Hilfe bei Soli

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Art Bounty
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Hallo,

Ich komme mit meinem solospiel nicht recht weiter.
Es hört sich immer nur nach Arpeggios und Skalen an.
Harmonisch oft interessant und schön, aber strukturell eher
mechanisch und vorhersagbar.
Irgendwie gelingt es mir nicht dem Ganzen einen melodischen,
erzählenden Kontext, eine übergeordnete Struktur oder thematische Leitlinie zu verpassen.
Ich wäre sehr dankbar für Tipps oder Literatur, die mir weiterhelfen können.
 
Eigenschaft
 
Hm, ein Solo kann aus verschiedensten Elementen oder "Bausteinen" zusammengesetzt werden. :)
  • Zitate oder Variationen von (Gesangs-) Melodielinien aus dem Lied,
  • Standard Licks aus dem jeweiligen Genre (Rock Licks, Blues Licks, Metal Licks, je nachdem), dabei gerne auch Zitate anderer Gitarristen,
  • Läufe und Arpeggien.
Wenn Du dann noch auf die Zieltöne der Akkorde, die gerade dran sind, aufpasst bzw. diese verwendest (Grundton, Terz, seltener Septime oder None), dann solltest Du eine umfangreiche Palette an "Bausteinen" zur Verfügung haben.
Wie Du diese dann kombinierst bzw. aneinanderreihst, da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. :)

Hilft Dir dieser Denkanstoß weiter? :)


Nachtrag:

Literaturtipp könnte "Schule der Rockgitarre Teil 2" von A. Scheinhütte sein, das Buch befasst sich wohl vorwiegend mit dem Solospiel.
Allerdings weiß ich nicht, ob Du auch "Rockgitarre" spielen willst. :)
 
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Hey,
eine sehr interessante Fragestellung, auf die ich dir jetzt nicht wirklich viele Hilfreiche Tips habe. Außer: Zuhören und Melodie/Gesangslinien nach Gehör nachzuspielen. Dafür einfach das Radio einschalten und spontan versuchen mitzuspielen (vielleicht sogar ein Sender, der vom Stil her komplett dagegen geht).

Ich sehe jedenfalls, dass du gerade dabei bist, dich vom Gitarristen hin zum Musiker zu entwickeln!:great:
 
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Hoi
Falls es dir darum geht, songdienliche Melodien zusammenzustellen, dann empfehle ich
  • Weg mit der Pentatonik, her mit der Kirchentonleiter
    • Keine Bange, dazu musst du nicht auf dem grünen Rasen beginnen. Erweitere die Pentatonik um die zwei restlichen Töne, die dir noch fehlen.
  • Achte auf Akkordwechsel und reagiere darauf
    • Spiel auf den Akkordwechsel hin den jeweiligen Grundton (passiert meistens auf der Zählzeit '1')
    • Kann mit der Zeit auch angepasst/erweitert werden. Z.B. Spiel auf den Akkordwechsel immer die Quarte od. Quinte des Akkords.
  • Weniger ist mehr
    • Phrasierungen auf einzelnen Tönen sind effektiver, als zwingend sämtliche Töne einer Tonleiter spielen zu müssen. Hab den Mut, auch mal über längere Zeit auf demselben Ton zu bleiben.
  • Rhythmische Variation
    • Es gibt 8tel und 16tel. Aber es gibt auch ganze Noten, halbe Noten, Viertel...... Bau sie alle in dein Solo ein. Fang ruhig an und baue deinen 16tel Lauf am Schluss des Solos ein.

Viel Spass.
 
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Hoi
Falls es dir darum geht, songdienliche Melodien zusammenzustellen, dann empfehle ich
  • Weg mit der Pentatonik, her mit der Kirchentonleiter
  • Achte auf Akkordwechsel und reagiere darauf !!!
  • Weniger ist mehr
  • Rhythmische Variation

Viel Spass.

100% Zustimmung, und zusätzlich auch auf die Dynamik (laut/leise) achten

:opa: :D
 
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Rhytmik ist in der Tat oft ein Weg relativ einfaches interessanter zu machen. Es gibt zusätzlich ja auch noch Dinge wie 5er und 6er Gruppen etc

sowie Polyrhtmische Ansätze die eigentlich kaum jemand spielt .....

Man kann auch vll den charakteristischen Rhythmus des Themas aufgreifen. Es gibt auch das Konzept vom Melodischen und Harmonischen Rhythmus. Sprich: Schau dir an , wie schnell wechseln die Changes und wie welchen Grundpuls hat das Thema dazu etc...

Es lohnt sich oft Skalen mal in Intervallen zu spielen , also in Terzen in Quarten , Qutinen und Sexten . Damit bricht man etwas raus aus den ewigen Sekund und Terzschritten....

Ein weiteres Prinzip wäre das Substituieren. Man nimmt Sachen die man schon kennt und setzt sie in einem neuen Zusammenhang ein . z.b.: ein Em7 Arpeggio über C-Dur spielen um eine C dur mit 9 Sound zu bekommen etc...

Motivisch arbeiten und "in der Form spielen " . Wenn du z.b. ein Solo über 2 mal die gleiche harmonische Schleife spielst. Nimm dir für jeden Durchgang ein Motiv vor , das zu im Zuge des Chorus entwickelst. zweite kann dabei vll schneller lauter und höher und weiter sein. Dafür mit etwas weniger Gas einsteigen und einen schönen Bogen bauen. Gegebenfalls kann man auch die harmonische Schleife in kleinere Einheiten unterteilen.
Was Motivik betrifft evtl mal bei den klassischen Kollegen vorbeischauen


Ich zum Beispiel mache da oft den Fehler zu viel unterbringen zu wollen. Dabei wirkt es oft schlüssiger wenn man eine konkrete Idee kompromisslos verfolgt....
Das ganze ist natürlich irrsinnig schwer und ich weiß auch nicht so recht wie man das gut macht. Außer eben regelmäßig üben... ;)

grüße b.b.
 
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Ich möchte noch anfügen, dass ein Solo nicht alleine im Raum steht - es bezieht die Dynamik und die Arbeit der anderen Musiker ein.

Solche Ideen können auch von Dir kommen - welche Unterstützung wünscht Du Dir an einzelnen Stellen Deines Solos?
Nur mal als Beispiel: relativ einfache, getragene Töne können sehr viel mehr Wirkung entfalten, wenn die Band in diesen Passagen etwas mehr treibt und füllt. Für sich alleine betrachtet findest Du es als Solist vielleicht langweilig oder vorhersehbar - ein organisches Zusammenspiel mit der Band kann daraus aber das Hauptelement des Solos und des songs machen. Natürlich funktioniert das auch umgekehrt - leite von langsamen, gemeinsamen Passagen durch einen Solopart ein schnelleres Feeling ein, in das dann alle druckvoll einsteigen. Ähnlich wirkungsvoll ist es, wenn während eines Soloparts, in dem Du rhytmisch passende, einzelne oder verbundene Töne spielst, die "Aufmerksamkeitscharakter" haben sollten, die Band diesen solopart unisono rhytmisch unterstützt - das wirkt wie "Ausrufezeichen" innerhalb eines ansonsten fließenden Solos.

Ein weiterer Gedanke: finde in Deinem Material für das solo heraus, welcher Part sich am ehesten dazu eignet, fortgeführt zu werden und eine kleine Geschichte zu erzählen und arbeite konsequent nur an diesem Part weiter - so schaffst Du selbst ein "Zentrum" des Solos - und die Aufgabe der anderen parts ist dann, darauf hinzuarbeiten bzw. dies wieder aufzulösen.

Versuch auch mal, an einer ungewohnten Stelle mit dem Solo einzusteigen - gerade nicht direkt mit dem ersten oder zweiten Akkord und mal auf einem "und" statt auf der 1. Lass einfach die Töne, die Du sonst vorher spielst weg und überleg Dir, wie Du "ungewohnt" einsteigen könntest - damit durchbrichst Du Hörgewohnheiten und hast schon am Anfang Deines Solos eine Aufmerksamkeit, die nicht mit der Melodie zusammenhängt, sondern mit der rhytmischen Struktur.

Das Gesagte funktioniert halt auch mit Solos, die Du schon hast oder wo Du mit dem Material an sich einverstanden bist. Probier mal aus, wie Du zusammen mit der Band an der Dynamik von den Solos arbeiten kannst - konkrete Vorschläge dazu sind meist hilfreich, besonders natürlich, wenn die Band sich gemeinsam zurückhalten oder steigern oder gewisse "Ausrufezeichen" setzen soll ...

just my 2,5 cent

x-Riff
 
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wow, so viele ausführliche und differenzierte Antworten!

@frama78: Danke für die Ermunterung! Ich sehe mich noch als Anfänger der
merkt, dass Gitarre echt schwer ist. :)
Hätte erwähnen sollen, dass ich bislang alleine spiele.
(Viele eurer Ratschläge beziehen sich ja auf das Spiel in der Gruppe.)
Es ist auch weniger eine technische Frage oder welche scales/arps in einem
best. harm. Szenario, als das fehlende oder amorphe Gesamtbild was mich stört.
Gemeinerweise fällt mir das während des Spielens nicht so auf.
Die Suche nach dem Klang steht stark im Vordergrund, dass Form und Inhalt zu kurz kommen.
Am Ende bleiben dann zwar schöne Töne übrig aber mit wenig übergeordneter Aussage.
Aber wahrscheinlich hilft, wie immer, nur viel spielen/hören und eben hoffen, dass mein
formales Verständnis sich entsp. entwickelt.
@B.B.: Skalen und Akkorde in Intervallen zu betrachten ist ein super Hinweis!
War in letzter Zeit ein echter Augenöffner für mich...

@all: Großen Dank nochmal für die vielen Anregungen!!

AB
 
spontan hab ich mir nach lesen deiner frage gedacht "geh mal nicht so "verkopft" und "mechanisch" an die sache ran". theorie schön und gut und wichtig, aber wenn man zu sehr darauf fixiert ist, kann das eben auch dazu führen, daß alles sich zwar richtig und schön anhört, aber auch seelenlos.

würde dir raten, die sache mal andersrum anzugehen. laß die theorie erst mal theorie sein. hör dir die songs, die parts fürs solo immer wieder an. mach die augen zu und versuche zu "erfühlen", was der song braucht. summ/sing dazu. klimper dazu auf der gitarre. sche*ßegal, wie sichs erst mal anhört. "spiel" im warsten sinne des wortes damit und laß dich dadurch inspirieren. steht eine grundidee kannst du immer noch die theorie auspacken, um sie auszuarbeiten.

denk immer daran - der ton macht die musik. theorie, technik ist nur mittel zum zweck dazu, aber nicht der zweck ansich.

um das zu verdeutlichen, was ich meine mal ein beispiel, das ich selber erlebt hab. ich will mit einem gitarristen zusammenspielen. zeige ihm meine aufnahmen. kommentar seinerseits - das solo klingt cool. zeig mir das mal bitte. ich zeigs ihm. folgekommentar - das geht nicht, das ist falsch. antwort meinerseits - sagst doch selber, daß es cool klingt... klar was ich meine ? :)

gruß
 
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Guck dir auch mal Frank Diez an wenns um Feeling in einem Solo geht.
 
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