Hilfe beim Einrichten von Gesangs-"Kabine"

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Hi!

Ich hätte gerne ein wenig Hilfe bzw. ein paar Tipps zum Einrichten meines kleinen Homestudios.

Da wir letze Woche ein neues Haus gekauft haben und da in den nächsten 3 Monaten einziehen werden, bin ich an neue Räumlichenkeiten gekommen. Und so gibt es in meinem neuen Zimmer, ein kleines Zimmer als Anhang, was wohl früher als begehbarer Kleiderschrank genutzt wurde. Da ich keinen begehbaren Kleiderschrank brauche, würde ich dort gerne eine Gesangs-"kabine" einrichten. Eigentlich ist es ja ein kleiner Studioraum oder Gesangsraum, oder wie auch immer man es nennen möchte.

Hier mal ein paar Bilder der Kabine allgemein.

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Meine Frage ist: Wie kann ich den Raum am sinnvollsten isolieren? Die Wände sind aus Beton, sodass der Schall ordentlich reflektiert wird. Ist es aber nötig alle Wände von oben bis unten zu isolieren und den Raum somit schalltot zu machen damit ich den Nachhall rausbekomm? Zur Info: Leider sind natürlich alle Wände symetrisch und ich bin da auch eher pessimistisch. Aber ich würde den Raum vor dem Isolieren auch mit Raufasertapete tapezieren, sodass die Betonwand dann nicht mehr frei liegt. Ich hab da schon unterschiedliche Antworten von versch. Leuten gehört, was meint ihr?

Und würdet ihr in einem reinen Gesangsraum (Amps sollen im Keller gesondert aufgenommen werden) Bassabsorber stellen? Auch hier wurde mit schon zu allem möglichen geraten.

Ein paar kleinere Problemchen gibt es auch noch:

1. In dem Raum gibt es zwei Fenster, die ich isolieren muss. Eins der Fenster geht ins benachbarte Klo (kein Witz, siehe Fotos :D) und ein Fenster nach draußen. Das Fenster zum Klo hin würde ich gerne dauerhaft und fest isolieren, aber die isolierung vom Fenster, welches an die frische Luft führt, so auslegen, dass ich das Fenster trotzdem öffnen kann. Ich habe da an sowas wie einen isolierten, passgenauen, rausnehmbaren Einschub gedacht, der einfach vor das Fenster "geklemmt" wird. Wäre das realisierbar, bpsw. mit Styropor, einer Sperrholuplatte und Noppenschaum?

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2. Die Tür.

Ich möchte den Raum gerne wie ein kleines Studio einrichten. Sprich der kleine Raum ist mein performance Room und der angenzende Raum, sprich mein Reich, wäre der Control Room mit der ganzen Technik. Deswegen möchte ich in der "Kabine" auch ein Fenster haben, und die einzige Möglichkeit ein Fenster da hinein zu bekommen ist die Tür. Die Tür, die jetzt drin ist, werde ich wohl austauschen, da man durch die Scheibe leider nicht klar durchsehen kann. Und meine Frage wäre, ob eine doppelt verglaste Tür am akkustisch nicht zu sehr stört. Das Fenster würde auch deutlich kleiner sein, als es jetzt ist, aber auf Kopfhöhe und somit auf Höhe der Schallquelle.

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Ansonsten ist in dem Raum alles vorhanden was eine gute Kabine braucht. Es ist bereits ein Deckenlicht installiert, die Wände sind ordentlich dick und lassen von außen nicht viel Schall rein (hab ich ausprobiert) und für Luft ist auch gesorgt. Witzigerweise muss der Sänger zum Trinken nicht einmal den Raum verlassen, es gibt sogar einen Wasserhahn :great::

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So ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps geben und ich habe jetzt nicht zu viel auf einmal gefragt :)

lg
David
 
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Rauhfaser oder Beton macht praktisch keinen Unterschied. Mal bitte Maße angeben. Reine Gesangskabine würde ich fast tot machen mit 10-20 cm dicken Absorber.

Das zu isolierende Fenster: muss es noch Licht durchlassen?

Wie sind die Schallschutzanforderungen?
 
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Die Kabine ist 2,50mx1,60m bei einer Raumhöhe von gut 2,5m. :)

Beide Fenster müssen kein Licht durchlassen, in der Kabine ist schon ein Deckenlicht installiert, ich will das eine Fenster halt nur hin und wieder zum Lüften benutzen, das bietet sich ja an.

Schallschutzanforderungen sind nicht besonders hoch, da ich in der Kabine "nur" Gesang aufnehmen will und das Haus eh sehr weitläufig ist. Außerdem ist es nicht schlimm wenn man etwas vom Gesang bspw. im Wohnzimmer hören sollte, Hauptsache man hört das Geschehen aus anderen Zimmern nicht in der Kabine. :)

lg
David
 
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Eine Sache zum Wasserhahn:

Ich kenne es aus älteren Häusern, dass die Wasserleitungen ziemlich stark Geräusche übertragen - dann gibt es jedes mal einen "Krackser" wenn irgendwo das Wasser abrupt aufgedreht wird. (Druckspülungen, gesteuerte Ventile von Heizungen, Warmwasserbereitern etc.)
Das würde ich auf jeden fall vor baulichen Maßnahmen genau überprüfen und im Zweifel den Hahn entfernen - sonst wird er Dich langfristig viele Nerven kosten.

Wenn Du die Luftzufuhr des Badezimmers kappst, musst Du natürlich für Ersatz sorgen - einen Lüfter brauchst Du nicht nur um unangenehme Gerüche sondern vor allem um Feuchtigkeit aus dem Bad zu kriegen.

Reine Gesangskabine würde ich fast tot machen mit 10-20 cm dicken Absorber.
Ich bin nicht so der Akustik-Profi, hätte da aber mal eine Frage:
Besteht da nicht das Risiko, dass man die Höhen überdämmt? Wäre es nicht eventuell günstig, einen Teil der Oberflächen mit z.V. Holz- oder Laminatvertäfelung reflektierend zu gestalten?

Clemens
 
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Reflektierend ist keine so gute Idee. Denn dann wird es immer nach kleinen Raum klingen. Egal was du dann noch an Hall hinzufügst. (es sei denn du ertränkst es Anne Clark like im Hall).
Du sollstest auf alle Fälle die Flächen wohin das Mikro bei der Aufnahme zeigt und die Decke tot dämmen.
An andere Flächen könnstest du über der Dämmung noch Diffusoren anbringen, die einen Teil der Höhen erhalten. Aber Diffusität ist hier wichtig.

Die Frage ist aber wozu? Der Sänger singt eh mit Kopfhörern, braucht also keinen Raumhall und auf der Aufnahme willst du auch keinen haben.

Probleme macht der Raum vor allem im Tiefmitten bereich. Siehe hier: http://www.bobgolds.com/Mode/RoomModes.htm

No modal boost: 1hz to 68hz
Room Modes dominate: 68hz to 203hz
Diffraction and Diffusion dominate: 203hz to 812hz
Specular reflections and ray accoustics prevail: 812hz to 20000hz
 

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