflasht ist,
und doch wieder was komplett anderes spielt :D

Zusammenfassend kann ich dir nur raten viel über deine Tracks zu improvisieren.
Daraus kristallisiert sich dann schon das passende Solo heraus.
 
Rude Mood hat es schon sehr gut erklärt.

Und für jene die ohne theoretischen Hintergrund und eher naiv an die Sache herangehen, quasi aus dem "Bauch heraus" spielen. Man stelle sich währenddessen vor, mit einer Frau in die man bis über beide Ohren verknallt ist, Liebe zu machen. Eigenschaften wie Hingabe, Authentizität, Kreativität und angemessene Sensibilität werden sich somit (hoffentlich) von selbst einstellen.

Auch das sollte, zumindest bei einer Jam-Session, zu einem "guten Gitarrensolo" führen können... :cool:
 
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Wichtig ist es meiner Meinung nach Prioritäten zu setzen und diese können von Song zu Song unterschiedlich sein - ein melodiöser song sollte nicht totgeshredded werden, aber ich finde es auch legitim einfach mal ein technisches Solo in einem Song unterzubringen. Was viele vergessen ist die Rhythmik und der Groove eines Solos. Grundsätzlich versuche ich immer einen überzeugenden Anfang und ein überzeugendes Ende fürs Solo zu haben, dazwischen wird es dann meistensauch gut :)
 
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Das Solo auf der zugrunde liegenden Akkord-Folge aufbauen; nicht in einer Box bleiben, sondern möglichst das gesamte Griffbrett nutzen.

LG Hubert
 
Rude Mood hat es schon sehr gut erklärt.

Und für jene die ohne theoretischen Hintergrund und eher naiv an die Sache herangehen, quasi aus dem "Bauch heraus" spielen. Man stelle sich währenddessen vor, mit einer Frau in die man bis über beide Ohren verknallt ist, Liebe zu machen. Eigenschaften wie Hingabe, Authentizität, Kreativität und angemessene Sensibilität werden sich somit (hoffentlich) von selbst einstellen.

Auch das sollte, zumindest bei einer Jam-Session, zu einem "guten Gitarrensolo" führen können... :cool:

Um bei der Analogie zu bleiben: ja, Hingabe und Sensibilität ist gut. Aber noch effektiver ist es meistens, die Frau nach allen Regeln der Kunst (die man beherrschen muss) professionell abzuschleppen. Nice guy finishes last! Also: ran an die Modes!!!

Sorry für meine Ironie...

- - - Aktualisiert - - -

Das Solo auf der zugrunde liegenden Akkord-Folge aufbauen; nicht in einer Box bleiben, sondern möglichst das gesamte Griffbrett nutzen.

LG Hubert

Hallo Hubert,

es fällt mir schwer, Dir zu widersprechen, da ich auf Deinem Youtube-Channel gesehen habe, dass Du sehr gut spielst, aber trotzdem: über das gesamte Griffbrett spele ist nicht immer der einzig gute Weg. Ich habe eher den Eindruck, dass man dadurch leicht in Skalengedudel verfällt und sich wirklich auf dem Griffbrett verirrt. Jimi Hendrix, Jimmy Page, Alvin Lee und noch viele andere haben oft ihre Hand in einer Lage des Griffbretts "verankert" und mithilfe der Noten in dieser einzigen Lage sehr gute Soli gespielt. Das Solo von Hey Joe ist z. B. komplett in der 12. Lage gespielt.
 
Es hilft sich gegen das Skalengedudel zu Übungszwecken auf nur eine Saite zu beschränken und die dann hoch und runter zu spielen. So wird man dazu gezwungen mehr auf Melodie und die gespielten Töne zu hören und es ist recht schwer, nur noch Skalen zu dudeln. Trotzdem ist der Spieler am Skalengedudel immer selbst schuld, denn nicht die verwendete Skala, Position oder Mode bestimmen, was gespielt wird, sondern der Spieler selbst bestimmt das. Und wenn der Spieler nichts außer Skalen rauf und runter im Kopf hat, so wird er nur Skalen rauf und runter spielen. Die Melodie muss also im Kopf stattfinden und dann ist es auch kein Problem, über das gesamte Griffbrett zu spielen, ohne in besagtes Skalengedudel zu verfallen.
 
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... Das Solo von Hey Joe ist z. B. komplett in der 12. Lage gespielt.
Ich möchte hier nur ergänzen, dass das die Stelle ist, die Hendrix scheinbar mit den Zähnen spielt. In dieser Spielposition darf man dann auch mal in einer Box bleiben. Natürlich gibt es auch gute Solos, die sich nur in einer Lage abspielen - das bezweifle ich ja gar nicht. Die Frage des Threaderstellers war aber "Wie kommt ihr zum guten Solo?"

LG Hubert
 
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Hallo und ein zweites Danke für die tollen Statements. Nur eine Anmerkung: Technisches Können, theoritischen Wissen und auch jahrelanges Spielen sind kein Garant für ein 'gutes' Solo! Zum Glück wird das immer noch durch Inspiration, Gefühl und Eure Finger maßgeblich beeinflußt. Long live the Blues!!!

Aus diesem Grund ein Ausruf an alle 1-Saiten-3-Noten-Solo-Spieler, äußert Euch!!!

Denn: Vor den 80ern hätte jeder akademische Spieler bei der Beschreibung von Solos mit denen The Edge weltberühmt wurde und millionen Nachahmer bekam nur die Stirn in Falten gelegt ;)
 
Nur eine Anmerkung: Technisches Können, theoritischen Wissen und auch jahrelanges Spielen sind kein Garant für ein 'gutes' Solo! Zum Glück wird das immer noch durch Inspiration, Gefühl und Eure Finger maßgeblich beeinflußt. Long live the Blues!!! ;)


:gruebel: Nix schlimmer, als Gefühl, Inspiration und gute Finger zu haben und das dann wegen technischem Unvermögen definitiv nicht umsetzen zu können. Fast noch schlimmer die, die es dann wider besseren Wissens/Hörens trotzdem versuchen.
Naja, nicht ganz so schlimm, aber jahrelanges Spielen, technisches Können und theoretisches Wissen sind schon ganz gute Grundlagen, die alleine natürlich nicht reichen, aber für die Umsetzung der genialen soloideen recht hilfreich sind.
Hilfreich ist bei gutem technischem Können auch, bei schlechter Laune oder fehlender Lust einfach auf ein Repertoire zurückgreifen zu können und so zumindest im Zusammenspiel immer ein akzeptables Level zu haben. ( Ich kann es leider nicht/kaum)
 
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Ich spiele sehr selten Soli, was an meinem Stil liegt:
Ich arbeite als einziger Gitarrist in meiner Alternative-Band eher mit komplizierten, raumfüllenden Akkorden, die den Platz zwischen Stimme des Sängers und Bass zumachen. WENN ich ein Solo spiele, dann häufig als Arpeggio oder Zerlegung eines der vorhergenannten Chords.
In meiner Blues-Band arbeite ich auch sehr eng über die Akkorde aber mehr Timing-orientiert und häufig mit Call-And-Answer Pattern.

Oder ich zerlege eine Pentatonik. Funktioniert auch^^

Es kommt immer darauf an, was der Song braucht und wenn man so ein Nu-Metal mäßiges Riff hat, das einfach knallt lasse ich lieber dem Drummer oder dem Bassisten den Vortritt bei einem Solo.
 
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Stimmt...Gefühl und Inspiration sind wohl der "heilige Gral", wenn es um Improvisation geht. Aber sie sind alleine nicht genug. Ohne technisches Können kommt man auf der Gitarre eben nicht weit. Picasso wäre nicht Picasso geworden, wenn er nicht die "Hände" gehabt hätte, die es ihm erlaubt haben, das umzusetzen, was in seinem Kopf war.
 

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